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G
Hallo! Ich bin weiblich und 16 Jahre alt.
Das erste Mal, dass ich eine Panikattacke hatte, war im Sommer letzten Jahres.

Bevor ich darauf weiter eingehe, sollte ich erwähnen, dass mein Vater, dem ich sehr nahe stand (war ein ,,Papakind) im Sommer 2010 verstarb.
Es war ein riesen Schock für uns alle, meine Mutter hatt und hat immer noch einen sehr langen Trauerweg, doch es geht ihr wieder gut. Sie hat sich Zeit gelassen, wogegen bei mir alles Zack Zack ging, eine Woche nach Papas Tod wieder beim Sport und in der Schule, wieder gelacht...
Ich dachte es wäre so in Ordnung, doch im Nachhinein glaube ich, das ich meine wahre Trauer immer einfach nur runtergeschluckt habe.

Nun aber weiter im Text. Wie schon gesagt war meine erste Panikattacke letztes Jahr in der ersten Nacht der Sommerferien. Schwindel, Herzrasen- es war furchtbar.
Habe natürlich auch den größten Fehler gemacht und gegoogelt, danach war ich mir sicher, mein Ende naht. Es war natürlich nicht so.

Komischerweise war das erst einmal die letzte Panikattacke. Die ganzen Ferien war ich so abgelenkt bzw. habe nicht mehr daran gedacht, dass sie nicht wieder kam.

Dann kamen die Herbstferien, wo ich meinen absoluten Tiefpunkt erreicht hatte. Schwindel, Kopfschmerzen und ich konnte keinen Laden länger als 5 Minuten betreten. Alle möglichen Tests folgten, Diagnose: Kerngesund.

Nach diesen Tests wurde der Schwindel weniger, die Panikattacken auch und ich konnte wieder leben wie vorher, da die Angst erst einmal ,,besiegt war.

In all dieser Zeit hatte ich eigentlich kaum Angst um mein Herz, sondern nur um meinen Kopf.

Doch jetzt wird es wieder richtig schlimm. Habe vor ca. 2 Wochen eine richtig fette Erkältung bekommen und lag nur zu Hause rum. Sobald ich mich aber anfange zu entspannen und die Last von mir abfällt, habe ich das Gefühl als ob die Panikattacken nur so zugeflogen kommen.

Diesmal war es mein Herz. Stiche im Brustkorb, Herzrasen, Schweißausbrüche etc...
Ich denke seit 2 Wochen ständig, dass mich gleich die Geister rufen.

Zwar weiß ich in mir drinnen, das ich 16 Jahre und kerngesund bin, aber was hilft das schon in so einem Moment.

EKG etc. wurde auch gemacht, alles okay.

Tja und nun sitze ich hier und mir geht es schlecht. Musste die letzten Wochen viele Medikamente nehmen und mein Kreislauf erholt sich nur schleppend, habe ich das Gefühl.
Sport kann ich noch keinen machen, aber er fehlt mir...

Habe einen niedrigen Blutdruck zur Zeit und die dazupassenden Symptome (bin sehr schlapp, Schwindel, kann nicht schnell aufstehen etc.)

Heute bin ich zu Hause geblieben.

Ich habe Angst, das die Angst wieder mein Leben bestimmt, wie in den Herbstferien.
Ich will das nicht! Das sage ich mir auch immer, vor allem wenn der doofe Schwindel kommt! Ich will ihn nicht!

Ich will mit meinen Freunden feiern gehen, ins Kino gehen, das schöne Wetter genießen!

Aber wie besiege ich meine Angst?

Es ist ein Teufelskreis, ich habe Angst und verkrampfe/verschließe mich, und davon wird die Angst noch mehr...

Was soll ich tun?

Vielen Dank für alle, die den Text gelesen haben.

