Saba

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hallo zusammen,

lese schon länger in diesem forum und habe mich jetzt endlich mal getraut was zu schreiben.
jetzt wirds leider etwas ausführlicher...
ich hatte vor einem jahr eine panikattacke als ich für längere zeit in neuseeland war und leide seitdem unter der angst vor der angst. ich hatte eigentlich nie wieder eine "richtige" pa. meist hat es angefangen mit herzrasen und schwindel und der angst die kontrolle über meine gedanken zu verlieren und verrückt zu werden. bin dann irgendwie aus der situation ausgebrochen und hatte daher auch nie wieder so eine schlimmer pa wie in neuseeland. trotzdem verfolgt mich diese angst, dass ich wieder eine pa bekommen, mich total blöd aufführen könnte, nicht mehr nach hause finde und noch dazu andere, fremde leute es mitbekommen könnten.

mußte meinen job kündigen, weil ich es nervlich nicht mehr ausgehalten habe. hatte oft das gefühl mein kopf würde zerplatzen, konnte mich nicht richtig konzentrieren, mir war ständig schwindelig und noch dazu hatte ich oft so ein unwirklichkeitsgefühl. außerdem machte mir ständig gedanken, was passieren würde, wenn ich jetzt im büro eine pa bekommen würde. in stressigen situationen wurden diese gefühle noch verschlimmert.

jetzt bin ich seit über 2 monaten zu hause und werde immer einsamer. dazu kommt die angst, nie wieder etwas leisten zu können (habe erst mein studium beendet), nichts mehr wert zu sein, zu schwach zu sein gegen diese besch. krankheit anzukämpfen. mein psychotherapeut hat mir nun geraten es wieder mit arbeiten zu probieren.

nun mein problem: ich habe glücklicherweise ziemlich schnell eine tolle arbeitsstelle gefunden, wo ich morgen auch anfangen werde. auf der einen seite freue ich mich, auf der anderen seite habe ich solche angst davor eine pa in der arbeit zu bekommen. noch dazu ist diese stelle relativ weit von meinem wohnort entfernt - ich kann mich auch nicht damit beruhigen, dass mich im schlimmsten fall jemand aus meiner familie schnell abholen könnte. stelle mir die ganze zeit vor, dass ich mich wie eine verrückte vor meinen kollegen aufführen könnte, nicht mehr fähig bin alleine nach hause zu finden, zu reden, irgendwas ganz peinliches zu machen.

geht es jemandem von euch genauso? was tut ihr gegen diese dummen gedanken? kann es wirklich passieren, dass man total die kontrolle über sich verliert?

es wäre wirklich schön, wenn ihr mir weiterhelfen könntet. brauche dringend motivation für morgen:-)

vielen, vielen dank!

25.11.2007 21:38 • 27.11.2007 #1


16 Antworten ↓


Downtown


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Hi,

ich habe genau wie du auch sehr lange mit der Angst vor der Attacke gelebt. Und wurde mit der Zeit immer einsamer und verlor mein Selbstbewusstsein. Seit ca 6 Monaten weiss ich durch Medien und diesem Forum hier, das ich eine Angststörung habe. Ich habe mir im Sommer 2 Bücher gekauft und habe in meinen 3 Wochen Urlaub mich mal nur um mich gekümmert. Habe angefangen Sport zu treiben, und viele Abende in mich reingehört. Und probiert mich der Angst zu stellen und raus zu finden warum ich sie habe. Danach wurde es mit der Angst schlimmer, das lag daran weil sich bei mir was getan hat. Das Unterbewusstsein Kämpft gegen Veränderung an. Aber als ich dann div Atacken ausgehalten habe und nicht aus der Situation geflohen bin, und sie nachher sogar extra eingegangen bin. Wurde es immer besser. Jetzt bin ich schon fast Angstfrei! Bin sogar schon paar an den Wochenende alleine weg gegangen. Und ich auf der Arbeit, wo ich sonst immer ehr ruhig und ängstlich war, habe wieder spass. Und freu mich drauf.

