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Hallo!

Mein ganzes Leben habe ich mich einsam gefühlt und war eigentlich fast immer alleine. Und ich musste zusehen, wie ich mit meiner Angst alleine klar komme. Irgendwie habe ich mich trotzallem über Wasser gehalten, wenn auch mehr schlecht als recht.

Seit einiger Zeit schwebt mir nun der Gedanke durch den Kopf, welchen Gewinn ich aus meiner Angsterkrankung eigentlich ziehe? Ich werde sie nicht los, habe schon viel ausprobiert und seit etlichen Jahren hat sich das Gesicht der Angst immer wieder verändert, es ist heftiger geworden. Ein Gewinn wäre doch beispielsweise, dass man mit Angst weiterhin versorgt und umsorgt wird. Ich aber muss ja eh alleine klar kommen. Wieso mache ich mir dann das Leben so zur Hölle?

Es ist auch alles so absurd. Wesentlich besser geworden ist meine Angst, als ich einen Mann kennenlernte, mit dem ich dann fast 3 Jahre zusammen war. Ich habe erstmals seit etlichen Jahren wieder kleine Reisen unternommen und regelmäßig Ausflüge gemacht. Er hat sich jedoch vor einigen Monaten von mir getrennt.
Aber erst in den letzten Wochen ist meine Angstproblematik schlimmer denn je geworden. Und es hat sich eine enorme Panik vor diesem Alleinsein entwickelt. Da mich seine Trennung ziemlich unverhofft ereilte, habe ich nicht nur diese Panik vor dem Alleinsein, sondern ebenso doll davor, mich wieder auf eine neue Beziehung einzulassen. Mir kann ja jederzeit das gleiche passieren. Ich werde verlassen und alle gewonnene "Freiheit" ist dahin. Natürlich liegt der Gedanke nahe, dass ich alleine leben lernen muss, um unabhängig zu sein, doch das habe ich ja vorher getan. Nur jetzt geht es nicht mehr. Mir scheint es bald so, als brauche ich einen Partner, um leben zu können.

Klingt alles verworren, nicht wahr?

Angst vor dem Alleinsein heisst für mich nicht, nicht alleine Zeit verbringen zu können. Ich habe eine Wochenendbeziehung geführt. Aber alleine diese Gewissheit, dass es da jemanden gibt, der mich liebt, der für mich da ist, der Anteil nimmt, dass es ein "WIR" gibt, hat mir unglaubliche Kraft geschenkt.

Ich weiß überhaupt nicht mehr, was ich machen soll. Ich packe es nicht, noch mal verlassen zu werden, aber ich habe auch keine Kraft mehr, immer und immer alleine zu sein.
Vielleicht ist dieses Alleinsein gleichzusetzen mit Einsamkeit. Mag sein. Keine Freundin, kein Familienmitglied kann diese Lücke ausfüllen, die ein Partner abdeckt.

Keine Ahnung, ob überhaupt jemand versteht, was ich meine. Bin selbst ganz durcheinander. Aber auch so richtig dieses Lebens und Leidens müde.

Wie kommt Ihr, die Ihr auch alleine lebt, mit Eurer Angst klar?

11.11.2007 00:15 • 05.05.2012 #1


33 Antworten ↓


gar nicht

11.11.2007 00:51 • #2



Angst vor dem Alleinsein/Krankheitsgewinn

x 3


Hallo Lilly42!

Dein Beitrag ist zwar schon etwas älter aber ich muss einfach darauf antworten weil du mir aus der seele sprichst.
Es geht mir genaus so.
Ich bin gerade dabei zu lernen wir man alleine lebt, aber ich glaube ich schaffe das einfach nicht.
Es ist genau wie du sagst, es ist nicht das Alleinsein an sich, sondern das Gefühl von niemanden mehr geliebt zu werden.
Ich bin (war) seit 17 Jahren in einer Beziehung, 10 Jahre davon verheiratet, ich habe 2 Kinder mit 6 und 11 Jahren.
Vor ca. 2 Monaten hat mir mein Mann eröffnet, dass er mich nicht mehr liebt und schon seit ein paar Monaten eine andere hat.
Es hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen weil ich bis zu diesem Zeitpunkt geglaubt habe ein perfektes Leben zu führen. Wir haben ein Haus, Kinder und ich dachte ich hab den besten Ehemann der Welt.

Ich bin in einem so schwarzen Loch dass ich das Gefühl habe nie wieder da rauszukommen.
Ich meine ich war 17 Jahre mit ihm zusammen - ich weiß gar nicht mehr wie das ist wenn man alleine ist.
Noch dazu muss ich ja auch für die Kinder stark sein und hab keine seelische Stütze mehr.
Niemand kann den Partner ersetzen. Nicht die Freunde, nicht die Familien, einfach niemand.
Ich finde es einfach nicht fair so im Stich gelassen zu werden.
Er hat die Affaire zwar beendet und überlegt jetzt noch wie es weitergehen soll. Aber er hat keine Gefühle mehr für mich und ich bekomme rein gar nichts mehr von ihm. Ich meine emotional.
Ich hoffe immer darauf dass die Gefühle wieder zurückkommen. Ich meine sie können nach 17 Jahren ja nicht einfach weg sein, oder doch?
Ich weiß nicht wie ich mein Leben ohne ihn schaffen soll.
Das ist der größte Schmerz den ich in meinem Leben bisher ertragen musste.
Ich habe auch keine alleinstehenden Freunde oder Freundinnen.
Die sind alle in einer Partnerschaft. Das macht die Sache noch viel schwieriger.
Ich würde mich so gerne mit gleichgesinnten unterhalten.

Ist da jemand?

01.12.2007 20:50 • #3


Hallo Lilly,


Zitat:
Ein Gewinn wäre doch beispielsweise, dass man mit Angst weiterhin versorgt und umsorgt wird. Ich aber muss ja eh alleine klar kommen. Wieso mache ich mir dann das Leben so zur Hölle?



Vielleicht weil Du Dir nur zugestehst, Dich um Dich selbst zu kümmern und ein bißchen zu verpeppeln, Dich als Mittelpunkt Deines Lebens zu sehen, wenn Du "krank" bist? Außerdem könnte ich mir vorstellen, dass die Angsterkrankung an sich auch ein klein Wenig als "Vorwand" dienen kann, um ganz bestimmte Dinge nicht zu tun, von denen Du genau weißt, dass sie den nächsten Schritt als Konsequenz hätten.

z.B. Du überwindest Dich, gehst raus und triffst Dich nach Jahren mal wieder mit einer alten Schuldfreundin: Es gefällt Dir, Du fühlst Dich sogar wohl und amüsierst Dich wie Bolle...das wäre großartig - ABER: Danach könntest Du eben nicht mehr so einfach "zurück" in Deinen alten Zustand, danach könntest Du eben nicht mehr so leicht behaupten, "ohne Partner im Hintergrund, kann ich dies und das nicht, alleine für mich fühl ich mich nicht als Ganzes, es frustriert mich grundsätzlich mit Leuten zu sprechen, die in einer Beziehung leben, etc. etc. etc." Du müßtest Deine eigenen "Handlungsunfähigkeitsgedanken" überdenken und neu einordnen...

Deine Angsterkrankung hält Dich also nicht nur davon ab, Dinge zu tun, Menschen zu treffen die Dich egal was, gerne haben, sondern sie "beschützt" Dich auch davor gewisse Überlegungen anstellen zu müssen, weitere Schritte zu gehen, Deine bisherigen Überzeugungen zu überdenken, und Deine eigene Überzeugung (kein Freund, keine Familie, kein Mensch KANN einen Partner ersetzen: ergo fühl ich mich ohne Partner schlecht, deprimiert und krank) aktiv anpassen zu müssen - also mögliche positive Erlebnisse und Erfahrungen tatsächlich auch solche anerkennen zu müssen und die Konsequenzen daraus in Dein Denken, Handeln, und Fühlen mit einzubeziehen. Angsterkrankung hält Dich ab, positive Erfahrungen zu machen ergo brauchst Du Dir auch keinen Kopf über Deine Einstellung zu machen.

Sorry, das hört sich viel zu flappsig an, als würde ich derlei Dinge nicht ernst nehmen - so ist es aber ganz und gar nicht - dieses "System" funktioniert auch in allen anderen Bereichen.

Nicht falsch verstehen, ich glaube und sage nicht, Du bist einfach nur zu faul oder grundsätzlich einfach zu sehr auf diese "mann/frau" Geschichten fixiert - aber Deine Angstzustände bedeuten auch eine gewisse "Sicherheit" für Dich...weil sie Dich auch davor beschützen von Deinen Überzeugungen Abstand nehmen zu müssen und natürlich davor, Fehler zu machen, die zu ganz realen "Unfällen" führen könnten.