26.03.2012 08:52 • 08.10.2012 #1


8 Antworten ↓


elster
Vielleicht hast du dir einfach innerlich nicht erlaubt, zu trauern, weil es deiner Mutter ja so schlecht ging ?
Du dachtest da sicher, du musst für sie stark sein, sie nicht noch mit deiner Traurigkeit zusätzlich belasten und hast deine eigenen Gefühle verdrängt. Und daher das alles nicht verarbeitet.
So etwa Schreckliches wie den Verlust eines Elternteils kann man aber nicht einfach so wegstecken, daher kommen diese Gefühle immer wieder hoch. Da du sie aber nicht zuläßt eben auf eine andere Art, als Panik- und Angstattacken, die mußt du ja wahrnehmen. Die Psyche sucht sich halt immer einen Weg. Ich denke, deine Seele versucht dir auf die Art und Weise bewußt zu machen, dass sie leidet und nicht gehört wird, weil du immer nur für andere stark sein willst. Musst du nicht, auch du darfst dich schlecht fühlen und alles an Gefühlen/ Schwächen zulassen, was dazu gehört !
Du musst dir erlauben zu trauern, hast du mal an eine Trauertherapie / Gesprächstherapie für Hinterbliebene gedacht ? Da werden viele Hilfmöglichkeiten angeboten, sicher wird es dir besser gehen, wenn du mit jemandem reden kannst und die verdrängten Gefühle zulassen darfst.

LG Elster

28.03.2012 17:55 • #2


A


16 Jahre alt und Angst wird immer größer. Was tun?

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G
Liebe Elster, du sprichst mir förmlich aus der Seele.
Ich musste meine Trauer zurück stecken und jetzt will meine Seele mir zeigen, ,,es geht nicht mehr!
Das will sie schon seit letztem Jahr, denke ich, aber ich habe es mal wieder abgeblockt.
Doch nun hat mich meine Mutter regelrecht zu einem Therapeuten ,,gezwungen.
Er ist eigentlich kein Kinder und Jugendpsychologe, aber sehr gut.
Und da es bei uns keine andere Möglichkeit gibt, übernimmt das hoffentlich auch die Krankenkasse... Und dann wird es hoffentlich auch besser.

Gestern Nacht war sehr schlimm, hatte eine furchtbare Panikattacke, so schlimm war es noch nie. Habe bei einer Freundin geschlafen und war schon den ganzen Tag sehr verspannt. Dazu kam, dass ich am Abend noch eine sehr traurige Nachricht bekommen habe, was meiner Seele glaube ich sehr zugesetzt hat.

Auf jeden Fall konnte ich dann schon nicht einschlafen... Und dann ging es los.

Herzrasen, Schwindel, aufsteigende Hitze, kleinere Aussetzter, schneller Puls, Magenschmerzen, Zittern, Atemnot...

Es war ganz ganz schlimm. Ich dachte so oft: Gleich bist du tot. Das ist ein Herzinfarkt.
Die ging dann ungefähr 3 Stunden lang... danach bin ich völlig übermüdet eingeschlafen und um 6:30 wieder aufgewacht.

Plötzlich bekam ich furchtbares Herzrasen. So schnell war es noch nie. habe dann sofort meine Mutter angerufen und die ist mir mir (mal wieder) zum Arzt gefahren. ,,Kurzes EKG - alles gut, sehr sehr niedriger Blutdruck und das Herz hat doll geschlagen.

Dann Ultraschall, da war alles super.

Nun hab ich nochmal ein 24 Stunden EKG.

Ich bin völlig platt. Ich kenne zwei Entspannungsübungen die ich anwenden wollte, aber die PA war so schlimm, das ich das nicht durchhalten konnte...

Ist das normal? Kann sowas eine Panikattacke sein? Wenn ja, wie gehe ich damit am besten um? Verkrieche mich gerade im Zimmer und würde am liebsten da bleiben...!?

LG

30.03.2012 17:48 • #3


A
Ja, das kann eine sein... wenn man gerade zuhause ist... bei mir hilft eiskalt duschen... also eher einfach in die dusche setzen und wasser eiskalt aufdrehen... und wie schon erwähnt... du musst das alles iwie verarbeiten... und nicht einfach versuchen zu unterdrücken... sonst bekommst du irgendwann noch mehr nebenwirkungen als die PA ... schau einfach ob es irgendwen gibt mit dem du vllt reden kannst oder ein weg damit allein zurecht zu kommen... und wenn nicht... mach lieber eine therapie. du musst dir nur bewusst machen, wenn du es nicht alleine schaffst, such dir rechtzeitig hilfe

30.03.2012 20:38 • #4


G
Ja, eine Therapie habe ich jetzt begonnen...
Ich hoffe das jetzt einfach noch alles besser wird.
abe grade so ein taubes Gefühl in beiden Beinen und dazu noch Schmerzen...
Würde am liebsten sofort wieder zum Arzt, aber ich sage mir nein, das ist nur deine Angst.
Mal sehen...

