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Hallo,

ich bin neu hier im Forum und habe mich hier angemeldet, um vielleicht Hilfe zu bekommen bzw. einen guten Rat:

Ich bin 48 Jahre alt und habe schon beziehungstechnisch einiges durch: Mein erster Partner war Lehrer und hat sich in seine Schülerin verliebt. Mein zweiter Ehemann hat mich nach 8 Jahre Fernbeziehung aus beruflichen Gründen vor die Tatsache gestellt, dass er am Arbeitsort eine komplette Zweitfamilie hatte...... Das war im vergangenen Jahr. In diesem Jahr wurde ich geschieden.
Der Zufall wollte es im letzten Jahr, dass ich kurz nach der Trennung einen Schulfreund wiedertraf, dessen Jugendliebe ich war. Zu diesem Zeitpunkt voriges jahr war ich noch sehr unten wegen der Scheidung und hatte Angst vor dem Alleinesein... Das hab ich ihm auch gesagt und dass ich gar keine neue Beziehung anfangen kann aus diesem Grunde. Er ließ und ließ jedoch nicht locker... Wir wurden ein Paar.
Aber irgendwie klappt es nicht. Er hat Eigenschaften, die ich nicht vertragen kann. Es kommt häufig zu Streitereien und er lenkt niemals ein und sieht sich immer im Recht wird auch mal beleidigend, kann es aber nicht vertragen, wenn er auch mal von mir verbal angegriffen wird, damit er sieht, wie unschön sowas ist. Habe schon mehrfach den Absprung gewagt. Aber immer und immer wieder mache ich mir dann nur noch seine positiven Eigenschaften zum Vorbild und denke an diese.... Fürsorglichkeit, Kochen, gemeinsame Unternehmungen..... und dann bekomm ich regelrecht Panik, keinen solchen Mann mehr zu bekommen. Ich leben in einer Kleinstadt- Gegend und sehe, dass viele Frauen in meinem Alter keinen Partner mehr bekommen. Ich möchte nicht auch so enden und deshalb klammer ich mich an ihn, obwohl es mir nicht gut tut. Bin ich in den Streitphasen allein, dann geht es mir sehr schelcht. Ich kann nicht essen, nicht schlafen und habe keine Lust, mir lieb gewordene Dinge zu tun (ich male sehr gerne). Nichts scheint mir lebenswert und wertvoll an mir, wenn ich allein bin.
Aber dieses Allein ist nur dann so schlimm, wenn ich weiß, ich habe keine Beziehung oder mein Partner hat mich verlassen oder ich habe mich getrennt. Ich fühle mich nicht allein, wenn ich einen Partner habe und der würde woanders arbeiten oder wohnen.... Einfach nur die Gewissheit über Partner oder Nichtpartner löst bei mir diese Panikattacken aus.
Er weiß das und hält mich an der langen Leine. In dem er sagt, okay mach doch Schluss und geh Deinen Weg. Dann geht er in seine Wohnung und meldet sich nicht mehr.....er weiß ja, dass ich immer wieder angekrochen komme....

Das Schlimme ist: Ich habe studiert, ich hab nen tollen Job, nen tollen erwachsenen Sohn, ne eigene Wohnung.....Ich weiß vom Kopf her: Ich brauch ihn nicht. Aber ich bekomm dieses Gefühl nicht in meinen Bauch. Da wüten Angst und Panikattacken, die ich teilweise mit Tabellten unterdrücke.

Wie schaffen andere einen Durchbruch aus diesem Teufelskreis?

LG frapfi

14.08.2011 21:27 • 05.12.2011 #1


13 Antworten ↓


Hallo liebe Frapfi,

ja, das ist eine gute Frage, wie schafft man den Durchbruch aus dem Teufelskreis.

Ganz ehrlich glaube ich, daß es einige wenige gibt die den Sprung zur Seite überhaupt nicht schaffen.

Wie viele Frauen aber auch Männer gibt es, die innerhalb einer Partnerschaft alleine und einsam sind, wo schon ganz lange nicht mehr das Wort Liebe gefallen ist?
Manchmal hilft es sich im Bekanntenkreis umzuschauen, wie viele Partnerschaften sind wirklich glücklich? Wie viele Partnerschaften sind so erstrebenswert, daß sich die Frage auftut, wie machen die das?
Ich erlebe es häufiger, daß ausgerechnet diejenigen Menschen die in einer wirklich unglücklichen Partnerschaft leben, mit die Vorteile eben einer Partnerschaft aufzählen.