Ich würde z.B. auch nie - nur so aus Vergnügen oder optischen Gründen, neue Lampen und Steckdosen installieren, oder nur weil es neu ist ein neues PC System installieren - das macht mir keine Angst, aber davor hab ich einfach einen Graul, und das würd ich am liebsten auch sofort an Freunde abgeben, die das definitiv besser, schneller, und einwandfreier können als ich - Strom ist mir unheimlich...ABER: ich könnte weder denen noch mir selbst sagen ICH KANN DAS NICHT ohne Dich...die würden mir im Zweifelsfall einen Vogel zeigen oder sagen "probier mal, wenn´s gar nicht geht, komm ich gerne vorbei und zeig es Dir!

Und das wär für mich persönlich das Allergrößte - nicht weil ich Überzeugt bin, alles alleine können zu müssen - sondern weil weder mein Vater noch meine Ex-Partner sonderlich bewandert oder geschickt im Umgang mit derlei Dingen waren, ich setz also nicht grundsätzlich voraus, dass ich mich mit einem Partner in meinem Leben nicht mit Derlei Problematiken auseinandersetzen muß. Ergo mach ich mir, wenn ich Männer kennen lerne, auch keinerlei Gedanken darüber, was die mir "abnehmen" könnten, bzw. wohin der mich "mitnehmen" könnten, wo ich mich alleine nicht rantraue oder bisher dann doch lieber "verzichtet" habe oder gar als "unmöglich" für mich abgeharkt habe.

Das ist auch etwas, wozu Deine "Ängste" sich eigenen...Du mußt nicht zwangsläufig und ganz konkret überlegen "warum mag ich diesen und jenen Mann eigentlich, wo ergänzen wir uns, und wo teilen wir Stärken und Schwächen?"etc.

Wenn Du Dich durch dessen blosse "Anwesenheit" schon besser mit Dir selbst fühlst (weil es ja DEINER Überzeugung entspricht, dass nur ein PARTNER dies und jenes für Dich/mit Dir und alles, dass DU nur mit Partner dies und jenes), dann ist das für Dich bestimmt auch ein sehr guter Grund, um PARTNER-Person bei Dir halten zu wollen, weil aus dieser Überzeugung eben auch resultiert: Partnerlos ~ Angstzustände.

Ich weiß natürlich nicht, ob ich auch nur im Entferntesten aufgegriffen habe, was Dich im Moment wirklich ängstigt...ich sehe darin aber in dieser Überzeugung und in Deinen Angstzuständen auch eine "Motivation (eine fragwürdige und nicht sehr romantische) Dich überhaupt nach einem Partner umzugucken.

02.12.2007 16:21 • #4


Hallo einsam33,

schei. Situation, die sich Dir da auftut. Hast Du denn auch (zusätzlich) eine Angsterkrankung mit Symptomen oder ist es eher eine allgemeine Angst vor all dem Neuen, was da vielleicht auf Dich zukommen wird? Ich kann mir gut vorstellen, wieviel Angst Dir das einflößt, wirklich. Meine Situation ist eine andere. Aber das ist egal, ich möchte in Deiner Haut nicht stecken.

Und es ist nicht einfach, darauf zu antworten, weil so ganz viel noch unklar für mich ist. Redet Ihr überhaupt noch miteinander? Habt Ihr mal daran gedacht, eine Paartherapie anzufangen? So eine Therapie hat nicht nur das Ziel, dass man sich wieder als Paar annähert, sondern sie kann auch "einfach" eine gute Hilfe sein, um gemeinsam eine Trennung anzugehen, d.h. damit man sich nicht einsam und in absolutem Gram trennt. Schließlich seid Ihr schon soo viele Jahre zusammen und habt Kinder....

Dennoch klingt es für mich so, als bestehe da noch eine Chance, dass Ihr wieder zu einander findet. Dein Mann hat sich von der Affaire getrennt. Warum? War sie nicht die Richtige? Liebt er Dich vielleicht doch noch? Er scheint selbst nicht zu wissen, was in ihm vorgeht, was er will.
Aber Fakt ist, dass er Euer Leben nicht als perfekt erlebt hat wie Du das getan hast. Und weiter ist Fakt, dass er so nicht weitermachen will.
Ihr müsst unbedingt miteinander reden. Du musst Klarheit gewinnen, ob es für Euch noch einen gemeinsamen Weg geben kann. Oder ob es zumindest eine Lösung geben kann, damit ihr Euch "in Frieden" trennt, er weiterhin Verantwortung für die Kinder mitträgt, Dich unterstützt, damit Du nicht mit allem alleine da stehst. Das wäre wahrlich eine riesen Last.

Weißt Du, ich habe keine Kinder. Mein EX hat vor 5 Monaten angerufen und Schluß gemacht und seitdem jeden Kontakt abgelehnt. Er hat den einfachen Weg gewählt und er konnte es auch, denn es gab keine Verpflichtungen. Und die moralischen..... von denen muss man bei manchen Menschen absehen. Es gab Spannungen, wir lebten in keiner heilen Welt. Demnach hätte ich damit rechnen müssen, habe es aber trotzdem nicht. Das ist alles bitter und hart. Aber mir sind seitdem viele Dinge klar geworden.
Was ich damit sagen will, ist, dass Ihr unbedingt eine Lösung finden müsst, weil Ihr Kinder habt und 17 Jahre zusammen seid. Es fühlt sich für mich so an, als ob es einen Weg für Euch geben könnte, wenn Ihr beide bereit wärd, Euch Hilfe zu holen, an Euch zu arbeiten. Mein Ex hat das abgelehnt, aber uns verband auch nicht sooo viel wie Euch.

Und wenn Du mich fragst, ob nach 17 Jahren Gefühle plötzlich aufhören können, so denke ich: "Nein, nicht von 1 auf den anderen Tag!!" Es ist ein Prozess, den Dein Mann durchlebt hat. Bei dem die Gefühle vielleicht von Tag zu Tag weniger wurden oder sich geändert haben. Und er hat es nicht formuliert, er hat es geschehen lassen, ist nicht auf Dich zugekommen, um zu sagen, was ihm fehlt. Und Du hast nichts gemerkt? Für Dich war alles in Ordnung?

Liebe einsam33, bitte, versuche mit ihm zu reden. Vielleicht gibt es noch eine Chance.
Ich möchte Dir gerne ein anderes Forum ans Herz legen, das mir nach der Trennung sehr geholfen hat. Es heisst www.liebeskummer.ch
Dort habe ich viel Zuspruch erhalten und neben Teenagern mit Liebeskummer trifft man dort auch andere Menschen, deren Ehe gescheitert oder gefährdet ist. Um Angststörungen geht es dort nicht, aber im Moment ist für mich nicht so ersichtlich, ob Du darunter leidest.

Ich weiß nicht, ob Du von mir gerne eine andere Antwort gehört hättest. Ich kann Deine wahnsinnige Angst vor dem Alleinsein sehr sehr sehr gut nachvollziehen. Wirklich!

Schreib mir doch bitte mal, wie sich die Dinge bei Euch entwickeln.

Ich wünsche Dir ganz viel Kraft!


Liebe Cathy,

ich danke Dir für die Gedanken, die Du Dir um meinen Thread gemacht hast und ich glaube, ich versteh auch, was Du mir signalisieren willst.

Ja, ich habe mich ähnliches gefragt. "Beschützt" mich die Angst davor, bestimmte Schritte zu tun, d.h. Konsequenzen zu ziehen, um andere und neue Weg zu gehen. Wieso tut sie das? Wovon hält sie mich ab...? Und wieso in Gottes Namen ausgerechnet davor, positive Erfahrungen zu machen?

Doch ich komme zu keiner Antwort, denn ich weiß überhaupt nicht mehr, was ich eigentlich möchte. Ich bin sooo lange angsterkrankt, dass ich gar nicht mehr weiß, wie ich mir mein Leben (realistisch) vorstellen könnte.

Ich habe Deine Gedankengänge nicht ganz verstanden.
Im letzten Satz schreibst Du, dass meine Angst auch eine Motivation sein könnt, jemanden zu suchen. Und ich sehe hier genau den Knackpunkt. Denn damit begebe ich mich in eine Abhängigkeit. Ich projiziere in einen Partner etwas, was ich mir alleine geben muss. Sicherheit und mit der Angst klar zu kommen usw. Das wäre ansonsten eine schlechte Voraussetzung für eine Beziehung. Und die Vorstellung mir ein Greuel.

