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Lieber Forenbesucher,

dieses Forum dient dazu, Menschen zu unterstützen und Austausch zu ermöglichen. Wer Hilfe braucht, findet sie hier, und wer helfen möchte, ist willkommen. Moderatoren achten darauf, dass der Umgang respektvoll bleibt. Für eine angenehme Atmosphäre sind verständnisvolle, ermutigende und einfühlsame Beiträge explizit erwünscht. Verletzende oder verurteilende Beiträge sind nicht erlaubt.

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Tini74

Tini74
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Sammelthema
Hallo

nach langem stillen mitlesen habe ich mich nun getraut aus der Anonymität zu treten und hier Hilfe zu suchen.

Kurz zur Vorgeschichte:

Ich hatte im letzten Jahr einige massive gesundheitliche Probleme im engen Familienkreis.

Im Dezember bekam ich dann plötzlich massive Panikattaken, mit Schwindel, Herzrasen, Durchfall, Schlafstörung, Zittern, Druck auf der Brust, Appetitlosigkeit... Das zog sich so hin die nächsten Wochen, immer wieder Panik in unterschiedlichen Situationen. Besuche beim Arzt brachten nichts (Herz und Schilddrüse ok).

Trotzdem ging es mir immer schlechter. Ich zog mich immer mehr in mich zurück. Zählte fast andauernt meine Herztöne. Bekam Angst vor Alltagssituationen wie Arbeiten und Familie....

Die verschriebenen Beta-Blocker und Anti-Depressiva habe ich überhaupt nicht vertragen...vielleicht auch weil ich sie eigentlich nicht nehmen wollte. Daher habe ich sie wieder abgesetzt.

Die letzten 4 Wochen hatte ich Montags Notfalltermine (mehr ging leider nicht)bei einer Therapeutin/Psychologin muss jetzt aber noch Monate auf einen festen Therapieplatz bei ihr warten...

Mittlerweile weiss ich durch viel lesen in diesem Forum und im Internet das ich mich und meinen Körper in eine Erwartungsangst versetzt haben...leider... hätte ich es vorher gewußt das ich solche Symptome selber durch meine ständige Kontrolle auslöse, hätte ich es vielleicht verhindert.... so bin ich jetzt mitten drin und weiß nicht wie ich da wieder raus komme und das erlesene Wissen anwenden soll....

Es steht überall ich soll mich meinen Ängsten stellen dann verschwinden sie... aber wie soll es gehen... es ist ja nicht greifbar was mich in Alarmbereitschaft (wie Angst vor Tieren oder so ) versetzt.

Ich werde Nachts oft wach weil mein Herz rast... da liege ich da und denke ok mach ruhig.... aber es wird nicht weniger.... ich als Langschläfer mutire zum Frühaufsteher ? weil ich sooo unruhig bin...Durchfall und Würgereiz sind das Ergebnis... ich verliere so langsam die Hoffnung das es mal aufhört...

Hat jemand Hilfe für mich wie ich diese nicht greifbare Angst angehen und überwinden kann...die ständige innere Unruhe den ganzen Tag macht mich fertig und traurig... was mach ich nur um es wieder los zu werden....

Ich wäre wirklich für jeden Tipp dankbar... werde alles versuchen... Embarassed

11.09.2023 #1


106 Antworten ↓
ErenJäger93

ErenJäger93
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Hallo liebe Forumsgemeinde,

Ich habe mich hier angemeldet, weil es niemanden gibt mit dem ich offen über mein Problem reden kann. Viele können es verständlicherweise gar nicht nachvollziehen oder sind mit ihrem eigenen Leben beschäftigt. Ich habe so schon das Gefühl ein Klotz am Bein zu sein, daher behalte ich meine Sorgen mittlerweile lieber für mich. Wie ihr aber sicher wisst, ist das auch keine langfristige Lösung. Deshalb dachte ich, dass es vielleicht hilfreich sein könnte, sich an Menschen zu wenden, die ähnliches durchmachen oder sich anderweitig mit dem Thema beschäftigt haben.