Da beißt sich dann wirklich der Hund in den *beep*.

Im Grunde genommen, geht es dann wirklich nur darum nicht alleine zu sein.

Aber, ist es denn wirklich so erstrebenswert mit einem Partner alleine zu sein, als mit sich selber?
Und ist es nicht so, daß wir als Mensch eigentlich immer alleine sind,?
Wir werden alleine geboren, wir sterben alleine. Wenn wir im Bett liegen und schlafen sind wir alleine. Es kann doch viel schöner sein, morgens nach einem schönen Traum aufzuwachen, alleine mit sich selber aber zufrieden.

Sich also nicht mehr über die Partnerschaft zu definieren, sondern sich selber und seine Erfolge im Leben sehen.
Und da Frapfi, scheint es bei dir ja so einiges zu geben, obwohl Du in der Vergangenheit auch so einiges an Pech erlebt hast.

Und wie Du ja eigentlich für Dich selber so festgestellt hast, geht es ja nicht so sehr um diesen Mann.
Denn machen wir uns nichts vor, nicht nur dieser Mann kann fürsorglich sein, nicht nur dieser Mann kann gut kochen, und nicht nur mit diesen Mann kannst Du was unternehmen. Denn diesen einen Mann hast Du ja vor einem Jahr auch nicht gebraucht.

Ich leben in einer Kleinstadt- Gegend und sehe, dass viele Frauen in meinem Alter keinen Partner mehr bekommen. Ich möchte nicht auch so enden

Vielleicht ist es für diese Frauen auch gar nicht so erstrebenswert einen Partner zu bekommen?
Vielleicht aber siehst Du auch genau nur das, was Du zu Zeit sehen möchtest?

Nämlich genau diesen Anteil der Frauen die so gezwungen auf der Suche nach einer Partnerschaft sind.
Interessanterweise ist das eine Funktion im Gehirn die automatisch abläuft, nur das zu sehen was man sehen möchte. Positiv als auch negativ. Wahrnehmung ist immer etwas subjektives.

Vielleicht wärst Du aber auch vollkommen überrascht, wenn Du einmal diese Frauen ansprichst?!

Ich wünsche Dir Kraft und Stärke, Zuversicht und Mut!
lg
Angela

17.08.2011 11:30 • #2



Panik und Angst vor dem Alleinesein und Trennung vermeiden

x 3


Liebe Angela,,

Du sprichst mich so an, mit dem, was Du geschrieben hast. Vielen Dank dafür.

Ja, die Frage ist wirklich berechtigt: Was ist so anders am Alleinsein ohne Mann als am Alleinsein mit Mann? Nichts, wenn man es genau betrachtet und mal ganz nüchtern rangeht. Aber wir Menschen sind leider (oder Gott sei Dank?) so konstruiert, dass uns unsere Gefühle manchmal den rationalen Blick blockieren.

Manchmal denk ich, es ist bei mir etwas falsch angeklemmt:
Warum geht das Gelesene, das Gehörte derzeit nicht in meinen Kopf? Warum wach ich morgens auf und bin unruhig? Warum muss ich mich zwingen, mich den Tag über sinnvoll zu beschäftigen (bin derzeit wegen einer OP krankgeschrieben). Im Job hab ich ja tagsüber Ablenkung, aber jetzt zu Haus und am WE........voll schlimm.

Ich bin sehr stolz auf mich, dass ich es geschafft habe, mich 4 Tage nicht bei ihm zu melden. Da war der letzte dolle Streit und er sagte: Geh Deinen Weg, wenn Du so schlau bist.

Habe mich diese 4 Tage mehr als gequält, mich zu beschäftigen. Malte 2 Bilder (ich möchte endlich wieder mal ne Ausstellung vorbereiten) , war mit einer Freundin weg, hab irgendwie anders die Zeit rumbekommen und immer ganz doll gehofft, dass ich durchhalte, mich nicht zu melden, dass ich durchhalte und mal gucke, was mit mir passiert, wenn ich alleine bin....das war ich nämlich nie richtig in meinem Leben.
Meine ehe war zwar ne WE-ehe und ich habe mich damit nicht unwohl gefühlt. Ich konnte in der Woche Dinge tun, die nur für mich waren..... Da hab ich mich auch nie einsam gefühlt, weil ich im Hinterkopf hatte: Du hast nen Partner.