Im Moment ist es so, dass ich richtig Angst davor habe, mich auf eine Beziehung einzulassen, weil diese Trennung mich völlig aus der Bahn geworfen hat. Ich überstehe das kein zweites Mal. Und mal abgesehen davon, ist es auch ziemlich unwahrscheinlich, einen Mann kennen und halten zu können, der meinen jetzigen Zustand mit durchmacht. Ich habe also nicht mal die Möglichkeit, einen neuen Mann kennenzulernen. Das ist also das eine. Das andere ist, das diese Trennung eine Urangst hervorgeholt hat, die ich bisher nicht erkannte, nämlich die Angst davor, alleine zu bleiben und mein Leben alleine meistern zu müssen und niemals jemanden zu finden.

Es ist total verworren, ich weiß. Vielleicht klingt es absurd. Ich will mein Leben nicht alleine verbringen. Ich will ein "WIR". Und es ist erfahrungsgemäß alles leichter, wenn ich nicht alles alleine tragen muss. Aber ich .....

Es überfordert mich selbst meinen Gedankengängen zu folgen.
Doch ich denke, ich bin alledem auf der Spur.

Liebe Grüße

02.12.2007 19:28 • #5


hallo ,

ja das kenne ich absolut genauso.die angst davor wieder verlassen zu werden.die innerliche blockade sich wieder jemanden zu näheren.das resultat davon ist das man alleine bleibt.entäuschungen und verlassen werden sind schmerzhaft und bitter.sie rauben kraft und ernergie über wochen und monate.es ist alles so grausam,verbittert und sinnlos.

.....und wenn ich aus dem fenster sehe dann sehe ich langsam fällt der regen.

34 jahre,männlich

02.12.2007 19:30 • #6


Das war natürlich ich. Wurde ausgeloggt.

02.12.2007 19:30 • #7


Also, ich meine den langen Text an einsam33 und Cathy.

Lieber männliche, 34jährige Gast,

bei mir hier stürmt es draußen und der Regen peitscht gegen das Fenster.

Deine Worte sprechen aus, was ich denke, dennoch bist Du so jung. Ich habe das Gefühl, dass mein Leben gelaufen ist. Keine Kinder, kein Mann, keine Familie.....

.... und immer alleine mit all meiner Angst.

Aber irgendwie geht es nicht anders.....

Liebe Grüße und Kopf hoch!

02.12.2007 19:35 • #8


Hallo Lilly,

ich kann leider auch nur mutmaßen oder spekulieren, aber ich schätze, bis zu einem gewissen Punkt - der je nach Persönlichkeit individuell ist, machen viele von uns (und ich schließ mich da durchaus ein) ähnliche Erfahrungen.

Zitat:
Ja, ich habe mich ähnliches gefragt. "Beschützt" mich die Angst davor, bestimmte Schritte zu tun, d.h. Konsequenzen zu ziehen, um andere und neue Weg zu gehen. Wieso tut sie das? Wovon hält sie mich ab...? Und wieso in Gottes Namen ausgerechnet davor, positive Erfahrungen zu machen?



Der Kopf weiß, dass die Chancen 50/50 stehen, dass ein neuer Weg, die Aufgabe von Abhängigkeiten und die Erlangung von Selbstständigkeit, eine positive Erfahrung werden wird - ABER: dieser Gedanke steht im Kontrast zu dem was wir zu kennen und zu wissen glauben. Da hält man dann wohl lieber an dem gewohnten Glauben fest (wofür man nicht mal irgendwelche Beweise braucht) anstatt sich auf ein Abenteuer einzulassen und das beste zu hoffen. Nach dem Motto: Was man hat und kennt, das hat man - alles andere bedeutet Unsicherheit.

Wenn ich das jetzt sage, dann meine ich das keineswegs abwertend oder als Angriff, ok? Deine Angsterkrankungen und deren Symptome sind für Dich- wenn man sie ohne Wertung betrachtet - "treue Vertraute" auf die kannst Du Dich "verlassen" , sobald Du auf Dich selbst zurückfällst, sind sie da - gerade wenn Du Dich vor der Zukunft als Alleinstehende fürchtest...wirklich alleine wirst Du nie sein - weil da eben immer die Ängste und deren Symptome sind, die halten Dich beschäftigt, die lenken Dich auch ab, bieten Dir auch tatsächlich gute Gründe Dich auf nichts Neues einzulassen und natürlich "schützen" sie Dich auch davor ganz reale schlechte Erfahrungen zu machen.

Denn natürlich weißt Du auch, dass das Leben nicht fair ist, dass auch Menschen die psychisch und gesundheitlich durchaus stabil und fit sind - vom Leben an sich eine reingewürgt bekommen - z.B. ihren Job verlieren, der Partner verstirbt, das Kind ist behindert, das Haus überschwemmt oder all die Krankheiten und Unfälle, die einen bisher physisch gesunden Menschen von einen auf den anderen Tag zum Pflegefall machen und damit 100% abhängig.

Deine Ängste gaukeln Dir vielleicht vor, dass Dir das nicht oder wahrscheinlich eher nicht passieren wird, weil Du ja

a) bereits schon "krank" bist - und
b) Dich gar nicht erst diese Risiken eingehen lassen.

Dein Freund hat Dich verlassen, das ist schlimm...aber das wirst Du nicht nur überleben, sondern es wird auch nicht allzuviel verändern - Du bist trotz der Trennung nicht gezwungen aktiv zu handeln (z.b. neue Wohnung, Job, Umzug, akkuten live Beziehungsstress, Trennungsphase, finanzielles Chaos, soziales Desaster etc) - trotzdem Du sagst, Du wünschst Dir eine solide und liebevolle Beziehung, die Dir dieses WIR Gefühl vermittelt - bist auch Du, wenn überhaupt nur ein emotionales Risiko eingegangen als Du Dich auf die Fernbeziehung eingelassen hast..

Somit mußt Du Dich jetzt auch nur auf die emotionale Komponente der Trennung einlassen - ich sage "nur" weil Du natürlich selbst weißt (Dein Kopf) dass eine Trennung von Paaren, die jahrelang zusammen gelebt haben, die Tisch und Bett und Konto miteinander teilten, die zusammen über Wandfarben, Wohnungseinrichtung und Weihnachtsgeschenke für die Schwiegereltern entschieden haben etc, selbstverständlich auf einer ganz anderen Ebene stattfindet...genau wie die Beziehung an sich. Dieses Risiko bist Du - ob nun bewußt oder unbewußt, weiß ich nicht zu sagen - von Anfang an nicht eingegangen - selbst wenn ER derjenige war, der klar und deutlich NEIN zu einer multidimensionalen WIR Beziehung gesagt hat....DU mußtest Dir keine realen und praktikablen Gedanken über eine WIR Beziehung machen.


Zitat:
Im letzten Satz schreibst Du, dass meine Angst auch eine Motivation sein könnt, jemanden zu suchen. Und ich sehe hier genau den Knackpunkt. Denn damit begebe ich mich in eine Abhängigkeit. Ich projiziere in einen Partner etwas, was ich mir alleine geben muss. Sicherheit und mit der Angst klar zu kommen usw. Das wäre ansonsten eine schlechte Voraussetzung für eine Beziehung. Und die Vorstellung mir ein Greuel.


Natürlich würdest Du Dich ganz bewußt wieder abhängig machen, wenn Du eine neue Beziehung eingehst, die von Deinen Ängsten vorm Alleinsein motiviert ist - das reicht nie um dauerhaft eine vorwiegend liebevolle und auf Zuneigung basierende Beziehung zu führen...und dennoch ist da Deine fester Glaube und sehr klarer Wille:

Zitat:
Ich will mein Leben nicht alleine verbringen. Ich will ein "WIR". Und es ist erfahrungsgemäß alles leichter, wenn ich nicht alles alleine tragen muss. Aber ich .....


Was meinst Du denn mit "Alles" ?

Dass Du innerhalb einer Beziehung auch viel Verantwortung, Verständnis und Zuneigung und nochmehr Toleranz für den Partner, für sein Wohlergehen etc, mitbringen mußt, weißt Du ja auch - +- 40 Männer sind ja auch nicht gerade erst aus dem Ei geschlüpft - da geht es - wie ich das so mit Bekannten und Freunden erlebe - viel mehr darum in welchen Bereichen und Punkten man grundsätzlich übereinstimmt bzw. wieviel Toleranz man sich im Alltag entgegenbringt...vielleicht sind auch das Themen, vor denen Dich Deine "Angstzustände" schützen dort überhaupt mal tiefer in DICH rein zu horchen? Ich weiß es nicht - ich höre nur immer wieder - gerade von meinen Freundinnen: ich find eh keinen, bevor ich nicht abgenommen habe, solange ich Schicht arbeite, kann ich keinen treffen, wenn ich keine Kinder hätte, wenn ich keine Schulden hätte, wenn ich nicht mit diesem Egoisten verheiratet wär...etc, etc, etc...was wär dann? Und warum sagen sie dann trotzdem dauernd, sie wünschen sich einen Partner, der sie so mag wie sie sind?

