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Hallo zusammen,

seit der Entfernung meiner kompletten Schilddrüse im letzten Jahr bin ich auf L-Thyroxin angewiesen. Die aktuelle Dosis beträgt 100 mg, schon seit der OP.

Panikattacken habe ich seit vielen Jahren in vielen denkbaren Varianten. Relativ neu an meinen Attacken ist morgendliches Herzrasen, wobei sich das mittlerweile auch schon mal tagsüber bemerkbar macht. Dann aber auch gleich so, dass ich nach Luft hecheln muss wie nach sportlichen Höchstleistungen. Mein Blutdruck steigt dabei etwas an, 120 zu 80, was ja ein durchaus normaler Wert ist, aber im Vergleich zu meinen sonstigen 90 zu 60 eben doch erhöht.

Jetzt frage ich mich ob das von L-Thyroxin kommen kann.

Bisher wurde mir nach den Kontrolluntersuchungen mitgeteilt, die Werte seien in Ordnung und die Dosis würde beibehalten. Auf die Werte der Untersuchung von letzter Woche warte ich noch.

Während des Szintigramms hatte ich eine unschöne Panikattacke, die mir ein wildes Pochen im Hals bescherte. Außerdem hatte ich das Gefühl von diesem Gerät weggestoßen zu werden. Es pulsierte so stark in meinem Hals, dass ich Mühe hatte, den Hals gerade und nah an dem Gerät zu halten.

Hat noch jemand Erfahrungen mit Panikattacken nach einer Schilddrüsen-OP?

Viele Grüße
Ninia

21.09.2011 23:21 • 23.09.2011 #1


11 Antworten ↓


Hallo!

ich habe zwar keine op hinter mir aber muss seit kurzem auch diese tabletten wegen der unterfunktion nehmen und habe das gefühl das meine pa´s schlimmer geworden sind. sehr schlimm sogar. mein arzt meint ich hätte noch nicht mal die richtige dosis die ich bräuchte aber man muss die hormone langsam einstellen. ich weiß das eine schilddrüsenunterfunktion zu depressionen und panikattacken führen kann.. aber so ?! und trotz den tabletten?!? Herzrasen habe ich auch und das gefühl um zu kippen. Kennst du das auch??
Liebe Grüße Biene

21.09.2011 23:33 • #2



Leben ohne Schilddrüse - Panikverstärker?

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Hi,

ja, das Gefühl jeden Moment umzukippen kenne ich auch. Gestern war's so schlimm, dass ich mich kaum unter die Dusche traute. Allerdings kann ich nicht sagen ob es wirklicher Schwindel war oder einfach nur die Angst vor dem Umkippen.
Nach Blutdruckmessen, Pulskontrolle und gutem Zureden meinerseits ging's dann doch noch mit dem Duschen, natürlich ohne umgekippt zu sein.

Eben hatte ich einen kleinen tatsächlichen Schwindelanfall, der aber glücklicherweise keine Angst auslöste. Vermutlich bin ich heute Abend sogar zu erschöpft um Angst zu haben

Wie lange sollst Du Deine Dosis steigern?

Viele Grüße
Ninia

22.09.2011 20:33 • #3


Oh je... Das tut mir leid... vor wochen war es bei mir so schlimm! ich dachte das sind die nebenwirkungen von den tabletten! hattest du nebenwirkungen? dann habe ich sie abgesetzt usw. sehr unzuverlässig... nun hat mein arzt gemeint dass ich sie nehmen MUSS aber ich finde das mein Zustand sich seither verschlimmert hat vorallem die Panikattacken. Letzt Woche war es so schlimm das nur noch der Arzt helfen konnte... Nun war ich die Woche zu Hause aber irgendwie... Ich fühle mich schlecht. Schwindlig, schwach und immer die Angst um zu kippen,.... Schrecklich! Hattest du Nebenwirkungen? Hast du keine Schilddrüse mehr? Warum? so viele Fragen...
Grüße Biene

22.09.2011 22:49 • #4


Ehrlich gesagt weiß ich nicht, ob Panikattacken nicht sowohl bei Unter- als auch bei Überfunktionen auftreten können.

Reagierst Du generell auf Medikamente mit Panik? Bei mir ist das so, ich habe immer Angst vor Nebenwirkungen.

