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S

stefen
Gast

Sammelthema
Hallo, habe seit 10 Jahren angst vor alleinsein, dazu kommt die Angst vor Bindung einer Beziehung. Nehme keine Medikamente. Gehe aber zum Therapeuten. Bisher hat das alles nichts gebracht. Auf Grund einer Beziehungskrise vor 10 Jahren fing das an. Habe mich aber dann von 1995 bis 2002 in einer festen Beziehung gelebt. Kurz 4 Tage vor Weihnachten ist durch eine Herztranspl. meine Partnerin gestorben. Allein zu Weihnachten. Grausam. Jetzt kommt die verstärkte Angst. Ich kann nicht allein sein. Angst in der Wohnung. Angst vor der Zukunft. Und ich weis nicht wie ich damit umgehen kann. Wer kann mir einen Rat geben. Danke

28.08.2023 #1


189 Antworten ↓
S

Söckchen
Gast

Hallo Nina,

seit wann hast du denn Angst vor dem alleine sein? War das schon immer ein Problem von Dir, oder gab es einen Anlass?

So wie du beschreibst, gerade weil du auch sagst das wenn es Stress mit dem Freund gibt schlimmer wird, würde ich sagen das du deinem eigenen ICH nichts zutraust. OK, dies hilft dir nun nicht wirklich, Oder?
Als mögliche Hilfe könntest du jemanden einladen um die Zeit des Alleine sein zu überbrücken, aber es ändert nichts an dem Problem! Auch könntest du dich bei jemanden einnisten, aber auch dies ändert nichts. Es hilft dir auch nichts, wenn du dich durch irgendetwas ablenken würdest...das Problem und die Unsicherheit werden bleiben und solange mit körperlichen Symptomen auf dir rum hacken, bis du endlich anfängst an dem Problem zu arbeiten.

Darum rate ich Dir, setze dich hin und schreibe einmal auf was für dein Empfinden DEINE Stärken sind. Ja ich weiß...deine Gedanken gehen in folgende Richtung: Ich bin zu blöd um alleine zu sein, ich kann nichts, ich bin doof, ich kann diese oder jenes nicht! Aus eigener Erfahrung weiß ich wie schwer es ist über sich selber etwas Tolles, Starkes, Positives zu finden...darum überlege, wann dich jemand für ein Bild, Gesang, etwas Gebasteltes, für ein tolles Gespräch, Gedankt für eine Hilfestellung, zupacken beim Umzug von Freunden, oder was auch immer in Frage kommen könnte, und schreibe es FETT geschrieben auf.
Ich kann gut basteln, Ich kann malen, Meine selbstgebackenen Kuchen kommen immer gut an, Ich habe XY bei seinen Problemen helfen können, Ich kann sehr gut zuhören, XY legt großen Wert auf meine Meinung usw.usw. Diese Positiven Eigenschaften hängst du Dir an den Spiegel, legst in in die Küchenschublade oder wo auch immer, und wenn wieder der SAchweiß ausbricht, das Herz anfängt zu rasen liest du dir dieses Zettel gaaaanz laut und deutlich immer wieder Gebetsmühlenartig durch. Am besten sogar noch vor einem Spiegel, indemm DU DIR in die eigenen Augen schaust! Je mehr guter Eigenschaften du für Dich findest, bzw. dir diese als solche zugestehst...desto mehr kannst du an deinem Selbstwertgefühl arbeiten und erkennst das dein Problem zwar da ist, aber du ganz andere Dinge kannst, als Dich von "lächerlichen" Schweißausbrüchen und Herzrasen aus der Fassung bringen zu lassen. Und vielleicht gibt es irgendeine Eigenschaft (singen, schreiben, malen etc.pp.) die du als Ablenkung DANN benutzen kannst. Erst wenn du erkennst was Du alles leisten kannst, zu was du fähig bist, erst dann kannst du der Angst zeigen wie Stark du in Wirklichkeit bist!
Ich wünsche Dir ganz viel Erfolg und bin sicher das du lernen wirst das Alleine sein auch hin und wieder schön sein kann!

