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student-girl
Hallo,

ich bin 19 Jahre alt und habe damals mit 15 begonnen ich selbst zu verletzen. Ich hatte es geschafft aufzuhören & war auch bei einer Therapeutin. Allerdings geht es mir seit 3,4 Monate wieder schlechter und ich ritze mich wieder, aber nicht so wie früher! Nun habe ich riesige Panik wieder an den Punkt von damals zu gelangen!

- Ich habe seit einigen Monaten einen Freund und er weiß nicht viel über dieses Kapitel aus meinem Leben. Ich kann es ihm aber nicht sagen weil ich da immer Panikattacken bekomme. Außerdem habe ich Angst, dass er nicht damit umgehen kann. Ich will ihn davon Fernhalten...

Ich danke euch für jede Antwort & jedes Kommentar!

12.02.2017 22:53 • 04.03.2017 #1


9 Antworten ↓


murray08
Erstmal Willkommen
Tut mir leid zu hören, dass es dir derzeit schlecht geht. Ich selbst habe mit Selbstverletzung nur als Angehöriger Erfahrung machen müssen, mit einer mir nahestahenden Person, die Borderlinerin ist und ebenfalls (wenn auch nur noch sehr selten) damit zu tun hat.
Ich weiß leider aus eigener, persönlichen Erfahrung nicht, wie man das aus deiner Sicht am besten helfen kann. Es liegt ja natürlich nahe, dass, wenn man erst einmal wieder damit anfängt, es dann natürlich gut passieren kann, dann man wieder öfter rückfällig wird. Bist du denn derzeit, also aktuell, nicht in Therapie? Könntest du nicht vielleicht zu besagter Therapeutin wieder gehen, oder vielleicht akut anderweitig Hilfe suchen? Tagesklinik, Selbsthilfegruppe, Gesprächsgruppe, so etwas?
Ich denke, dass es wirklich kein schlechter Ansatz wäre, dich deinem Freund anzuvertrauen. Es ist ja viel leichter, wenn man eine Vertrauensperson hat, mit der man seine Ängste und Probleme teilen kann? Natürlich ist es nicht einfach, als nahestehender Mensch davon zu hören oder es gar zu sehen, aber es ist doch irgendwie auch wichtig, dass man sich vertraut und über alles sprechen kann, eventuell gemeinsam nach Lösungen suchen, sich unterstützen?
Lieben Gruß aus NRW

12.02.2017 23:30 • #2



Habe Angst, wieder mit dem Ritzen anzufangen! Wer kann helfen?

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Brandungsburg
Ich bin selbst Betroffene von Selbstverletzung. Wie konnte es zu dem Rückfall kommen? Hast du mit deinem Therapeuten Skills ausgearbeitet, die dir statt dem ritzen in der Situation helfen können?

Grüße von Jamie

12.02.2017 23:33 • #3


EcoDan
gibt es einen zusammenhang, dass du seit ein paar monaten einen freund hast und es dir seit 3, 4 monaten wieder schlechter geht? kommt da irgendeine geschichte in dir hoch?

12.02.2017 23:39 • #4


annabanana
Hey du,
Ich habe mich selbst mal selbstverletzt und jeder weiss das das ja immer ein Hintergrund hat.
Bist du zufrieden im moment mit deinem Leben so wie es läuft ? Bist du glücklich mit deiner neuen Beziehung ?
Das sind alles fragen die du dir mal stellen kannst um herauszufinden warum du wieder diesem druck hast.
Meine therapeutin/ärztin hat mir damals immer ein paar dinge gezeigt die man tun kann, wenn der Druck und die überflutung von gefühlen so stark wird das man es nicht mehr aushält. Und zwar könntest du raus gehen und einfach schreien(natürlich irgendwo wo keien Leute sind), einen Baum umarmen( hört sich bescheuert an aber hilft), lege dich hin und nehme deine Hand auf sen Bauch und atme tief ein und aus(konzentriere dich voll und ganz auf die Atmung....du wirst merken das du immer ruhiger wirst.
Ja und was ich damals sehr oft gemacht habe war Lampfsport, da kannst du dich abreagieren.

13.02.2017 16:19 • #5


Ich kenne das nur zu gut. Früher hab ich mich auch selbst verletzt - allerdings an den Beinen, damit es nicht so auffällt. Ein paar kleine Narben sieht man noch.
Heute passiert es mir nur hin und wieder, dass ich mir auf den Kopf schlage. Ich weiß, dass es auch nicht optimal ist, aber es hat sich stark reduziert.
Kampfsport hat mir ebenfalls immer sehr geholfen, nur habe ich aus beruflichen Gründen keine Gelegenheit mehr, diesen auszuüben. Ansonsten kannst du dir ja vielleicht einen Boxsack kaufen oder diese Anti-Stress Bälle. Oder du kaufst dir ein paar billige Teller, die du dann zerschlagen kannst; aber Vorsicht mit den Scherben.

