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Hallo zusammen,

ich bin neu hier und wollte auch mal was schreiben. Im letzten Jahr habe ich mir eine Herzmuskelentzündung eingefangen, die glücklicherweise folgenlos ausgeheilt ist. Leider habe ich seitdem mit Angstzuständen und Panikattacken zu kämpfen. Normalerweise dauern meine Panikattacken nicht sehr lange. Meist höchstens 5 Minuten.

Wie mein Name schon sagt bin bzw. war ich ein sehr sportlicher Mensch vor der Krankheit. Ich traue mich nicht mehr mich körperlich zu belasten, weil ich jedes Mal total nervös werde, wenn mein Puls ansteigt.

Vor einigen Wochen hatte ich mich endlich wieder überwunden leichte Belastung zu ertragen - Spazieren gehen, teilweise leichtes Joggen. Ich habe schnell gemerkt, dass das sehr gut tut und ich mich wieder sicherer fühle.

Dann war ich an einem Tag schon etwa 25 Minuten unterwegs. Ich war spazieren und zwischendruch habe ich immer mal ein paar Meter (ca.400) gejoggt. Nach so einer kurzen Joggingphase schaute ich dann auf meine Pulsuhr und sah da 160 Schläge, was für die leichte Belastung schon recht viel war. Dann sprang mein Puls innerhalb weniger Sekunden bis fast auf 190 Schläge, was dann Panik ausgelöst hat. Ich hatte dann etwas über eine halbe Stunde einen Puls zwischen 130 und 180. Irgendwann bekam ich Angst und lies mich von einem Krankenwagen abholen. Im Krankenhaus wars dann schon wieder vorbei und der Puls bei etwa 100.

Die anschließenden Untersuchungen blieben ohne Befund und man sagte mir, dass es wohl eine Panikattacke war.

Jetzt würde ich gerne wissen, ob es hier jemanden gibt, der das auch schon in dieser Heftigkeit hatte und was ihr bei so einem Anfall tut.

Würde mich sehr freuen, wenn jemand etwas schreiben könnte.

27.06.2008 11:43 • 27.06.2008 #1


6 Antworten ↓


ZZerRburRuSs
hi

hast du die diagnose von einem psychologen ?

bei dir scheint es ja so ähnlich zu sein wie nach einem autounfall mit dem autofahren oder wenn man vom pferd fällt das wieder aufsteigen.

du solltest dir am besten ganz ganz schnell eine therapie besorgen und dein problem schnell angehen damit die angst sich nicht ausbreiten kann .

wenn man schnell etwas tut hat man sehr grosse chancen die angst kurz und klein zu halten!

ansonnsten kann es sein das man immer vorsichtiger wird und sich die angst auch in andere dinge schleicht .
davon kann ich nur abraten

das mit deinem hohen puls wird wohl tatsächlich die angst gewesen sein .
nach deiner krankheit siehst du die körperliche belastung ja eh schon als "gefahr" und gehst evtl. ängstlicher ans joggen als früher .
wenn du dann deinen puls siehst und er nicht der norm entspricht ist das natürlich klasse nährboden für die angst und diese fährt ihn dann gleich noch höher und bringt ne panikattacke mit und schwupps ist es ein gegeneinander aufschaukeln .

am besten rasch handeln und auf keinen fall mit medis abspeisen lassen !

alles gute ZZ

27.06.2008 12:05 • #2



Dauer Panikattacken

x 3


Hallo ZZerRburRuSs,

danke für Deine Antwort. Im Krankenhaus habe ich mit einer Psychiaterin gesprochen (etwa 1 Stunde). Diese meinte ich hätte eine Angststörung. Derzeit gehe ich regelmäßig zu einem Psychologen in einer Beratungstelle. Die Gespräche helfen mir ein wenig.

Vor dem Ereignis war ich auf einem guten Weg, weil ich mich quasi selbst therapiert habe. Ich habe langsam angefangen mich wieder zu belasten und konnte auch wieder damit umgehen. Die letzte Attacke hat mich aber wieder total verunsichert.

