Pfeil rechts
7

Chrissie207
Hallo zusammen!

Wir sind im September in eine neue Wohnung umgezogen (ich bin nach mehrjähriger Fernbeziehung mit an den Arbeitsort meines Mannes gezogen, dafür habe ich unsere Wohnung am bisherigen Wohnort aufgegegeben, in der ich mich sehr wohl gefühlt hatte). Von der neuen Wohnung war ich anfangs begeistert . bis ich feststellte, dass sie in der Einflugschneise von einem Flughafen liegt (bei dem es kein Nachtflugverbot gibt). Tagsüber ertrage ich den Geräuschpegel gerade noch so, allerdings kann ich seit dem Umzug hierher nicht mehr erholsam schlafen. Ich wache nachts durch die Flugzeuge auf und bekomme schlimme Panikattacken. Ich habe inzwischen schon abends Angst vor dem Zubettgehen, Angst, dass ich nachts wachwerde und nicht wieder einschlafen kann (was nahezu jede Nacht passiert) und Angst, wieder eine Panikattacke zu bekommen. Dazu kommt die Angst, dass ich durch den Schlafmangel meine Arbeit nicht schaffe (bin selbstständig).

Inzwischen bin ich die ganze Zeit extrem angespannt, bin sehr empfindlich gegenüber anderen lauten Geräuschen (hier in der Nähe ist auch noch eine Motocross-Strecke), breche oft in Tränen aus, und habe kaum noch Energie. Ich schlafe mit Ohropax (allerdings hört man die Flugzeuge durch diese durch), nehme ein pflanzliches Mittel zum Schlafen und versuche, die nächtliche Panik durch Atemübungen in den Griff zu bekommen - leider mit nur mäßigem Erfolg. Ich finde vor allem die Aussicht grauenvoll, dass ich mich hier wohl nie entspannen können werde und wünsche mir verzweifelt einen Ort, an dem ich zur Ruhe kommen kann. Kennt das jemand bzw. hat jemand Tipps, was ich noch tun könnte? Wieder umziehen geht leider momentan nicht.

23.12.2020 16:19 • 23.12.2020 #1


14 Antworten ↓


Calima
Zitat von Chrissie207:
Wieder umziehen geht leider momentan nicht.

Das wird aber der einzig sinnvolle Weg sein. Du kannst den Lärm nicht verändern und die Flugzeuge nicht stoppen. Demzufolge wird dich das Tag für Tag und Nacht für Nacht begleiten.

Es gibt immer nur zwei Möglichkeiten: Die Dinge verändern, die man verändern kann - in diesem Fall durch einen erneuten Umzug - oder sie eben zu ertragen. Wenn du mit Letzterem zurecht kommst: Gut. Es sieht aber nicht danach aus.

Die Frage ist, worauf du warten willst. Darauf, dich in einer Dauerschleife von Angst und Panikattacken so zu verstricken, dass dir irgendwann auch ein Umzug nicht mehr hilft? Es mag mühsam sein, Geld kosten und unbequem werden, aber ein Leben ohne Lebensqualität wird noch viel schrecklicher werden.

23.12.2020 16:27 • #2



Belastung in neuer Wohnung Dauerlärm durch Einflugschneise

x 3


Chrissie207
Zitat von Calima:
Das wird aber der einzig sinnvolle Weg sein. Du kannst den Lärm nicht verändern und die Flugzeuge nicht stoppen. Demzufolge wird dich das Tag für Tag und Nacht für Nacht begleiten.

Es gibt immer nur zwei Möglichkeiten: Die Dinge verändern, die man verändern kann - in diesem Fall durch einen erneuten Umzug - oder sie eben zu ertragen. Wenn du mit Letzterem zurecht kommst: Gut. Es sieht aber nicht danach aus.

Die Frage ist, worauf du warten willst. Darauf, dich in einer Dauerschleife von Angst und Panikattacken so zu verstricken, dass dir irgendwann auch ein Umzug nicht mehr hilft? Es mag mühsam sein, Geld kosten und unbequem werden, aber ein Leben ohne Lebensqualität wird noch viel schrecklicher werden.


Danke für deine Antwort. Ich bin wegen des Jobs meines Mannes bisher schon sehr oft umgezogen, immer aller 3-5 Jahre. Bei jedem Umzug habe ich wieder verstärkt mit meiner Angsterkrankung zu kämpfen gehabt. Momentan habe ich mich noch nicht vom letzten Umzug erholt und dementsprechend zur Zeit keinerlei Kraft für eine erneute Wohnungssuche (es hat sehr lange gedauert, bis wir diese Wohnung gefunden hatten)/einen weiteren Umzug.