Kurz zu mir: Bin mittlerweile 30 Jahre alt und leide seit nun ungefähr 9 Jahren an einer Angststörung. Anfangs war es sehr extrem. Ich bin kaum noch rausgegangen. Wenn ich mal raus gegangen bin, dann meistens Nachts, weil ich da das Gefühl hatte, dass mich niemand sehen kann und ich mich in irgendeine Ecke verziehen könnte falls ich eine Panikattacke bekommen sollte.

So habe ich mich die letzten Neun Jahre irgendwie durchgemogelt. Seitdem hat sich einiges verändert. Ich war in einer Therapie und Panikattacken an sich hatte ich schon lange keine mehr. Was aber geblieben ist, ist die Angst davor. Die Angst davor z.B. alleine im Zug zu sitzen unter wildfremden Menschen und eine richtige Panikattacke zu bekommen. Ich hatte nicht viele richtige Panikattacken, aber die, die ich hatte, werde ich wohl meinen Lebtag nicht vergessen.

Herzrasen so extrem das man denkt, man würde gleich sterben. Es ist schwer in Worte zu fassen. Es ist die pure Angst davor gleich zu sterben. Das letzte mal als ich so eine Panikattacke hatte, saß ich gefühlt eine halbe Stunde lang in meinem Zimmer und habe einfach nur gebetet, dass es aufhört. Ach, es ist wirklich schrecklich. So etwas wünsche ich niemanden.

Ich habe allesmögliche Versucht, diese Angst vor der Angst loszuwerden. Das einzige was wirklich langfristig geholfen hatte, war mein Fachabitur nachzuholen. Ich hab mich in den Zug gesetzt, bin nach Stuttgart gefahren und habe es irgendwie geschafft, trotz Todesangst, es irgendwie durchzustehen. Nach ein paar Wochen, war diese Angst vor der Angst einfach verschwunden. Ich konnte plötzlich wieder ein ganz normales Leben führen. Jahrelang habe ich mich nicht aus dem Haus getraut und innerhalb von ein paar Wochen, war es so, als wäre nie etwas gewesen.

Leider hat diese Erfahrung nicht lange angehalten, weil es ein paar Schicksalsschläge gab. (Freundin hat sich getrennt usw) die diese Angst wieder getriggert haben. Seitdem sind wieder ein paar Jahre vergangen ohne, dass sich irgendwas drastisch verändert hätte. Das einzige was mir geblieben ist, ist die Erkenntnis, dass es so nicht weitergeht. Wenn sich nichts ändert werde ich immer alleine bleiben und mit diesem Handicap leben müssen. Ich hab so dermaßen die Schnauze voll davon, nie wirklich das Leben genießen zu können. Immer nur ein Klotz am Bein zu sein, den andere entweder aussortieren, oder für den sie nur Mitleid empfinden.

Deshalb bin ich auf Jobsuche gegangen und habe tatsächlich durch den Bundesfreiwilligendienst die Möglichkeit gefunden ab September meinen Traumberuf (in der Stadtbibliothek) auszuführen. Man hat mir sogar gesagt, dass ich dort auch meine Ausbildung machen könnte, wenn ich einen guten Eindruck hinterlasse. Das wäre mein größter Wunsch. Endlich wieder jemand zu sein. Einen Job haben, eine eigene Wohnung haben. Wieder als selbstbewusster Mensch am Leben teilnehmen und nicht wie jetzt ein Schattendasein zu führen.

Wie ihr euch aber sicher denken könnt, ist die Angst riesig. Ich muss 45-50 min mit dem Zug fahren und bin dann ziemlich weit weg von Zuhause, was so ziemlich alle Ängste triggert, die so im Kopf herumschwirren Mr. Green

Tja, jetzt habe ich euch ziemlich vollgetextet nur um mal von jemanden zu hören "Hey, du schaffst das. Ich glaub an dich, Du bist nicht alleine" Bitte drückt mir die Daumen, dass ich diese Angst nochmal überwinden kann und alles gut geht Trost

31.07.2023 14:59 • x 7 #80


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A


Angst vor der Angst / Erwartungsangst wie überwinden ?