19.08.2011 13:12 • x 1 #94


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A


Angst vorm Alleinsein

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F

Fugazi
Gast

Zitat von Athiina:
Wie geht ihr damit um? Wie kann man LERNEN mit sich auch mal alleine zurecht zu kommen?


Hallo Athiina

ich bin knapp 45 Jahre alt und darf jetzt lernen, wovor du (und ich) immer Angst hatten. Seit ein paar Monaten bin ich alleine. In den vorangegangenen 23 Jahren habe ich, ohne es zu wissen, genau das getan, was du hier so veranschaulichend geschildert hast: ich bin stets von einer Beziehung in die nächste gehüpft und ich habe es noch nicht einmal bemerkt. Ich habe mich im Grunde genommen mein ganzes Leben lang stets an andere Menschen geheftet.

Heute stehe ich also da, vor meinem neuen Lebensabschnitt. Ich bin nicht freiwillig in diese Situation gekommen, aber seit einiger Zeit wird es besser. Gelungen ist mir das dadurch, daß ich wohl anscheinend damit aufhören durfte, mir die Umstände anders zu wünschen, als sie sind. Stattdessen übe ich mich darin, die Dinge so hinzunehmen, anstatt ständig zu kämpfen. Das Zwischenergebnis kann sich sehen lassen: die ganz große Verzweiflung hat nachgelassen, ich heule nicht mehr so viel und das mit dem Selbstmitleid ist auch schon viel besser geworden. Wenn es mit den Einsamkeitsgefühlen ganz schlimm wird, melde ich mich bei meinen beiden Freunden oder ich schreibe - entweder hier oder in mein Tagebuch.

Ich weiß nicht, was für dich das Richtige ist, aber was ich weiß ist, daß du hier sicherlich einige tröstenden Worte finden kannst. Ich kann verstehen, wie es sich anfühlt, wenn die Einsamkeit und die Angst in einem hoch kriechen, aber eines weiß ich heute: Gefühle können mich nicht umbringen. Vieles hängt davon ab, wie ich es bewerte.

Du siehst: ich habe keine direkte Antwort auf deine Frage, aber eines kann ich dir versichern: ich bin mittlerweile sogar ganz froh, daß ich lernen darf unabhängig zu sein, denn dann komme ich aus dieser Opfer-Schei*e raus. Und dir wünsche ich, daß auch du lernst, deine Situation anzunehmen und hey... vielleicht weißt du sie ja eines Tages sogar zu schätzen?

Alles Gute dir!

Fugazi

24.05.2015 18:21 • x 1 #122


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A
Hallo,

was sagt denn Dein Therapeut zu dem Thema? Ich meine, dass ist doch schon mal ein guter Schritt sich an einen Fachmann zu wenden. Redet ihr darüber? Was ist der Inhalt der Therapie?

Hast Du keine Freunde, mit denen Du in der Freizeit etwas unternehmen kannst? Mit denen Du auch mal so bei einem Glas B. über Deine Probleme quatschen kannst? Ich denke, das hilft sicher.

Auf alle Fälle hilft gegen die Angst vor dem Alleinsein in der Wohnung, aus der Wohnung herauszugehen oder macht Dir das auch Probleme?
Treibst Du Sport? Hast Du einen Ausgleich? Ich weiß, im Sommer fällt es leichter sich z.B. mal aufs Fahrrad zu setzen und eine Runde zu drehen. Aber auch im Winter kann man versuchen, sich spotlich zu betätigen und wenn es nur mal für zwei Stunden in der Schwimmhalle ist.

Okay. Jetzt fällt mir nichts mehr ein.
Ich wünsch Dir alles Gute. Meld Dich mal wieder.
A.

#2


G
Hallo Stefen,

sehr traurig, was Du da erlebt hast. Kein Wunder, daß Dich das traumatisiert hat! Schade, daß die Therapie bisher nichts gebracht hat.
Mal abgesehen davon, daß ich von den meisten Therapeuten nicht viel halte, wäre vielleicht ein Wechsel ratsam. Das ist völlig legitim und Dein gutes Recht. Der Therapeut, wenn er denn professionell genug ist, sollte das nicht persönlich nehmen und Dich dabei unterstüzten.
Gehe mal tief in Dich und frage Dich, ob Dir die Therapie bei diesem bestimmten Therapeuten guttut, und/oder ob seine Herangehensweise an Dein Problem überhaupt die richtige für Dich ist.

