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Hallo ihr Leidensgenossen

Ich bin neu hier. Hab mich heute Morgen angemeldet, weil ich auf der verzweifelten Suche nach Zuspruch und Hilfe bin.
Erst mal zu mir. Ich bin 48 Jahre, bin Krankenschwester und arbeite seit 10 Jahren in der ambulanten Pflege. Seit ca. 5 Jahren habe ich diese blöden Panikattacken.
Es fing an einem freien Wochenende an, als ich mit meinen beiden Töchtern auf der Autobahn war. Wir wollten zu einer Freundin.
Mitten während der Fahrt wurde mir so schwindelig, dass ich auf dem Seitenstreifen halten musste. Hab am ganzen Körper gezittert und fühlte mich furchtbar schlecht.
Ich wusste nichts damit anzufangen. Was war das auf einmal?
Ich war zu der Zeit schon 5 Jahre geschieden und hatte mich gerade von meinem damaligen Freund getrennt. Klar, ich war ziemlich fertig, aber das mein Körper so reagiert?
Seit dem Tag bin ich nie mehr Autobahn gefahren. Danach bin ich zum Hausarzt, zum HNO, zum Neurologen und schließlich zum Psychotherapeuten. Hab gute 4 Jahre Therapie hinter mir, die ich vor einem Jahr abgeschlossen hab. Mir ging es wieder recht gut. Ich konnte wieder arbeiten und fühlte mich recht stabil, obwohl.. so ganz weg waren die komischen Gefühle nie. Bin nicht alleine in die Stadt oder spazieren gegangen. Ungefähr seit November fingen meine Ängste wieder an. Sress bei der Arbeit, der harte Winter ( ich fahr ja den ganzen tag Auto). Aber ich dachte ich bekomm das wieder hin. Pustekuchen. Es wurde immer schlimmer. Ich trau mich fast nicht mehr alleine Auto zu fahren. Also hab ich meine Therapeutin angerufen und ich konnte sofort zu ihr kommen. Fragt mich nicht wie ich die 20 Min. Fahrt dorthin überstanden hab. Sie hat mich erst mal 14 Tage krank geschrieben. Jetzt nehm ich 2-3 mal tgl. 10 Tropfen Promethazin. Viel Wirkung merke ich noch nicht. Letzte Nacht und heute Morgen war es wieder so furchtbar schlimm. Fühl mich wie durch den Wolf gedreht.
Mich plagt die Angst vor der Angst. Die Angst vor Orten an denen ich Panik verspürte. Ich darf nicht daran denken, dass ich ja am 29. 3. wieder zur Therapeutin muss. Kann ich bis dahin wieder besser mit dem Auto unterwegs sein? Oh man... ich möchte so gerne mal zur Ruhe kommen. Hab doch jetzt frei, aber es geht nicht so richtig. Bin ständig angespannt und am zittern.
So viel von mir... es hat schon gut getan die Gedanken mal in Worte zu fassen. Vielleicht hat jemand Lust mir mal zu antworten?. Würde mich sehr freuen.
Bis dahin.. Euch allen einen guten! Tag.
L G von Davie

17.03.2011 12:42 • 26.04.2011 #1


13 Antworten ↓


jadi
hallo davie...
du hast doch bestimmt in deiner therapiezeit gelernt sachen nicht zuvermeiden...weil sonst alles schlimmer wird?

du musst weiterhin alles machen autofahren auch autobahn....einkaufen in die stadt gehn alleine.....übe es schritt für schritt..du musst in der angstmachenden situation bleiben bis du merkst das die angst von alleine nachlässt...das wird sie auch....nur so merkt sich das gehirn das keine gefahr besteht.....wenn es dir schon mal sehr gut ging...dann wirst du es wieder schaffen....lg jadi

17.03.2011 13:18 • #2



Fühl mich so schlecht

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Hi Davie...