x 3


E

eddie
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Mitglied seit:
hallo,
dann melde ich mich auch noch zu Wort. Viele gute Antworten hast du ja schon bekommen,
von denen besonders die von Darkdays die Grundlage für meine weiteren Ausführungen bilden.
Als Erstes: Solange du 24 Stunden am tag darauf wartest, wann das ganze Elend vorbei ist, solange
wird es bleiben! Unbefriedigend, aber wahr. Trotzdem möchte ich dich dazu beglückwünschen, dass
du die Antidepressiva abgesetzt hast.Hervorragend, eine sehr gute und wichtige Entscheidung.
Auch wenn andere das anders sehen werden. IOrgendwann müsstest du sie ja doch absetzen und
dich dann deinen Ängsten stellen, der Zeitpunkt wäre also nur verschoben. Jetzt habe ich ein paar
wichtige Punkte für dich, die du dir notieren oder sonstwie verinnerlichen kannst:
1. Gefühle ändern sich, Angst kommt und geht. Du wirst es schon festgestellt haben, dass sich die
Angst niemals über den ganzen Tag in der gleichen Stärke hält. Ab und an ist sie sogar eine Weile
ganz weg. Diese Momente werden mehr und sie werden dein Selbstbewusstsein stärken. Aber:
Sie kommen von selber, also warte nicht zu gebannt darauf, dabei verkrampfst du nur
2. Gedanken kann man nicht verdrängen, das kostet nur unnötig Kraft, verursacht Unruhe und
Kopfschmerzen. Egal, welcher Gedanke dich quält, du wirst es mit der Zeit erkennen, dass du
ihn zulassen kannst, ohne auf ihn einzugehen. Du musst keine Antwort auf all deine Fragen
haben. Und sage dir auch nicht, dass du keine Angst haben musst, oder dass deine Angst
unbegründet oder übertrieben wäre, das bringt nichts. Sage dir: Ja, ich habe gerade Angst,
aber es gibt nichts, was ich jetzt dagegen tun muss, ich lasse es einfach zu. Irgendwann geht sie
selber weg. Und auch wenn mich die Angst mitten unter Menschen ereilt, so schaffe ich das bald
schon, so geduldig über mich ergehen zu lassen, dass es kein anderer mitbekommt. Du wirst
eine Attacke im Kino, in der Arbeit und überall sonst überstehen, es anderen vielleicht sogar mal
erzählen und stolz in dich reingrinsen, wenn du siehst, wie ihnen die Kinnlade runterfällt, weil sie
sagen, das hätten sie nie vermutet, oder weil sie dir erst gar nicht glauben
3. Sport ist das beste Antidepressiva. Darf auch so etwas eintöniges wie Joggen oder Schwimmen
sein. Hauptsache, du lässt dich nicht auf Grübeleien ein. Deine Gedanken werde schweifen und das
dürfen sie auch, aber widerstehe der Versuchung darauf einzugehen, lass sie wie Wolken über dich
hinweg und durch dein Hirn ziehen, egal wie sehr sie dich vorrübergehend aufwühlen und dir Angst
machen. Wenn du einfach nur spazieren gehst, genau das selbe: Lass die Gedanken kommen und
gehen. Konzentriere dich auf das was du siehst, was du hörst, was du riechst. Nimm die Sonne
( sofern sie da ist ) wahr, fühle sie auf der Haut und stelle immer wieder fest: Egal wie oft die Angst
kommt, sie bleibt nie für immer . Aber sie kann evtl. immer wieder kommen. Und glaube mir:
Du wirst feststellen, dass man es lernen kann mit der Angst zu leben. Sie wird dich irgendwann
nicht mehr so sehr belasten. Auch wenn es natürlich ein Stück weit von deiner Tagesform abhängt
4. Kommen wir noch zu meiner persönlichen Parade- Disziplin, den Schlafstörungen. Diese machen mir
seit nun schon einem Jahr zu schaffen, mal mehr, mal weniger. Ich hatte mich zeitweise in eine richtige
Angst vor Schlaflosigkeit gesteigert und dadurch auch so manche Stunde an Schlaf eingebüßt.
Nun weiß ich von Schlafmedizinern, Allgemeinärzten und Psychologen ( du siehst also: Meine Angst
hat auch mich dazu getrieben, mich nicht nur mit einer Antwort zufrieden zu geben ), dass sich
der Körper selber holt, was er braucht. Wenn ich nicht einschlafen kann, oder in der Nacht mit Panik
aufwache, ist das kein Problem. In einer der nächsten Nächte schlafe ich dafür garantiert 10 Stunden
durch. Hände weg von Tabletten! Die Müdigkeit ist nach einer schlecht geschlafenen Nacht meistens gar
nicht so gravierend, wie man das vermuten würde, wenn man sich entsprechend verhält. Was aber tun,
wenn man nicht schlafen kann? Ich halte das so: Zunächst mal schaffe ich eine angenehme und
gemütliche Atmosphäre im Schlafzimmer. Egal, was kommt: Wenn ich müde werde, freue ich mich
aufs Bett. Ich lege mich hin, um mich auszuruhen, lasse ganz leise Meditationsmusik laufen, oder,
wenn der Kopf noch nicht zur Ruhe kommt, ein Hörbuch. Kommt etwas stärkere Angst auf, so knipse
ich meinen auf der Kommode neben dem Bett stehenden Globus an und gucke auf die beleuchteten
Kontinente und Länder dieser Erde. Dabei stelle ich mir vor, wieviele MILLIONEN Menschen gerade
in diesem Moment auch nicht schlafen können, z. T. auch, weil sie Angst haben. Und viele davon
leider sogar völlig begründet, weil um sie herum Kriege oder sonstige Katastrophen toben. Meine
Angst dagegen wird mich nicht umbringen, und ich werde in einer anderen Nacht zwangsläufig auch
wieder mehr schlafen.
So, das wäre es nun erst mal. Mit diesen ersten Sofortmassnahmen kannst du mal beginnen zu üben.
Ganz aufhören wird die Angst sarkastischerweise erst dann, wenn es dir im Grunde genommen egal ist,
ob sie nun kommt oder nicht. Bis dieser Punkt mal erreicht ist, muss man viele Male erlebt haben, dass
tatsächlich nichts passieren kann und dieses Gefühl, so wie jedes andere immer wieder von selber geht.
DU MUSST EIGENTLICH GAR NICHTS TUN; NUR SO WEITERLEBEN, ALS WÄRE ALLES NORMAL