Ich weiß nicht, wie weit ausgeprägt Deine Sozialphobie ist. Ich kann mir aber vorstellen, daß eine Selbsthilfegruppe für Trauerbewältigung das richtige für Dich wäre. Wenn man soetwas wie Du hautnah miterlebt, würde wohl jeder diese Ängste entwickeln (Schuldgefühle, Angst, daß einem das gleiche widerfährt etc.). Ein Gedankenaustausch mit anderen Trauernden wäre doch ganz hilfreich.

Als letztes fällt mir noch ein Haustier ein. Das ist sogar wissenschaftlich erwiesen, daß Tiere besonders bei psychischen Problemen Wunder wirken können. Und holst Du Dir eines aus dem Tierheim, ist das doppelt gut! Denk mal darüber nach, es ist bestimmt was passendes für Deine Person und Deinen Geldbeutel dabei.

Gruß

Z.

#3


G
Hallo Stefen! Wenn ich Deinen Bericht richtig gelesen habe, ist ja Deine Partnerin erst vor 2 Wochen gestorben, oder? Da ist es doch nur vollkommen "normal", nicht allein in der Wohnung zu sein, in der ihr wahrscheinlich bisher miteinander gelebt habt!! Es kommt ja zu dem Alleinsein auch die Trauer um den verlorenen Partner dazu. Jedes Ding in der Wohnung bringt Erinnerungen hoch und umso schmerzvoller ist die ganze Situation. Ich wünsche Dir viel Kraft. Liebe Grüße, Romi

#4


L
lieber stefen,
wenn du schon so lange brennende angst vor dem alleinsein hast und
nun der schicksalsschlag durch den tod diese angst verfestigt und verschlimmert hat und dir bindungen an menschen nicht leichtfallen und jetzt alles so endgültig trostlos erscheint, hilft vielleicht doch etwas: Laß doch andere menschen, denen das leben auch nicht nur leicht fällt, so mit dir kontakt aufnehmen, indem du deine anschrift zur verfügung stellst oder indem du z.B. mit mir e-mail-kontakt aufnimmst. Es ist dann ein schritt zur veränderung deiner situation, den du nicht alleine tuen musst. l
liebe grüße von liselotte

#5


S
Hallo Lieselotte,

danke für deine Email. ich habe mich sehr gefreut darüber. Es ist nicht leicht in der heutigen Zeit einen vertrauensvollen Menschen zufinden ob Freunde o.nicht. wenn es einen nicht gut geht sind dann alle weg. Meine Partnerin war schon lange sehr krank, nur in letzten halben Jahr wurde es sehr schlimm. Sie lag seit anfang oktober im Krankenhaus. die letzten 8 wochen bis zu ihrem tode lag sie auf der intensivstation, sie konnte nicht mal mehr sprechen. nur liegen. das war alles nach der Herztranspl. Meine Besuche waren umsonst. ich hätte alles für sie getan, nur das sie wieder gesund wird. sie hatte noch sovieles vor. wollte reisen und viels mehr. Nichts aber auch garnichts. Ich hätte ihr noch sovieles sagen wollen. Die Anblicke auf so einer station werde ich nie vergessen in meinen Leben. Grausamer Anblick für mich. Auf die Zugspitze und nach Venedig und Wien wollte sie reisen. Mein Streicheln und mein reden hat nicht geholfen. Ich war weihnachten ganz allein.Keiner wollte mit diesen thema zutun haben. Angst vor dem alleinsein das ist bei mir sehr stark. ich hoffe nur das es wieder berg auf geht. zu mal ich 600 km von meinen wohnort entfernt wohne. ich bin zu ihr gezogen. in dieser stadt habe ich keinerlei sozialen kontakte. meine freundin war eifersüchtig. sohabe ich mich auf die zweisamkeit mit ihr konzentriert. ich werde auf keine tiefgründige beziehung mehr eingehen, so kann ich mir bestimmt das leiden sparen. ich leide zutiefst. zur zeit bin ich nicht mal mehr in der lage auto zufahren. ob eine haustier eine lösung ist? aber als ersatz ist auch keine lösung, oder doch. mein selbstbewußtsein ist von 100 auf 30 gesunken. die kraft zum leben hab ich, aber wie lange das weiss ich nicht. mich trifft es doppelt, meine mutter ist auch schwer krank, herz und zuckerkrank, blind auf einen auge und ständig die Notarzteinsätze die sie ins krankenhaus bringen. da kann man bald verzweifeln. hier auch der tod nicht weit.
lieselotte können pflanzen den tod voraussehen? jedenfalls habe ich beobachtet das 4 tage vor dem tod meiner Freundin eine GRÜNPFL. die sie sehr gehegt und gepflegt hat die Blätter hat fallen lassen. nach ihrem tod war dies nicht mehr. ich kann auch kein Fluglärm, Martinshorn hören. in August letzten jahres bei der jahrhundertflut habe ich selbst 4 tage nachtwache gehalten, wegen meiner freundin. sie wollte nicht in einer massenunterkunft vei einer Evakuierung. war nachts auf den Balkon.
sollte ich dich jetzt irgentwie bedrängt haben mit meinen ellenlangen text, bitte ich um entschuldigung!

