Hallo Chaosfee
Zitat:Dro. können doch bei einem gesunden Menschen im Gehirn keine Glückshormone freisetzen oder gar als Belohnung dienen
Ich weiß nicht, wie ich es sonst noch erklären soll....
Zitat:...wo hört der Genuss auf und fängt die Abhängikeit an?
Zitat:
1. Unerlaubter Gebrauch ist ein von der Gesellschaft nicht tolerierter Gebrauch.
2. Gefährlicher Gebrauch ist ein Gebrauch mit wahrscheinlich schädlichen Folgen für den Konsumenten.
3. Dysfunktionaler Gebrauch liegt vor, wenn psychischen oder sozialen Anforderungen nicht mehr gerecht geworden werden kann.
4. Schädlicher Gebrauch hat bereits schädliche Folgen (Zellschäden, psychische Störung) hervorgerufen.
Kurz und bündig: "Die Sucht fängt dort an, wo die Dro. die Kontrolle über dich gewinnt."
Zitat:Menschen die sich davon abhänig machen sind in meinen Augen schwach und hilflos.
Dass viele Dro. schwach und hilflos sind, da stimme ich dir zu. Doch ich lese in deinem Satz auch so etwas wie Verachtung gegenüber Dro.. Diese Menschen sind krank und teilweise unter schlimmen Umständen in eine Sucht geraten. Niemand fängt an zu trinken, um davon abhängig zu werden. Ich möchte hier eins klar und deutlich sagen: Wer selbst keine Erfahrungen mit Dro. gemacht hat, sollte nicht mit Vorurteilen um sich schmeißen. Es ist leicht zu sagen, Dro. sind schwach und hilflos. Was ist, wenn eine junge Frau *beeb* geschickt wird, geschlagen wird und keine Familie hat? Sie fängt an Dro. zu nehmen, weil diese ihr helfen, ihre schreckliche Situation zu verdrängen. Ist diese Frau schwach? Wäret ihr in dieser Situation stärker? Es ist ganz einfach: Man kann sich nun mal nicht in jede Person hinein versetzen. Aber es ist leicht von oben herab zu sprechen und mit Floskeln, die man hauptsächlich in den Medien präsentiert bekommt, auf dieses Thema zu reagieren.
Zitat:Die Beschaffungkriminalität geht doch eindeutig auf das Konto von Dro.....
Du verurteilst mit deiner Aussage jeden Mensch, der Dro. konsumiert. Die Beschaffungskriminalität wird von Dro. ausgeübt, das ist klar, dass steckt ja schon in dem Wortlaut. Nur, jetzt muss ich dich mal fragen, stellst du dir jeden Süchtigen als kriminellen Schwerverbrecher vor? Wieviele Frauen verkaufen ihren Körper, um an Dro. zu kommen? Glaubst du wirklich, dass Jugendliche, die gelegentlich Canna. rauchen, grundsätzlich kriminell werden?
Ich sag es mal so: Menschen, die harte Dro. nehmen, werden von der Gesellschaft automatisch kriminalisiert. Dadurch, dass sie sich den Stoff illegal für viel Geld kaufen müssen, ruinieren sie sich auf Dauer finanziell. Zudem folgt der soziale Abstieg und der körperliche Verfall durch die Dro. selbst, durch gestreckte Ware, dreckige Nadeln etc.. Aber warum muss das alles so geschehen? Der Süchtige ist vom Grundsatz her nur daran interessiert, die Dro. zu konsumieren, ohne jemandem schaden zu wollen (Ich lasse es hier mal außen vor, dass Angehörige und Freunde sicherlich auch einen Schaden bekommen, weil sie eine geliebte Person an die Dro. verlieren). Der Schaden für Andere entsteht erst dadurch, dass der Süchtige kriminalisiert wird. Diese Menschen haben es nicht verdient, von uns ausgestoßen und schief angeguckt zu werden. Anstatt, dass wir Abhängige in eine Schublade stecken und sie gerne ganz weit weg haben wollen, sollten wir ihnen die Chance geben, sich Hilfe zu suchen. Und zwar auch mit gesellschaftlichem Verständnis. Ich möchte das Suchtproblem keinesfalls beschönigen, um Gottes Willen. Aber wie für psychisch-kranke-, behinderte-, und arme Menschen, sollte man versuchen, diese Menschen zu verstehen, anstatt vorgefertigte Meinung zu übernehmen.