Es ist richtig, dass ich total verkrampfe, wenn ich z.B. jogge oder auch manchmal beim Treppensteigen. Ich merke dann wie ich falsch atme und das Herz zu stolpern beginnt. Ich bin mir bewußt, dass das alles von der Psyche kommt, aber ich kann es in dem Moment nicht ändern.

Gerade versuche ich mich gedanklich darauf vorzubereiten wieder Belastung zu ertragen. Es ist so als würde ich das erste mal auf dem 3-Meter-Brett stehen und überlegen zu springen. Mir fehlt nur noch der letzte Impuls.

27.06.2008 12:16 • #3


ZZerRburRuSs
gut das du dich mit dem thema beschäftigst und gut das du weiterhin an dich glaubst und dich immer wieder körperlichen anstregungen stellst !

wenn du dein auto wirklich gut repariert haben möchtest gehst du in eine werkstadt,
wenn dein haustier krank ist gehst du zum tierarzt,
wenn deine heizung kaputt ist suchst du dir auch einen fachmann .

was spricht dagegen sich, wenn es um einen selbst geht, auch bestmögliche hilfe zu holen ??

grade in solchen fällen wie deinem sollte das recht schnell und gut helfen !

ich habs über 20 jahre nicht geschafft mich selbst zu therapieren
die fachmänner und frauen haben mich so schnell , so weit , nach vorne gebracht das ich mich jeden tag drüber wundere und freue

gute sache das !

lg ZZ

27.06.2008 13:02 • #4


ZZerRburRuSs
ach jo noch was

ist natürlich jeder verschieden aber :
wenn man etwas "gedanklich" macht bleibt es ein geist oder gespinnst , wie auch immer , also schlecht greifbar.

mach deine gedanken sichtbar oder hörbar . also aufschreiben oder selbstgespräch führen ! dann wird es langsamer und besser nachzuvollziehen für dich .



ZZ

27.06.2008 13:07 • #5


Da so viel gutes uns nützliches schon geschrieben wurde (sehe das genauso) wollte ich nur kurz noch dazu sagen, dass am besten wäre keine negative ereignisse mit dem sport/joggen zu verbinden. Im grunde kann man sagen um so mehr negative gedanken du damit verbindest ums so schwerer wird es. Natürlich ist das ganze furchtbar ängstigend und völlig neu für dich aber du wirst nie wieder so gute erfolge erzielen können wie beim beginn einer solchen erkrankung. Dein kopf verbindet momentan Joggen/belastung mit *gefahr* was ja eigentlich ein guter schutz ist allerdings bist du ja wieder gesund und hast zum glück keine folgebeschwerden. Das heißt unterbewußt scheinst du Pulsanstieg (bin keine arzt aber vermute das einfach mal) mit etwas schlimmen zu verbinden. Da ich das kenne mit dem puls kann ich nur raten wenn es möglich ist ohne pulsuhr es vielleicht zu versuchen. Und warte nicht darauf das dein puls ansteigt, weil das wird er so oder so tun (ist ja völlig normal bei belastung) ALso ich hab meine pulsuhr weg geschmießen weil ich ständig drauf schaute und quasi drauf gewartet habe das er steigt. Gedanklich ist man natürlich nach sowas wie du durch gemacht hast auf sein herz fixiert. Du bist viel sensiebler auf jegliche raktionen deines herzens und genau das ist der springende punkt. Das was du früher nicht wirklich wahr genommen hast (jedes herz macht mal komische sprünge oder schlägt mal stärker mal weniger) nimmst du nun wohl extrem wahr. Ist ja auch nicht ungewöhnlich. Würde vielen so gehen. Es ist wirklich schwer, dass weis ich selber aus erfahrung aber umso mehr du gedanklich von deinem herzen und deinem puls weg gehst umso besser wird es dir sicher gehen. Dabei können dir sehr gut ärzte helfen. Man muß es erst wieder verlernen ständig auf ungewöhnliche raktion gefaßt zu sein. bzw. ausfiltern zu können was ist jetzt *normal* und was nicht. Wenn du dir selber einen gefallen tun möchtest wäre es auch gut, dass wenn du laufen oder joggen gehst, du so lange in der situtaion bleibst bis die angst weg geht. Das ist harte arbeit und sehr unangenehm aber bei jedem weiteren negativen erreigniss wird es schwerer werden das laufen/joggen als etwas gutes und positives zu sehen. Das hirn merkt sich leider lieber die negativen sachen. Aber das solltest du auch umbedingt mit therapeuten zusammen machen, da du einiges falsch machen kannst und du deine ängste dadurch bestätigst und sie sich festigen können. Selbstheilung und oder selbsttherapiern geht auch ganz gut aber nur wenn man schon genau weis wie, warum und wiso und besonders wenn man durch vorige anleitung die ahnung dazu hat. Ist jetzt meine meinung Wünsche dir viel erfolg und ganz nützlich sind die tips zu akuten panickattacken diel inks zu finden sind.