Weil sie sich tief drinnen gar nicht verändern wollen und einfach nur Jemanden in der Nähe haben möchten, der ihnen sagt, dass sie so, wie sie sind, ok,toll und wunderbar sind...der allerbeste Vorwand sich nicht zu verändern, nicht zum Sport zu gehen, nicht nach nem anderen Job suchen, sich nicht eingestehen, dass sie mit ihrer Rolle als Mutter oft überfordert sind, nicht aufhören immer wieder neue Schulden zu machen etc...Veränderung ist - glaube ich - für Jeden ein sehr schwieriges Thema, nicht nur weil wir dafür auch unsere alten Glauben und Vorstellungen aufgeben, anpassen und überdenken müßten, sondern weil es einfach keine Garantie auf Erfolg gibt - was immer Erfolg bedeutet.

Auch gesunde, super reiche und wunderschöne kinderlose 20 jährige werden betrogen, belogen, verlassen und ausgenutzt...auch die werden krank etc...nur können die eben nicht sagen "der hat mich verlassen, weil/obwohl ich krank, abhängig, allein und/oder ein Kind habe"...

Ich mag Dich hier nicht nochmehr aufwühlen - ich fände es nur für Dich persönlich wichtig, dass Du auch Deine bisherigen Entscheidungen/Deine bisherige Partnerwahl und den Verlauf der Beziehungen mal getrennt von Deinen Angsterkrankungen betrachtest - denn Du hörst Dich für mich nicht wie eine Frau an, die sich durch schöne Worte einlullen läßt und ihre eigene Meinung an der Tür abgibt, wenn sie in einer Beziehung ist - das ist gut und das ist Stärke - und diese Stärke trägst Du in Dir, d.h. die kannst Du nicht nur einsetzen, wenn Dir ein Mann auf der Nase rumzutanzen gedenkt, sondern auch um Deinen Ängsten zu zeigen, wer der Boss ist. Jedenfalls ist das ne Theorie an die ich - für Dich - glauben möchte.

03.12.2007 13:13 • #9


ich würde so gerne daran glauben dass da noch eine chance besteht.
zu deinen fragen:
er ist nicht zu einer paartherapie bereit.
ich war jetzt alleine ein paar mal dort, aber es hilft mir nicht wirklich.
er hat sich zumindest einen einzigen termin für sich alleine genommen, hat mir aber nicht viel davon erzählt und gemeint es hat ihm nichts gebracht.

wir reden ganz normal miteinander über die alltäglichen sachen (arbeit, kinder..)
das problem ist nur, dass sich ER dem problem an sich nicht stellt und nie darüber reden will.

er schreibt mir nur manchmal. er sagt er kann nicht darüber sprechen.
er kann es nur in schriftlicher form.
da muss er sich nämlich keiner diskussion stellen.
er arbeitet sowieso fast ununterbrochen, war die letzten wochenenden nie zu hause aufgrund von beruflichen terminen.
wird in nächster zeit von montag bis donnerstag auswärts sein usw.

es gibt also kaum eine möglichkeit, darüber zu sprechen.
wenn er um ca.22.00 uhr abends von der arbeit kommt und ich versuche ihn darauf anzusprechen sagt er nur: ich will jetzt nicht darüber reden.

wenn ihn die kinder etwas fragen z.b. was jetzt mit unserem skiurlaub im jänner ist dann sagt er ständig nur: ich weiß es nicht.
das ist seine standardantwort. ich weiß es nicht, oder ich will nicht darüber reden.

ich halte das bald nicht mehr aus. ich brauche antworten.
ich hab ihm das schon mehrmals gesagt oder auch geschrieben damit er zeit hat darüber nachzudenken, aber es kommt nichts.

die frage warum er sich von seiner affäre getrennt hat, hab ich ihm auch schon gestellt. wenn er doch für mich keine gefühle mehr hat.
die antwort war für mich nicht sehr zufriedenstellend.

er hätte sich nur für uns entschieden weil es nicht fair gewesen wäre nach all den jahren das binnen eines tages zu eröffnen und dann gleich das handtuch zu werfen.
er kann mich nicht anfassen seine hände sind wie gelähmt.
er sagt zwar immer er kann es deswegen nicht, weil er mir so weh getan hat, aber das nehme ich ihm mittlerweile nicht mehr ab.

ich meine würde SIE vor ihm stehen bin ich mir sicher, dass er SIE in die arme schließen würde.
er sagt ja auch dass er sie nicht vergessen kann!

ich hab immer akzeptiert dass er so viel arbeitet, dass sein job ihm so wichtig ist, weil ich gedacht habe dass ich als ehefrau hinter ihm stehen sollte egal wie schwer es manchmal war.
Jetzt hab ich die Rechnung dafür bekommen. Ich wurde verstossen, in die Ecke gestellt, hintergangen und betrogen.
das ist es was eigentlich am meisten weh tut.
ich hab ihm den rücken freigehalten weil er so einen streßigen job hat, und jetzt?

er kümmert sich ja auch nicht wirklich um die kinder.
ich hab das gefühl, dass seine gefühlswelt überhaupt etwas erkaltet ist.
ich gehe davon aus dass er einfach zu viel arbeitet und seine gefühle dabei auf der strecke bleiben.
dabei war er vorher der liebevollste ehemann und vater.
jeder der ihn kennt ist von seinem jetzigen verhalten schockiert.
keiner hätte ihm das zugetraut (einschließlich mir).
ich hab mich so sicher und geborgen gefühlt.
ich kann das alles immer noch nicht verstehen.
wo ist der mann, den ich kenne? er ist mir mittlerweile richtig fremd geworden.
So kalt und egoistisch.
es tut gut es loszuwerden.
danke fürs zuhören.

03.12.2007 14:56 • #10


hallo lilly,

ich bin es nochmal , der männliche 34 jährige,-auch ich habe auch keine kinder,keine familie,genauso wie du.es wird sich auch wahrscheinlich auch nie ändern.ein teufelskreis der gefühle.bin immer nur benutzt worden.sobald sie einen neuen kennengelernt hat war ich raus.mit frauen habe ich immer pech gehabt.ich kann dich sehr,sehr gut verstehen.
einsamkeit und alleine,ja das kann depressiv und krank machen und niemand versteht es warum man so ist wie man ist.weil alle anderen ebend vollkommendes glück haben.und das kenne ich nicht.

trage mich mal mit "ein falscher traum" ein als benutzer

03.12.2007 19:30 • #11


Hallo Einsam 33,

bitte versteh das jetzt nicht als Angriff, ich würde Dir nur gerne ein paar Fragen stellen, wenn das ok für Dich ist.?! Ich verstehe voll und ganz, dass Du emotional im Moment auf dem Zahnfleisch läufst, aber aus Deinen letzten Antworten hab ich gelesen, dass Dein Mann Dir ziemlich klar und deutlich geantwortet hat. z.B:

Zitat:
Vor ca. 2 Monaten hat mir mein Mann eröffnet, dass er mich nicht mehr liebt und schon seit ein paar Monaten eine andere hat.


Zitat:
Ich bin gerade dabei zu lernen wir man alleine lebt, aber ich glaube ich schaffe das einfach nicht.
Es ist genau wie du sagst, es ist nicht das Alleinsein an sich, sondern das Gefühl von niemanden mehr geliebt zu werden.


Zitat:
Aber er hat keine Gefühle mehr für mich und ich bekomme rein gar nichts mehr von ihm. Ich meine emotional.
Ich hoffe immer darauf dass die Gefühle wieder zurückkommen. Ich meine sie können nach 17 Jahren ja nicht einfach weg sein, oder doch?


Wie sich das für mich darstellt, dann sind die Gefühle Deines Mannes nicht einfach so Übernacht erloschen oder von Dir auf seine Affäre übergesprungen - ich kann Dir nur raten - aus meiner Erfahrung, hör um Deinetwillen auf Dich mit der "Anderen" zu vergleichen, klammer Dich nicht an der Idee fest, dass Eure NUR wegen seiner Affäre in der Krise steckt und versuch für DICH damit aufzuhören, ihm immer wieder Fragen zu stellen, die er Dir schon beantwortet hat und vor Allem guck Dir mal den Kontrast in Deiner eigenen Gefühls und Gedankenwelt an, wenn Du an Eure Ehe denkst.

