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Kilaa
Guten Abend meine Lieben!
Ich bin ganz neu hier, also seid lieb zu mir
Also, wahrscheinlich denkt ihr jetzt "Angst vor Nähe, das Thema wurde schon so oft angesprochen", aber ich brauche echt eure Hilfe.
Ich, weiblich, 18, habe Angst vor Nähe. Aber nicht im Sinne von "ich hatte schon 3 Beziehung aber ich konnte mich nicht richtig drauf einlassen". Ich meine damit, dass ich noch nie eine Beziehung hatte und Angst davor habe. Vielleicht denkt ihr jetzt: "18 Jahre, ach Kindchen deine Zeit kommt noch, du wirst einen netten Kerl finden", also das was meine Familie denkt, aber das Problem liegt hierbei woanders. Ich bin 'einigen' Jungs, Männern begegnet, die nicht von mir abgeneigt waren (das klingt ja eingebildet haha---> das bin ich nicht), so ist es also nicht, aber ich bekomme Panik wenn ich merke, dass sie sich mehr vorstellen können. Ich werde kalt und abweisend, ich blockiere, baue eine Mauer um mich auf. Die Vorstellung jemanden zu küssen? -An sich ganz nett. Einen Partner zu haben? -Klar, finde ich toll. Liebe und Zärtlichkeiten austauschen? -Ich bin dabei. Soweit die Theorie. Ich sehne mich ja nach Liebe, aber sobald ich merke, da ist jemand, der möchte mich besser kennenlernen, der hat Gefühle für mich, habe ich Angst. Ich habe schon viele nette Kerle auf diesem Wege verloren, weil ich den Kontakt abgebrochen habe. So oft schon:( Momentan ist es wieder so, ich habe einen Mann kennengelernt, er ist toll, ich verbringe gerne Zeit mit ihm und ja, ich weiss dass er Gefühle für mich hat. Also bin ich diesmal schon ein Schritt weiter, immerhin kenne ich seine Gefühlslage und treffe mich trotzdem mit ihm. Denn er ist so toll und ich glaube ich bin eigentlich nicht mal abgeneigt von ihm, aber sobald ich merke er kommt mir nah, da ist die Panik wieder da (an mir ist ein Dichter verloren gegangen!). Spass bei Seite, wenn wir uns umarmen ist mir das mega unangenehm und ich bin dann stets bemüht, die Umarmung frühzeitig zu lösen. Besonders panisch werde ich, wenn er mit seinem Gesicht näher kommt. Also schon, wenn er sich einfach was nach vorne beugt, dann würde ich immer am liebsten das Weite suchen. Aber es ist ja nicht nur körperlich, ich habe auch Probleme damit, wenn man(n) mich besser kennen lernt. Ich fange dann immer mit dem gleichen Zeug an: "Du willst nur meine positiven Seiten sehen, dabei habe ich so viele Fehler, ich bin kindisch, launisch, kompliziert, schwach usw. usw.! Glaube mir, ich bin eine Bestrafung für jeden Mann und ich würde jeden unglücklich machen, ich bin ein Monster!" Das sage ich jedes Mal, leider denke ich so auch wirklich, ich glaube einfach nicht, dass ich einen Mann glücklich machen kann. Naja, wie auch immer, wenn das dann auch nicht hilft, zieh ich die Reißleine und breche den Kontakt ab. Ich befürchte das wird diesmal wieder so sein.
Und nein, mir hat noch kein Junge das Herz gebrochen und ja, meine Eltern sind geschieden. Aber da war ich noch jung (im sechsten Lebensjahr) und meine Eltern verstehen sich heute noch gut. Also ich denke nicht ,dass das etwas damit zu tun hat.
Mir ist das schrecklich unangenehm, ich vermeide das Thema stets und spreche nicht darüber. Mit keinem. Ausser mit euch, weil mich das sehr belastet und ich auf diesem Wege anonym bleiben kann.
Auweia, ich habe zu viel geschrieben, tut mir leid
Danke dass ihr euch Zeit genommen habt, meinen Beitrag zu lesen..
VLG

14.07.2015 20:38 • 26.07.2015 x 1 #1


6 Antworten ↓


Kilaa
Und kacke, ich bin irgendwie nicht ganz in der richtigen Kategorie, upsi.
Das lernen wir noch...

