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Hallo zusammen,

ich weiß einfach nicht mehr weiter, deswegen wende ich mich an euch hier in diesem Forum.
Ich bin 18 Jahre alt und in einer festen Beziehung. Ich leide an einer "leichten" Form des Borderline-Syndroms (sofern man da von leicht sprechen kann ) und/mit einer gemischten Zwangserkrankung inklusive Angststörung (Emetophobie).

So, das erst mal grob zu meiner Person. Folgendes Problem belastest mich zur Zeit am meisten: Ich traue mich nicht, alleine in meinem Zimmer zu schlafen (wohne noch zuhause). Mein Freund muss jede Nacht bei mir sein oder ich bei ihm. Das fing vor ca. 1 1/2 Jahren an, da ich seehr viel Zeit mit ihm verbringen wollte und damals noch aus "Spaß" bei ihm übernachten wollte. Irgendwann, ich weiß nicht mehr genau wie, habe ich Panik bekommen, wenn er abends ohne mich weg wollte. Ich hab mich dann krampfhaft versucht, abzulenken und habe trotzdem nicht selten eine PA bekommen. Er hat dann meistens alles abgesagt, wenn ich heulend vor ihm auf die Knie gefallen bin und gebettelt habe, dass er bei mir bleibt. Da war wahrscheinlich der Fehler.. Denn als er dann irgendwann für ein paar Tage mit seinen Freunden weg wollte, brach für mich eine Welt zusammen. Er (der liebste Mensch der Welt) hat dann wieder alles abgesagt und ich habe mein "Ziel erreicht".
Das mit dem abends alleine sein ist viel besser geworden, allerdings schaffe ich es nicht, alleine zu schlafen. Wenn ich weiß, mein Freund kommt später zu mir, dann geht es. Wenn ich aber weiß (bzw. wissen würde), dass ich alleine schlafen muss, fühle ich mich total bedroht. Ich kann das Gefühl nicht richtig beschreiben.
Ich habe vor ca. 1/ 1/2 Jahren leider 2 Mal die Erfahrung machen müssen, mitten in der Nacht wach zu werden und mich so elend zu fühlen und unkontrolliert kot*** zu müssen. An genau diese Ereignisse denke ich ununterbrochen, wenn ich alleine bin. Bzw. ich denke auch wenn er bei mir ist daran, aber dann ist es erträglicher, weil ich weiß, dass er da ist. Ich denke dann jedes mal, dass genau das wieder passieren wird, wenn ich alleine bin.
Das ganze geht soweit, dass es über meine Zukunft "bestimmt", denn ich werde mein momentanes Studium abbrechen (möchte was anderes studieren, brauche aber Wartesemester) und möchte gerne ein FSJ oder BFD machen. Da ist das Problem, dass es dabei Pflichtseminare gibt, die man besuchen muss und i.d.R. auch da übernachten muss.

Ich kann das alles nicht wirklich beschreiben, diese Gefühle sind so überwältigend teilweise.. Das kennen bestimmt viele von euch.

Vielleicht hat ja jemand einen Tipp oder sonst irgendwas für mich, oder auch nicht.. Ich musste mir das auf jeden Fall mal aus der Seele schreiben

Ach so: Ich muss dazu sagen, dass ich noch NIE gut woanders schlafen konnte. Bin in der Schulzeit auf keine Freizeit mitgefahren und wenn doch, dann wurde ich am spätestens 2. Tag wieder abgeholt. Ich habe vor ca. 3 Jahren regelmäßig bei meiner Mum im Bett geschlafen. Als Kind wollte ich immer nach Hause, wenn ich mal bei einer Freundin übernachtet habe (auch wenn sie in der Nachbarschaft wohnt! ) . Ich hatte immer wahnsinniges Heimweh..


Viele liebe Grüße und danke, an alle, die sich das hier durchgelesen haben.

26.01.2014 17:17 • 29.01.2014 #1


6 Antworten ↓


Hallo missPropper,

herzlich Willkommen erst einmal hier in diesem Forum !

ich habe mir gerade deinen Beitrag durchgelesen.
Ich kenne das von früher, hatte auch wahnsinnig stark heimweh. Habe immer körperliche Symptome bekommen wenn ich früher irgendwie auf Klassenfahrt oder sonst wo war. ich glaube da hatte ich schon verlasssensängste stark(was ja auch leider stark sein kann, bei Borderliner ). War es damals bei dir auch die Verlassensangst? Ich hatte immer Angst das mama und papa was passieren kann oder mir was und dann keiner da ist....