stefen

#6


L
hallo stefen, wenn es dir nach allem, was du erlebt hast, so schlecht geht, dann schreib weiter und erzähl von allem. Ein haustier kann uns erst dann etwas zurückgeben, wenn ihm schon viel liebe gegeben werden kann und freiheit, warte noch. Ich bin57, habe im juli meinen mann durch tod verloren, konnte nicht abschied nehmen und habe eine lange reihe ganz schrecklicher probleme.Meine mutter wird 89 . Meine kinder studieren weit weg und aus der kindheit brechen jetzt viele unbewältigte lasten auf, die alle alleine zu bewältigen sind. Ich war 6 wochen in einer klinik und jetzt ist alles wieder so schlimm wie vorher und es muß und soll irgendwie weitergehen.Ich habe festgestellt,daß das reden darüber (schreiben als ersatz) die wirkliche möglichkeit ist, etwas zu lösen und wichtiger noch, das nicht alleine sein, was nur oft nur so begrenzt möglich ist. Also mit jemandem persönlich reden, immer wieder, ohne lange zeitabstände, am
tag und abends und nachts, auch am telefon und persönlich.
Du wirst jemanden finden - liebe grüße liselotte . Wenn du willst, sprich weiter von dem erlebten und wenn du antworten zu speziellem willst, sag es.

#7


L
für stefen, pflanzen sind empfindsame wesen, sie können uns nur nicht mitteilen, was sie fühlen, wenn wir ihre sprache nicht sprechen, wir können vieles nur einfühlsam erahnen. Du hast schon soviel einfühlsamkeit gezeigt, daß dir nun manches auffällt. liebe grüße liselotte

#8


G

angst vor ewigem alleinsein

Hallo!

Ich bin 19 und habe Sozialphobie seit ungefähr vier Jahren und zieh' mich immer mehr zurück. Letzte Woche hat mich z.B. eine Freundin angerufen und mich gefragt, ob ich denn nicht auf ihre Geburtstagsfeier kommen wolle, sie hat mich doch schon länger nicht mehr gesehen. Ich habe zugesagt (wegen schlechtem Gewissen). Und seit diesem Zeitpunkt habe ich Panik, weil doch in fünf Tagen diese Feier stattfindet! Die ganzen letzten Tage über denke ich nur noch an diese Feier und habe echt Angst! So geht es mir immer. Immer häufiger sage ich Treffen ab (oder lasse sie gar nicht erst zustande kommen), weil ich so angst davor habe! Ich sitze auch häufig am Abend (vor allem Wochenende wenn alle auf Parties sind, nur ich wieder nicht) in meinem Zimmer und heule, weil ich mein Verhalten selbst nicht verstehen kann.
Im Alltag habe ich keine Probleme mit Menschen. Ich mache selbst eine Ausbildung zur Ergotherapeutin und werde also später auch viel nahen Kontakt zu Leuten haben. Aber in bestimmten Situationen (Parties, Restaurant-Besuche) geht es einfach nicht, da habe ich das Gefühl, die Situation einfach nicht mehr kontrollieren zu können. Dann stehe ich schweigend rum, gucke die Leute nicht mehr an etc. Auf meine Mitmenschen muß ich bestimmt manchmal den Eindruck eines langweiligen Mädchens machen.
Wem geht es auch so? Weiß jemand Hilfe?
Gruß, SUSANNE

#9


G
Hallo Susanne!