Zitat:
Es hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen weil ich bis zu diesem Zeitpunkt geglaubt habe ein perfektes Leben zu führen. Wir haben ein Haus, Kinder und ich dachte ich hab den besten Ehemann der Welt.


vs

Zitat:
ich hab immer akzeptiert dass er so viel arbeitet, dass sein job ihm so wichtig ist, weil ich gedacht habe dass ich als ehefrau hinter ihm stehen sollte egal wie schwer es manchmal war.
Jetzt hab ich die Rechnung dafür bekommen. Ich wurde verstossen, in die Ecke gestellt, hintergangen und betrogen.
das ist es was eigentlich am meisten weh tut.
ich hab ihm den rücken freigehalten weil er so einen streßigen job hat, und jetzt?
er kümmert sich ja auch nicht wirklich um die kinder.
ich hab das gefühl, dass seine gefühlswelt überhaupt etwas erkaltet ist.
ich gehe davon aus dass er einfach zu viel arbeitet und seine gefühle dabei auf der strecke bleiben.


Es tut mir wirklich leid für Dich und vor allem für die Kinder, aber wenn Dein Mann bisher kein Hallodri und Spaßfremdgänger war, dann ist er dazu auch nicht Übernacht geworden - d.h. dann solltest Du das was er Dir gesagt hat, was er über seine Gefühle und diese Affäre gesagt hat auch ernst nehmen und davon ausgehen, dass er sich schon seit Monaten Gedanken zu Eurer Beziehung/Ehe macht und Dir nicht einfach mal aus einer Laune heraus die Affäre und seine erloschenen Gefühle gestanden hat. Dass Du das nicht glauben willst, kann ich verstehen - das ist ein Schock, den mußt DU jetzt erstmal verdauen....aber versuch auch - für Dich, nicht um es ihm leichter zu machen - zu akzeptieren, dass Du Gefühle, Emotiionen und Zärtlichkeiten nicht einfordern oder herbeireden kannst.

So schrecklich das Ganze auch ist - nur darauf zu warten und zu fordern, dass Dein Mann seine Gefühle, seine Entscheidungen und Handlungen etc wieder "normalisiert" bzw. wieder auf den alten Stand bringt - ist die Hölle! Überleg mal, warum DU überhaupt willst, dass er Dich berührt und umarmt? Nicht weil Du ihn im Moment so furchtbar gerne hast, sondern weil Du jetzt gerade alles versuchst um Dir aber vor Allem IHM zu beweisen, dass alles was er über seine Gefühle für Dich gesagt hat, nicht stimmt...dass er gar nicht genau wußte, was er empfindet.

Glaub mir, irgendwann wirst Du froh darüber sein, dass er Dich in dieser Phase Eurer Krise nicht anfaßt - Du würdest Dich noch tausendmal schlechter fühlen, wenn er jetzt z.b mit Dir ins Bett stiege und sich trotzdem nichts änderte oder er trotzdem ginge...

Du hast absolut Recht, wenn Du sagst, er hätte über seine schwindenden Gefühle schon viel früher sprechen müssen - aber das nicht wahrhaben zu wollen WAS er dann gesagt hat oder immer wieder nachzufragen ob sich daran etwas geändert hätte und im Alltag einfach so weiter machen - zögert einfach nur heraus, dass ihr Beiden Euch wirklich und ernsthafte gemeinsame Gedanken über Konsequenzen und weitere Schritte macht und diese dann auch geht. Jetzt nach fast 3 Monaten, wird es Zeit, dass ihr Beide entscheidet wie es weiter gehen soll...sowas sitzt sich nicht einfach aus, oder renkt sich schon wieder von alleine ein oder kann per Streit, Vorwürfe oder sms geregelt und geklärt werden

Du möchtest die Beziehung unter allen Umständen im gemeinsamen Haus weiter führen und denkst gar nicht daran auch nur Ansatzweise über eine Trennung nachzudenken? Dann wirst Du Dich leider Gottes auch mit den Umständen arrangieren müssen.


Und das geht alles NUR und ausschließlich Euch Beide was an, sei also auch vorsichtig mit dem was Du Freunden, gemeinsamen Bekannten und Familie erzählst - dass Du Dampf ablassen willst, Deiner Wut, Enttäuschung und auch Deiner Angst ausdruck verleihen willst, versteh ich, aber früher oder später werden DICH alle fragen, warum Du ihn nicht rauswirst oder die Scheidung einreichst



Zitat:
die frage warum er sich von seiner affäre getrennt hat, hab ich ihm auch schon gestellt. wenn er doch für mich keine gefühle mehr hat.
die antwort war für mich nicht sehr zufriedenstellend.

er hätte sich nur für uns entschieden weil es nicht fair gewesen wäre nach all den jahren das binnen eines tages zu eröffnen und dann gleich das handtuch zu werfen.
er sagt ja auch dass er sie nicht vergessen kann!


Das ist jetzt mit Sicherheit eine Horrorfrage - aber ich frage sie trotzdem, weil das für mich - in den beiden Beziehungen, in denen ich verlassen wurde - sehr wichtig war um mit der Situation und meinem dann Ex-Partner umgehen zu können.

Kann es sein, dass Dein Mann sich in diese andere Frau ernstlich verliebt hat?

04.12.2007 12:07 • #12


Hallo Cathy!

Für mich ist das kein Widerspruch dass ich auf der einen Seite sage, dass ich seine Arbeit akzeptiert habe und auf der anderen Seite geglaubt habe, dass ich den besten Ehemann der Welt habe.
Ich meine wenn die Zeit die einem füreinander bleibt o.k. ist, sogenannte Qualitätszeit, dann ist das oft mehr wert als 24 Stunden zusammen zu sein.
Ich bin sowieso der Meinung dass heutzutage viel zu leichtfertig mit Trennungen umgegangen wird und in der Beziehung bin ich eben altmodisch.
Ich bin der Meinung dass wenn einer von zehn punkten nicht stimmt, man nicht gleich auseinander gehen sollte.
Soviel zu der Erklärung wegen seiner Arbeit.
Das mit den Kindern meine ich auch erst jetzt seit wir in dieser Situation leben.
Vorher war für uns der Sonntag immer der "Familientag" wo wir gemeinsame Unternehmungen gemacht haben. (wandern, skifahren....)
je nach Jahreszeit eben.
Es war auch immer Körperkontakt zwischen uns, z.B. beim Wandern Hand in Hand gehen. Das ist nach 17 Jahren nicht mehr selbstverständlich.
Darauf haben mich eigentlich erst andere aufmerksam gemacht.
Unser Sexualleben war total klasse oder wurde in den letzten Jahren immer besser.
Er hat quasi kaum die Finger von mir lassen können und wir haben auch oft darüber gescherzt.
Ich habe es ganz einfach nicht merken können!!

Ich weiß wie sich das Ganze für andere anhört.
Aber ich werde nach 17 Jahren nicht kampflos aufgeben.
Ich weiß dass ich dann alles Mögliche für die Erhaltung der Familie getan habe und brauch mir später keine Vorwürfe zu machen schon alleine wegen der Kinder.
Ich habe die Liebe meines Lebens geheiratet und das ist er trotz alldem immer noch.
Es wäre ja leicht, wenn ich meine Gefühle genauso abstellen könnte.
Dann gebe es wahrscheinlich niemanden mit Liebeskummer.
Ich war in einer Eheberatung und auch dort hat man mir gesagt, dass die Gefühle für die "erste" Frau wieder kommen können wenn er den Liebeskummer zu seiner Affaire überwunden hat und wir daran arbeiten.

Zu deiner Frage: Ja, ich bin mir ziemlich sicher dass er sich ernsthaft verliebt hat, denn er wäre nicht der Typ der einfach aus Spaß mit jemanden in Bett geht.
Er hat ihr ja auch von Anfang an gesagt, dass er verheiratet ist und 2 Kinder hat und angeblich haben sie lange dagegen angekämpft bis es soweit gekommen ist.
Das halte ich für Blödsinn, denn das ist genau das was uns von den Tieren unterscheidet. Wir können unseren Trieb steuern!!
Ich finde auch dass es sowas wie ein Ehrenkodex ist dass man nicht mit einem verheirateten Mann ins Bett geht.
ICH würde das zumindest niemals tun.
In den Beratungen wird ein halbes Jahr lang auf Zusammenführung gearbeitet und erst danach auf Trennung.