Ist das nicht irre? Theoretisch bekomm ich's hin, aber........

Gibt es da nicht irgendeine VErhaltensempfehlung?
Muss anmerken, dass ich bereits 2 Monate in Therapie bin, der Therapeut immer lange mit mir redet und dass er bemerkt hat, dass ich kein Selbstwertgefühl habe, obwohl ich alles habe, was wertvoll ist. Und er sagt, dass ich mich mehr annehmen soll, mich mögen....erst dann werde ich keine Kompromisse mehr eingehen, die mir nicht guttun. Aber dieses Reden hilft mir ja auch nicht wirklich weiter, weil ich nicht weiß, wie ich es umsetzen soll und kann.

?

LG Grit

17.08.2011 12:02 • #3


Liebe Grit,

nur ganz kurz, weil ich hab gleich noch Termine.

Irgendwie scheint es zu sein, daß Du diesen einen Gedanken einfach zu viel Macht über Dich gibst. So diese Gedanken an das Alleinsein. Diese Gedanken an dasDurchhalten.

Ich vergleich das dann immer so ein wenig mit dem Ei, das ja auch sehr behütet werden muss, damit daraus ein Küken entsteht.

Du hattest für Dich in Deiner Vergangenheit einen super Kompromiss gefunden, alleine zu sein und alles das auszuleben was Du möchtest, obwohl da ein Partner im Hintergrund war.
So manch eine Frau hätte so eine Fernbeziehung nicht ausgehalten.
Du hast es, und nicht nur das, warst erfolgreich damit.

Wie sah damals Deine Strategie aus?

Denn genau diese Strategie kannst Du weiterverwenden.

Aus der damaligen Zeit nimmst Du mit, das da etwas in Dir ist, was so stark und so kreativ ist, dieses Gefühl kann Dir kein Partner geben, dieses Gefühl ist in Dir, bist Du!

Ich persönlich bin ja Anhängerin der Individualpsychologie, die besagt, das sämtliche Ressourcen für eine Problemlösung im Menschen selbst enthalten sind.

Und das mach Dir bitte bewusst, was für ein toller Mensch Du bist!

Ich weiss jetzt nicht, was für eine Therapie Du machst, es hört sich nach Gesprächstherapie an? Aus was für einen Grund bist Du zum Therapeuten gegangen?

Sei weiterhin stolz auf Dich.

lg
Angela

PS. Es gibt auch ein sehr gutes Buch, daß ich immer wieder empfehle: Die Wolfsfrau von Clarissa Pinkola Estés

17.08.2011 13:17 • #4


Hallo Angela,

danke, dass Du so schnell antworten konntest.
Ich bin derzeit krank geschrieben nach einer kleinen OP und muss erst nächste Woche wieder in den Job.

Die Therapie nennt sich Verhaltenstherapie. Mehr kann ich dem auch nicht entnehmen, als dass ich jede Woche einmal zu dem T. gehe und er dort eine Stunde mit mir redet und jedes Mal das gleiche sagt: Ich soll mich toll finden und das üben, das auch zu sagen. Ich soll mir das Alleinsein schön machen Naja...mehr kommt da nicht rüber. Ich mach das erst ein paar Wochen, weil ich mein Problem erkannt habe - nicht allein sein zu können und Minderwertigkeitsgefühle.

Er hat mit mir gemeinsam herausgearbeitet, dass das ganz weit hinten in meiner Kindheit zu finden ist, aber das hilft mir ja auch nicht weiter. Er nannte es emotionale Misshandlung in der Kindheit, durch Zuneigungsentzug. Und jetzt mach ich mich emotional abhängig von einem Partner, weil ich nach dieser verlorenen Zuwendung giere und das jetzt nachholen möchte, was mir in meiner Kindheit auf subtile Art und Weise entzogen wurde. Er meint, ich nehme jetzt viel in Kauf, nur um emotionale Nähe zu bekommen.

Er sieht auch die Diskrepanz zwischen meinem berufliche Ich: taff, gut und selbstständig und meinem Beziehungs-Ich, wo ich viele Kompromisse mache.

