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evan_d
Hallo zusammen,
ich bin heute zum ersten Mal hier und brauche Hilfe.
Seit zwei Jahren leide ich an Panikattacken und die besonders starken, kommen immer dann, wenn ich alleine bin oder mit meinen beiden Kindern, 6 und 8 Jahre. Jedes kleine Schmerzchen im Körper wird gegoogelt und das ist wahrscheinlich eh das Schlimmste, was man tun kann. Ich bin bei verschiedenen Ärzten oder im Krankenhaus gewesen mit Verdacht auf Schlaganfall oder Herzinfarkt. Trotzdem findet man nichts. Aber diese Schmerzen oder das Kribbeln oder der Schwindel sind echt, ich kann mir das doch nicht einbilden. Mein Alltagsleben ist komplett eingeschränkt und es ist nur noch anstrengend. Wie helft ihr euch? Wie unterscheidet ihr, was echt ist oder nicht? Ich bin wirklich verzweifelt und hoffe auf eure Hilfe. Danke im Voraus.
Claudia

23.09.2017 19:10 • 27.09.2017 #1


12 Antworten ↓


kopfloseshuhn
Hi!
herzich willkommen in der Riege der Schisshasen.
Du hast völlig Recht! Das ist ja nicht eingebildet nur weil es psychisch ist. der Körper reagiert halt einfach.
Ja, googeln ist echt der Feind. Man macht sich verrückt damit. Das sollte man tunlichst lassen.

Also wenn du schon so die Standartuntersuchungen hinter dir hast und körperlich nichts gefunden wrde, was auf eine der befürchteten Krankheiten hindeuten würde, dann muss man mit größter Wahrschienlichkeit davon ausgehen, dass der Körper gesund ist. UNd dann ändet sich das auch nicht bis zur nächsten Attacke. Das immer im Kopf behalten!

Mir hat es sehr geholfen hier http://www.panikattacken.at/ zu lesen und die Gründe dafür zu erfahren, warum man dennoch all diese Symptome hat. Was die Angst so mit dem Körper macht.
Erstmal liebe Grüße

23.09.2017 19:27 • x 1 #2



Beim Alleinsein Angst vor Tod

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evan_d
Dankeschön. Ich werde gleich anfangen mich rein zu lesen. Das ist wirklich sehr nett von dir.

23.09.2017 19:38 • x 1 #3


Mondkatze
@kopfloseshuhn

hallo,
ich finde Deine Signatur toll.

23.09.2017 20:25 • x 1 #4


Claudia, mir geht's genauso. Ich habe auch Panikattacken, aber immer nur, wenn ich allein bin. Es lässt sich gar nicht leugnen, dass es da einen Zusammenhang gibt, weil ich noch nie eine hatte, wenn ich nicht allein war. Es ist wirklich unglaublich einschränkend, weil es sich kaum vermeiden lässt, mal alleine zu sein. Aber immer diese Angst, wenn ich jetzt einen Schlaganfall/Herzinfarkt etc. habe, sterbe ich hier und keiner merkt es... Mittlerweile gehe ich immer aus dem Haus, wenn ich merke, dass ich nervös werde. Gehe einfach in die Innenstadt, am liebsten Bücher shoppen, das beruhigt mich. Da weiß ich, es sind ganz viele Menschen um mich rum, wenn was passieren sollte. Wenn ich nicht weg kann (wie du evtl. wegen deiner Kinder), telefoniere ich oder schreibe sonst irgendwie auf WhatsApp. Oder ich mache Sprachnachrichten. Wenn ich rede und einfach erzähle und merke, dass ich atmen kann und reden, geht's mir auch oft schon besser. Alles, alles Gute für dich!

24.09.2017 15:15 • x 1 #5


titanicleser
Mein Tipp: Verhaltenstherapie ! Ihr lernt wie ihr mit den Ängsten besser umgehen könnt und habt Panikattacken besser unter Kontrolle.

25.09.2017 16:48 • x 2 #6


evan_d
Aber da reinkommen, ist schwierig.

25.09.2017 19:14 • #7


Hallo Claudia,

Willkommen hier im Forum.

Eins hast Du schon richtig erkannt, bitte nicht nach Symptomen Googeln.
Es macht nur mehr Angst und was aber noch schlimmer ist, es untergräbt das Vertrauen in Urteil der Ärzte.
Man fragt sich immer, na ja es worde vielleicht doch was übersehen, nein...... es worde nichts übersehen.
Ich kann Dich wirklich verstehen doch solltest Du auch wissen, dass man es schaffen kann ohne diese Ängste zu leben.
Ich kenne einige, mich eingeschlossen die es geschafft haben.
Ich habe allerdings etwas radikale Vorgehensweise gewählt, als mein Ordner mit Ähnlichen Gutachten etwa
so dick war wie das örtliche Telefonbuch habe ich mir gedacht, jetzt will ich mein leben zurück und ich bekam mein Leben zurück und bin nicht umgekippt.

Bin mir sicher, dass Du es schaffen wirst, allerdings ist es ein Prozess und es braucht etwas Zeit.

Liebe Grüße
Lockenkopf

25.09.2017 19:44 • x 1 #8


evan_d
Das ist wirklich sehr nett von dir Lockenkopf. Dankeschön. Ich frage mich nur manchmal, an welchem Punkt mein Leben gekippt ist, weißt du? Dieses anstrengende Nachdenken muss aufhören. Aber wie. Dieses Achten auf jedes Wehwehchen. Darf ich fragen, wie lange deine Heilung gedauert hat? Und wie hast du angefangen? Ich danke dir im Voraus.
LG, Claudia

25.09.2017 20:07 • x 1 #9


Gandalf der Graue
Ich kenne das Gefühl auch. Zwar nicht nur wenn ich allein bin (ich hatte eine Panikattacke auch schon in der U-Bahn, wie aus dem nichts und einmal, da war ich mitten im Gespräch mit Freunden), aber wenn ich allein bin tritt es doch am häufigsten auf.