Wenn man mit jemanden Kinder bekommt und ein Haus baut, dann ist das meines Erachtens eine Entscheidung fürs Leben. Dann weiß man, dass man nicht einfach abhauen kann weil es einem vielleicht gerade mal keinen Spaß mehr macht.
Das Leben ist so. Es gibt Höhen und Tiefen, aber man kann daran arbeiten und Dinge so ändern dass man wieder glücklich wird.
Sagt dir das Buch "die 5 Sprachen der Liebe" etwas?
Solltest du mal lesen.

Ich weiß nicht wie alt du bist, aber ich höre nicht sehr viel von Verantwortungsbewußtsein heraus.

Man kann eine Affaire auch als Chance für die eigene Beziehung sehen, weil man dann ja weiß dass man etwas ändern muss und viel bewußter damit umgeht.

Keiner hat gesagt, dass es leicht ist Kinder groß zu ziehen, halbtags arbeiten zu gehen, ein großes Haus zu versorgen und das Ganze fast alleine weil er soviel arbeitet.
Aber ich habe es gern getan für unsere Familien.
Das eine schließt das andere nicht aus.

Verstehe das nicht falsch, ich bin dankbar für alle Sichtweisen weil man selber wahrscheinlich etwas blind damit umgeht.
Aber es hat mich doch geärgert weil du mich so hinstellst als sei ich vollkommen blöd.

Und warum ich ihn nicht rauswerfe:

1. wie gesagt will ich noch kämpfen
2. will ich ihm diese Entscheidung nicht abnehmen weil er Manns genug sein muss diese Entscheidung zu treffen und mir und den Kindern mitzuteilen (ich denke er wartet ja nur darauf dass ich sage ich kann nicht mehr - bitte gehe.)
Diesen Gefallen werde ich ihm nicht tun.
3. Weil es im Falle einer Scheidung rein rechtlich gegen mich verwendet wird wenn ich ihn rauswerfe.
4. Weil ich das Haus verlieren würde, weil ich es mir alleine nicht leisten kann und die Kinder somit ihr zu Hause und ihr Umfeld.

Ich weiß dass wir reden sollen, hab ich schon so oft versucht.
ER will nicht reden!!!

04.12.2007 15:13 • #13


ach ja und noch was:

Ich denke es ist mein Recht Fragen zu stellen.
Ich will ja schließlich wissen wie mein Leben weitergeht.
Die Fragen lauten z.B.

Wie lange willst du so weitermachen?
Hast du dir eine Frist gesetzt.
Wie soll ich mich dir gegenüber jetzt verhalten?
Brauchst du Abstand?
Hast du noch Gefühle für mich?

Ich denke wirklich dass er mir diese Antworten schuldig ist, oder nicht?
Er lässt ja einfach nur die Zeit vergehen, tut als wäre alles beim Alten.
Ist das fair? Ich denke schon dass ich diese Antworten einfordern darf.

04.12.2007 15:30 • #14


Also erstmal, ich halte Dich keineswegs für blöd, noch hab ich versucht, Dir irgendwelche Trennungsaktionen vorgeschlagen. Und ein Kind bin ich mit 41 auch nicht mehr - und ganz bestimmt nicht, verantwortungslos, was meine Beziehungen betrifft. Wenn Deine Eheberatung sagt, es kommt oft vor, dass ein Mann zu seiner ersten Partnerin zurückfindet, wenn er sich von seinem Liebeskummer erholt hat, dann zweifle ich auch das nicht an...

Als mein Partner mir gesagt hat, er hat sich in eine andere Frau verliebt und möchte mit ihr zusammen sein - hab ich das genau so und nicht anders verstanden. Ich kannte und kenne diesen Mann seit über 20 Jahren - wir beide waren uns völlig im klaren, dass damit unsere Beziehung als Paar vorbei ist. Und jedes wüten, toben und rumdiskutieren und nach Schuldigen suchen,und aufrechnen, wer was wann für wen getan hat, hätte ganz simpel nur dazu geführt, dass wir uns im Streit und voller Hass und Abscheu getrennt hätten. Ich kenne weder Dich noch Deinen Mann...ICH hätte auch nicht mit ihm zusammen bleiben wollen, wo er doch ernsthaft eine andere Frau als Partnerin wollte. Du magst das als verantwortungslos beurteilen. Ich hab ihn einfach nur ernst genommen - die beiden sind seit Jahren verheiratet und wir sind immer noch eng befreundet - und das war für mich und ihn wichtig. So ist jeder Jeck anders.

Das ist und bleibt DEINE Entscheidung und selbstverständlich kannst Du viel besser einschätzen, wieviel Chancen ihr Eurer Beziehung einräumt - dass ich nicht verstehe, was Du jetzt eigentlich von Deinem Mann hören und sehen willst, tut ja nichts zur Sache.

Dass Du unter gar keinen Umständen kampflos aufgiebst und am Ball bleibst hast Du schon vorher deutlich gemacht.

Zitat:
Keiner hat gesagt, dass es leicht ist Kinder groß zu ziehen, halbtags arbeiten zu gehen, ein großes Haus zu versorgen und das Ganze fast alleine weil er soviel arbeitet.
Aber ich habe es gern getan für unsere Familien.
Das eine schließt das andere nicht aus.


Das sehe ich ähnlich, Du hast das für Eure Familie getan, genauso wie er. Freiwillig!


Zitat:
Man kann eine Affaire auch als Chance für die eigene Beziehung sehen, weil man dann ja weiß dass man etwas ändern muss und viel bewußter damit umgeht.


Zitat:
Ich finde auch dass es sowas wie ein Ehrenkodex ist dass man nicht mit einem verheirateten Mann ins Bett geht.
ICH würde das zumindest niemals tun


Das erste kommt vom Eheberater und das zweite ist Deine wirkliche und echte Emotion dazu. Hör mal, ich bin genau wie Du kein Fachmann auf dem Gebiet, ich höre und lese nur dass Du Deinen Mann auf allen Ebenen verurteilst und unglaublich wütend auf ihn bist, und das finde ich völlig normal und absolut verständlich...und natürlich wolltest Du Dich niemals mit soetwas auseinander setzen müssen, wer will das schon? NIEMAND. Niemand will seine heile Welt einfach verlassen oder sein Dach über dem Kopf verlieren oder oder oder.

Du hast recht, er hat unrecht,
Du hast alles für die Familie getan, er hat Dich betrogen
Er hat Schuld, Du bist unschuldig,
Er hat keine Ehre und Du wirst immer dem Ehrenkodex folgen.
Er schuldet Dir, Du bist schuldenfrei
Du bist fair, er ist unfair.
Du forderst Antworten auf Du ein Recht hast und er hat offensichtlich keine.
Du kämpfst, er zieht sich zurück.

Und nun? Tut mir leid, aber Du scheinst momentan auch nicht gerade sonderlich kompromiss - oder gesprächsbereit. Alles oder Alles. Ich weiß dass das die Hölle ist - versuch mal bei Dir zu bleiben und rauszufinden, ob Du von Deinen Emotionen glaubst, dass sie den Seitensprung irgendwann verarbeiten und akzeptieren können...

04.12.2007 18:33 • #15


Cathy!

Tja, ich muss dich enttäuschen.
Das mit der "Chance" kommt nicht von der Beratung sondern von mir und meiner Überzeugung.
Ich bin bereit zu verzeihen und ich kann leider Gottes noch immer keine Wut für ihn empfinden. Hast du schon mal was von den Phasen einer Trennung gehört? Wut kommt erst in der 2. Phase und die empfinde ich noch nicht.

Ansonsten hab ich keine Lust dir zu antworten, denn du hast nichts verstanden.

04.12.2007 19:02 • #16


Zitat von einsam33:
Cathy!

Tja, ich muss dich enttäuschen.
Das mit der "Chance" kommt nicht von der Beratung sondern von mir und meiner Überzeugung.
Ich bin bereit zu verzeihen und ich kann leider Gottes noch immer keine Wut für ihn empfinden. Hast du schon mal was von den Phasen einer Trennung gehört? Wut kommt erst in der 2. Phase und die empfinde ich noch nicht.

Ansonsten hab ich keine Lust dir zu antworten, denn du hast nichts verstanden.


Ich bin nicht enttäuscht.

