Hallo zusammen,
mein 1. Beitrag hier im Forum - habe bisher nur still gelesen.
Jetzt mag ich mich aber doch zu Wort melden und einfach mal Mut machen.
Ich habe 1 Jahr Hölle hinter mir. Begonnen hat es mit den klassischen Panikattacken. Dann kamen diverse Symptome dazu. Ich bin morgens schon mit einer unglaublichen Unruhe aufgewacht, hatte einen hohen Puls obwohl ich mich noch nicht mal bewegt hatte. Mein Körper hatte mich stark im Griff, jeder Tag begann mit Übelkeit und würgen.
Angst vor Kontrollverlust, kein Vertrauen in meinen eigenen Körper und jeder Tag eine Qual. Ich weiß, wovon ihr redet. Ich wurde für körperlich Gesund befunden, der Kardiologe gab mir den Stempel "Panikstörung" und da stand ich nun...
Ich bin, genau wie @PsychoZwerg92 gegen Chemie. Das hätte auch nicht zu mir gepasst. Ich hatte doch eh jeden Tag andere Symptome, da wollte ich nicht noch mehr. Habe mir Neurexan zugelegt, egal ob Placebo oder nicht, mir hat es gut getan dran zu glauben, und mir persönlich hat es sehr geholfen.
Unumgänglich war jedoch die Psychotherapie für mich. Ich bin seit 1 Jahr in Behandlung, es ist sehr anstrengend und sehr heilsam zugleich. Mein Therapeut hat mich in meiner Einstellung keine Tabletten nehmen zu wollen, vollkommen unterstützt.
Ich sollte ganz allmählich lernen, warum mein Körper reagiert, wie er reagiert. Selbst als ich ihm einmal sagte, dass ich jetzt unbedingt medikamentöse Unterstützung bräuchte weil ich einfach nicht mehr kann, sagte er mir, dass ich weiter verstehen soll.
Das betrifft mich jetzt ganz persönlich! Ich bin mir sicher, dass Medikamente absolut guten Dienst verrichten und wirksam für viele Menschen sind!
Ich würde nicht kategorisch ausschließen, dass ich doch auch mal darauf zurückgreifen würde. Nur für meine Situation, gefüllt aus Panik und ständiger Unruhe und Kontrollverlust, wollte ich mich keinen Medikamenten aussetzen. Denn dann könnte ich Nebenwirkungen ja noch viel weniger kontrollieren. So mein damaliges Denken.
Ich möchte euch Mut machen, auf eine "Reise zu euch selbst" (klingt arg komisch, ist aber irgendwie wahr) zu machen und euch und eure Vernetzung aus Körper und Seele (klingt noch komischer, ich bin null esoterisch angehaucht!) kennen zu lernen.
Das zentrale Nervensystem arbeitet auf Hochtouren, und man glaubt gar nicht, wie sehr alles miteinander verknüpft ist. Ich habe das Glück, in meinem Therapeuten jmd gefunden zu haben, der mir wissenschaftliche, psychologische, physiologische und menschliche Aspekte aufgezeigt hat und ich wünsche euch von Herzen auch solch eine Erfahrung.
Ich bin noch nicht am Ende und kann mir noch nicht wieder voll Vertrauen. Sollte ich morgen mit Herzrasen aufwachen, werde ich evtl wieder in der Spirale stecken. Aber ich mache weiter, weil ich wieder gelernt und erlebt habe, wie toll ein entspanntes Leben ist.
Ihr schafft das!