Mir geht es auch so wie Dir!
Ich hatte erst mit 23 meinen ersten Freund, weil ich nie auf Parties gegangen bin, mich immer zurückgezogen habe und dadurch natürlich auch mit dem männlichen Geschlecht nahezu keinen Kontakt hatte.
Meinen Freunden gegenüber hatte ich immer ein schlechtes Gewissen, weil ich sie nur noch sehr selten gesehen habe und ich auch nie mit ihnen in Urlaub fahren wollte.
Seit einem Jahr bin ich in therapeutischer Behandlung - mit Erfolg! Nicht nur, daß ich jetzt in einer Beziehung lebe, sondern auch die Tatsache, daß ich ohne angst Lokale besuchen (und dort sogar in der Mitte sitzen kann).

Helena

#10


M
Hallo Susanne,
eine letzte Möglichkeit gegen soziale Phobie ist natürlich ein angstlösendes Medikament. Ich weiß nicht, ob Du da prinzipiell dagegen bist, z.B. wegen der Abhängigkeitsgefahr. Ich selbst habe früher in sozial schwierigen Situationen gelegentlich Tavor genommen, halte aber im Rückblick die Abhängigkeitsgefahr für zu hoch und nehme heute überhaupt nichts mehr davon. Aber Tavor ist sehr effektiv: Du fühlst dich eine Stunde nach Einnahme besser, entspannter, optimistischer, völlig angstfrei - und das hält etwa 24 Stunden an. Danach kann es sein, dass man einige Stunden eher ängstlicher ist als sonst (so schnell gewöhnt man sich an die Wirkung). - Eine ganz andere Möglichkeit wäre Cipramil (ein Antidepressivum), das täglich über längere Zeit eingenommen werden muss und auch leicht angstlösend wirkt (ohne Abhängigkeitsgefahr). Falls Dir Medikamente nicht zusagen, wäre eine sozialpädagogische oder verhaltenstherapeutische Unterstützung vielleicht eine Hilfe, evtl. in Kombination mit Medikamenten. Da du 19 Jahre alt bist (also evtl. noch etwas ,flexibel'), würde ich an Deiner Stelle sogar überlegen, einige Wochen in eine psychiatrische Klinik zu gehen (auch wenn Du völlig "normal" bist) und dort Deine Phobie ganz genau zu analysieren. Vielleicht sind das nicht die Tipps, die du hören wolltest, aber der wichtigste Tipp ist, dein Problem als psychiatrisches Problem zu verstehen. Psychologen oder Soziologen können Dir nicht helfen. Vieles, was andere oberflächlich sagen, wird dir nicht helfen. Ich würde auf jeden Fall mit einem Psychiater reden und mir ein Medikament für schwierige Situationen verschreiben lassen.