Ich hab Dich ganz offensichtlich nicht verstanden. Du redest einerseits von Trennungsphasen und wie Du gerade lernst alleine zu leben und hast Dich offenbar auch schon kundig bezüglich Scheidunsrecht gemacht (wovon ich absolut gar keine Ahnung habe) und dann sagst Du wieder, Du gibst nicht auf, willst um jeden Preis um Eure Beziehung kämpfen und wenn Dein Mann eine Trennung will dann muß er die schon alleine durchsetzen und Dich mit vollendenten Entscheidungen konfrontieren, weil Du es garantiert nicht tun wirst. Offenbar denkst Du, dass auch ich in diesen entweder (wie früher)oder (gar nicht), richtig/falsch, recht/unrecht Kategorien denke

Egal für welche Richtung/für welchen Kompromiss Ihr Beide Euch irgendwann entscheidet - erstmal müßt ihr ja (wie jedes andere Paar in der Krise auch) einen Punkt finden, an dem ihr Euch begegnen könnt - zurück gehts nicht also ist die Frage wie vorwärts - wenn Du meinst, dass Du diese Entscheidung voll und ganz Deinem Mann überlassen mußt/willst, dann ist eben DAS Deine Entscheidung, kein Grund mich anzugehen.

Wenn mir ein Weg einfällt, wie man einen erwachsenen Menschen zu einer folgeschweren entweder/oder Entscheidung drängen kann, ohne sich selbst damit ins Knie zu schießen, sag ich Dir bescheid.. Hast Du schon mal den Spruch gehört: Stelle nie Fragen, dessen Antworten Du vielleicht gar nicht hören willst? Druck erzeugt Widerstand...

05.12.2007 13:11 • #17

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Liebe Cathy,

danke Für Deine ausführliche Antwort. Ich denke, wir sprechen eine ähnliche Sprache. Du hast mit allem recht.

Und eigentlich hast Du es auf den Punkt gebracht. Das Thema ist Veränderung. Ja, ich will mich verändern und bin dabei. Ich bin zu 100% davon überzeugt, wenn ich es schaffe, Selbstliebe zu entwickeln, mich anzunehmen, auch mit der Angst, mich ok zu finden (was schon eine große Veränderung wäre) und dennoch zu Entwicklung und Arbeit an mir offen bleibe, wird sich das mit dem Partner sowieso ergeben. Und eine Veränderung ist nicht damit getan, dass ich abnehme oder endlich Sport treibe oder oder. Das kann eine Hilfe sein, um sich besser annehmen zu können, aber der wahre Kern liegt tief im Innern. Will damit sagen, dass ich ein dickes Stück Arbeit vor mir habe, mich aber oft sehr belastet und einsam fühle, was dazu führt, dass ich den Blick für´s Wesentliche verliere. Und ich fühle mich nicht einsam, weil niemand da ist. Das ist mir klar geworden. Ich fühle mich einsam, weil ich oft Probleme habe, in einen richtigen Kontakt zu gehen. Ich leide nicht unter sozialen Ängsten wie viele andere hier, damit Du mich nicht falsch verstehst. Ich habe Freunde, Bekannte, wenn auch nicht super viele. Ich habe den ganzen Tag intensiven Kontakt zu Menschen im Beruf, eine Familie.... Aber dieses tiefe Gefühl der Einsamkeit, produziere ich mir selber, weil ich oft Nähe und echten Kontakt scheue. Mir ist das jetzt erst klar geworden, obwohl ich es eigentlich wusste. Meine Umwelt reagiert auf das, was ich ausstrahle. Und meinem Ex habe ich für meine Verhältnisse soooo viel gegeben und sooo viel Nähe zugelassen. Und ich glaube, dass hat ihm nicht gereicht. Und nicht meine Angststörung hat uns auseinander gebracht, sondern unsere individuellen Möglichkeiten von Kontaktgestaltung. Denn seine waren auch nicht ohne.

Ich will mich nicht verändern, um einen Partner zu finden, sondern, um gerne und produktiv zu leben. Die Früchte, die ein solches Wohlgefühl erzeugt, werden sich mit Garantie positiv in eine Partnerschaft einbringen. Und ich hoffe, dass meine tiefsitzende Ängste, wieder verlassen und enttäuscht zu werden, nicht so "dramatisch" ausarten, sondern ich sie als Risiko sehen kann, mit dem wir alle leben müssen.
Im Grunde ist es also so, dass ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht ernsthaft über die Partnersuche nachdenken sollte, sondern mein Weg, der Weg zu mir selber sein wird.

Und lese ich Deine Gedanken zum Thema "Angst" (Angststörung), dann wird mir mulmig. Ja, was müsste ich vielleicht wirklich alles noch verändern auf diesem Weg....? Da wird mir Angst und Bang. Bin ich überhaupt tatsächlich dazu bereit? Die Angst hindert mich an vielen Dingen. Und manchmal sehe ich den Wald vor lauter Bäumen/Angst nicht.
Aber wenn es reif ist, wird der Mut kommen. Habe übrigens einen netten Satz gehört. Heißt ungefähr so:
"Mut ist nicht das Wegbleiben von Angst, sondern etwas zu tun, was einem wirklich wichtig ist!"

Doch kleine Brötchen zu backen, ist auch immer noch besser, als zu hungern. Und ich will mich nicht völlig überfordern.

Danke übrigens für Deine Äußerungen darüber, wie Du mich einschätzt. Das baut auf!

Und letztendlich ist eine Trennung auch eine Chance. So weh all das tut, hat es mich auch auf einen neuen Weg geschickt. Ich muss nur bereit sein, genau hinzuschauen und hinzufühlen und daraus etwas über mich selbst zu lernen. Ich bin kein Opfer. Und mein Ex kein Täter. Wahrscheinlich hat es seinen Sinn, dass bestimmte Menschen sich begegnen. Es soll uns Aufgaben stellen.

Trotzdem neige ich zu Torschlußpanik. Und verbunden mit meiner akuten Angst, die mich so sehr einschränkt, verfalle ich in noch tiefere Ängste und Depressionen.
Das ist so ein Teufelskreis. Ein Loch, in dem ich dann festsitze.
Und mein Ex war mit mir überfordert. Nicht nur mit meinen Problemen, sondern auch mit meiner Denkweise. Er hat sich auf einer anderen Ebene befunden, denn er hat mich in den Momenten, in denen ich offen, zugänglich, reflektiert..... war, gar nicht verstanden.

Ja ud ich neige dazu, mich über diese Angststörung/Depressionen ganz und gar zu definieren. Ich muss wieder lernen, dass ich ganz viel MEHR bin. Ich bin nicht nur Angst.........

Ach, Cathy, es ist trotzdem alles so schwer. Mit "alles" meine ich übrigens das Leben, den Alltag. Und wahrscheinlich auch, jeden Tag aufs Neue die Kraft aufzubringen, all den Ängsten zu begegnen und einen Sinn in alledem zu sehen.

Ganz liebe Grüße

05.12.2007 16:33 • #18


Hallo "ein falscher Traum",

es ist nicht einfach auf deinen Text zu antworten, weil alles so aussichtslos klingt. So sieht es jetzt in dir ja auch aus.
Ich kann das sehr gut verstehen, du bist einsam, hast bisher keine guten Beziehungen gehabt und hast das Gefühl, dass alle viel mehr Glück haben als Du.
In mir gibt es auch solche Anteile. Ich denke manchmal ähnlich, dennoch weiß ich, dass die Welt sich so nicht dreht.
Es gibt diesen Satz "Jeder ist seines Glückes Schmied", bei dem ich immer völlig genervt war, wenn ich den hörte. Natürlich sind manche Menschen mehr von der Sonne beschienen als andere. Das ist so. Ich weiß nicht wieso, finde vieles sehr ungerecht verteilt im Leben. Trotzdem können wir selbst ganz viel und vielleicht sogar alles zu unserem "Glück" alleine beitragen.

Ich sehe es inzwischen so: Wir alle begegnen Menchen aus einem ganz besonderen Grund und nicht durch Zufall. Vielleicht kann man es Bestimmung nennen. Ich glaube sogar, dass wir unbewußt immer wieder ähnliche Situationen inszenieren, "zusehen", dass wir wieder und wieder ähnliche Erfahrungen sammeln. Die Beziehungen, die wir eingehen, verlaufen gut oder schlecht, mäßig oder wunderbar.... Es gibt Probleme, sie scheitern oder nicht und manchmal tauchen in verschiedenen Beziehungen immer wieder ähnliche Probleme auf. So klingt es bei dir. Du fühltest dich abserviert, wurdest wegen eines anderen Mannes verlassen oder betrogen, bist schrecklich einsam. Nun hast Du aber die Wahl. Du kannst an diesem Problem und diesem Schmerz verzweifeln, kaputtgehen oder Du kannst dich entscheiden, daraus etwas über dich zu lernen, an all dem Schmerz zu wachsen und etwas in dir zu verändern. Wie das konkret aussieht, kannst nur du für dich entscheiden.