Da ich keine Schilddrüse mehr habe (wurde mit dem Tumor entfernt), bin ich auf die Tabletten angewiesen. Bisher war die Dosierung auch ok, allerdings kann sich das ja immer mal ändern. Nächste Woche dürften endlich die Ergebnisse der letzten Untersuchung da sein. Der Arzt sagte, dass ich möglicherweise die Dosis reduzieren kann. Ich muss auch bei jeder Untersuchung ankreuzen ob ich an Herzrasen, innerer Unruhe, Gewichtszunahme usw. leide.

Naja, abwarten. Heute war ein verhältnismäßig guter Tag, ich wachte ohne Herzrasen auf.

Unmittelbar nach der OP hatte ich eine starke Unruhe, allerdings wird das die Anspannung gewesen sein oder eine Nebenwirkung der Narkose. Von L-Thyroxin hatte ich bis dato keine Nebenwirkungen. Die Panikattacken kann ich auch nicht komplett auf das Konto der Tabletten packen, schließlich hatte ich die schon Jahre vorher, und vor der OP nahm ich keine Schilddrüsenmedikamente.

Übel, dass Dich das jetzt so richtig umhaut. Wann wirst Du denn das nächste Mal untersucht? Hast Du Deinen Arzt auf die Panik angesprochen?

22.09.2011 23:11 • #5


Irgenwie ist das bei mir sooo kompliziert... ich habe den Hausarzt gewechselt. Meiner hat mich nie für voll genommen und hätte viel viel früher die Unterfunktion festellen müssen... Nun er weiß von der Panik bescheid. Ich habe so eine peinliche Situation im Geschäft gehabt.. Ich dachte ja es sei der Kreislauf. Mit einem Mal, Herzrasen, zittern, Übelkeit und Schweißausbrüche. SO schlimm war es noch nie!!!

Also ab zum Arzt... Kreislauftropfen bekommen und erstmal ne Infusion zur Beruhigung. Ich habe ihm dann gesagt ich habe die Tabletten abgesetzt. Boha der war böse Nun muss ich sie wieder nehmen. Ich dachte ja die sind daran schuld... Ich mag Tabletten nicht wirklich. Ich habe sehr schlechte Erfahrungen gemacht und ja, auch etwas Angst davor.

Er meinte es wäre wohl doch ne Panikattacke., Wirft mich übel aus der Bahn und ich komm schlecht damit klar. Zudem kann die Unterfunktion das verstärken.

Ein Tumor?!?! Oh Mist! Das ist gar nicht gut. Geht es dir jetzt besser ?? Hast du auch so schlimme Panikattacken??

22.09.2011 23:24 • #6


Christina
Zitat von Ninia:
Jetzt frage ich mich ob das von L-Thyroxin kommen kann.
Von zu wenig oder zu viel... Pi mal Daumen rechnet man bei Schilddrüsenoperierten mit einer Dosis von 2 µg pro kg Körpergewicht. Wenn du also mehr als 50 kg wiegst, sind deine 100 LT vielleicht zu wenig. Auf "Werte sind in Ordnung" würde ich mich nie verlassen, sie können in der Norm sein, aber trotzdem individuell nicht passend. Da muss man mit der Dosis auch mal ein bisschen rumexperimentieren. Manche brauchen zusätzlich zu LT noch T3. Das kann der Körper zwar eigentlich selbst aus dem LT herstellen, aber eine gesunde Schilddrüse produziert normalerweise einen gewissen Anteil T3 sofort. Es kann also besser sein, die "normalen" Verhältnisse mit der Hormonzufuhr so gut es geht zu imitieren. Manche kommen weder mit LT noch mit T3-Zugaben klar und müssen Schweinehormon nehmen...

Ich selbst habe meine SD noch, aber Hashimoto hat so gut wie nichts mehr von ihr übrig gelassen und dieser Rest arbeitet nicht mehr. Die Angst, wie du sie beschreibst, habe ich eher bei Überdosierungen, aber andere haben das bei zu wenig LT oder wenn irgendwelche anderen Stoffe fehlen und das LT nicht gut verwertet wird. Ich kann dir nur empfehlen, mach' dich zum Experten der Hormondosierung und such' dir einen Arzt, der bereit ist, verschiedene Dosierungen und Kombinationen mit dir rauf und runter zu probieren.

Liebe Grüße
Christina

23.09.2011 12:38 • #7


Hallo Christina!

Danke für deine Nachricht. Ja das habe ich auch. Meine Schilddrüse ist wohl entzündet. Mich macht das irgendwie alles fertig. Ganz blöd! Leider! Heute beim Arzt. Wieder ne Woche zu Hause. Mein Chef am Telefon voll böse und was hatte ich!?! Die Panik!