Die Panikattacke in der Donnerstagnacht hat mich echt umgehauen... aber wenigstens weiß ich jetzt, dass ich immer noch lebe und das ich sicher nicht sterben werde.
Hoffentlich kann ich mir das bei der nächsten PA auch sagen.

Ich habe halt nur Angst, dass das jetzt immer so bleibt. Ich bin noch sehr jung, ich will einfach meinen Spaß haben und nicht zu Hause sitzen und die ganze Zeit denken... ,,Was wäre wenn?... Kriege ich gleich einen Herzinfarkt? ... Welche Krankheit könnte ich haben? etc...

Das macht mir etwas Angst.

LG

31.03.2012 22:56 • #5


P
Du bist 16 und durchgecheckt vom Arzt. Du bist körperlich gesund. Dine Seele schreit nach Hilfe und da du lange zeit nicht hingehört hast, schreit sie jetzt unüberhörbar. Der beste Tipp den man dir geben kann, lass dich durch die Panik von gar nichts abhalten, gehe zur Schule, zu Freunden, feiern. Alles was du vorher auch gemacht hast. Bleib auf keinen fall zu Hause und verkriech dich. Die Symptome können dir nichts zum. Du wirst nicht umfallen und sterben wirst du auch nicht. Wenn du anfängst der Angst nachzugeben und dich zu vergraben, dann ist das der Anfang vom Ende. Dann lässt du zu, dass die Angst dein leben zu bestimmen beginnt. Die Angst wird noch eine Weile dein Begleiter sein, aber sie tut dir nichts. Sie führt dich in deiner Seele zu dem was du noch verarbeiten musst, dann geht sie auch wieder.

01.04.2012 01:33 • #6


G
Liebe prinzessin22589, vielen Dank für deine Antwort.
Waren heute beim Arzt, EKG, wurde ausgewertet (hatte nochmal eins nach dem dollen Herzrasen), Ultraschall vom Herzen und die Blutwerte aus dem Labor durchgeguckt...
Tja und was soll ich groß sagen, ich bin kerngesund.
War ja abzusehen, trotzdem ist mir ein Stein vom Herzen und gleichzeitig habe ich mir gesagt, das das ein Startschuss für ein hoffentlich angstfreies Leben ist.
Mit der Therapie scheint alles zu klappen, toi toi toi.

Und ich habe heute wieder was mit meinen Freunden unternommen.
Schon als ich mit dem Fahrrad losfahren wollte war da das Herzklopfen un die Angst, aber ich bin losgefahren, habe die Panik ignoriert.

Und ja, es war ein toller Tag. Zwar merke ich, dass mich die letzten Wochen und auch die schlimme Panikattacke von Donnerstagnacht und Freitagfrüh im Hinterkopf schwirrt, aber ich verkrieche mich nicht.

Morgen fahren meine Mutter, meine Schwester und ich erstmal in den Urlaub... ans Meer.
Darauf freue ich mich.
Ich werde mich auch sicher nochmal mit meiner Mutter unterhalten, über die letzten 2 Jahre, Papas Tod und vieles, was noch nicht ausgesprochen wurde.

Aber es geht bergauf, das weiß ich.

Ganz ganz liebe Grüße an alle!

01.04.2012 20:47 • #7


F
ich kann dich verstehen bei mir fing es auch mit 16 an mitlerweile bin ich fast 25 und die angst bestimmt immernoch mein alltag ! ich würde dir raten die medikamentedie nur anfangs etwas helfen wie z.b. citalopran etc weg zu lassen und in einer therapie gehen wo man sich richtig um dich kümmert die sich auch darauf spezialisiert hat ich z.b war in der sant ansgar klinik in twistring dort wurde mir eigendlich sehr geholfen bis wieder ein schicksals schlag nach den anderen kam! ich drücke dir jedenfals die daumen das du es schnell schaffst und deine jugend genießen kannst !

02.04.2012 01:34 • #8


B
ich bin selbst 16 jahre alt und leide unter panikattacken und angsttörungen. ich bin auch in therapie, schaffe es aber nicht mich meinen ängsten zu stellen. es ist einfach so ein schwerer weg und ich habe solche angst dass ich später kein normales leben führen kann. gott sei dank gehe ich noch zu schule und habe vor ihr keine angst.. ich wünsche dir das aller beste und hoffe dass es dir mittlerweile wieder besser geht

08.10.2012 03:47 • #9





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