Als ich deine Zeilen las, habe ich spontan gedacht: "Was zieht er nur für Frauen an, dass die ihn immer wieder so behandeln?" Und weiter: "WAS könnte ER dazu beitragen, DASS ihn die Frauen so behandeln?"
Verstehst du, was ich meine? Es ist alles ein Gegenspiel, ein Kreislauf. Wir Menschen agieren und reagieren und agieren und reagieren.
Es kann z.B. sein, dass du sehr klammerst und sich die Frauen deshalb entfernen. Es kann sein, dass du die "falschen" Frauen wählst, die dich nicht zu schätzen wissen. Aber selbst das wird seinen Grund haben, dass du ausgerechnet mit solchen Frauen wiederholt zusammenkommst, um eben immer wieder ähnliche Erfahrungen zu machen.
Und du kannst also jetzt so weitermachen oder sagen "Stopp...was ist denn hier eigentlich los?" Vielleicht klammerst du aus Verlustangst, die in der Kindheit begründet wurde oder du wählst Frauen, die dich mies behandeln, weil du dich selber im grunde ablehnst. Und das gilt es zu ergründen.

Ich weiß so wenig um deine Probleme? Hast du eine Sozialphobie? Panikattacken? Depressionen?

Mir geht es auch nicht gut. Ich fühle mich oft ehr einsam, abgelehnt, unverstanden...... Aber dennoch weiß ich, dass ich nicht ein Opfer der anderen "bösen" Menschen bin. Verstehst du? Die anderen sind nicht Schuld daran, dass es mir so schei. geht. Und es lehnen mich auch nicht alle Leute ab, selbst wenn es sich so anfühlt. Ich kann in einer Gruppe von Freunden sitzen und mich als Außenseiterin fühlen. Ja, weil ich das in mir inszeniere. Ich strahle aus: "Ihr wollt mich alle nicht!" Und die Menschen nehmen diese Schwingungen wahr. Ich habe auch so Erwartungen, dass andere sich kümmern sollen, wenn es mir schlecht geht. Aber ich sage ihnen nicht, dass ich sie brauche, sondern signalisiere eher "Lass mich in Ruhe!"

Ich habe kein Patentrezept, wie alles anders und besser läuft. Mich überkommt auch immer wieder diese tiefe Verzweiflung und Angst vor dem Leben überhaupt und vor allem dem Leben als Single. Und ab 40 Jahren wird es immer schwieriger jemanden kennenzulernen. Kinder werde ich auch niemals haben... Das ist schon bitter, aber es gibt Freundinnen, die sind auch alleine in meinem Alter und noch vorgestern sagte eine zu mir:" Ich finde mein Leben auch so schön."

Du hast doch schon einen riesen Schritt gemacht und dich hier angemeldet. Gibt es denn irgendeinen Menschen, den du als Freund bezeichnen könntest? Machst du schon Therapie?

Ich habe keine Ahnung, ob ich mich richtig ausgedrückt habe und du dich - so hoffe ich - nicht mißverstanden fühlst.
Glaub mir, ich kenne die Einsamkeit. Aber ich denke, wir selbst wählen sie zu den größten Teilen unbewußt selber.

Ganz liebe Grüße

05.12.2007 19:09 • #19


Liebe Cathy, liebe einsam33,

es ist so schade, dass ihr euch mehr oder weniger hier jetzt "gestritten" habt.

Cathy,
ich weiß, was du meinst mit deinen Zeilen. Doch du (und vielleicht auch ich) haben einen "Vorsprung". Wir habe Trennung hinter uns und daran gearbeitet. Wir haben einen anderen Blickwinkel, den einsam33 vielleicht auch in einiger Zeit haben wird, aber jetzt noch gar nicht haben kann.
Wenn man mitten drin ist in dem Drama, ist alles noch so verzwickt und man fasst verzweifelt um sich, packt nach allen möglichen Strohhalmen, geht zur Paartherapie (wenn auch leider alleine), will kämpfen, beginnt aber gleichzeitig in Gedanken sein Leben alleine zu planen oder versucht, sich wenigestens an solche Gedanken langsam zu gewöhnen und man rennt zum Anwalt und und und. Verstehst Du, was ich meine? Die Phase, sich selbst und sein Handeln zu hinterfragen, Beziehung zu reflektieren stellt sich bei jedem mit anderem Tempo ein. Es ist ja auch so vieles noch offen.

einsam33,
vielleicht hat Cathy recht und dein Mann empfindet wirklich sehr viel für diese Frau, auch wenn er diese Beziehung beendet hat. Wenn er es dann auch wirklich getan hat. Ich kann deine Verzweiflung und dein Gefühlsdurcheinander mit allen Ängsten voll verstehen. Doch ich denke, du solltest versuchen, mit deinem Mann auf andere Art in Dialog zu kommen. Auch er ist mit der Situation überfordert. Wenn er eher schreiben kann als reden, dann beginnt doch einen Briefkontakt. Dabei ist wichtig, dass ihr euch annähert, indem ihr eure Gefühle schildert und nicht nur "Vorwürfe" macht. Schreib ihm wie du dich fühlst, dass dir die Situation große Angst macht. Schreib ihm, dass du aber seine Belastung auch spüren kannst.

Er war nur 1x alleine bei der Paarberatung, sagt, es habe ihm nichts gebracht. Aber immerhin hat er den Versuch gestartet. Mir zeigt das, dass nicht alles vollkommen verloren ist. Ich will keine falschen Hoffnungen in dir wecken. Man hört so was so gerne in Trennungssituationen. Man saugt alles auf, was andere sagen, was zum eigenen Vorteil ist. Vielleicht ist es möglich, einen neuen Start hinzukriegen, vielleicht ist es aber doch schon längst zu spät für deinen Mann. Das tut so wahnsinnig weh. Man meint, dass man diesen Schmerz niemals überleben wird. Und da muss man ganz alleine durch. Das ist so. Und das ist schei..
Eine Freundin hat mal gesagt, sie verstünde nicht, wieso die Menschen sich fast immer so einsam trennen würden oder müssten. Sie verstünde nicht, wieso man es so selten schaffe, sich gemeinsam zu trennen, einander zu helfen und zu unterstützen. Das gibt es, doch manchmal geht es eben nicht.

Versuche doch mal, ihm einen Brief zu schreiben ohne Anklage, ohne Druck, ohne Ultimatum. Ich will damit nicht sagen, dass du das bisher gemacht hast, doch einige Fragen, die du ihm stellst, kommen ein wenig so rüber. Und wenn er ein Ar. wäre, dann hätte er sich längst aus dem Staub gemacht. Ich denke, er leidet auch tierisch.

Ihr habt wohl beide aneinander vorbeigelebt. Er hat geschwiegen bis die Bombe platzte, du hast nichts geahnt und warst total schockiert. Beide Seiten zeigen, dass ihr nicht gemeinsam gegangen seid. Verstehst du? Es geht nicht um Schuld oder so, sondern darum, eine Lösung zu finden. Aber ich kann dich sooo gut verstehen, wie solltest du in deiner Situation auch anders denken, fühlen, handeln und entscheiden können. Für dich ist eine Welt zusammen gebrochen.

Kämpfen um den anderen bedeutet aber auch, ihn loszulassen. Auf keinen Fall in die Ecke drängen, keinen Druck erzeugen wie Cathy es auch schrieb. Du empfindest anderen Druck als er und gibst diesen Druck vielleicht doch unbewusst weiter mit Fragen usw.
Er weiß nicht, was er will, er braucht Zeit. Wie du diese Zeit für dich gestaltest, liegt bei dir. Ich finde es gut, dass du in Bewegung bist und nicht erstarrst. Du versuchst, etwas zu tun, aber tu es vor allem für dich.

Aber letztendlich muss es auf eine Entscheidung hinauslaufen. Und wenn du diese Entscheidung von ihm abhängig machst und ihm überlässt, musst du gut vorbereitet sein für jeden Fall. Für den Fall, dass du alleine dastehst, aber auch für den Fall, dass es mit euch weitergeht. Denn auch dann fängt ein dickes Stück Arbeit an. Und eine Garantie gibt es nie.

Ganz viel Kraft!

Und wollt ihr zwei, Cathy und einsam33 nicht doch noch mal ins Gespräch kommen?

05.12.2007 19:52 • #20



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Dr. Reinhard Pichler