Er meinte eben ich sei absolut nicht eingestellt auf die Tabletten,. Nehme erst 50mg... Ich weiß auch nicht... Aber die Angst ist da und durch dich Unterfunktion wird diese verstärkt. Ist gerade einfach nicht schön!

Wie meist du das zu einem Experten? Sorry ich bin ein richtiger Frischling was das ganze angeht und fühle mich alleine gelassen.... Danke für deine Antwort!

Liebe Grüße

23.09.2011 14:20 • #8


Christina
Hallo Biene Maja,

ärztlicherseits ist das mit der Schilddrüse ganz einfach: Hormone in den Patienten rein, Werte messen (womöglich noch unmittelbar nach der Hormoneinnahme ) und wenn die Werte in der Norm sind, muss alles okay sein. Wenn der Patient dann noch Beschwerden hat, können die nicht von der SD kommen...

Folge: Wer sich als Betroffener nicht selbst informiert und darauf drängt, auch ein wenig abseitige Beschwerden zu untersuchen und zu behandeln, bleibt auf seinen Symptomen sitzen. Ein Arzt, der dich dazu drängt, eine höhere Dosis zu nehmen, ist eine ziemliche Ausnahme. Aber auch da ist Information wirklich alles - damit man nicht zu schnell steigert und damit man andere, verwandte Baustellen nicht übersieht.

Hier das passende Forum, in das du dich als Neu-Hashi unbedingt einlesen solltest: http://www.ht-mb.de/forum/forum.php. Kann ich sehr empfehlen, da wird dir jede Frage beantwortet.

Liebe Grüße
Christina

23.09.2011 14:46 • #9


Hi Christina,

Danke für die Information!

Wahrscheinlich sollte ich tatsächlich mal zum Facharzt statt zur Nuklearmedizin laufen
Ich warte die Untersuchungswerte ab, die nächste Woche da sein sollten. Dann lese ich mich mal bezüglich der Werte ein.

In dem von Dir genannten Forum habe ich vor einiger Zeit schon mal ein wenig gelesen, das wird definitiv wiederholt. Danke

Als ich meine Symptome letzte Woche bei der Untersuchung nochmals ansprach, sagte der Arzt, dass die Dosis möglicherweise von 100 auf 88,5 oder sogar 75 gesenkt werden muss. Allerdings wiege ich 60kg, was dann ja doch eher für eine höhere Dosis sprechen würde. Zumal ich ja keine Schilddrüse mehr habe, die selbst noch etwas beitragen könnte.

Ich habe den Eindruck, dass ich von Ärzten, die nichts von einer Panikerkrankung wissen, grundsätzlich ernster genommen werde. Allerdings muss ich dem Nuklearmediziner zusprechen, dass er die Symptome auch durch L-Thyroxin erklären wollte, und mich nicht unter "psychosomatisch" einsortierte.

Ein schönes Wochenende wünscht
Ninia

23.09.2011 15:07 • #10


PS: Bei einer kurzen(!) Recherche fand ich

"Bei einer Schilddrüsenüberfunktion kann es zu schnellem Herzschlag, Herzrhythmusstörungen, Kurzatmigkeit, Luftnot und rascher Ermüdung bei Belastungen kommen. Ferner kann die Entwicklung einer Kardiomyopathie (Herzschwäche) begünstigt werden.

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion sind Herzrhythmusstörungen, EKG-Veränderungen, eine schlechtere Sauerstoffversorgung, allgemein verminderte Belastbarkeit und eine Erhöhung des Cholesterinblutspiegels möglich. Erkrankungen wie Angina pectoris (Verengung der Herzkranzgefäße) und Arterienverkalkung sollen durch (unbehandelte) Schilddrüsenunterfunktion begünstigt werden. Ebenso soll sich das Herzinfarktrisiko bei älteren Frauen erhöhen."

Quelle: Jodmangel.de

Die Symptome sind sich schon ziemlich ähnlich. Nach der Beschreibung würde bei mir eher eine Überfunktion passen.

Aber, wie gesagt, abwarten. Ich bin wirklich sehr auf meine aktuellen Werte gespannt. Vielleicht ist ja doch alles "nur" Panik...

23.09.2011 15:52 • #11


Christina
Zitat von Ninia:
Die Symptome sind sich schon ziemlich ähnlich. Nach der Beschreibung würde bei mir eher eine Überfunktion passen.
Danach kann man nicht 1:1 gehen, zumal wir nicht mehr von "Funktion" reden können, sondern nur noch von Dosierungen.

Liebe Grüße
Christina

23.09.2011 17:02 • #12



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