23.12.2020 16:35 • #3


Calima
Zitat von Chrissie207:
und dementsprechend zur Zeit keinerlei Kraft für eine erneute Wohnungssuche

Die Frage ist, ob die Kraft unter den gegebenen Umständen je zurückkommt.

23.12.2020 16:36 • #4


Icefalki
Umziehen ist die richtige Lösung, da Lärm krankmachend ist.

Oder dich in einen Flugzeugliebhaber verwandeln, der sich freut, ein Flugzeug hören zu dürfen.

Hintergrund deiner Lärmempfindlichkeit steckt, ungeachtet natürlich, dass es wirklich laut ist, diese Hilflosigkeit, einem Unbill ausgesetzt zu sein, dass du meinst, nicht ändern zu können. Das ist immer der Hintergrund jeder Angst. Gehst du an Veränderungen ran, egal, ob mental oder mit Umzug, dann fällt das Ausgeliefertsein weg, der Stress reduziert sich wieder, denn du bist im Handeln.

23.12.2020 16:40 • x 1 #5


Hast du die mal ausprobiert: https://www.hansaplast.de/produkte/wund...laermstopp
Ich höre damit höchstens noch 10%. Geräusche draußen überhaupt nicht mehr.

23.12.2020 16:56 • x 1 #6


petrus57
Zitat von Pauline333:
Hast du die mal ausprobiert: Ich höre damit höchstens noch 10%. Geräusche draußen überhaupt nicht mehr.



Gegen Lärm gibt es nichts besseres als Ohropax. Die blocken Geräusche am besten ab. Schlafe schon seit Jahrzehnten mit Ohropax

Ich habe auch schon alles durchprobiert.

Mich nervt ja schon das Ticken einer Uhr.

23.12.2020 17:07 • #7


Ich hab auch schon alles durch probiert und fand Ohropax ganz furchtbar. Das ist aber auch bestimmt 10 Jahre her, da waren das so Wachskugeln, die haben nicht nur nicht den Lärm gut gedämmt, sonder taten richtig weh.
Bei den Lärmstopp-Dingern ist es so, dass die sich im Ohr ausdehnen und so richtig dicht abschließen und das ohne zu schmerzen...

Aber vielleicht ist Ohropax mittlerweile verbessert worden...

23.12.2020 17:11 • x 1 #8


Chrissie207
Zitat von Icefalki:
Umziehen ist die richtige Lösung, da Lärm krankmachend ist. Oder dich in einen Flugzeugliebhaber verwandeln, der sich freut, ein Flugzeug hören zu dürfen. Hintergrund deiner Lärmempfindlichkeit steckt, ungeachtet natürlich, dass es wirklich laut ist, diese Hilflosigkeit, einem Unbill ausgesetzt zu sein, dass du meinst, nicht ändern zu können. Das ist immer der Hintergrund jeder Angst. Gehst du an Veränderungen ran, egal, ob mental oder mit Umzug, dann fällt das Ausgeliefertsein weg, der Stress reduziert sich wieder, denn du bist im Handeln.


Danke dir! Langfristig habe ich auch vor, wieder umzuziehen. Da das aber nicht heute oder morgen möglich ist, würde ich gerne zumindest vorläufig einen Umgang damit finden, damit ich wieder schlafen kann und mehr Kraft und Handlungsfähigkeit habe. Flugzeugliebhaber werde ich wohl nicht unbedingt werden ... tatsächlich war ich aber bisher Flugzeugen gegenüber nie negativ eingestellt, eher neutral (da waren sie aber auch nicht so laut und sind nicht nachts im Minutentakt gestartet). Jetzt hat mein Gehirn abgespeichert: Flugzeug = gefährlich. (Wobei ich insbesondere in stressigen Zeiten generell sehr lärmempfindlich bin.) Gibt es Möglichkeiten, wie ich wieder zu neutraler Bewertung zurückkomme?

23.12.2020 17:14 • #9


Chrissie207
Zitat von Pauline333:
Hast du die mal ausprobiert: Ich höre damit höchstens noch 10%. Geräusche draußen überhaupt nicht mehr.


Danke für den Tipp! Nein, die kannte ich bisher noch nicht. Ich werde sie mal ausprobieren.

23.12.2020 17:17 • x 1 #10


Chrissie207
Zitat von petrus57:
Gegen Lärm gibt es nichts besseres als Ohropax. Die blocken Geräusche am besten ab. Schlafe schon seit Jahrzehnten mit Ohropax Ich habe auch schon alles durchprobiert. Mich nervt ja schon das Ticken einer Uhr.