Ja.. alles andere wird Dir wohl nicht weiter helfen... Es ging vorher doch auch.. Ich weiß, dass liest sich immer so, als würde einem niemand verstehen... Ich kann das sehr gut nachvollziehen, da ich auch darunter gelitten habe... jahrelang.. Am Ende blieb mir die Konfrontationstherapie... also.. immer und immer wieder rein in die Situation.. Am besten noch ohne Ablenkung, wie Radio hören, Bonbons essen, was trinken, rauchen... das war meine Hausaufgabe auf der Autobahn... allein.. über 100 km... ich habe mich vorher schon so verrückt gemacht, dass ich auf der Autobahn dann nur einen kleinen Anflug einer Attacke hatte.. So... nun war ich im Saaland auf Besuch, wusste aber genau, ich muss ja wieder heim fahren... Drei Nächte kaum geschlafen... zurück gefahren, auch nur mit einem kleinen Anflug von Angst... Ich habe versucht, tief durchzuatmen und mich nicht so am Lenkrad zu krallen... Vielleicht versuchst Du das mal... Wenn Du angespannt bist... versuche Dich ein bisschen zu ent-spannen.. schon das verkrampfte Sitzen macht Probleme... Du musst ja auf der Autobahn nicht mit 180 fahren... 100 reicht...

Immer und immer wieder in die Situationen gehen, die Dir Angst machen... Was kann Dir am Ende passieren?? Eine Panikattacke... Sie kommt, erreicht ihren Höhepunkt und verschwindet wieder... Diese Angst vor der Angst ist schlimm und auch die Panikattacken... Aber, versuche sie los zu werden und ihnen nicht noch Futter zu geben... Eigentlich weißt Du auch, wie das geht, oder??

Liebe Grüße
Marie

17.03.2011 20:50 • #3


diese kleinen rückfälle in fiesen situationen sind leider normal. und leider entwickeln da alle ihre angst vor der angstösymptome erneut. teufelskreis als läücherlich einkrteisen und nochmal. das schöne ist, wenn man es erneut aus dem teufelskreis geschafft hat, fängt man nämlich nicht wieder bei null man. drei bis vier ehrenrunden und man ist plötzlich deutlich weiter vorne, als erhofft... es wird alles gut...

19.03.2011 02:44 • #4


Ja, ich weiß das alles, aber im Moment fällt es mir sehr schwer, den inneren Schweinehund zu begraben und einfach mal ne Runde alleine vor der Tür zu machen. Hab es mir für heute wieder mal vorgenommen.
Meine Therapeutin hat auf meine Krankenmeldung akute Überbelastung geschrieben. Ich schiebe viel auf den Stress bei der Arbeit.
Gestern rief sie mich kurz an und sie sagte mir, ich muss mir das wie ein Atomkraftwerk vorstellen, was langsam heruntergafahren wird. Meine Nerven sind so angespannt. Das dauert halt... GEDULD!!
War jetzt seit 4 Tagen nicht arbeiten und ich fühl mich etwas entspannter. Aber die Angst ist halt nach wie vor da.
Ich werd mir eure Worte nochmal zu Herzen nehmen. Was soll passieren?
Ich werde weiter berichten wie es mir geht.
Ihr macht mir wieder Mut
Bis bald.... Davie

19.03.2011 08:16 • #5


nervlich im roten bereich...

19.03.2011 08:26 • #6


Halli Hallo

Heute hab ich einen guten Tag erwischt. War jetzt seit dem Wochenende, jeden Tag spazieren und sogar einkaufen. ALLEINE!!
Was ist das für ein Hochgefühl. Hinterher fühlt man sich ganz schön stark und stolz.
Hab das seit Jahren nicht mehr alleine gemacht.
Sicher, es war anfangs ein komisches Gefühl. Die Gedanken flitzen durch den Kopf... jetzt bist du so und so weit von zu hause weg... Aber egal. Ich hab mir selber Mut gemacht. Was soll schon passieren ? Und wenn wieder die komischen Gefühle hochkommen, die gehn auch wieder weg. Hat funktioniert.
Ich danke euch allen die ihr geantwortet habt. Ihr habt mich ermuntert und mir noch mal klar gemacht was ich ja eh schon wusste. Aber mir haben eure Worte Mut gemacht. Ich will diesen unmöglichen Zustand wieder los werden!!!