14.07.2015 20:47 • #2



Angst vor Nähe und Liebe

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Hallo, liebe Kilaa,

erstmal ein dickes Lob: Du hast einen unglaublich sympathischen, erfrischenden Schreibstil.
Also, ich war auch ein absoluter Spätzünder: Meinen ersten Kuß bekam ich mit 19. Ich hatte ihn mir nach einer Woche des Um-Ihn-Kämpfens (im Ausland) gekapert; er war der anderer Bewohner der Wohnung meiner Gasteltern. Den ersten Kuß fand ich total widerlich: wässrig, naß ... Und machte gleich am nächsten Tag Schluß mit ihm - er nahm es zum Glück recht locker.
Es blieb nicht mein erster Kuß (zum Glück).

Ich habe kein Patentrezept für Dich. Hast Du denn Tagträume, in denen Du mit einem tollen Typen knutschst, etc? Falls ja, intensiviere sie doch mal ... und füge mal probeweise Deinen jetzigen, von Dir schwärmenden Mann ein. Du kannst in Deinen Tagträumen alles (mit ihm) machen, was Du willst - vollkommen tabulos! Du hast die Kontrolle!

Zitat:
Auweia, ich habe zu viel geschrieben, tut mir leid
Ich finde Deinen Beitrag sehr wohlformuliert und genau richtig in der Länge!

Welche Gründe hast Du denn, daß Du denkst, Du seist ein Monster und kindisch, launisch, etc.? Hat Dir das jemand mal - öfter - gesagt oder vermittelt? Eventuell - aber das ist jetzt wirklich nur reine Spekulation - fühltest Du Dich als kleines Kind (mit)verantwortlich dafür, daß sich Deine Eltern trennten/scheiden ließen; frag Deine Eltern doch mal, wie das damals für Dich war, diese Scheidungsangelegenheit.
Vielleicht kannst Du Dich ja doch mal Deiner Mutter (oder einer Freundin) anvertrauen, daß Du so ein negatives Bild von Dir hast. Ich möchte wetten,. Dir wird widersprochen werden und es wird Dir mitgeteilt werden, was Du für eine liebenswerte Person bist!

Schreib doch mal auf, was Du an Dir gut findest! Äußerlichkeiten wie schönes Haar und Eigenschaften, wie z. B., daß Du verantwortungsbewußt, pünktlich, etc bist. Du kannst ja auch mal Leute fragen, was sie an Dir schätzen; schreib das dann auch auf!

Auf diese Weise wird sich Dein Bild von Dir recht bald gen Sonnenseite hin ergänzen.

Zitat:
Ich sehne mich ja nach Liebe, aber sobald ich merke, da ist jemand, der möchte mich besser kennenlernen, der hat Gefühle für mich, habe ich Angst.
Wovor hast Du genau Angst? Daß es Dir in einer Beziehung nicht gut ergehen könnte? Daß man(n) von Dir erwarten würde, zügig mit ihm Sex zu haben? Oder daß der Mann durch Dich unglücklich werden würde?

Alles Liebe wünscht Dir

Meise

14.07.2015 21:28 • x 1 #3


Kilaa
Oh, liebe Meise

ich habe gar nicht mitbekommen, dass mir geantwortet wurde. Schande über mein Haupt. Erst einmal vorab: danke für deine liebe Antwort. (Du bist lieb, ich mag dich.)

Und mich freut es sehr, dass du meinen Schreibstil als sympathisch und erfrischend empfindest. (Das schmeichelt mir.)

