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xjeaninex

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Was war bei euch der Punkt an dem ihr gesagt habt das es so nicht mehr weiter gehen kann? Das ihr aktiv etwas unternommen habt?
Konntet ihr nicht mehr zur Arbeit oder was auch immer.
Bin mega gespannt.

13.10.2021 #1


37 Antworten ↓
silverleaf

silverleaf
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Bei mir war es, nachdem ich 4 Jahre lang unter Volldampf immer noch mein Leben voll durchziehen wollte, ohne zu bemerken, dass ich schon lange nicht mehr konnte und selbst mein Körper schon versucht hatte, die Reißleine zu ziehen. Ich war schon in Therapie (bin damals durch einen Todesfall, den ich nicht überwinden konnte, in Therapie gekommen), also schon angeschlagen, und bin dann in eine Phase geraten, in der ich überhaupt kein Gefühl mehr dafür hatte, wie es mir eigentlich ging. Es war mir auch egal, ich bin vor meinen persönlichen Problemen "weggelaufen": Ich habe Vollzeit gearbeitet, meine "Karriere" vorantreiben wollen (auch durchaus mit Erfolg), habe 6-7 Tage die Woche gearbeitet, zwischen 10 und 12 Stunden täglich, nebenbei ist nach und nach meine ganze Familie verstorben (5 Todesfälle in kurzer Folge), ich musste mich um alles kümmern, hatte auch immer wieder pflegerische Aufgaben mit zu erledigen, musste auch das ganze Organisatorische regeln, habe irgendwann in der Zeit quasi direkt zwischen 2 Todesfällen meine MS-Diagnose bekommen, konnte mich aber nicht mal zu dem Zeitpunkt darum kümmern (musste ja die Beerdigungen organisieren), habe es ignoriert, bin vollgedröhnt mit Kortison aus dem Krankenhaus raus und habe einfach weitergemacht, mich kaputtgearbeitet in einem Job, der vom Arbeitspensum einfach nicht mal theoretisch machbar war, das Sterben in meiner Familie ging immer weiter, mein Körper hat mich "angeschrien", endlich die Bremse zu ziehen, ich habe es ignoriert, immer weitergemacht...

Und dann, ungefähr 2 Jahre nach der MS-Diagnose, ging von einen Tag auf den anderen gar nichts mehr. Einfach so. Von 180 km/h auf null...

Ich dachte zuerst, ich hätte nur eine Erkältung, aber meine Ärztin hat damals schon gesehen, was passiert war. Ich wurde mehrere Wochen krankgeschrieben (wogegen ich mich sehr heftig gewehrt habe, der Job wollte ja erledigt werden), ich habe den Weg zurück zur Arbeit nicht geschafft. Ich war mehrere Monate krankgeschrieben, bin dann zum erstmal für mehrere Monate in eine psychosomatische Klinik gekommen, in der dann das ganze Ausmaß meiner psychischen Erkrankung ans Licht kam (das Problem war nicht die eben beschriebene schwierige Lebensphase, sondern die
Trigger

massiven frühkindlichen Traumatsierungen, die sich durch meine komplette Kindheit und Jugend gezogen haben

.
Mein Leben bis dahin war quasi nur ein riesiger Kompensationsversuch, diese Kompensationsversuche funktionieren aber oftmals nur für eine gewisse Zeit. Irgendwann bricht oftmals alles wie ein Kartenhaus zusammen. Und mein Kartenhaus ist eingestürzt. Und zwar komplett.
Die ganze komplexe Trauma-Symptomatik ist wie ein Vulkan in mir explodiert, als meine äußeren Lebensumstände einen gewissen Belastungsgrad überstiegen hatten. Der psychische Druck in meinem Körper und meiner Seele war schon seit Jahrzehnten viel zu hoch, aber ich konnte es für eine lange Zeit verdrängen und ignorieren. Bis es halt zu diesem "Bruch-Punkt" kam.

Der Weg führte mich in die Klinik, nicht zurück zur Arbeit. Es folgten Jahre der Therapie (ich habe nach der Klinik die Therapieform gewechselt), auch immer wieder stationär. Ausgang ungewiss....

LG Silver

26.09.2021 02:05 • x 6 #31


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Euer "JETZT gehts nicht mehr " Punkt

x 3


silverleaf

silverleaf
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Hallo liebe Nora,

vielen lieben Dank für Deine lieben Worte Trost !

Zitat von Nora5:
Es war unbeschreiblich, wie sehr ich mit dem Kopf durch die Wand und weitermachen wollte.

Das kann ich sehr gut nachempfinden, es ist schon erstaunlich, wie man manchmal so gegen jede Vernunft versucht, einfach weiterzumachen und förmlich "blind" gegenüber allen möglichen Signalen von der Psyche und vom Körper ist oder sie einfach völlig ignoriert...

Bei all dem Mist, der so passiert ist, kann ich aber sagen, dass es zumindest dazu geführt hat, dass ich jetzt mehr auf meinen Körper und meine Psyche achte (ok, man könnte es auch so sehen, dass mein Körper mich ja inzwischen auch einfach dazu zwingt...). Natürlich wünschte ich mir, es wäre etwas weniger heftig gekommen und denke mir, dass es nicht gleich MS hätte sein müssen (um es mit Gaby Köster zu sagen: Ein Schnupfen hätte auch gereicht!), aber wahrscheinlich hätte ich auf eine weniger einschneidende Erkrankungen nicht gehört.
Mein Körper und meine Psyche haben mir ja auch vorher schon mehr als genug Signale geschickt, und selbst die MS habe ich ja so lange ignoriert, bis sie sich nicht mehr weiter ignorieren ließ....

