hallo, lady
ich habe bisher weder Erfahrung mit Medikamenten, noch mit einer Therapie. Meine Erfolge
konnte ich bisher nur so erzielen, dass ganz langsam aber sicher eine Veränderung in
meinem Denkprozess stattgefunden hat. Das Sich-Wehren-Wollen gegen die Angst hat nie
etwas gebracht, noch weniger der zwanghafte Versuch, mich abzulenken. Ein paar Stunden
klappt das vielleicht, unter größter Anstrengung, aber um welchen Preis? Dass das ganze
dann nur umso stärker zurückkommt. Der Druck, den man aufgebaut hat, entläd sich dann
explosionsartig. Seit ich nicht mehr versuche zu kämpfen, spüre ich eine unglaubliche Er-
leichterung. Die Angst kommt immer noch mal wieder auf, ebenso wie gelegentliche
Verstimmungen, aber unglaublicherweise belastet es mich nicht mehr so sehr. Ich lasse die
"Welle" über mich hinwegspülen, statt dagegen anzustrampeln und mir zusätzlich Energie
zu rauben. Dass du immer noch an deine Ängste denkst, bzw. jetzt ohne Medis noch mehr,
ist erst mal völlig logisch. Ich weiß zwar nicht, wie diese Substanzen wirken, denke aber,sie
haben dich halt irgendwie betäubt und nun hast du Angst, deinen Gefühlen wieder schutzlos
ausgeliefert zu sein. Aber wie ist das? Merkst du, wie diese Angst in Schüben kommt, dann
aber auch wieder geht? Richte dich darann auf! Lass es geschehen. Du stirbst nicht an der
Angst. Atme ruhig und sage dir, dass das Gefühl von selber wieder verschwinden wird.
Alles ist gut. Merkst du, wie angenehm es ist, gar nichts tun zu müssen? Egal, wie oft es
kommt, es geht jedesmal von selber wieder. Und umso schneller, wenn du nicht versuchst, es zu verdrängen, wenn du nicht versuchst, dich zwanghaft abzulenken. Ist es
vorbei, dann mach irgendwas, was dir Freude bereitet und stelle fest, dass dich deine Angst nicht daran hindert, "dazwischen" auch richtig gute Momente zu haben. Und wenn
dann die Gedanken an die Angst zurückkommen, dann sag dir: Na und? Was kann denn
schon passieren, dann warte ich halt ab, bis es vorbeigeht. Und noch eins: Nicht verzweifeln, wenn du es nicht sofort und ohne Rückschlag schaffst, positiv zu denken.
Zwischendurch sich auch mal gehen lassen und frustriert sein, kann auch einen Knoten
lösen. Denn, wenn du danach richtig locker bist, stellst du wahrscheinlich ganz von selber
fest, dass es sooooo schlimm dann doch nicht ist. Nicht die Angst an sich ist das Problem,
sondern das Unwissen um den richtigen Umgang damit. Die asiatische Kunst des Krieges
lehrt den Sieg ohne Kampf. Und gegen die Angst kann man NUR so bestehen, lg, eddie