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Hallo
Nun möchte ich mal erzählen wie es mir geht. Angefangen hat alles vor 6 Wochen. Ich hatte einen Krampf im Brustkorb wobei ich Angst bekam. Vergaß das aber wieder in den nächsten Tagen. Dann bekam ich auf einmal ein brennen im Brustkorb und eine schlimme Unruhe.
Dann kamen Schlafstörungen und Unruhe sobald ich aufwache.
Ab zum Doc, Blutbild alles bestens. Er meinte Angststörung und gab mir Mirtazpin 15 mg. Die nahm ich dann und am 9. Tag merkte ich das ich nicht weinen oder mich richtig freuen konnte. Das war wie Gefühlslos .
Das war sehr schlimm für mich und so ließ ich die Finger davon. Nun habe ich wieder die Unruhe, brennen im Brustkorb, Muskeln im Brustkorb zucken ab und an, und stählernen ständig unter Strom. Natürlich denke ich leider sehr viel dran. Manchmal habe ich dann eine PA ( zumindest denk ich das ) und kurze Zeit ist es besser.
Warte nun auf einen Platz beim Psychologen.
Nur leider zweifle ich dran das das nur eine Angststörung ist. Habe Angst verrückt zu werden oder eine schwerere geistige Krankheit zu haben...
Kennt das jemand ?
Würde mich freuen wenn ich mich hier mit anderen austauschen kann.

14.07.2014 18:50 • 15.11.2014 #1


8 Antworten ↓


Hallo Herzklopfen!

Herzlich Willkommen im Forum!

So wie Du Deine Symptome beschreibst, hört sich das wirklich nach einer Angststörung an. Und wenn man diese miesen Gefühle hat, dann denkt man automatisch, daß man irgendwie schlimm krank ist.
Ich habe damals in meiner schlimmen Zeit auch solche Symptome habt. Ich hatte Panikattacken und immer Beklemmungsgefühle, wenn die PA mal nicht da war. Dazu kam dann noch Unruhe und ich konnte schlecht schlafen. Außerdem war da immer das Gefühl, ob und wann die nächste PA kommt.

Ich habe damals ein Antidepressivum bekommen. Paroxetin. Hilft sehr gut bei PA. Dazu hatte ich dann noch Opipramol, welches schnell wirkt und die Angst und Unruhe nimmt. Ich würde Dir auch raten für Deine jetzige Situation Deinen Hausarzt zu fragen, ob er Dir das nicht verschreiben kann. Es macht auch nicht abhängig wie die Benzodiazepine.
Ich merke beim Opipramol schon nach 30 Minuten eine deutliche Besserung. Nebenwirkung ist nur, daß es meist anfangs müde macht. Aber ich fand das besser als die ständigen PA und Beklemmungsgefühle.

Du hättest unbedingt mit Deinem Arzt besprechen müssen wie das mit Deinem Antidepressivum weitergeht und ob diese Gefühllosigkeit vom Einschleichen kommt. Ich würde Dir auch raten ein anderes AD auszuprobieren.

Damit Du die Zeit bis zum Psychologentermin überbrücken kannst, würde ich Dir das Opipramol echt anraten und den Arzt gezielt danach zu fragen!
Du brauchst aber keine Angst vor einer schlimmen geistigen Erkrankung zu haben und Du wirst auch nicht verrückt werden. Leider ist das Erkrankungsbild einer Angststörung gerade so, daß man denkt, man ist schwer geistig krank. Ist aber definitiv nicht so!

Antidepressiva helfen dabei sehr gut. Ich würde auf jeden Fall noch einen Versuch starten!
Ich selber konnte damals wegen den Todesangstpanikattacken nicht einmal mehr alleine in einem Zimmer sein. Ich konnte nicht rausgehen und die Nächte waren extrem schlimm. Aber durch das AD und das Opipramol ging es mir bald besser und ich habe mir meine Kraft genommen und mich selbst daraus gezogen. Ich habe mir beigebracht alleine einkaufen zu gehen. Erst im Hellen, dann im Dunklen. Ich habe mir beigebracht schrittweise alleine in einem Zimmer zu sein und dort zu schlafen. Immer eine Stufe weitergehen.

Ich war dann viele Jahre komplett beschwerdefrei! Ich kämpfe derzeit wieder mit PA, aber die sind lange nicht so schlimm wie damals. Ich will halt nur wieder in den Genuß eines beschwerdefreien Lebens kommen. Ich habe ein AD gewechselt und das nicht vertragen und mußte es ausschleichen. Dann kamen die PA wieder. Nun nehme ich wieder das Cymbalta und mir geht es schon viel viel besser.