27.06.2008 13:35 • #6


Hallo nochmal,

vielen Dank für eure Antworten.

Also das erste Mal hatte ich 2004 Panikattacken und Angstzustände. Damals hatte ich viel Stress und Sorgen. Damit verbunden waren ein paar heftige Migräneattacken, die bei mir eine Schlaganfallangst ausgelöst hatten. Ich lies mich dann untersuchen und bekam bescheinigt, dass ich topfit und gesund war. Daraufhin beschäftigte ich mich sehr viel mit dem Thema Angst und Panik. Als ich verstanden hatte, was da passiert, konnte ich die Angst innerhalb von zwei Wochen besiegen. Das ist wirklich wahr. Ich war mir auch vollkommen sicher das nie wieder zu bekommen.

Leider kam es durch die ganze Herzgeschichte jetzt wieder. Das Schlimme ist eben, dass meine Herzmuskelentzündung nicht mal eben so einfach diagnostiziert werden konnte. Beim Fussballtraining bekam ich plötzlich Herzstolpern und danach Herzrasen. Ich war mir im ersten Augenblick sicher, dass es das jetzt war. Beim anschließenden Krankenhausaufenthalt konnte nichts gefunden werden. Mir ging es aber wochenlang schlecht also ging ich auf eigene Faust zum Kardiologen, um einen Sporttauglichkeitstest zu machen. Leider hatte der Kardiologe nach der Untersuchung die Befürchtung ich könnte einen Herzfehler haben (Verdacht auf Koronaranomalie). Also musste ich ins Krankenhaus zum Herzkatheder mit Biopsie. Es hat sich dann gezeigt, dass ich keinen Herzfehler habe, sondern eine Herzmuskelentzündung. Die endgültige Diagnose hatte ich erst Anfang Dezember, nachdem man die Biopsie ausgewertet hatte. Von September bis Dezember stand ich also unter Dauerstress und habe mir viele Schonmechanismen zugelegt, die ich jetzt nicht mehr los werde.

Mein Problem ist glaube ich, dass ich einen schnellen Puls mit Todesangst verbinde. Dadurch verkrampfe ich dann. Letzte Woche war ich beim Kardiologen und der hat mich eine halbe Stunde auf ein Laufbad gestellt. Der Maximalpuls lag da bei 180 Schlägen. Selbst dort habe ich gemerkt, dass ich nervös werde. Trotz allem hat mir dieser Test wieder etwas mehr vertrauen gegeben. Irgendwann in den nächsten Tagen will ich wieder raus, um Spazieren zu gehen.

Einige Wochen gebe ich mir noch, um damit fertig zu werden. Wenn es nicht klappt werde ich mir eine Therapie suchen.

27.06.2008 14:29 • #7




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