Einen schönen Tag euch allen. Bis bald. LG Davie

22.03.2011 15:01 • #7


Isissmaus
Ich kann dir auch nur aten nicht aufzugeben und immer wieder rein in die Situationen ...ich bin leider im Augenblick auch wieder sehr eingeschränkt kann wieder kaum allein sein und habe mich NICHT an das erlernte gehalten

22.03.2011 15:12 • #8


Hallo.....

Es ist ein Auf und ein Ab. Zum verrückt werden.
ich versuche weiterhin jeden Tag spazieren zu gehen und gegen diese komischen Gefühle anzukämpfen. Manchmal fällt es super schwer.
Nur Auto gefahren bin ich seit ner Woche nicht mehr. Das macht mir im Moment am meissten Angst. ich werde es heute aber versuchen.
Hab seit gestern ein taubes Gefühl und Brummen im Ohr und muss wohl heute mal zum HNO fahren.
Das fehlt mir jetzt noch. Zu allem Übel auch noch ein Hörsturz. Aber passen tät es schon.
Dienstag geh ich das erste Mal wieder zu meiner Therapeutin. Hoffentlich schreibt sie mich noch weiter krank. Nach Arbeiten fühl ich mich gerade gar nicht.
Man... wie soll das nur alles weiter gehen?

Nun ja... nicht den Mut verlieren und weiter machen.
Ich zeig`s der Angst !!

Euch allen einen sonnigen und hoffentlich mutigen Tag!
Bis bald... Davie

24.03.2011 10:32 • #9


Hallo davie,

genau nicht den Mut verlieren...
Bei mir ist es auch immer ein auf und ab...mal gute Tage....mal schlimme Tage....mal ganz ganz böse Tage...ABER sie vergehn.
Bin auch mal eine Woche nicht mehr Auto gefahren. konnte einfach nicht. Aber dann irgendwann musste ich mich doch wieder ans Steuer setzten und es ging wunderbar. Nur Autobahn ist einfach nicht mein Ding, und ich verstehe es immer noch nicht warum. Vor ein paar Jahren liebte ich die Autobahn....und auf einmal...ANGST PUR.
Aber man darf sich einfach nicht ermutigen lassen. Ich umgeh auch echt die Autobahn und fahr lieber Umwege. Aber ich hatte auch schon Tage da fuhr ich einfach drauf los wenn auch nur ein Stück und nächste Ausfahr wieder runter....Danach musste ich aber sofort anhalten, da ich so Pudding in den Knien hatte, aber ich war auch stolz es doch geschafft zu haben. Was für andere so selbstverständlich ist und so normal ist für uns Angsthasen ein echter Kampf....

Lasst euch nicht unterkriegen.


Liebe Grüße

Tina

24.03.2011 10:49 • #10


Hallo Tina

Da gehts dir ja ähnlich wie mir. Nur, dass ich im Moment übrhaupt nicht Auto fahren mag. Bin eben ne ganz kurze Strecke gefahren und hatte sofort Watte im Kopf und wackelige Beine.
Ich werde das auch wieder machen, aber das Schlimme ist, ich arbeite in der ambulanten Pflege und muss jeden Tag zig Kilometer fahren. Bin ja seit letzter Woche krank geschrieben. Hab heute schon wieder blöde Gedanken im Kopf, weil ich Dienstag zur Therapie fahren muss. Das muss ich genauso üben wie das alleine spazieren gehen. Klappt schon ganz gut.

Heute Nachmittag war ich nun beim HNO. Ich hab doch einen Hörsturz. Hab mir das schon gedacht. Das passt ja alles wunderbar zusammen. Bin total ausgebrannt und fühl mich oft mit den kleinsten Dingen überfordert.
Du hast recht. Ich denk auch oft, andere Menschen machen alles selbstverständlich und ich schaff es im Moment nicht mal ohne Angst Auto zu fahren. Da will ich so gerne wieder hin. Alles machen können ohne großartig nachzudenken.