Tja und dann reden und reden und reden wir. Jede Woche das Gleiche, aber mich bringt das nicht weiter. Er hört sich einfach jede Woche meine Wochengeschichte an.... Aber damit habe ich ja noch keinen Plan, WAS und WIE ich etwas machen soll, um es zu ändern. WIE ich mich halt verhalten soll, um die Panik und Angst, verlassen zu werden, in den Griff zu bekommen.

LG Grit

17.08.2011 14:16 • #5


Oh weh liebe Grit,

weißt Du, wenn es diesen Masterplan geben würde, wie ein Verhalten verbessert/verändert werden kann und das selbstverständlich so schnell wie möglich und vor allem zum Vorteil der eigenen Person, nun dieser Erfinder dieses Plans, der wäre reich, stinkreich, superreich!

Es ist nun mal auch so, daß eine Persönlichkeit die sich seit 48 Jahren eines bestimmten Mechanismus bedient um Angst zu vermeiden, nicht innerhalb von wenigen Wochen umgekrempelt werden kann.

Nun kenn ich Dich ja nun wirklich nicht, nicht einmal ansatzweise und von dem was ich lese, mach ich mir so meine eigenen Gedanken und das sind dann immer die subjektiven Eindrücke. Genau wie übrigens auch jede Diagnose gerade im psychischen Bereich eine Beziehungsdiagnose ist. Soll heißen, daß kein Therapeut umhin kann seine eigenen Erfahrungen einfließen zu lassen.

Ich denke nur, von dem was ich bisher gelesen hab, bist Du doch schon sehr weit gekommen. Immerhin hast Du Dich vor 4 Tagen von Deinem Freund getrennt! Und das obwohl in Deinem Hinterkopf diese Angst rumspukt!

Also werden wohl diese Gespräche mit Deinem Therapeuten irgendwo auf fruchtbaren Boden gestoßen sein.

Diese Angst vor dem Alleinsein wird erst dann nachlassen wenn Du Dein Alleinsein akzeptierst. Erst dann wenn Du mit Dir auch alleine zufrieden bist. So simpel und doch so schwer, nicht wahr?
Dazu gehört dann auch diese Achtung, diese Selbstachtung für sich selber zu empfinden.

Es gibt keinen Mensch der nicht etwas hat, auf das er selber stolz sein kann.

Du malst Bilder, möchtest demnächst eine Ausstellung mal wieder machen. Ich bin mir sicher darum beneiden Dich sehr viele, da bewundern Dich sehr viele für.
Du erfreust andere mit Deiner Kunst! Das kann wirklich nicht jeder, das ist doch schon mal ein Grund stolz zu sein.
Und es gibt sicherlich noch einiges mehr an Dingen, auf die Du stolz sein kannst, vielleicht Kleinigkeiten die Du zur Zeit übersiehst.
Das ist wie ein Regentag, der eine möchte nur den grauen Himmel sehen, der Bauer aber freut sich, wenn es nach langer Trockenzeit mal wieder regnet.

Jetzt denkst Du Dir bestimmt, ist ja alles toll, hilft mir jetzt aber auch nicht weiter J

Deine zur Zeit mögliche Strategie ist wirklich nur: Da mußt Du jetzt durch!

Und sich dann vielleicht Gedanken zu machen über das Was wäre wenn

Was wäre wenn, Du schläfst und eine Fee kommt zu Dir. Sie erfüllt Dir einen ganz bestimmten Herzenswunsch. Und wenn Du morgens aufwachst hat sich alles geändert.

Was hätte sich geändert?
Woran würdest Du merken, daß es sich geändert hat?
Woran würden andere merken, daß sich etwas geändert hat?

Wenn Dir dieser Gedanke zu strange ist, probier doch mal eine Visualisierung Deiner Selbst in der Zukunft aus. Wie möchtest Du in einem Jahr sein?
Wie sieht Dein Leben dann aus? Male es Dir so bildlich wie möglich in Deinen Gedanken aus und als Malerin kannst Du das ja hervorragend und wenn dieses Bild für Dich perfekt ist, dann hole es immer wieder gedanklich hervor wenn es Dir schlecht geht.

Manchmal kann da übrigens auch eine hypnotherapeutische Begleitung sehr sinnvoll sein, gerade wenn es um das Selbstwertgefühl geht, vielleicht sprichst Du mal mit Deinem Therapeuten darüber, was er davon hält?