14.02.2017 13:11 • #6


student-girl
Danke für deine (und auch alle anderen Antworten)!
Es wäre schon eine Möglichkeit, meinem Freund alles zu erzählen, aber ich habe einige Narben an meinem Arm un er hat sie schon gesehen, mich allerdings nie darauf angesprochen.. was wenn er mit diesem Thema gar nichts zu tun habn möchte oder wenn er damit nicht umgehen kann? Er ist mir sehr wichtig geworden und ich möchte ihn nicht so schnell wieder verlieren! (auch all meine anderen Freunde sind sehr gut mit ihm befreundet) ...

Ich war schon länger nicht mehr bei meiner Therapeutin & irgendwie ist es mir in meinem Alter auch peinlich! Ich hatte eine ZEit lang immer ein Gummiringerl an meinem Handgelenk und habe mich damit geschnalzt wenn ich das verlangen hatte... aber irgendwann hat es nicht mehr geholfen.

02.03.2017 18:43 • #7


murray08
Ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen, dass jemand, der jemanden liebt, der mit so etwas zu kämpfen hat, normalerweise dem Menschen zur Seite stehen und daher auch informiert sein möchte. Natürlich ist es kein einfaches Thema - aber wie du schon sagst, er hat die Narben ja ohnehin schon bemerkt und möchte vielleicht einfach das Thema von sich aus nicht ansprechen? Natürlich ist das deine Entscheidung.
Peinlich sein sollte und muss eine psychotherapeutische Behandlung niemandem - fast alle MEnschen in diesem Forum sind in Therapie und wesentlich älter als du Du hast gesundheitliche Probleme (on nun psychisch oder körperlich) und wenn man damit zum Arzt geht, ist das doch nicht schlimm. Wenn du bereits eine Therapeutin hast, der du vertraust, ist das doch schonmal was. Oder eine Selbsthilfegruppe suchen, wenn es dir leichter fällt, dich mit anderen auszutauschen?
Das mit dem Gummi kenne ich auch, es gibt ja auch noch andere Skills, vielleicht klappt davon etwas?
Stresst oder belastet dich denn momentan etwas besonders, dass der Drang wieder mehr vorhanden ist?

03.03.2017 10:51 • #8


kopfloseshuhn
Zur info ich bin selbst svv lerin. Seit 4 jahren inaktiv.
Die angst da wieder hin zu kommen wie es mal war macht druck. Das verheimlichen macht nich mehr druck. Dazu noch die verlustangst.
Di befindest dich in einem teufelskreis. Durchbrech ihn.
Es ist wie es ist. Svv ist nicht schön aber auvh keine schande.
Bei mir wurde es erst besser als ich mich damit akzeptiert hatte.

03.03.2017 11:08 • #9


Hey du,

also ich berichte mal aus der Sicht eines Aussenstehenden.
Ich hatte jetzt schon zwei mal Freundinnen, die sich geritzt haben bzw es in der Vergangenheit getan hatten.
Bei der Einen hab ich bei unserem ersten Treffen ihre Narben am Arm gesehen gehabt. Und da sie meinen Blick verfolgt hatte wusste sie, dass ich das gesehen habe und hat dann auch sofort davon erzählt. Ich fand es gut, offen und auch als ein Zeichen, dass sie mir da schon etwas vertraut, dass sie mir das erzählt was war und warum.

Bei der Zweiten war es so, dass sie irgendwann mal lapidar nebenbei erwähnt hatte, dass sie aktuelle wieder angefangen hatte zu ritzen. Aufgefallen war mir vorher nichts... Hab dann auch kurz versucht mit ihr darüber zu reden, was sie aber nicht so richtig wollte.
Da sie da etwas abgeblockt hat, hab ich auch nicht weiter nachgehakt. Ich hab es halt aktzeptiert, dass sie das macht. Habe dann aber nach ein paar Wochen nochmal nachgefragt, was denn damit ist und hab ihr gesagt, dass ich auf jeden Fall für sie da bin, wenn sie reden möchte oder Hilfe braucht.

Für mich war das bei beiden nichts besonders Schlimmes, dass ich hätte wegrennen wollen... Es gehört/gehörte halt zu ihnen und das habe ich auch so akzepiert.

Was nun deinen Freund angeht:
Er hat ja deine Narben schon gesehen. Damit hat er jetzt aber bereits mit diesem Thema zu tun, auch wenn er nichts dazu gesagt hat!
Für mich war es damals ja auch offensichtlich, was das für Narben sind und wusste sofort Bescheid. Ihm wird das sicher nicht anders gehen!
Und da er noch bei dir ist, wird er es sicher auch akzeptiert haben, dass du sowas machst/gemacht hast. Es gehört ja schließlich zu dir bzw. zu deiner Vergangenheit. Ich empfand das nie wirklich als schlimm. Nur fand ich es schwer da den passenden Gesprächseinstieg zu finden bzw. hab mich gefragt, ob sie überhaupt darüber reden wollen und ich ihnen nicht vllt damit weh tue, wenn ich das einfach anspreche.
Drum würde ich dir den Rat geben, wenn du drüber reden möchtest, dann mach den ersten Schritt.
Wie gesagt, dadurch das er es gesehen hat, weiß er es ja eigentlich schon... Und wenn er bisher nicht weggelaufen ist, wird er das auch sicher nicht tuen, wenn du das Gespräch suchst.

04.03.2017 12:30 • #10



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Dr. Christina Wiesemann