Ich schlafe auch schon seit vielen Jahren mit Ohropax und fand sie bisher auch super. Uhrenticken stört mich auch - das konnte ich durch Ohropax immer erfolgreich ausschalten ... den Fluglärm hört man leider trotz Ohropax.

23.12.2020 17:22 • x 1 #11


Icefalki
Bist du schon selbst geflogen? Wenn ja, vielleicht hilft es dir, dir vorzustellen, wenn ein Flugzeug startet oder landet, diesen Lärm als ein Zeichen von grosser, weiter Welt- Urlaub zu verbinden.

Nennt sich kognitiv umstrukturieren. Ist zwar laut, aber nur deswegen, weil die Ferne, die Sonne, der Strand erreichbar wird. Also etwas Schönes, dessen Lautstärke signalisiert, juhu, ich darf Teil dieser Möglichkeit sein, wie wir in der Lage sind, fremde Länder erreichen zu können und auch wieder komfortabel nach Hause dürfen.

Was anderes wird nicht machbar sein, der Lärm muss positiv im Gehirn verdrahtet werden. Und gute Ohrstöpsel rein, dann gelingt das vielleicht besser.

23.12.2020 17:26 • x 1 #12


Chrissie207
Zitat von Icefalki:
Bist du schon selbst geflogen? Wenn ja, vielleicht hilft es dir, dir vorzustellen, wenn ein Flugzeug startet oder landet, diesen Lärm als ein Zeichen von grosser, weiter Welt- Urlaub zu verbinden. Nennt sich kognitiv umstrukturieren. Ist zwar laut, aber nur deswegen, weil die Ferne, die Sonne, der Strand erreichbar wird. Also etwas Schönes, dessen Lautstärke signalisiert, juhu, ich darf Teil dieser Möglichkeit sein, wie wir in der Lage sind, fremde Länder erreichen zu können und auch wieder komfortabel nach Hause dürfen. Was anderes wird nicht machbar sein, der Lärm muss positiv im Gehirn verdrahtet werden. Und gute Ohrstöpsel rein, dann gelingt das vielleicht besser.


Ja, ich bin bis vor einigen Jahren hin und wieder geflogen. Und witzigerweise war das, was du schreibst - große, weite Welt, interessante Ländern kennenlernen, Vorfreude auf - genau das, was ich immer mit Flugzeugen verbunden habe. Der Flughafen hier ist allerdings allerdings ein Frachtflughafen - und nachts starten da die Frachtflugzeuge. Da muss ich mir wohl dahingehend eine kognitive Umstrukturierung überlegen. Nach besseren Ohrstöpseln werden ich mich umschauen. Danke für deine Antworten, schon alleine das Gefühl, dass es Möglichkeiten gibt, die ich ausprobieren kann, hilft mir ein wenig.

23.12.2020 17:43 • #13


Icefalki
Zitat von Chrissie207:
Frachtflugzeuge


Auch gut. Denk, dass darin lauter Güter sind, die Wohlstand und Freude und die Wirtschaft am laufen halten. Bei jeder Angst hilft immer, dass man sich andere Denkweisen aneignet, andere Auswege sucht.

Ich hab ja auch einen Hau, was Lärm anbelangt. Jetzt haben wir ein Gästezimmer eingerichtet, das zur anderen Seite ausgerichtet ist, als mein jetziges. Wenn mal wieder Halligalli auf der Ostseite ist, kann ich auf die Westseite ausweichen. Ohrstöpsel auch griffbereit und Ventilator brummt, jeder Nacht.

Wir sind schon so Knallköpfe, gelle?

23.12.2020 17:58 • #14


Chrissie207
Zitat von Icefalki:
Auch gut. Denk, dass darin lauter Güter sind, die Wohlstand und Freude und die Wirtschaft am laufen halten. Bei jeder Angst hilft immer, dass man sich andere Denkweisen aneignet, andere Auswege sucht.


Gute Idee!

Zitat von Icefalki:
Ich hab ja auch einen Hau, was Lärm anbelangt. Jetzt haben wir ein Gästezimmer eingerichtet, das zur anderen Seite ausgerichtet ist, als mein jetziges. Wenn mal wieder Halligalli auf der Ostseite ist, kann ich auf die Westseite ausweichen. Ohrstöpsel auch griffbereit und Ventilator brummt, jeder Nacht.


Klingt gut ... das ist auf jeden Fall hilfreich, wenn man so eine Ausweichmöglichkeit hat!

Zitat von Icefalki:
Wir sind schon so Knallköpfe, gelle?


Aber sowas von

23.12.2020 18:36 • x 1 #15



x 4




Auch interessant

Hits

Antworten

Letzter Beitrag


Dr. Christina Wiesemann