Manchmal kommt halt noch eine PA, aber ich gebe dem Medikament einfach Zeit. Ich habe ja schon einmal erlebt, daß ich durch die Antidepressiva komplett jahrelang beschwerdefrei war.

Also Kopf hoch! Auch für Dich werden wieder viel bessere Zeiten kommen!

Gute Besserung und liebe Grüße von Jess

14.07.2014 19:21 • x 1 #2



Dauerangst, ständige Gedanken und PAs ?

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Hey Kess,
Danke für Deine nette Antwort. Im Grunde weiss ich ja das es eine Angststörung sein muss. Nur wenn die Unruhe wieder zu gross ist denkt man halt leider anders..
Aber das Gefühl zu haben das man nichts mehr richtig fühlt hat mich sehr erschreckt. Dank Dr Google hab ich dann gelesen das das viele bei AD s haben. Und das möchte ich nicht. Das ist für mich nur ein ruhig stellen.
Ich versuche es mit mir zu sagen das das nur Angst ist. Klappt leider auch nicht so gut.
Wie mein Weg weiter geht werde ich wohl erst beim Psychologen erfahren.
Im Moment quälen mich dazu noch schlimme Alpträume..
Aber ich hab immer im Hinterkopf das das irgendwann wieder gut ist.
Kann nur einfach mit den Gedanken nicht weg kommen.

14.07.2014 20:29 • #3


Ich rate Dir trotzdem zu einem AD, vielleicht hast Du ja gerade das erwischt, was nicht so paßt...
Ich hatte Venlafaxin mal bekommen, weil es angeblich so toll sein sollte. Das habe ich aber körperlich überhaupt nicht vertragen und hatte davon Darmblutungen, Herzrasen, sehr hohen Blutdruck und Herzrhythmusstörungen bekommen. Ich mußte das ein Dreivierteljahr ausschleichen, weil ich auf das Zeug so heftig reagiert habe und starke Absetzsymptome hatte. Ich habe da auch gesagt: Nie wieder ein AD!

Aber als dann diese miesen PA wiedergekommen sind, habe ich meine Meinung geändert. Man verträgt halt nicht jedes Mittel. Ich hatte Paroxetin bekommen und das hat mir gut geholfen. Ich wurde dann umgestellt auf Citalopram, weil es angeblich besser bei PA sein sollte. Und davon habe ich zugenommen. Dann Venlafaxin, das Zeug ging gar nicht. Jetzt bin ich wieder bei Cymbalta und es geht mir recht gut. Ohne AD geht aber nicht, habe ich ja nun gesehen.

Dieses Gefühl nichts zu fühlen hatte ich nur wenn ich gerade eine depressive Episode hatte. Ich kenne das Gefühl, hat mich aber irgendwie gar nicht erschreckt.

Ich kann nur von mir selber sagen, daß ich ein AD brauche und es mir dann deutlich besser geht. Auch wenn diese Medikamente nicht so ganz ohne sind, geht es mir damit aber viel besser als ohne. Und auf diese PA und Beklemmungsgefühle verzichte ich sehr sehr gerne!

Alpträume kann man auch bei Depressionen bekommen und sind auch Teil der Angststörung. Kenne ich leider auch nur zu gut. Manchmal wache ich schei. auf und muß mich erst einmal umziehen. Ganz schön mies. Dementsprechend müde wache ich morgens auf. Erholung ist der Schlaf dann natürlich nicht gewesen.

14.07.2014 20:59 • #4


Schlaflose
Zitat von Herzklopfen:
Hey Kess,
Aber das Gefühl zu haben das man nichts mehr richtig fühlt hat mich sehr erschreckt. Dank Dr Google hab ich dann gelesen das das viele bei AD s haben. Und das möchte ich nicht.


Das ist doch nur am Anfang. Die stimmungsaufhellende Wirkung setzt bei allen ADs erst nach ca. 3 Wochen ein.

15.07.2014 06:10 • #5


Hey Schlaflose
Das ist normal das man am Anfang von AD s keine Gefühle mehr hat oder keine zeigen kann ?
Erschreckt das sonst keinen ?
Mich hat es sehr erschreckt. Auch das Gefühl das mir alles egal ist war nicht berauschend.
Ok ich wurde ruhiger aber das machte mir zusätzlich noch Angst...
Du meinst das wäre vergangen ?

15.07.2014 09:53 • #6


Schlaflose
Zitat von Herzklopfen:
Das ist normal das man am Anfang von AD s keine Gefühle mehr hat oder keine zeigen kann ?