#11


T
Hallo Susanne,
ich denke Du machst den klassischen Fehler, den Menschen mit sozielen Ängsten häufig begehen. Du konzentrierst Dich ständig nur auf Dich, denkst darüber nach, wie Du gerade wirkst, was andere jetzt von Dir erwarten. Stellst Erwartungen an Dich, die Du gar nicht erfüllen kannst. Du sagst, Du hast Angst, die Situation nicht kontrollieren zu können. Das ist richtig, Du kannst es auch nicht kontrollieren, das liegt nicht im geringsten in Deiner Macht. Da erwartest Du viel zuviel von Dir. Kontakte zu anderen zu haben bedeutet, auf den anderen zu achten, auf ihn zu reagieren, aber Du kannst ihn nicht kontrollieren. Das Problem liegt darin, dass Du aber nur auf Dich fixiert bist. Damit nimmst Du Dir die Chance zu reagieren, weil Du den anderen gar nicht richtig wahrnimmst.
Sieh mal, Du steigerst Dich jetzt schon in Deine Angst hinein, weil Du in fünf Tagen auf eine Party gehst. Das kann ja nur daneben gehen. Du bereitest Dein vermeintliches Versagen ja systematisch vor. Virgiß doch mal die negativen Aspekte und konzentriere Dich auf das schöne an so einer Feier. Du kommst unter Leute, es ist eine Gelegenheit mal soziale Kontakte zu üben. Glaub mir, soviel kann da gar nicht schiefgehen. Das versagen passiert nur in Deinem Kopf, weil Du der einzige Mensch bist, der die Erwartungen an Dich zu hoch steckt.
Ich weiß, das ist verdammt schwer sich zu ändern, ich habe mich sehr lange genauso verhalten wie Du. Ich habe immer Ausreden vor mir selbst gesucht um nicht auf Partys gehen zu müssen. Es hat lange gedauert, bis ich mir selbst eingestehen konnte, dass das kein normales Verhalten ist. Aber selbst dann habe ich es als Schicksal hingenommen, das ich nicht ändern kann. Aber wenn ich es nicht kann, wer dann?
Du hast erkannt, dass es so nicht weitergeht. Ich denke Du solltest zunächst mal jemanden ins Vertrauen ziehen und über Deine Probleme reden. Du wirst Dich wundern, was andere wirklich über Dich denken. Das hat mit langweilig nichts zu tun. Falls Du es allein gar nicht schaffst, könnte ein erfahrener Therapeut ein guter Anfang sein. Du hast das Glück, dass Du Dein Problem recht früh erkannt hast.
Du kannst das schaffen, ich wünsche Dir viel Glück.
Thomas

#12


U
Hallo susanne!Mir geht es quasi seit meiner kindheit so,hatte selbst auch noch nie eine Beziehung.Hab auch deshalb 2 kognitive Verhaltenstherapien absolviert.Falls Du Interesse hast,kannst du dich gerne mal melden.LG Udo.

#13


A
Hallo,

habe oft panische Angst vor dem Alleinsein, bin ich auch oft. Habe 2 Kinder aber die gleichen das auch nicht aus was ich brauche. Nehme jetzt schon Insidon aber Tavor hilft besser.
Wer kann mir einen guten Ratschlag geben

#14


J
Hallo Anna,
einen Ratschlag kann ich dir leider nicht geben. Auch ich hab Angst vor dem alleine sein. Durch diese Angst habe ich jetzt meine letzte Beziehung kaputt gemacht. Jetzt habe ich eine Reha beantragt und mir einen Psychologen gesucht. Mein Arzt hat mir Medikamente verschrieben, jedoch hab ich Angst, wenn die Medikamente abgesetzt werden wieder in ein solches Loch wie jetzt zu fallen.
Ich weiß nicht ob du in einer Beziehung lebst, jedoch ist es vielleicht gut für dich, eine Verhaltentherapie zu machen.

#15


S
hallo anna,

wir wäre es denn mit einem partner? vielleicht hilft das ja.