09.03.2013 17:59 • x 6 #20


Zum Beitrag im Thema ↓


Tini74
Hallo...

kann mir den niemand helfen ? Heut ist die innere Unruhe besonders schlimm !

Kann schon seit Tagen nichts essen und mein Herz rast wie verrückt.... bitte ich bin sooo verzweifelt.... Crying or Very sad

#2


M
Ich kanns nchvollziehen, weil ich das auch habe.
Das macht mir mehr zu schaffen als die PA.
Sich der Angst zu stellen,muss man lernen.
Machst Du Therapie?

#3


Tini74
Hallo Maya2000

Ja genau... man muss es lernen...aber wie und was muss ich machen ? Es ist nicht greifbar für mich was es ist, da es ein Dauerzustand ist.

Was genau machst du den dagegen ? Mit PA kann ich auch besser umgehen, da sie ja immer nur einen bestimmten Moment lang sind und nicht dieser zermürbende Dauerzustand.

Ich würde gerne eine Therapie machen, aber ich stehe auf der Warteliste...das kann noch Monate dauern... Evil or Very Mad

#4


M
Ich muss dazu sagen,dass ich das leider auch noch nicht darauf habe:-(
Habe auch diesen Dauerzustand ,nur im Schlaf habe ich Ruhe.
Meine Therapeutin sagt ich soll meine Symtome analisieren und sie auswerten...
Wir sind gerade dabei es zu ueben..wie lange hast Du das schon?
Bin noch relativ frisch ,habe es seit Januar.

#5


Tini74
Da hast du aber Glück das du so schnell einen Platz gefunden hast. Was meint sie den damit die Symptome zu analysieren und auszuwerten ? Wenn dir schwindelt zB ?