Mein Vater kannte vor langer Zeit einen Arzt, der nach zweijähriger Morphinabhängigkeit anhand von gefälschten Mediamentenlisten erwischt wurde. In diesen zwei Jahren bemerkte niemand, dass der Arzt süchtig war, denn er erledigte seine Arbeit sehr gut. Nachdem er erwischt wurde, entzog man ihm die Zulassung und kündigte ihm. Doch die Sucht blieb ihm erhalten und so sah mein Vater diesen Arzt seitdem immer wieder am Bahnhof, heruntergekommen, mit anderen Junkys stehen. Eine tragische Geschichte, in der ein ganzes Leben zerstört wird. Wäre er Alk. gewesen, hätte er weiter praktizieren können, wenngleich er sich hätte Hilfe suchen müssen. Da Morphin aber ein verschreibungspflichtiges und in seinem Fall illegales Medikament war, wurde dem Mann alles genommen. Und anstatt dass man ihm direkt hätte helfen können, wird er nun in eine Schublade gesteckt, kriminalisiert und sozial herabgestuft. Die Fehler, die er in der Vergangenheit gemacht hat, muss er akzeptieren. Was ich nicht akzeptiere ist, dieser Mann war offensichtlich krank, morphinabhängig. Warum wird ihm zusätzlich alles genommen, obwohl er sich selbst schon ruiniert hat? Dass es Hilfsstellen gibt, ist mir natürlich bekannt und auch gut so. Es geht mir hier aber darum, die soziale/gesellschaftliche Sichtweise der Menschen auf Dro. zu verändern. Außerdem kann ich es absolut nicht verstehen, warum Alk. und Tbk legal sind und andere Dro. illegal. Ich bestrafe dadurch Konsumenten, die mit ihrer Sucht ohnehin schon bestraft sind, gleichzeitig wird eine schlimme, legale Dro., nämlich Alk., angehimmelt, beworben und kollektiv konsumiert. Wer hat also das Recht zu entscheiden, was konsumiert werden darf und was nicht?
Und diese Frage ist wohl nicht leicht zu beantworten!
Zitat:Hier bei uns in der Stadt gibt es öffentliche Plätze wo man lieber nicht alleine herlaufen sollte.....
Und das Gesundheitsystem wird auch enorm dadurch belastet....
Da kann ich dich verstehen. Natürlich bekommt man Angst, wenn man als braver Bürger plötzlich mit Menschen konfrontiert wird, die auf dem besten Weg sind, ihr Leben zu versauen.
Nun, unser Gesundheitssystem wird hauptsächlich durch Raucher und Alk. belastet. Ein Teil der Kosten wird durch die Besteuerung von Tbk und Alk. gedeckt. Im Gegensatz zu diesen gesellschaftsfähigen Dro. machen die illegalen Stoffe nur ein Bruchteil der Gesamtkosten aus, obwohl die Medien natürlich jeden Dro., der durch Dro., Dro. etc. gestorben ist, überproportional verkaufen. Damit unser Gesundheitssystem nicht weiter belastet wird, müssen also Tbk -und Alk. drastisch sinken, es muss noch mehr Aufklärung geben und natürlich muss die Politik endlich richtige Entscheidungen treffen.
Ich bin gegen Dro. und möchte Diese in meinem Text auch nicht verherrlichen. Mein Hauptanliegen ist einfach nur, dass man die Sichtweise auf Dro. ändern sollte. Natürlich gibt es auch genug Idioten, die gleichzeitig Dro. nehmen und denen nicht zu helfen ist. Doch wenn man Alle über einen Kamm schert, bleibt man blind und argumentiert mit Vorurteilen.
Puhh. Viel geschrieben. Gruß