Fürs erst sei ganz lieb gegrüßt

Angela

17.08.2011 23:59 • #6


Hallo Grit! Ich bin gerad erst neu hier, aber habe soeben
deinen Beitrag gelesen und wir können uns die Hand reichen,
bei mir ist es auch so, wie du es beschrieben hast! Ich leide auch gerad
mal wieder gaaanz schlimm und schaffe den Absprung nicht.
Wie läufts bei dir aktuell? LG,

28.10.2011 12:10 • #7


Hallo kunterbunt,

weiß nicht, ob Du dieses Forum noch besuchst. Habe eben erst Deine Mail gelesen, die ja schon einen Monat zurück liegt.
Wie es bei mir läuft?
Ich bin wieder zurück gefallen. Wir haben uns wieder vertragen, waren noch 2 mal in Urlaub-wunderschön!
Aber der Alltag klappt nicht. Das normale Leben zusammen strengt mich an. Ich fühle mich nicht verstanden und er verletzt mich ständig mit Worten, die so fein, wie Nadelstiche sitzen. Er hat ein Problem, das glaub ich inzwischen fest und auch mein Sohn (26) sieht das schon viel länger so.
Aber aus Angst vor dem Alleinesein, habe ich bisher immer und immer wieder klein beigegeben. Inzwischen habe ich Herzrhytmusstörungen und bin unten.
Angst, Angst, Angst......aber ich will da diesmal durch - auch wenn es jetzt so eine blöde Zeit in den Weihnachtstagen ist. Aber eine Beziehung zu beenden ist wohl immer zietlich ungelegen...

03.12.2011 12:02 • #8


Hallo autoeasy,

habe Deine Privatnachricht gelesen und Dir auch geantwortet. Leider scheint das nicht geklappt zu haben.

Vielleicht meldest Du Dich nochmal hier. Ich würd gern mit Dir in Kontakt treten.

LG frapfi

04.12.2011 20:04 • #9


Ja, wie fange ich an..... Wie ihr hier lesen konntet, habe ich den Absprung im August nicht geschafft. Bin wieder zurück gegangen. War seelig und froh. Wie lange hielt das an? Bis Mitte Oktober, dann wieder großer Krach....Schluss....wieder zurück. ICH, IMMER mache ICH den ersten Schritt. Mein Herz pocht, ich fühle mich schlapp, bin unruhig und immer und immer wieder...Versöhnung, Streit, Versöhnung, Streit.

Ich ertappe mich dabei, wie ich mich aus der Ferne betrachte. Sehe, dass ich ALLES tue für das bisschen Zuwendung, die ich bekomme. Dass ich ALLES tue, dafür, dass ich mir einrede: Toll, der Mann kocht für Dich, der Mann macht dies, der Mann macht das...Dass ich ALLES aushalte, nur um nicht allein zu sein...

Freitag war es dann soweit. Ich habe den Absprung erneut gewagt. Es fühlt sich sehr wund an, mein Herz. Aber ich spüre innerlich, dass ich es diesmal schaffen werde. Ich MUSS... Sonst gehe ich vor die Hunde.
Tag 2 danach. Es müssen 200 Tage werden, 2.000.....viele viele

Gruß frapfi

04.12.2011 20:22 • #10


Hi,

dieser Mann tut Dir nicht gut, das hast du doch schon selbst festgestellt. Ich glaube sogar, dass er Deine Ängste ausnutzt. Eine Trennung ist immer schwer, man hat sich ja mal geliebt.

Aber seinen Ängsten soll man sich immer stellen, sonst verschwinden sie nie. Wenn du Angt vor dem Alleinleben hast, lebe mal eine zeitlang allein. Du wirst sehen, das ist überhaupt nicht schlimm, nur anders. Es hat auch sehr viele Vorteile, ganz unabhängig und frei zu sein.

Freu Dich doch auf die Zeit, die jetzt kommt, jetzt kannst du neue Hobbies entdecken, neue Menschen kennenlernen usw.

Wie kommst Du darauf, dass Frauen, die keinen Freund oder Mann haben, gezwungenermaßen allein sind ? Das ist meistens nicht der Fall. Sie haben nur höhere Ansprüche und bleiben lieber allein als sich in eine unglückliche Beziehung zu stürzen.

Mir ist der Absprung auch sehr schwer gefallen, aber inzwischen bin ich glücklich allein. Bei mir waren die Umstände noch schwieriger, ich hatte keine Arbeit und war auch finanziell abhängig.