Bei mir ist es meistens auch verbunden mit körperlichen Symptomen. Stechen in der Brust und Armschmerzen -> das muss das Herz sein. Anhaltendes Ziehen in der Wade -> kann nur ne Thrombose sein. Und was nicht noch alles. Das geht nun schon ein halbes Jahr so, aber ich lebe noch. In ruhigen, entspannten Momenten kann ich mir das ins Gedächtnis rufen und es hilft. Aber wenn es gerade Akut ist, dann schaffe ich es fast nie mich richtig zu beruhigen.

So wie vorhin, auf einmal hat es nur so in der Brust gestochen, keine Ahnung wieso. Der linke Arm ist seit Tagen schon schwer und dann auch noch schlecht Luft bekommen. Ich war grad in der U-Bahn auf dem Weg zum Zahnarzt. Na ja, immerhin ein Arzt, dachte ich mir, wenn es ganz schlimm wird werden die mir auch helfen können. Aber besser wurde es nicht. Eine gute Stunde später geht es schon wieder. Schmerzen haben nachgelassen, bin nicht mehr so aufgewühlt. Vermutlich doch mal wieder "nur" eine Panikattacke.

Was mir dann hilft kann ich auch nicht wirklich sagen. Manchmal ein Gespräch mit jemandem, der mich mag und meine Gefühle nachvollziehen kann und mich, wenn auch nur gedanklich, in den Arm nimmt. Nicht googeln hat mir defintiv gut getan. Seitdem verschwinden die Symptome deutlich schneller.

25.09.2017 20:20 • x 1 #10


Zazazu
Zitat von evan_d:
Aber da reinkommen, ist schwierig.


Ja da reinkommen dauert manchmal etwas aber ohne ist die Zeit ja auch nicht besser oder? Ich möchte hier niemandem antidep anpreisen und nein ich vertreibe auch keine ABER wieso tun sich Menschen dieses Leid über Jahre an wenn es doch auch medikamentöse Hilfe gibt? Ja ich weiß nicht bei jedem helfen sie aber sie sind wenigstens einen Versuch wert! Ich habe mich damals auch immer davor gesträubt aber letztendlich war der Grund warum ich mich doch FÜR die Medikamente entschieden habe meine Tochter! Ich möchte ihr nicht zumuten dass sie so aufwächst und mich in ständigen Panikattacken erlebt. Sowas prägt enorm weil die Kinder fürchterliche Ängste ausstehen müssen in dem Moment während sie die Mama in diesem Zustand beobachten und merken dass sie selbst in Panik ist aber nicht wissen warum. Ja ich gebe zu das einschleichen und ausschleichen kann der Horror sein aber es lohnt sich. Ich weiß nicht was ich ohne gemacht hätte. Medikamentös eingestellt hab ich dann auch eine Therapie angefangen (Verhaltenstherapie). Ohne diese med würde ich der Therapie nicht folgen können das war zumindest meine Erfahrung. Ich konnte mich aber auf das was ich dort lernte auch zu konzentrieren ohne dass mich permanente Ängste ablenkten. Ich bin oft alleine weil ich Alleinerziehende bin und verstehe daher wie einsam man sich fühlen kann. Aber manchmal lässt es sich nicht ändern oder aussuchen und man sollte - wenn man Kinder hat - es auch für die Kinder tun! Ich wünsche dir alles gute und ich hoffe du verstehst meinen post nicht falsch. Ich weiß nur wie man leidet und was für Ängste man aussteht und das muss einfach nicht sein wenn man dafür einfach nur zur Apotheke muss! Wenn es Hilfe gibt dann nimm sie! Irgendwann wird die Zeit in der du in Therapie bist, reif sein um "ohne Krücken zu laufen"! Aber bis dahin.... schnapp dir die Krücken man sieht sie ja nicht

25.09.2017 20:21 • x 2 #11


Zitat von evan_d:
Das ist wirklich sehr nett von dir Lockenkopf. Dankeschön. Ich frage mich nur manchmal, an welchem Punkt mein Leben gekippt ist, weißt du? Dieses anstrengende Nachdenken muss aufhören. Aber wie. Dieses Achten auf jedes Wehwehchen. Darf ich fragen, wie lange deine Heilung gedauert hat? Und wie hast du angefangen? Ich danke dir im Voraus.
LG, Claudia


Hallo Claudia, habe leider etwas spät Deine Frage entdeckt doch ich schreibe Dir gerne mehr dazu.
Ich denke, heute ( Dienstag Nachmittag )

LG
Lockenkopf

26.09.2017 00:22 • x 1 #12


evan_d
Wie lange halten deine denn an? Ich habe nämlich an manchen Tagen das Gefühl, dass ich nicht durch den Tag komme. Ging es dir oder jemandem auch schon mal so? Das Stechen hab ich auch in der Brustgegend, dann das Kribbeln im Arm und Bein, immer nur auf der linken Seite. Mein letzter großer Bluttest war im März, da war alles gut, die letzten beiden kleine Test waren im August, da war auch alles im grünen Bereich, die Lunge wurde geröntgt, keine Auffälligkeiten. Ich mache Physio und Yoga für den Rücken und versuche mich gerade mit autogenem Training. Aber ich habe Angst vor jedem neuen Tag.

27.09.2017 19:40 • #13



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