Und es vergeht kein Tag, an dem ich mir nicht wünschte, ich hätte früher hingehört und mich frage, ob dann vielleicht alles anders gekommen wäre....

Aber das werde ich nie erfahren, und ich versuche, jetzt irgendwie das Beste aus dem zu machen, was jetzt der neue Status quo ist. Es ist alles anders jetzt, aber auch, wenn sich das aktuell noch so anfühlt, muss es ja nicht zwangsläufig heißen, dass jetzt alles schlechter ist... zumindest versuche ich, an dieser Einstellung dazu zu arbeiten.

LG Silver

10.10.2021 04:54 • x 3 #34


Zum Beitrag im Thema ↓


Lottaluft
Ich hatte eine Panikattacke die nicht abflachen wollte und dafür gesorgt hat das ich nicht mehr laufen konnte
War dann in der Notaufnahme um das abchecken zu lassen
Von da an ging es richtig Berg ab
Krank war ich aber vorher schon
Habe halt funktioniert
Als das passiert ist war ich gerade 20

x 1 #2


xjeaninex
Oje ich dachte eine panikattacke wird immer irgendwann weniger. Wieso nicht mehr laufen

#3


S
Mitte 30, die dritte Depressionepisode und 3 Monate ds Haus nicht mehr verlassen, Angst vor allem und jedem, bin dann 3 Monate in die TK, wo es mir nach 2 Monaten viel besser ging .... nach weiteren 4 Wochen wurde ich entlassen und hatte sogar einen neuen Job in Aussicht.

#4


xjeaninex
Was heisst TK?

x 1 #5


S
Tagesklinik

#6


Lottaluft
Zitat von xjeaninex:
Oje ich dachte eine panikattacke wird immer irgendwann weniger. Wieso nicht mehr laufen

Das wurde durch die Psyche ausgelöst bei mir kamen sehr sehr viele Faktoren zusammen und ich war danach auch stationär über drei Monate in Behandlung
war dann einige Jahre stabil und habe dann durch ein Trauma Anfang 2018 Ende 2018 wieder richtig in der schei**e gesessen mit Panikattacken und allem was dazu gehört

#7


Acipulbiber
Sorry das Danke war ein Versehen. Very Happy

TK= Tagesklinik

#8


xjeaninex
@portugal kann man da jeden Abend nach Hause gehen?

#9


S
Ja, war von 8 Uhr morgens (zusammen gefruehstueckt und berichtet, wie es einem geht) bis 15.30 Uhr und Freitags bis 14.30 Uhr, man wird zu nichts gezwungen, ich hatte 2x Gruppentherpie und 2x Einzeltherapie.

Ueberlegst Du, ob das was fuer Dich waere?

#10


xjeaninex
Gibt es in Österreich überhaupt sowas? Bin momentan weder in Therapie noch nehme ich Medikamente. Nur für sd überfunktion

#11


Lottaluft
Zitat von xjeaninex:
Gibt es in Österreich überhaupt sowas? Bin momentan weder in Therapie noch nehme ich Medikamente. Nur für sd überfunktion

Klar habt ihr auch in Ö Tageskliniken

#12


xjeaninex
Und wie geht man dann arbeiten?

#13


Lottaluft
Zitat von xjeaninex:
Und wie geht man dann arbeiten?

Garnicht in der Zeit ist man krank geschrieben

#14


LillyDream
Zitat von xjeaninex:
Was war bei euch der Punkt an dem ihr gesagt habt das es so nicht mehr weiter gehen kann? Das ihr aktiv etwas unternommen habt? Konntet ihr nicht ...


Der Tag an dem ich mich nicht mehr um mein Kind kümmern konnte, und vorlauter Angst nicht mehr alleine mit ihm sein konnte.

x 1 #15


S
Ja ... Du kannst Deinen Hausarzt fragen, der kann Dir das sicher alles genau erklaeren und welche fuer Dich in Frage kommt

https://www.ooeg.at/sk/vb

x 1 #16


xjeaninex
@LillyDream
Was hast du dann gemacht?

#17

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LillyDream
Zitat von xjeaninex:
@LillyDream Was hast du dann gemacht?


Ich ging stationär in eine Klinik für Psychosomatik.

#18


xjeaninex
@LillyDream
Hattest du angst das dir was passiert wenn du alleine bist mit den Kindern oder auch angst mit ihnen wohin zu gehen ? Sowas ähnliches geht auch in meinem kopf vor.

#19


LERNWILLE
Ein Tag nach meinem Urlaub in 2018 hätte ich eine Panikattacke die nicht mehr aufhören wollte und verbrachte dann 3 Tage im Krankenhaus, weil der Verdacht auf einen Herzinfarkt ausgeschlossen werden sollte. Danach war ich dann 3 Monate zuhause.
Aktuell also 3 Jahre später bin ich auch wieder seit 4 Wochen krank geschrieben.
Sehe aber Licht am Ende des Tunnels.

x 1 #20


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