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tarec
Vielleicht hat einer ne Erklärung für mich. Mein Therapeut hatte angeblich keine.
Ich versuche mich mal kurz zu fassen.
Ich war zu Besuch bei einer guten Freundin. Als ich wieder gefahren bin kam sie mir ziemlich nah und hat mich umarmt, das war in dem Moment sehr unangenehm und hab ihr 2 mal gesagt das ich das nicht möchte.
Als sie immer noch nicht los lies, nahm ich ihre arme riss sie von mir los und sagte ihr laut lass mich endlich in ruhe.
BAM und da war ich für 2 Sekunden komplett beschwerdefrei.
Als wäre ich schwerelos.
War doch leicht erschrocken das da für die 2 Sekunden alles weg war.

07.07.2015 19:50 • 16.07.2015 #1


25 Antworten ↓


Perle
Kann es sein, dass Du Dich von der guten Freundin schon länger in gewisser Weise "bedrängt" fühltest, vielleicht sogar nur unbewusst? Auf mich klingt Dein plötzlicher Ausbruch wie ein Befreiungsschlag. Endlich konntest Du mal rauslassen, was Dich schon länger umtreibt. Vielleicht hast Du Dich bisher einfach nicht getraut, ihr deutlich zu machen, dass sie bestimmte Grenzen überschreitet.

LG, Martina

07.07.2015 19:58 • #2



Für 2 Sekunden Beschwerdefrei

x 3


ichbinMel
ich vermute eher weil du komplett abgelenkt warst ....du hast mal nicht drüber nachgedacht über die Angst oder Panik...als gute Freundin wird sie ihn doch nicht bedrängen ....oder ?

07.07.2015 20:00 • #3


Perle
Hi brunibah,

ich meinte das Bedrängen auch nicht unbedingt in Sachen "Mann / Frau-Ding".

Mir kommen auch mitunter Menschen einfach "zu nah", eher seelisch und nicht so sehr körperlich gesehen.

LG

07.07.2015 20:04 • #4


Als ich damals noch Probleme beim Autofahren hatte und auch pa im Stau hatte, fing ich an einfach über die anderen Autofahrer zu schimpfen, weil ich merkte das es mir dadurch besser ging. Heute brauche ich nicht mehr zu schimpfen, mir geht es auch so gut im Stau ^^ ich denke auch eher das du in dem Moment einfach abgelenkt warst, wie mich damals das schimpfen über die anderen vom Stau abgelenkt hat.

07.07.2015 23:16 • #5


Hotin
Hallo tarec,

Zitat:
War doch leicht erschrocken das da für die 2 Sekunden alles weg war.


Wundere Dich nicht. Da brauchst Du nicht erschrecken, wenn Du das so empfindest.

brunibah hat schon das passende gesagt.
Du warst mal einen Moment total abgelenkt.

Du kannst daran erkennen, das Du vermutlich beschwerdefrei werden kannst,
wenn Du Deine Gefühle und Ängste anders bewertest.

Viele Grüße

Hotin

07.07.2015 23:33 • #6


tarec
Zitat von hamburg.meine.perle:
Kann es sein, dass Du Dich von der guten Freundin schon länger in gewisser Weise "bedrängt" fühltest, vielleicht sogar nur unbewusst? Auf mich klingt Dein plötzlicher Ausbruch wie ein Befreiungsschlag. Endlich konntest Du mal rauslassen, was Dich schon länger umtreibt. Vielleicht hast Du Dich bisher einfach nicht getraut, ihr deutlich zu machen, dass sie bestimmte Grenzen überschreitet.

LG, Martina



Es war schon mehr ein bedrängen. Ich wollte es ja nicht. Eigentlich bin ich der Typ der es normal sagt und dann der Situation aus dem weg geht und nicht laut wird

08.07.2015 09:54 • #7


tarec
Zitat von Hotin:
Hallo tarec,

Zitat:
War doch leicht erschrocken das da für die 2 Sekunden alles weg war.


Wundere Dich nicht. Da brauchst Du nicht erschrecken, wenn Du das so empfindest.

brunibah hat schon das passende gesagt.
Du warst mal einen Moment total abgelenkt.

Du kannst daran erkennen, das Du vermutlich beschwerdefrei werden kannst,
wenn Du Deine Gefühle und Ängste anders bewertest.

Viele Grüße

Hotin



Hab ja schon überlegt mal in Wald zu gehen und ein paar schlimme Wörter zu schreien oder so was. Aber Kriege es nicht hin.
Warum auch immer

08.07.2015 09:57 • #8


Ich glaube tatsächlich eher, dass es darum ging, dass du Wort für dich ergriffen hast.

