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Deelight
Hallo Ihr lieben,

ich habe bemerkt das ich mich selber am meisten unter Druck setze und das auch nicht abschalten kann.
Ich wache z.B auf und hab sofort 1000 Dinge im Kopf die ich noch machen muss. Ich werde dann so unruhig, das ich nicht mehr weiterschlafen kann auch wenn ich noch tod müde bin...
Ich steh dann auf, bin total hibbelig und unruhig aber gleichzeitig auch total kaputt und lustlos
Ich raffe mich dann auf, meine arbeit zu erledigen (zumindest zum teil) und fühle mich hinterher aber total erschöpft und ausgelaugt. Auch wenn ich z.B nur den Geschirrspüler ausgeräumt habe
Auch an Tagen wo mir mein Mann z.B den haushalt abnimmt geht es mir nicht wirklich besser, weil ich ja weiß, bald MUSS ich es wieder machen...
Genauso ist es mit der arbeit. Mir macht meine arbeit eigentlich Spaß (klar, gibt es auch Sachen die ich nicht so gerne mache. Aber das ist ja wohl bei allem so), ich habe nette Arbeitskollegen, tolle arbeitszeiten usw. trotzdem verkrampft sich in mir alles, wenn ich daran denke das ich morgen wieder zur arbeit MUSS
Was ist denn nur los mit mir? Warum kann ich nicht gelassen an die Sachen rangehen?
Sobald etwas mit einem gewissen "Zwang" zu tun hat, sträubt sich in mir alles dagegen.
Habt Ihr eine Idee, einen Rat einen Tipp was ich dagegen tun kann? Mich macht das nämlich total fertg

LG
Deelight

25.04.2011 13:38 • 26.04.2011 x 1 #1


10 Antworten ↓


hallo deelight...
ich finde mich in deinem geschriebenen wieder....leider hab ich auch noch kein mittel gefunden, um aus diesem kreislauf auszubrechen...oft fühl mich dann so unter druck, das eigentlich gar nix mehr von der hand gehen will. sogar alltägliche kleinigkeiten wefen mich total aus der bahn...

manchmal versuch ich nicht alles so eng zu sehen, und sag mir, den rest mach ich halt morgen aber das ist eigentlich gegen meine natur....

liebe grüsse muc

25.04.2011 14:13 • #2



Ich setz mich selber unter Druck und Stress :(

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Hallo Deelight,

mir geht es ähnlich. Ich habe da schon Fortschritte gemacht in letzter Zeit, aber ich kann mich in deinen Beschreibungen wirklich haargenau wieder finden. Bloß dass es bei mir nicht ganz so extrem ist, aber die Grundgedanken sind die gleichen.

Hm, ist aber leider gar nicht so einfach zu sagen, was mir geholfen hat... also ich kann dir leider kein Patentrezept sagen, aber das weißt du ja sicher,

Bei mir ist es so, dass meine Mutter Lehrerin ist und immer sehr hohe Ansprüche an mich stellte. Ich wurde dann selbst zum Perfektionisten, dufte nichts falsch machen usw. Ich bin jetzt 25 und wohne seit 6 Jahren nicht mehr zuhause.

Ich kenn, das auch, dass ich so ganz unruhig bin weil da noch gefühlt tausend Sachen sind die ich machen muss. Frag dich mal, was passiert, wenn du etwas vergisst von den Sachen. Macht dir das Angst?
Das ist es nämlich bei mir, ich hab Angst was nicht zu schaffen, was zu vergessen, das irgendwas am Tag hinten runter fällt.

Unsere Angst lebt davon, dass wir Sachen nicht zu Ende denken. Also wir denken "Oh Gott ich muss heute noch das, das und das machen und das auch noch wie soll ich das nur schaffen ich bin ja jetzt schon so gestresst". Deshalb ist es wichtig, die Sachen zu Ende zu denken. Was passiert denn, wenn der Tag rum ist und du hast eine Sachen nicht geschafft. Denk das wirklich mal zu Ende.

Das zweite ist, dass du wahrscheinlich denkst (ich denk nämlich so ) du musst dich jetzt entspannen, sonst schaffst du ja gar nicht alles. Wie kann man nur so gestresst sein, das ist doch nicht normal usw. Damit machst du dir natürlich nur noch mehr Stress!

Also, mein Tipp: Nach 1 kommt 2. Denk immer nur an das hier und jetzt. Wenn du aufstehst, überleg dir was du machen musst und mach dir klar, das ist für den ganzen Tag und du musst das nicht alles in den nächsten 10 Minuten abgrasen

Konnte ich dir helfen?

25.04.2011 14:13 • #3


nimm dir zeit und nicht das leben...

25.04.2011 20:34 • x 1 #4


Deelight
Ich danke Euch für Euren lieben Worte und gut zu hören, das man damit nicht alleine ist...

@Kathi85:
Zitat:
Also, mein Tipp: Nach 1 kommt 2. Denk immer nur an das hier und jetzt. Wenn du aufstehst, überleg dir was du machen musst und mach dir klar, das ist für den ganzen Tag und du musst das nicht alles in den nächsten 10 Minuten abgrasen Mach eins nach dem andern, denk immer nur an das was du jetzt gerade machst und sag dir, ich schaffe was ich eben schaffe, ich bin auch nur ein Mensch und mehr geht nicht!


Genau das, bekomme ich eben leider nicht hin In meinem Kpf sind einfach diese ganzen Sachen die noch erledigt werden müssen..