Ich weiß jetzt nicht so genau, was du mit Gefühlen meinst. Bei den sedierenden ADs (zu denen Mirtazapin gehört) ist das ja gerade erwünscht, dass man ruhig wird und (bei Depressionen) nicht ständig heult, oder wenn man sie gegen Ängste nimmt, diese nicht mehr so stark oder überhaupt nicht mehr empfindet. Das äußerst sich bei vielen Leuten zunächst mit einer S.c.h.e.i.ß.egal-Haltung (wenn du das mit keine Gefühlen haben oder zeigen meinst). Außrdem steht es in der Packungsbeilage, dass die in den ersten 2-3 Wochen der Einnahme eine Reihe von Nebenwirkungen zu erwarten sind wie Benommenheit, Schwindel, ein Gefühl der Leere im Kopf usw., die nach den ersten 2-3 Wochen, wenn der Körper sich an den Wirkstoff gewöhnt hat, wieder verschwinden. Und wie gesagt, bei allen ADs (ob sedierend oder anregend) tritt die eigentliche positive Wirkung erst nach ca. 3 Wochen oder mehr ein.

Also, wenn man ein AD ausprobiert, muss man schon mindestens 3 Wochen dranbleiben, um festzustellen, ob es für einen in Frage kommt oder nicht. Wenn sich dann immer noch nichts tut bzw. die Nebenwirkungen nicht nachlassen, kann man überlegen, eine anderes auszuprobieren. Nicht jeder reagiert gleich auf die verschiedenen ADs. Was bei einem gut hilft, kann bei einem anderen null Wirkung haben.
Ich nehme seit 15 Jahren welche (wegen Schlafstörungen) und habe mindestens 5 Sorten durch. Nur zwei haben überhaupt angeschlagen.

15.07.2014 10:46 • #7


Also ich hatte das beim Mirtazapin noch nie, dass ich irgendwie keine oder nur noch gedämpfte Gefühle hatte. Nur wenn ich mal eine Tavor nehme, dann merke ich deutlich, dass alles gedämpft ist, was natürlich in Notsituationen klasse ist.
Ich würde das Mirtazapin noch ein paar Tage nehmen und dann schauen, wie es dir geht, denn es braucht schon eine gewisse Zeit um überhaupt beurteilen zu können, ob und wie es wirkt.
Ansonsten kannst du ja deinen Arzt nach einem anderen Mittel wie Citalopram o. ä. fragen. Dennoch wird es auch bei diesen Mitteln eine Eingewöhnungsphase geben.

15.07.2014 12:02 • #8


Beitrag Gestern 11:45 Absetzsymptome Paroxetin? Diesen Beitrag melden
Hallo zusammen. Bin auf dieses Firum gestossen und möchte jetzt eure Meinung hören...
Hatte vor ca.1 1/2 Jahren ein Erschöpfungsdepression mit einer Angststörung...
Eine Angststörung habe in leichter Form schon immer... Das Thema Derealisation kenne ich zu gut, das hatte ich in meiner Jugend allzu oft... Komme aber damit klar, da ich jetzt weiss dass es nicht schlimmes ist..

Gut ok. Nach dieser Erschöpfungsdepression hatte mir mein Arzt Paroxetin verschrieben welches ich ganz gut vertragen haben. Die Höchstdosis lag bei 40mg...
Ich nahm in 8-10 Monaten 15 kg zu..,,
Aber das wichtigste war, mir gings wieder besser bzw.gut...
So beschlossen wir( ich und mein Arzt) nach knapp einem Jahr die Dosis ganz langsam um 5 mg zu dosieren...alle 4 Wochen 5 mg weniger...
Mir war es sehr wichtig das alles ganz langsam zu reduzieren, da ich vorher viel gelesen hatte Zwecks Absetzungssymptome...
Soweit so gut....
Jetzt bin ich vor einer Woche an einem Punkt angelangt, da nehme ich alle 2 Tage 5mg...
und muss sagen dass ich erst jetzt etwas merke...
Sind das Absetzungserscheinungen oder bilde ich mir das nur ein?
Meine Frau sagt dass 5 mg ohne garnichts eigentlich keinen Unterschied macht.
Was ist passiert in den letzten Tagen?:
Angefangen hatte es mit unrugige Beine, jetzt habe ich die Unruhe im ganzen Körper...
Schlafe nachts schlechter,Die Angst vor der Angst ist back... Druck in der Brust usw...
Vielleicht steigere ich mich jetzt wieder zu arg rein! Natürlich bildet man sich jetzt ein: Fängt die Sch... wieder von vorne an?
Probiere mich abzulenken indem ich Sport treibe und mit meiner Tochter spiele.
Aber trotzdem ist der Gedanke und die Anspannung immer da....

Was würdet ihr mir raten? Eigentlich wollte ich bzw.will ich immernlch von den Medikamente wegkommen!

Danke für eure Meinungen im voraus.

15.11.2014 14:58 • #9




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Dr. Reinhard Pichler