Wie du sagst, gehst du Situationen eher aus dem Weg. Das heißt, du stehst nicht für dich ein. Du kämpfst nicht für dich und deine Rechte.

Das könnte durchaus auch die Ursache deiner Angst sein. Bei mir war es so. Ich lerne noch, aber bin schon viel weiter und meine Angst ist weg bzw. begreifbar und abwendbar geworden.

Es klingt vielleicht sekten-artig, aber: Erheb deine Stimme! Für dich! Werde laut!

Da blockiert dich irgendwas. Da bist du gehemmt. Aber versuch es zu lernen! Langsam. In kleinen Schritten. Dann wird es.

Da gibts ja ne Folge bei den Simpsons mit Ned Flanders, der ja immer so mega beherrscht ist und dann mal VÖLLIG ausrasstet. Das ist das, was bei dir gerade passiert. Nur das ausrassten geschieht bei dir in Form von Angst und Panik und nicht in Form von Schreien und Wut. Lern das umzuwandeln!

Schade übrigens, dass dein Therapeut das nicht erklären kann. Hat er dir schon mal erklärt, wie eine Angststörung im Körper und Kopf ensteht? Dieses Wissen ist oft sehr wichtig, um es begreifen, aber auch akzeptieren zu können.

08.07.2015 11:12 • x 2 #9


tarec
Danke paddlmädchen für deine Antwort.
Leider hat er es mir nicht erklärt. Mir wurde nur die Diagnose quasi hin geschmissen und gut.

08.07.2015 14:54 • #10


Icefalki
Tarec, geh gedanklich noch einen Schritt weiter. Wer oder Was engt dich in deinem Leben ein?

Die anderen User haben das sehr gut ausgedrückt. Und komisch, auch bei mir waren es die Einengung, das erlernte Funktionieren aus der Kindheit, das unbewusst innerlich abgelaufen ist und zu den panikattacken geführt hat.

Es sind unsere Bewertungen und Einstellungen, unser Ausgeliefertsein, das wir nicht bewusst wahrnehmen, aber dann in Form eines angstausbruchs erleben müssen.

Echt komisch, dass dein Therapeut da keinen Zusammenhang feststellen kann. Wir können da schon einen Zusammenhang feststellen.

08.07.2015 15:46 • x 1 #11


Hotin
Hallo tarec,

Zitat:
Hab ja schon überlegt mal in Wald zu gehen und ein paar schlimme Wörter zu schreien oder so was.
Aber Kriege es nicht hin.
Warum auch immer


Dadurch würdest Du vermutlich auch nicht gleich angstfrei werden.

Zitat:
Icefalki fragt Wer oder Was engt dich in deinem Leben ein?

Zitat:
Und Paddlmädchen sagt Ich glaube tatsächlich eher, dass es darum ging, dass du Wort für dich ergriffen hast.
Da blockiert dich irgendwas.


Da solltest Du mal suchen. Bestimmt ist es einfacher zu finden, als Du glaubst.
Kannst Du eigentlich über Deine Gefühle und Empfindungen reden?
Und wenn ja, wann und bei wem machst Du das? Oder funktionierst Du nur?

Viele Grüße

Hotin

09.07.2015 00:03 • #12


tarec
@icefalki danke für deine Antwort. Das mit dem funktionieren in der Kindheit kenne ich zu gut. Ich durfte früher nie krank sein und auch nie sagen was ich denke. Leider hat sich das dann so mein ganzes leben hin gezogen obwohl ich seit 15 allein durchs leben gehe. Nun bin ich 40. Jetzt wo du es sagst fallen mir Situationen ein die mit dem einengen zu tun haben. Ich hab wirklich eine sehr liebe Freundin die alles macht damit es mir gut geht nur hab ich festgestellt das genau das meine Situation manchmal verschlechtert.
@hotin
Gefühle benennen und beschreiben fällt mir ehrlich gesagt schwer. Ich kann zwar sagen das es mich stört aber bei einem normalen Menschen steigt eine innerliche Wut wenn man sich über etwas aufregt nur ich sage mir naja dann ist das so.
Ich würde auch gern mal Wut richtig raus lassen. Geht aber nicht.
Im Moment scheine ich nur zu funktionieren. Leider

09.07.2015 08:33 • x 1 #13


Hotin
Hallo tarec,

Zitat:
Ich durfte früher nie krank sein und auch nie sagen was ich denke.


Mit Deiner Aussage bist Du vermutlich schon sehr nah an einer wichtigen
Sperre dran.

Zitat:
Ich hab wirklich eine sehr liebe Freundin die alles macht damit es mir gut geht nur hab ich festgestellt
das genau das meine Situation manchmal verschlechtert.