ciao stefan

#16


P
Hallo Anna

Bin selber erst 23 Jahre alt und eigentlich gibt's in meinem Leben keine echten Probleme und trotzdem fühl ich mich von Zeit zu Zeit einfach irrsinnig allein. Ganz egal ob mit Partner, mit Freunden, Familie oder wirklich allein. Ich hab bis jetzt leider auch noch nichts gefunden, was mir aus meinem Panikanfall (Atemnot, Schwitzen) raushilft. Bei mir ist das Problem jenes, daß von allen Seiten gsagt wird, ich soll mich doch endlich zusammenreißen und das kann gar nicht so schlimm sein, ich soll mir nichts einbilden; tu mir einfach schwer, es jemandem der das nicht versteht zu erklären, selbst der Hausarzt meinte, naja wird halt sowas wie Liebeskummer oder so sein. Nehm seit einiger Zeit Bachblüten, bin also im Moment auf der Homöopathischen Schiene und muß sagen, bei mir wirken sie wahre Wunder. Hab mich eben erst von meinem Freund getrennt und fühl mich nicht panikartig allein und bin in kein - wie sonst üblich wenn irgendwas außergewöhnliches und nicht geplantes geschieht - tiefes Loch gfallen. Hatte vor ca. zwei Jahren - für mich recht arge, der Hausarzt und rund um die Leut habens ja als Spinnerei abgetan und langsam aber sicher hab i mi a wie a komplett Irre gefühlt, tut irgendwie gut zu wissen, daß auch andere darunter leiden - Depressionen und hab damals nach kurzer Zeit mit Medikamenten angefangen Johanniskrautkapseln regelmäßig zu nehmen und Johanniskrauttee regelmäßig zu trinken und zusätzlich hab i mir Bachblüten, die von der Beschreibung her genau meinen Empfindungen entsprachen, zusammenmischen lassen und ich muß sagen, bei mir hat sich einiges geändert. Bin zwar noch relativ oft traurig und in abgeschwächter Form vielleicht auch panisch wenn i plötzlich das Gefühl krieg "ich bin allein", aber es ist um einiges besser geworden! Mach im Herbst meinen Abschluß und denk sogar daran wirklich allein ins Ausland zu gehen!

Vielleicht hat's dir geholfen? Mir auf jeden Fall, vielleicht endlich jemand der's nachempfinden kann ...

baba Petra

#17

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K
Hallo Anna!

Habe hier gerade mal Deinen Bericht durchgelesen und weiß haargenau wie Du Dich fühlst.. Weil ich hab genau das gleiche Problem. Ich lebe mit meiner Tochter und Mann und meiner kleinen naja 3 1/2 jährigen Tochter zusammen. Wenn mein Mann da ist, ist alles ok und erträglich aber manchmal wenn er abends weggeht ist es dann schlimm... ich steigere mich immer mehr rein in diese schei....aber bis jetzt habens wir immer überlebt.Ist zwar die Hölle. Ich nehme keine Medis. Nicht mehr. Nur noch in krassen Fällen... Hab immer was zu Hause... kannst mir ja mal schreiben wenn Du möchtest... Es hilft. Bin auch seit 3 Monaten bei einer Tiefenpsychologin.....

setz bitte Tavor sofort ab! Macht Hochsüchtig! Meine Freundin ist daran gestorben.. die leber versagte..

Bis denn

#18


S
hallo anna,
ich kenne alles nur zu gut! ich habe meine angst seit mittlerweile 11 jahren. ich habe vier kinder und ich habe es die ganzen jahre über immer wieder geschafft, dass einer von meiner familie zuhause war. jetzt sind 3 kinder nicht mehr im haus. es wurde schwieriger. ich habe eine therapie in einer klinik gemacht, die mir sehr geholfen hat mit meiner angst klar zu kommen. dann hat meine sehr liebe hausärztin ein medikament gefunden, dass mir total geholfen hat und das komplett ohne nebenwirkungen!! es wird normalerweise bei depressionen eingesetzt doch jetzt hat man festgestellt das es auch bei angststörungen gut hilft. es heißt trevilor. ich nehme es jetzt seit 2 jahren und was soll ich sagen es geht mir sehr gut. ich habe keine angst mehr!! und anders als bei tavor oder ähnlichen medis bin ich voll leistungsfähig. ich fühle mich auch nicht mau im kopf. alles ist wie es früher war, als ich noch keine probleme mit der angst hatt. ich kann wieder alles genießen!! frag doch mal deinen arzt ob trevilor für dich in frage kommen würde. ich wünsche dir alles liebe und gute und ich hoffe ich konnte dir vielleicht helfen. falls du noch fragen hast melde dich. sabrina

#19


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Ich kenne diese Angst vorm allein sein und momentan hat sie mich wieder fest im Griff. Ich weiß im Moment einfach nicht mehr weiter. Hat jemand Tips für mich wie ich damit klar kommen kann, oder was ich tun kann, damit es wieder aufhört?

Grüße Tanja

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Dr. Hans Morschitzky
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