Ich will dir den Tip geben seh deinen neuen Job als eine art Test und stell dich deiner Angst. Alleine der Gedanke das mich die Angst bzw die Atacken am Ar. vorbei gehen, hat mir sehr geholfen. Hoffe ich habe dir etwas helfen können.

25.11.2007 21:51 • #2


nilly


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Diese "dummen" Gedanken sind soooo typisch für uns. Aber sie sind nicht dumm, sie sind ein Ausdruck unserer Sensibilität. Ich versuche immer an einen schönen Augenblick aus meinem Leben zu denken. Manchmal klappt es, manchmal nicht. Mich graults auch vor morgen, denn ich muß auch wieder arbeiten, was mir nach meiner Therapie sehr schwer fällt. Aber ich betrachte es als Konfrontation und ich rede mir ein, daß die Symtome dann irgendwann verschwinden werden. Kopf hoch, das wird schon. Solltest du bei der Arbeit eine PA kriegen, wird die auch wieder vergehen. Denk immer daran, daß du daran nicht sterben wirst und das eine PA auch wieder weg geht. Viel Glück für morgen. Lg nilly

25.11.2007 21:53 • #3


Saba


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freu mich so, dass ihr mir so schnell geantwortet habt.

@nilly: wie lange hast du denn die therapie gemacht? denkst du, dass sie dich weiter gebracht hat? ich habe einen antrag gestellt und könnte evtl. ende januar eine 6wöchige kur machen. werde dass davon abhängig machen wie gut es mir mit dem neuen job geht.
ich drück dir auf jeden fall auch die daumen für deinen morgigen "wieder ersten arbeitstag".


@downtown: mein arzt meint auch, dass ich die pa durchleben muss. "leider" oder zum glück bekomme ich nie wirklich eine. das liegt wohl daran, dass ich mich dann doch irgendwie immer wieder ablenken kann und sie damit unterbreche und wohl auch daran, dass ich einfach viel zu viel angst vor habe. denke mir manchmal, dass ich echt richtiger hosenschisser bin. wie gehts dir denn im job in stresssituationen?

habt ihr denn auch manchmal das gefühl den verstand zu verlieren? als ich die pa in neuseeland hatte, mußte mich immer wieder vergewissern, dass die anderern mich auch richtig verstehen, bzw. ich noch klar denken kann. habe teilweise wie ein kleines kind gesprochen und mich total blöd benommen. mmh echt schwer zu erklären...hoffe ihr versteht was ich meine.

nochmal ganz viel daaaanke!

25.11.2007 22:08 • #4


Downtown


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Das Problem bei meinem Beruf ist das er mal sehr Stressig ist und mal ruhiger ist. Je nachdem wie die Auftragslage bzw Kundenandrang ist. Wenn weniger los ist kommt die Angst irgenwie schneller hoch. Weil man dann Zeit zum Nachdenken hat. Wenn viel zu tun ist gehts mir dann ehr Abends schlechter, aber da habe ich jetzt das laufen bzw fahrradfahren für mich entdecht. Wo ich meine Ängste oder Frust, Stess usw ganz gut verarbeiten kann. Jetzt wo es so schnell dunkel wird laufe ich gern mal im Wald, obwohl es da einen schon Angst einjagt, weil man die Wege usw nicht sehen kann. Aber so bekämpfe ich wieder mal nen Stück weit meine Angst und fühl nachher viel besser. Und was ich auch nicht wusste ist das man sich für Stress selbst endscheidet! Sobald es stressig wird probier mal ruhig zu bleiben, tief durchatmen. Und mach dir klar das du dein möglichstes machst und den Stress nicht so an dich ranlässt. Früher habe ich mich immer unwissenderweise voll stress ausgestzt, das ich can 30 min schon gar nicht mehr vernünftige Sätze sagen konnte und am Zittern war wie sau.