Nun ans Eingemachte. Nein, ich habe solche Tagträume doch recht selten, und wenn ich sie habe, dann kann ich sie nicht intensivieren. Das geht nicht, vor allem nicht mit "diesem Mann", da muss ich irgendwie lachen, also wenn ich daran denke. (Bei aller Liebe ) Nachts träume ich eventuell mal von irgendwelchen Hotties, die nicht einmal existieren, oder von männlichen Stars die ich anscheinend nicht schlecht finde..(warum nur?)
Also ich befürchte, das mit mir wird sich noch als recht kompliziert erweisen. (---> vielleicht bin ich ja eine Fehlzündung )

Und ja, Menschen mit denen ich mal über meine Gefühle rede, erklären mich für verrückt. ("Du Hohlfrucht hast einfach eine gestörte Wahrnehmung")
Aber ich selber habe einfach diese Selbstwertprobleme und sie machen mir wirklich zu schaffen. Aber ich versuche an mir zu arbeiten. Und danke für deinen lieben Tipp, ich habe auch schon überlegt, so eine "positive Liste" zu erstellen, nur würde sie doch recht spärlich ausfallen. Vermutlich.

Ich kann dir meine Angst gar nicht richtig erklären. Denn ich weiss nicht genau wovor ich Angst habe. Ich habe einfach Angst. Vielleicht davor, sie könnten mich besser kennenlernen und würden dann merken, wie schei*** ich in Wirklichkeit bin. Ich weiss es nicht. Mein kleines Hirn ist dezent überfordert. Ach, und wegen meinen Eltern, nein, ich war nicht Schuld an ihrer Trennung.

Ich danke dir für deine herzliche Antwort

23.07.2015 15:52 • x 1 #4


HeikoEN
Frage Dich mal, was in der Kindheit los war?

Ist es eher die Angst, dass Du bei einer etwaigen Trennung sehr verletzt werden könntest?

Die Angst, zuviel von Dir preiszugeben?

Da Du noch relativ jung bist, dürfte es nicht so schwer sein, einen oder sogar mehrere Ansatzthemen zu finden, die Ursache dafür sein könnten...

Und die Tatsache ein Scheidungskind zu sein, bei dem sich die Eltern "noch gut verstehen", sagt so gar nichts darüber aus, wie ein sechsjähriges Kind die Sache wahrnimmt und mit seiner noch nicht entwickelten Psyche bewertet bzw. Schlüsse daraus zieht (z.B. ich bin Schuld daran ODER meine Mama war damals so traurig darüber, dass ich heute riesige Angst vor so einer Enttäuschung habe, womit wir dann wieder bei einer meiner Eingangsfragen wären).

Mit einem Therapeuten kann man sog. Biographiearbeit machen, in der man noch gar nicht "großartig" irgendwie einsteigt in etwaige Tiefgründe der eigenen Psyche o.ä., sondern nur erstmal nur "mögliche" Ursachen einkreist, die dafür Grund sein könnten. Damit kann man selber überlegen, ob man diese ggf. selber angeht oder wirklich in Therapie geht etc.

24.07.2015 19:39 • #5


Kilaa
Ja, ich denke es ist eher die Angst zuviel von mir preiszugeben.
Angst verletzt zu werden, nein die habe ich nicht. Eher Angst davor, mein Gegenüber, also meinen Partner (wenn ich einen hätte) zu verletzen oder zu enttäuschen.
Vielleicht kann ich mich auf sowas auch einfach nicht einlassen, weil ich die Liebe für eine Illusion halte, für mich sind das nur Schmetterlinge im Bauch, die wieder ganz schnell entflogen sind.
Naja, was soll's..
Biographiearbeit klingt sehr interessant. Ich danke dir lieber HeikoEN für deine Antwort!

26.07.2015 10:05 • #6


Adea
Hallo liebe Kilaa,

auch ich finde deinen Schreibstil und deine Art zu denken sehr angenehm. Würde mich freuen, wenn du weiterhin berichtest.

Einen schönen Tag wünscht dir
Adea

26.07.2015 10:28 • x 1 #7




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