✔ Empfohlene Antwort
Nochmals zu Medis und Therapie. Manche Menschen brauchen Medikamente, um überhaupt therapiefähig zu werden, manche brauchen einfach immer die Medis, um ein vernünftiges Leben führen zu können.
Wenige Menschen kommen auf die Idee, Ihren Blutdruck durch Sport, abnehmen, gesunde Lebensweise, Achtsamkeit, dauerhaft versuchen zu senken, nein, sie brauchen ihre Blutdrucktabletten.
Und nehmen die auch. Ohne sich einen Kopf zu machen, und der Blutdruck ist eingestellt.
Und jetzt kommen die Angsterkrankten, die mit aller Gewalt weg von ihrem bisher sehr gut gewirkten Medikament wegkommen wollen. Und schon "schießt", bleiben wir beim Beispiel, der Blutdruck wieder hoch.
Sie haben nicht abgenommen, keinen Sport gemacht, keine vernünftige Ernährung und, unter Umständen leiden sie an einer Prädisposition, die sie für diese Hypertonie insgesamt anfällig macht, die mit besagten Umstellungen nicht zu ändern sind.
Was ich damit sagen will, warum denkst du so? Ist es die Tatsache, dass Psychopharmaka was negatives sind? Wären ja dann alle anderen Medis auch so zu sehen, denn was hält die Menschen davon ab, es selbst in Griff zu bekommen?
Und ist seelisches Gleichgewicht/Gesundheit nicht gleichzusetzen mir körperlicher Gesundheit? Wo ist da der Unterschied.
Und, Psychopharmaka wirken ja auf der körperliche Schiene, auf Botenstoffe, die dein Gehirn entweder zu schnell verbraucht oder die dir nicht zur Verfügung stehen.
Viel, viel schlimmer ist es für diejenige, die kein Medikament für ihre psychische Erkrankung finden, du gehört da ja Gottseidank nicht dazu.
Wenn nur eigene Willenskraft reichen würde, hät ich das nie bekommen, oder hätte nicht jahrelang gelitten.
Leider hat sie eben nicht gereicht, denn mein Willen war zwar extremst vorhanden, nur mein Weg daraus konnte ich nicht erkennen.
Zum Erkennen der Ängste braucht es meistens einen Therapeuten, der dir den Weg aufzeigen kann, wer du bist und warum du den Ängsten so ausgeliefert bist. Die Medis, so bei mir, halfen dabei, diesen Weg gelassener zugehen.
Wer ständig in Angst und Schrecken lebt, kann einfach nicht klar denken, da die Symptome dermaßen im Vordergrund stehen und alle Kraft rauben.
Wieviel Veränderung mit Einnahme der Medis, oder wieviel Erkenntnis über dich hast du bisher erarbeitet? Was konntest du über dich selbst lernen und wie hast du das bisher umgesetzt?
Das ist das Thema. Und manchmal ist die Erkrankung eben ohne Medis dermaßen schwer, dass die Entscheidung zu treffen ist, weiter leiden oder mit Medis ein vernünftiges Leben führen können.
Viele Wege führen nach Rom, jeder geht seinen eigenen Weg. Wichtig ist nur, egal wie es funktioniert, dass man mit sich selbst klar kommt.
12.08.2016 13:05 •
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