Bei meinen Panikatacken habe ich immer das Gefühl das ich umkippe und bin paar mal auch extrem bleich gewessen. Aber umgefallen bin ich bis jetzt noch nie. Das mit dem Angst verrückt werden habe ich nicht so!

25.11.2007 22:20 • #5


gast


Hallo Downtown,

"Das Unterbewusstsein Kämpft gegen Veränderung an" - Das kann man mißverstehen. Das Unterbewußtsein (steuert insbesondere auch Atmung, Herzschlag) versucht lediglich immer einen lebensnotwendigen Zustand zu erhalten. Und das mit aller Kraft. Verhalten wir uns aus unserem Bewußtsein heraus falsch, macht sich das Unterbewußtsein bemerkbar duch Schwindel, PA und in Folge auch Ängste und zwingt uns letztendlich auch zu Änderungen.
Daher finde ich die verhaltenstherapien mit Konfrontation auch als falsch, weil man sich ja auch irgendwie in dem Moment gegen sich selbst stellt.
Richtig ist, das Verhaltensänderungen notwendig sind (die sollten mit einem Therapeuten gefunden werden ), und wenn diese erfolgt sind, dann kann man sich den Situationen stellen und wird merken, das dann das Wort Konfrontation auch völlig fehl am Platz ist. Das sollte dann keine Konfrontation mehr sein, sondern wie vorher, ganz normale Dinge.

25.11.2007 22:25 • #6


Downtown


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Also ich habe bei mir die Erfahrung das Angst auch eine Art Schutzschild um einem aufbaut. Und durch die Konfrontation, es erst ne Zeitlang Schlimmer wird, waren bei mir so 2 Monate. Aber dannach wieder abklingt, und man gelernt hat mit der Angst viel besser umgehen kann. Ob das jetzt duch die Veränderung kommt oder durch die konfrontation ist jetzt natürlich schwer zu sagen! Ich denke ich meinte auch ehr die "Psyche! als das Unterbewusstsein, das unseren Körper steuert.

25.11.2007 22:31 • #7


ZZerRburRuSs

ZZerRburRuSs


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hallo saba

wenn du die möglichkeit zu einer kur hast solltest du diese auch wahr nehmen !
es kann natürlich sein das es dir eine zeitlang besser geht aber es kann genau so gut sein das die angst wieder zurück kommt .
du schreibst oft das du erst eine attacke hattest und ansonsten schwindel und gefühl von realitätsverlust, wenn ich das so lese hattest du wohl doch schon mehrere attacken.

sieh deine neue arbeit nicht als zwang oder muss an ! benutze sie für dich sei egoistisch . betrachte sie als platz an dem du dich deinen ängsten stellst und sie aushalten möchtest , ist doch fein wenn man dafür noch bezahlt wird !

alles gute ZZ

26.11.2007 01:50 • #8


nikade


hey,
ich wollte dich mal fragen wie lange denn deine therapie gedauert hat. ich habe seit ungefähr einem jahr pa und ich kann nicht mehr ich geh daran zu grunde und ich weiß das ich was ändern muss aber mein problem ist dassmich schon allein der gedanke dass ich zur therapie gehn muss dass ich in einem raum sitz wo ich nicht so leicht abhauen kann dss mich jemand auf meine ängste anspricht lösen bei mir gleich die nächsten pas aus!!

26.11.2007 11:00 • #9


ZZerRburRuSs

ZZerRburRuSs


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hi

also meine therapie dauerte insgesamt 8 wochen .
wenngleich man nach der eigentlichen therapie ja noch weiter machen sollte mit den dort erlernten dingen .