Hier habe ich eine Vermutung.
Warum meinst Du, dass das Deine Situation gelegentlich verschlechtert?
Was könnte sie Deiner Meinung nach besser machen. Welche Deiner Gefühle
oder Aussagen hört sie nicht richtig oder versteht sie offenbar nicht?

Zitat:
Gefühle benennen und beschreiben fällt mir ehrlich gesagt schwer.


Dann übe das ab jetzt regelmäßig. Für Deine Partnerin geht vermutlich die Sonne
auf, wenn sie häufiger ehrlich von Dir erfährt, wie Du Dich in bestimmten Situationen fühlst.
Allerdings Gefühle aussprechen ist nur der eine Punkt. Bitte erwarte nicht, das
plötzlich auch alle Deine Gefühle und Wünsche erfüllt werden. Wir Menschen
müssen täglich erleben, das unsere Wünsche oft nicht erfüllt werden.
Das ist auch eine Kunst dann nicht gleich enttäuscht zu reagieren.
Zitat:
Ich kann zwar sagen das es mich stört aber bei einem normalen Menschen steigt eine innerliche Wut
wenn man sich über etwas aufregt nur ich sage mir naja dann ist das so.
Ich würde auch gern mal Wut richtig raus lassen. Geht aber nicht.


Wenn Du das nicht gelernt hast, braucht es einige Zeit, dies zu können.
Du solltest besser "Streiten" lernen. Kannst Du im Streit hart und trotzdem fair
Deine Meinung vertreten, ohne z. B. Deine Partnerin persönlich zu beleidigen und
zu verletzen?

Viele Grüße

Hotin

09.07.2015 11:00 • #14


Icefalki
Tarec, als ich mir dessen bewusst wurde, wo evtl. Der Hund begraben ist, kann man beginnen das innerlich zu hinterfragen.

Du gehst rein in deine Gefühle und denkst, ok, jetzt würde ich am liebsten Explodieren, wegrennen, gegen die Ungerechtigkeit Amok laufen usw....

Das geht natürlich nicht, weil evtl..der Job dranhängt, der andere verletzt werden würde, oder was auch immer..

Aber du denkst darüber nach. Warum reagiere ich gerade so. Warum bin ich zornig? Was triggert mich so sehr. Warum kann ich damit nicht umgehen. Warum gestehe ich mir evtl. Meine momentane Hilflosigkeit nicht ein. Schon dieser Gedanke macht mich irre. Ich will das ja alles nicht. Bin ich doch auf funktionieren geprägt worden.

Und jetzt kannst du daran arbeiten. Manchmal müssen wir uns eingestehen, dass unsere Gedanken über uns selbst nicht ehrlich sind. Manchmal sind wir schwach, wollen etwas beweisen, haben unsere Defizite..

Jetzt kommt das berühmte annehmen. Ok, ich bin nicht perfekt, ich habe Schwächen, Fehler, manchmal bin ich hilflos gewissen Situationen ausgesetzt,die ich im Moment nicht händeln kann.

Lass das mal zu. Bewusst dir deine Schwächen eingestehen und diese einfach mal akzeptieren. Ich habe gute und ich habe weniger gute Eigenschaften. Evtl. Bewerte ich das auch falsch. Akzeptanz für dich ist das A und O. Manche sagen dazu, liebe dich selbst.

So und mit der Dauer wirst du dann lernen, Situationen, die für dich "schlecht" sind, zu erkennen und den Umgang damit lernen. Entweder. Du ziehst dich dann raus, oder kannst besser argumentieren, oder bekommst eine veränderte Sicht dazu.

Wichtig ist nur, es wird dir einfach klarer.

Ich erkenne es daran, dass sich in meinem Bauch ein komisches Übelkeitsgefühl ausbreitet. Mir wird "komisch". Früher wurde daraus eine PA. Jetzt schalte ich sofort und überlege mir, verdammt, was ist jetzt wieder, das mich belastet? Und meistens finde ich die Ursache. Habe Ich die, dann überlege ich mir, was kann ich dagegen tun? Bin ich es gerade, die falsche Gedanken hat, oder muss ich eine Situation ändern?

Und dann werde ich aktiv. Nicht immer zu meinen Gunsten, aber das ist ok so. Ich habe mich damit auseinander gesetzt und was getan, selbst wenn es nur das akzeptieren war, dass jemand anderer mehr Recht oder mehr Wissen oder was auch immer hat.

Oder ich verteidige meinen Anspruch, meine Gefühle, mein Wissen. Ich bin dadurch aktiv, es staut sich nichts an, die Hilflosigkeit ist weg.

Mit der Zeit bekommt man sehr viel Übung. Ich bin dadurch nicht anders geworden, nur in Bezug auf mich persönlich habe ich eine Veränderung bemerkt.