Doch ich denke die Sachen schon zuende, nur wenn ich JETZT nicht mache, dann muss ich es später machen. Das ist es ja

25.04.2011 21:08 • #5


entschleunigung in einer schnelllebigen zeit kann man (wieder) lernen...

25.04.2011 22:20 • x 1 #6


Deelight
Ja, aber wie??

25.04.2011 22:41 • #7


Zitat:
Genau das, bekomme ich eben leider nicht hin In meinem Kpf sind einfach diese ganzen Sachen die noch erledigt werden müssen..

Doch ich denke die Sachen schon zuende, nur wenn ich JETZT nicht mache, dann muss ich es später machen. Das ist es ja

Der Smiley trifft es sehr gut: du rennst mit dem Kopf gegen die Wand
Versteh das jetzt bitte nicht als Vorwurf, ich versuch dir nur von außen zu zeigen wie das läuft, ich hatte die Erkenntnis selber erst seit kurzem:
Es ist quasi so, dass du dir befiehlst, es jetzt sofort zu schaffen dich zu ändern. ABER: Nach 1 kommt 2. Verstehst du, du wendest deinen Perfektionismus jetzt auch auf die Problemlösung an. "Ich will das jetzt aber unbedingt sofort schaffen!!" "Aber wie soll ich das denn machen?!" Glaub mir, ich hab früher GENAUSO gehandelt und gedacht und erst langsam komm ich davon weg. So schwer das für uns auch zu begreifen ist, es geht eben nicht alles von jetzt auf gleich. Du kannst es dir noch so sehr befehlen, du wirst das nicht in einer Woche umkrempeln. Du musst einfach anfangen, kleine Schritte machen.
Zulassen dass die Gedanken die dich stressen anfangs eben noch da sind. Versuchen sie nicht so sehr zu beachten, ihnen weniger Gewicht zu geben.

ZB kannst du dich dazu "zwingen" bewusst ein paar Sachen die unbedingt gemacht werden müssen weg zu lassen (vielleicht nicht gerade den Zahnarzt Termin deiner Kinder ). Oder bewusst, eine Sache gaaanz langsam zu machen. ZB die Spülmaschine ausräumen. Mach das ganz langsam und bewusst. Du räumst jetzt nur die Spülmaschine aus. Du machst nichts nebenher. Wenn Gedanken kommen, was du danach machst, lass sie vorbeiziehen. In diesem Zusammenhang empfehle ich dir wärmstens "Achtsamkeitsübungen". Das hat mir sehr geholfen, genau das zu lernen was dir so schwer fällt und diesen Stresser-Gedanken nicht mehr so viel Gewicht zu geben.
Du wirst dich beim Spülmaschine ausräumen trotzdem noch unwohl fühlen! Akzeptiere das! Und wenn du es nicht akzeptieren kannst, akzeptiere, dass du es nicht akzeptieren kannst!!
Das zweite ist fast noch wichtiger als das erste, weil du sonst wieder in die Falle tappst "oh verdammt, ich kann es nicht akzeptieren, das schaff ich nie, das klappt sowieso nicht..."
Tschakka

26.04.2011 00:12 • #8


Deelight
Viele lieben Dank Kathi
Und nein, ich verstehe das nicht falsch, ich fühle mich ja selber so

Ich werde jetzt erstmal "Achtsamskeitübungen" googlen und hoffen das ich das nach und nach umsetzten kann...

Meint Ihr Yoga oder ähnliches könnte auch helfen?

26.04.2011 08:34 • #9


Hallo Deelight

Meine Erfahrung ist.... nimm dir nicht zu viel vor!!
Ich neige dazu, gleich alles auzuprobieren was mir vorgeschlagen wird. Yoga,Achtsamkeitsübungen, autogenes Training, Pilates, Sportstudio, Wandern, Entspannungsübungen nach Jacobsen, imaginieren...
Vielleicht findest du etwas was dir zusagt und was dir gefält. Du merkst schnell was dir gut tut. Was nicht heiße soll, dass es auch schnell besser geht. Aber stetiges Üben hilft sehr.

Mir hilft es sehr, wenn ich mir mehhrmals am Tag ein paar Minuten gönne, mich bequem hinsetze oder lege und mit autogenem Training meinen Körper entspanne. Das funktioniert bei mir gut. Dabei stelle ich mir vor,
auf einer grünen Wiese zu liegen. Alles duftet nach frischem Gras, die Sonne scheint... ich versuche mir vorzustellen wie es sich anfühlt und lasse mich ganz in dieses gefühl fallen.
An manchen Tagen komme ich auch nicht so " tief nach unten", dann flitzen die
Gedanken durch den Kopf und ich bin nicht fähig mich zu entspannen. aber dann ist es halt so. Wenn es klappt, ist das Gefühl hinterher herrlich.
Außerdem versuche ich viel spazieren zu gehen und achtsam auf die Natur zu schauen. Das lenkt ab und beruhugt die Gedanken im Kopf.
Natürlich hilt Sport zum Entspannen, aber ich alter Sportmuffel drücke mich halt auch gerne.

Je öfter du deine kleinen Entspannungsrituale machst, umso mehr wirst du merken, dass deine Gedanken ruhiger werden.
So hab ICH es erlebt.

Ich wünsche dir einen wirklich guten, sonnigen, positiven Tag.
Nur nicht den Mut verlieren.... es wird wieder!!

Ganz liebe Grüße von Davie

26.04.2011 10:13 • #10


Kann Davie da nur zustimmen

26.04.2011 13:38 • #11



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Dr. Hans Morschitzky