Deine Angst dich dann übergeben zu müssen kam erst später, habe ich das richtig verstanden jetzt?! ich glaube dir das die Ängste schlimm sein müssen.
Wohnst du alleine sonst? ich könnte auch keine nacht hier im haus verbingen also alleine. ich brauche keinen in meinem Zimmer aber jemanden im haus. Sonst bekomme ich totale Panik und bin am durchdrehen. Schon wenn meine Eltern oder schwester mal weg sind später am abend muss ich mir schon das Notfallmedikament nehmen. Also ich habe das jetzt nicht mehr wegen den Verlassensängsten, aber wegen was anderem, was auch mir panik macht wenn ich dran denken tue...
Ich weiß nicht, vielleicht kann man das langsam erst wieder loswerden? Also das dein Freund immer mal ein wenig später kommt und bis dahin alles ausprobierst? Von ablenken bis Notfallmedikament(wenn du so was hast) bis irgendwelchen Techniken die dir sonst noch helfen..

ich weiß echt nicht was da so helfen kann. Ich würde mich diesen Schritt noch nicht trauen alleine zu bleiben in der nacht, deshalb kann ich dir da glaube ich nicht so behilflich sein wie andere...

Bist du in therapeutischer Behandlung? Wenn ja, hast du es da mal angesprochen, wie du es machen könntest?

Was sagt dein Freund dazu? hat er da Tipps wie man das lösen könnte?

Tja, das ist natürlich blöde das du dann nach was anderem suchen musst job mäßig..Könnte den sonst jemand mitfahren bei so Übernachtungen, würde es dann gehen?

Mit lieben Grüßen,
Delphin2

26.01.2014 17:48 • #2



Angst vorm Alleinsein Abends/Nachts

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Dankeschön

Hmm, ich weiß nicht, wovor ich früher immer Angst hatte, eine Psychiaterin hat damals mal gesagt, dass es Verlustängste sind.
Aber so direkt kann ich mich nur dran erinnern, dass ich einfach nur nach Hause in meine gewohnte Umgebung und zu meiner Mum wollte.
Und das habe ich ja auch immer durchgesetzt. Wurde immer überall abgeholt, selbst tief in der Nacht

Ich wohne noch zuhause bei meiner Familie, die sind auch immer über Nacht da, aber das ist mir eigentlich egal. Also es beruhigt mich nicht. Komischerweise.

Ja, ich bin seit fast einem Jahr in Therapie, mein Therapeut sagt, dass ich es immer wieder versuchen soll. Er ist mir da auch keine große Hilfe, gibt mir auch keine Tipps oder so.
Mein Freund schläft gerne bei mir, würde aber eben auch gerne mal mehrere Tage weg. Mit Freunden z.B..
Wir haben es jetzt in den 2 Jahren Beziehung 3 mal versucht dass ich alleine schlafe, beim ersten mal hats auch ganz gut geklappt, beim 3. mal hab ich allerdings Nachts ne PA bekommen und war dann wieder total negativ eingestellt.

Wegen den Übernachtungen bei dem FSJ, also ich werde mich vorher erkundigen und dann gucken, ob die Strecke mit dem Auto zumutbar ist und dann halt immer abends nach Hause fahren. Vielleicht schaff ichs ja dann spontan mal da zu übernachten

Vielen Dank dass du geantwortet hast,
und liebe Grüße

26.01.2014 18:57 • #3


Hallo missProper,

echt du wurdest mitten in der Nacht abgeholt?! Nee, so was haben meine Eltern nun doch nicht gemacht. Spät abends ja, aber in der nacht wären die, außer es wäre ein sonst was für ein Notfall gewesen, bestimmt nicht so mal losgefahren. Und es war auch so das ich mitten in der nacht auch noch nicht abgeholt werden musste. Aber abends war es immer besonders schlimm. Jetzt geht es mit dem Heimweh. Also jedenfalls wenn ich wo bin wo ich mich auskenne. Wenn es unbekanntes gebiet ist, dann würde ich auch niergendswo wegen heimweh übernachten.