Es gibt Situationen, die ich nicht ändern kann. Entweder ich kann sie akzeptieren, bewusst und gewollt, oder ich muss mich daraus entfernen. Je nach dem. Aber immer in Abwägung des Gesamten.

Das ist meine innerliche Einstellung, meine eigenen Freiheit, meine Ehrlichkeit zu mir selbst.

Wir oft führen wir ein Leben, unbewusst in Verhaltensmustern gefangen, die wir eigentlich nicht sind. Gehen dann an Grenzen und darüber, die uns Angst machen? Weil?

Eigentlich ist es so einfach, wenn du bereit bist, dich zu hinterfragen, ganz ehrlich zu dir selbst zu sein.

Ich halte uns Ängstler für kluge Menschen, evtl. auch für sehr freiheitsliebend. Auch für sehr empatisch, das wiederum unser Verhalten gegenüber anderer steuert.

Wir haben sehr viel Poten., sollte uns aber nicht selbst im Wege stehen.

09.07.2015 12:58 • #15


tarec
@hotin

Wir haben uns mittlerweile geeinigt das sie nicht mehr so,ich nenne es mal mütterlich zu mir sein soll. Als test quasi.
Ich habe das Gefühl wenn sie so fürsorglich ist in der Situation wo ich eine Attacke hab das es hin zieht bis es besser wird.
Wir haben es mal getestet. Als bei mir eine Attacke kam hab ich ihr bescheid gesagt und sie ging einfach aus der Wohnung und sie da es waren nur ein paar Minuten und es ging wieder.
Mein Therapeut wollte mir schon einreden das sie mir nicht gut tut. Sorry für mich ist das Quatsch.
Wir sind fast 6 Jahre zusammen und wir haben uns noch nicht einmal gestritten. Wir sagen uns eigentlich immer alles und es läuft super.
Hatte davor in meinem leben nur Zank und Streit und eifersuchtsszenen. Vielleicht brauch ich ja auch genau das damit es mir körperlich gut geht. Den Gedanken hatte ich nämlich auch schon

09.07.2015 18:55 • #16


tarec
@ icefalki

Sehr schön geschrieben. Danke für die anregenden worte

09.07.2015 18:58 • #17


Hotin
Hallo tarec,
Zitat:
Wir sind fast 6 Jahre zusammen und wir haben uns noch nicht einmal gestritten. Wir sagen uns eigentlich
immer alles und es läuft super.
Hatte davor in meinem leben nur Zank und Streit und eifersuchtsszenen. Vielleicht brauch ich ja auch
genau das damit es mir körperlich gut geh
t

Wenn das wirklich bei euch so klappt, dann bewundere ich euch.

Wie so etwas gehen kann, fällt mir immer sehr schwer zu verstehen.
Zufriedenheit entsteht unter anderem auch durch faires streiten.
Sechs Jahre ohne Streit zu leben, heißt für mich, das da eine oder einer
auf viel zu vieles verzichtet.
Allerdings, wenn ihr euch gut dabei fühlt, dann ist es so.

Viele Grüße

Hotin

09.07.2015 19:13 • #18


Herzfrau
Hallo Tarec,

Befreiungsschlag und all die Erklärungen klingen ja erstmal gut.

Ich frage mich nur: Bist du nicht zwischendrin immer mal beschwerdefrei? Hast du keine schönen Momente, die einfach unbeschwert sind? Versteh mich nicht falsch, ich mag es nur verstehen, weil ich mir das nicht gut vorstellen kann. - Tut mir leid, das ist sicher eine schmerzhafte Frage, überlese sie, wenn du willst.

Meine Spontanidee wäre, dass in so einer Situation, wenn man einen anderen anschreit, da ist der Körper im Angriffsmodus. Es wird Adrenalin ausgeschüttet, das mobilisiert und alle Primärsinne, Wahrnehmung, Muskeln usw. hochfährt. Man kann da in eine Aert Rausch kommen (z.B. Nutzen das Extremsportler und werden nicht selten vom Adrenalinrausch auch süchtig). Ich würde das also eher für eine normale körperliche Reaktion halten.

V.a. hast du dich in diesem kurzen Moment nicht selbst beobachtet. Als du es tatest, dann "bracht der Rausch wieder zusammen" und du fielst zurück in den Zustand, inde m du über dich denkst, du seiest schwach und verletzlich.

Liebe Grüße

09.07.2015 19:14 • #19


tarec
@herzfrau
Beschwerdefreie Momente gibt es natürlich auch. Nur ist bei mir immer eine gewisse Anspannung im Körper.
dieser moment war aber anders als nur beschwerdefrei. Er war irgendwie anders Frei als wäre ich schwerelos. Ich finde nicht so die richtigen Worte dafür

16.07.2015 12:22 • #20



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