04.12.2011 21:14 • #11


Hallo,

ja Du hast recht mit dem, was Du schreibst. Innerlich weiß ich das alles, nur die Umsetzung scheiterte bisher immer wegen meiner Angst. Lieber lebte ich in einer Beziehung, die mir nicht guttat, war aber nicht allein, als dass ich glücklicher allein gelebt hätte.
Das ist so schizo, wenn ich darüber nachdenke, dass es fast zum lachen ist.
Du hast es da viel schwerer gehabt als ich: ohne Job und damit mit finanziellen Sorgen nach einer Trennung. Und Du hast es auch geschafft.
Ich hab ja einen sehr guten Job, ein Hobbie-die Malerei-eine eigene Wohnung und einen tollen Sohn. Welt, was willst Du mehr?
Ich sehen mich so nach Zweisamkeit, nach beschützt werden (obwohl ich für mich selbst alle Entscheidungen selbst treffen kann), dass ich dafür bisher immer bereit war, einen hohen Preis zu zahlen.
Und da ich in meinem Leben wirklich nie mal eine Zeit lang allein gelebt habe, weiß ich nicht, wie sich das anfühlt und ich sehe darin ein großes schwarzes unbekanntes Loch. Bei dem Gedanken, allein leben zu müssen, bekomme ich Herzklopfen, körperliche Beschwerden...einfach Angst.
Ich bin jetzt bereit, mich dieser Angst zu stellen und diesmal diesen ganzen Schlammassel durchzustehen. Möchte es schaffen!!

Dir einen schönen Tag. Muss jetzt los zur Arbeit

tschüssi frapfi

05.12.2011 08:26 • #12


Hallo, Deine Geschichte ist die gleiche wie meine. Ich habe 12 Jahre dieses andauernde hin und her mitgemacht. Er hat nachher fast nur noch gemacht was er wollte, weil ich ja alles durchgehen lassen habe nur um ihn nicht zu verlieren. Bei mir war es wohl auch in meiner Kindheit begründet. Meine Eltern haben sich auch nur gezofft und ich wollte doch nur eine richtige Familie für mich und meine Kinder. Aber ich hab sie nie für lange bekommen. Jetzt hab ich mich vor 2 Wochen getrennt und es ging mir echt gut (war ja auch eine WE Ende, 2 Wochen war ich ja gewohnt) und dann kam er und wollte mich als Übernachtungsmöglichkeit ausnutzen, er hat ja echt 2 Stunden mit mir geredet, um mich zu überreden, so lang haben wir im letzten Jahr nicht gesprochen, aber im Laufe des Ge-spräches hab ich gemerkt, der hat sich schon absolut von Dir verabschiedet der will nur bei Dir übernachten (hatte hier eine Verabredung mit Freunden getroffen). Ich hab ihn nicht übernachten lassen und war ganz stolz auf mich. Einen abend lang, denn am nächsten Tag bin ich zusammengebrochen, ich hab nur noch geheult, und hab ständig gedacht Du rufst ihn jetzt an, es tut sogar körperlich weh, ich kann mich auf nix konzentrieren. Aber ich muss das durchstehen, auch wenn ich genau wie Du echt panische Angst davor habe für immer allein zu bleiben.

LG

05.12.2011 20:29 • #13


Das stehen wir durch.... Wir fallen nicht wieder zurück. Ich hab erst Tag 3 und es schmerzt. Es tut so weh, dass es wieder nicht funktioniert hat und wir einfach zu verschieden waren: Er war ein Kopf-Mensch, ich ein Gefühls-Mensch. Wir haben uns einfach nicht verstanden, ständig alles in Frage gestellt. Es war anstrengend, es tat weh, es war trotzdem eine intensive Liebe mit vielem Positiven....aber auch Negativem.

Ich bin traurig. Er tut mir leid. Ich tu mir nicht leid...komisch. Obwohl ich eben hier leide und er sicher nicht, so wie ich ihn kenne. Ich werde nie wieder eine Nachricht von ihm bekommen. So ist er.

Ich will das überleben.
Ich habe auch Angst. Dolle und schlimme Angst. Aber die soll mich nicht auffressen.

Gute Nacht und schlaf schön. Schlaf Dich gesund. Irgendwann schmunzeln wir drüber.

LG frapfi

05.12.2011 20:45 • #14



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