Aber deine Familie könnte doch auch etwas machen, wenn dir übel wäre, oder? Was würde dein Freund da anders machen oder was kann er dir geben, was deine familie dir dann nicht geben könnte? Die bekommen es doch bestimmt dann auch mit wenn dir plötzlich ganz übel ist und du dich nur noch übergeben würdest, oder?
Hättest du denn sonst irgendwelche Skills die du dann anwenden könntest, wenn du merken würdest das du wegen dieser Angst Panik bekommst? Also kennst du da ein Skill der sonst ganz gut und dich da auch runterbringen könnte? Also irgenwas was dich dann ablenkt?

Das ist ja schade wenn dir der Therapeut nicht so helfen kann. Kommst du denn sonst gut mit dem Therapeuten klar?

Das ist ne gute Idee. Also zu schauen wie weit die Strecke ist und sonst abends nach hause zu fahren. Genau vielleicht schaffst du es dann spontan. Bei mir ist das häufiger so. Also je wengier ich mich unter Druck setzte um so besser kann es sein das ich Sachen schaffe und sie umsetzten kann

Mit lieben Grüßen,
Delphin2

26.01.2014 23:10 • #4


Huhu, hm also was mein Freund mir geben könnte, ich weiß es nicht. Ich glaube mittlerweile manchmal, dass das alles auch so Richtung Zwangshandlung geht. Ich kann es dir echt nicht sagen (oder auch sonst niemandem) wieso mein Freund unbedingt bei mir bleiben muss. Mein Kopf schaltet da komplett ab und ich weiß nur, dass er unbedingt bei mir schlafen muss. Mein Therapeut hat gemeint, das ist so eine Art Sicherheit, dass mir nichts passieren kann. Ich kann mich auch selbst sehr schwer nur beruhigen, hab das als Kind auch nie richtig gelernt.

Ja, ansonsten verstehe ich mich sehr gut mit meinem Therapeuten.
Danke für die Antwort!:-)

27.01.2014 09:38 • #5


Hallo missPropper,

vielleicht wäre es noch mal eine intressante Frage die du für dich selbst mal rausfinden solltest, also was er dir geben kann in der nacht was deine Eltern nicht dir geben könnten?! Meistens sind es ja gerade dann die wichtigen Dinge, die man nicht einfach beantworten kann, die wichtig sind sich anzuschauen. Also ist bei mir so..

Ja wenn es richtung Zwangshandlung geht, wäre es ja ganz wichtig es zu ändern. Oder kleine Schritte zu gehen es langsam zu ändern!
Vielleicht ist es ja doch ein wenig wieder dann das Verlassenwerden. Früher hattest du deine Mutter bei der du im bett liegen durftest und jetzt darf dich dein Freund nicht alleine lassen, weil sonst etwas schlimmes(übergeben oder sonst was) passieren könnte. nach dem motto: lass mich nicht alleine, wenn doch passiert mir bestimmt was! ich kenne solche Ängste auch in manchen Bereichen....
Ja das glaube ich dir das es dann schwierig ist sich selbst zu beruhigen. gerade wenn man es nicht gelernt hat. Aber ich denke das sich nicht selbst beruhigen ist sowiso schwerer mit unserer krankheit(habe auch borderline). Da hat man ja schon von natur aus eine höhere anspannung und dann sich selbst zu beruhigen wenn die angst steigt ist wahnsinnig schwer. Finde es extrem anstrengend und schaffe es meistens nur mit Skills und guten Fertigkeiten...
Ich denke es ist wichtig das man es langsam erlernt..sonst ist man ja immer von anderen abhängig...

das ist gut das du sonst gut mit deinem Therapeuten klar kommst , ja bitte für die Antwort !

Mit lieben Grüßen,
Delphin

27.01.2014 12:41 • x 1 #6


In deinem Unterbewusstsein muss deine Panikstörung korrigiert werden.Es muss der emotionale Auslöser gefunden und "behoben" werden. Am besten ans Unterbewusstsein gelangt man mit Hypnose.

29.01.2014 11:37 • #7




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