Hab eben bei der Krankenkasse einen Antrag für eine Reha geholt. Wird wohl echt Zeit das ich endlich was tue und mein Leben mal überdenke.

Ach ja........ heute war halt wieder so ein blöder Tag.

Bin ziemlich frustriert.

Ich melde mich wieder. Einen schönen Abend noch und ganz liebe Grüße von Davie

24.03.2011 19:17 • #11


Hallo davie,

hoffe Dir gehts einigermaßen gut?
Es gibt immer solche blöden Tage.....ich versuch mich auch nicht immer so runterziehen zu lassen, aber das ist echt schwer, sich alles so zu erkämpfen. Ist doch so...bei mir zu mindest, versuch echt den Tag zu erkämpfen..mich gegen alle Ängste zu wehren...bin am Abend fix und foxi und glücklich der Tag doch rumbekommen zu haben. Ist das Leben? Wobei ich hier auch echt viel schon gelernt habe....nicht aufzugeben..sich zu stellen.....auch schon den Kindern wegen...

Liebe Grüße

tina

24.03.2011 19:32 • #12


Hallo....

Es hat sich also bestätigt. Ich hab nen Hörrsturz und fühl mich ziemlich blöd im Kopf. Nehm jetzt Cortison und was zur besseren Durchblutung. Blödes Brummen im Ohr.

Ich denke, jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, wo ich echt etwas ändern muss in meinem Leben.
Irgendetwas hat mich ja in diesen Stress gebracht.

Hab nur noch keinen richtigen Plan wie es weiter gehen soll.

Ich brauch meinen Job um leben zu können. Im Moment kann ich mir aber überhaupt nicht vorstellen arbeiten zu gehen.

Heute war ich noch nicht spazieren. Ich sollte mich mal in den Allerwertesten treten und ne Runde gehen. Egal wie ängstlich ich mich fühle. Hat ja sonst auch geklappt.

Dienstag muss ich zur Therapie. Endlich tut sich was. Hab nur heute schon schiss, wie ich da hinkomme.
Klar, mit dem Auto.... Oh man...
Ich hasse diese Gedanken die immer kreisen ..
Manchmal bekomm ich es ganz gut in den Griff...

Es wird wieder.. Ich weiß das !!
Bin nur heute nicht so gut drauf.

Bis bald. L G Davie

27.03.2011 15:23 • #13


Hallo ihr Lieben

Ich war länger nicht mehr hier. Hoffe ihr hattet schöne Ostern und ihr konntet einfach nur genießen. Das Wetter war ja genial!

Ich hab heute meine 6 Wochen krank geschrieben voll. Morgen geht es wieder los mit Arbeit.
Meine Gefühle sind mehr als gemischt, aber ich versuche mir positive Gedanken zu machen und mich drauf zu freuen.
In den letzten Wochen hat sich einiges getan.
Hab meine Therapie wieder begonnen und die Reha ist beantragt.
Ich war 2 Mal alleine in der Stadt..... und das nach über 4 Jahren. Bin oft spazieren gegangen und fahr sogar wieder Auto. Muss ich ja wohl auch bei meinem Job.
Das hört sich alles super an und trotzdem hab ich jedes Mal vorher kribbeln im Bauch und im Kopf.
Am liebsten würde ich oft einfach weglaufen.
Es muss einfach wieder weggehen!! Hat mir doch früher auch alles nichts ausgemacht.

Auf jeden Fall haben die 6 Wochen Auszeit gut getan.
Es wird wohl gut sein, wieder in das normale Leben einzutauchen. Kann ja jetzt nicht ewig zu Hause bleiben.

Drückt mir die Daumen, dass es klappt!

Ich wünsche euch einen sonnigen, entspannten und positiven Tag!!

Danke das ihr mich manchmal aufgebaut habt.

Bis bald. ich werde hier noch oft reinschauen und schreiben.

Liebe Grüße von Davie

26.04.2011 08:20 • #14



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