LG ZZ

26.11.2007 11:40 • #10


nilly


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Meine Therapie hat auch acht Wochen gedauert. Ich habe während der Therapie wichtige Dinge gelernt; z.B. wie entsteht die Angst? Wie baut sich die PA auf( Angstkreislauf)? Was kann ich dagegen tun? (Entspannungstechniken, Atemtechniken) Geholfen hat mir die Therapie also dahingehend, daß meine Symtome einen Namen bekommen haben und ich mit ihnen umgehen konnte. Aber die eigentliche Therapie ist das wahre Leben. Ich hatte eine Zeit, da bekam ich angst vorm Auto fahren. Ich habe sie nicht zugelassen und bin jeden Tag mit dem auto gefahren. War manchmal ziemlich schwer, aber ich fahre sogar wieder nachts Auto. Ich bin aber trotzdem der Meinung, daß Konfrontation nur im gewissen Maß angebracht ist, deshalb habe ich für mich entschieden, daß ich mich nicht unter Druck setze. Was ich bewältigen kann, bewältige ich und was mir nicht gut tut, lasse ich. Vielleicht wollen wir manchmal einfach zu viel auf einmal. Mein Lieblingssatz muß auch noch ran:
Manchmal ist weniger mehr!

26.11.2007 15:43 • #11


Gast


hy
wie schnell war denn besserung in sicht?ist es dir gleich nach der ersten sitzung besser gegangen oder hat das schon ne weile gedauert?
ich muss jetz dann später zum zahnarzt und hoffe mal das ich das gut in den griff bekomme aber selbstheilung gibt es gleub ich bei pa nicht, oder?hab schon viel darüber gelesen aber nie was von selbstheilung.
außerdem ist es sehr schwiergi einen therapieplatz zu bekommen hab schon bei vielen therapeuten angerufen aber die haben alle unendlich lange wartelisten

26.11.2007 15:49 • #12


Saba


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@ gast: also ich mache seit etwa einem halben jahr eine therapie. gehe da 1 mal pro woche hin. bin mir nicht sicher ob mir das wirklich etwas bringt, aber schaden tuts auf jeden fall nicht. mir war es am anfang auch unangenehm, hatte platzangst ect. rede am besten mit deinem arzt über deine ängste. falls du wirklich eine pa bekommen solltest, ist er die person die dir eigentlich am besten helfen kann.


@zz: ich glaube du hast recht, hatte wahrscheinlich wirklich die ganze zeit panikattacken. wäre da selbst nie drauf gekommen (mein arzt seltsamerweise auch nicht) und fühl mich echt besser, weil ich weiß, dass ich anscheinend schon hunderte pa's überstanden habe ohne durchzudrehen und ohne dass es jemand gemerkt hätte. danke für diesen tipp

26.11.2007 19:05 • #13


Saba


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@gast: bei mir hat es schon etwas länger gedauert bis es mir besser ging. die tabletten die mir mein arzt verschrieben hat helfen mir auf jeden fall. letztendlich ist es jeden tag ein neuer kampf, aber es wird auch besser, auch wenns langsam voran geht.

26.11.2007 19:07 • #14


Saba


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ach ja: mein 1. arbeitstag ist super verlaufen. die leute waren alle total nett und ich hab mich wohl gefühlt. manchmal mußte ich kurz daran denken, was jetzt wäre wenn ich eine pa bekommen würde. hab mich dann aber ganz schnell abgelenkt und wieder beruhigt. bin schon ein bißchen stolz auf mich

26.11.2007 19:10 • #15


Downtown


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Na das klingt doch super. Ich denke der erste Tag ist das schlimmste und den hast du ja jetzt hinter dir!!

26.11.2007 19:35 • #16


Gast


hey das freut mich aber das du deinen ersten arbeitstag gut überstanden hast.ich hab am samstag meinen ersten tag bin mal gespannt wie ich den überleb aber ich hab einen vorteil weil mein schatzi dort chef ist und über mein kleines problem bescheid weiß!ich hoff ich übersteh das genauso gut wie du und dein mut springt auf mich über aber wird schon wenn´s soweit ist einfach ablenken

27.11.2007 22:02 • #17



Dr. Hans Morschitzky


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