Ich habe seit 3 Monaten damit zu kämpfen und genug davon.... weiß nicht wie andere das Jahre aushalten ?

x 1 #6


M
Ich kanns mir auch nicht vorstellen,das so lange zu haben.
Dann haben wir das fast gleich lang:-)
Ich zahle meine Therapie selber,von der Krankenkasse aus muesste ich auch sehr lange warten muessen.
Muss jetzt weg,schreibe Dir nachher eine PN.
Glg

#7


D
Hallo Tini

Ich kann dir nur sagen wie ich damit umgehe, ob das nun richtig oder falsch ist kann ich dir leider auch nicht sagen, aber mir gehts damit besser.

Als erstes musste ich verstehen,nein verinnerlichen das jedes dieser Symtome, nichts anderes als Angst ist.
Angst ist Mist, keine Frage aber sie bringt mich nicht um, sie greift mich von allen Seiten an, bescherrt mir Hunderte von Symtomen, doch sie bleibt immer nur Angst, ein Gefühl genau wie Liebe,Freude, Hass und Trauer.

Allerdings ist die Angst von allen Gefühlen auch das feigeste, sie versteckt sich in irgendwelchen dunklen Ecken in unseren Köpfen und flüstert uns ununtebrochen Lügen ins Ohr, und je mehr wir sie ignorieren desto stärcker wird sie.

Also, wie einen unsichtbaren Gegner bekämpfen?

Als erstes aufstehen von der Couch, dann aufhören zu jammern und sich selbst zu bemittleiden, sich fragen wie lange man sich noch von dummen Lügen sein Leben wegnehmen lassen möchte, und dann immer das Gegenteil von dem machen was dir diese dumme kleine Lügnerin ins Ohr flüstert.

Ist mir schwindlich, geh ich tanzen, Habe ich Innere Unruhe, trink ich einen Kaffee, Habe ich Angst umzufallen, gehe ich unter Leute da fällt man wenigstens weich, fühle ich mich geblendet, sehe ich ins Licht, der Tag bietet mir tausend Gelegenheiten dieser miesen kleinen Lügnerin den Mittelfinger zu zeigen!

Ich bin trotzig und wütend das ich solange alle ihre Lügen geglaubt habe, jetzt ist Schluss ich ziehe sie aus ihrer dunklen Ecke ins Licht und sage Lass uns tanzen, und wenn wir fertig sind, verpisst du dich dahin wo du hingehörst.

Ich denke Therapheuten und Tabletten werden uns unterstützen, und ich bin auch froh das es das alles giebt, aber uns heilen können wir und diesesmal nur selbst.

Alles Gute für dich

x 5 #8


W
Wunderbar beschrieben, nur das ist der Weg, Konfrontation und nichts anderes.
Man kann sich ruhig über seine Angst gedanken machen, aber man darf sie nicht die Oberhand gewinnen lassen. Aufstehen, rausgehen. Angst davor dass es beim Tram fahren kommt? Ok, ab in die Straßenbahn und die längste Strecke fahren, für irgendwas muss die Monatskarte ja gut sein Smile

Angst davor alleine rumzusitzen und in seinen Gedanken zu versinken? Dann setz dich hin und mach die Augen zu, lass sie 30 Minuten geschlossen und mach sie nicht auf. Was passiert? NIX! (OK, vllt. kommt eine Panikattacke und?)

Ich muss mich gerade auch wieder dazu überwinden und mir fällt es mega schwer, aber ich mache es und ich weiß dass es nur so funktioniert. Immerhin wissen wir dass uns nichts passiert, das ist die beste Grundlage die wir haben und wir müssen sie immer als Basis für unseren Kampf nutzen!

x 2 #9


Tini74
Danke dir darkdays für deine ausführliche Antwort....

das die Unruhe von mir ausgelöst wird ist mir jetzt auch klar (habe schon viel hier gelesen), doch leider hilft alles was ich versuche nicht das ich sie ablegen kann. ich sage mir ständig ruhig bleiben, es passiert dir nichts u.ä. aber trotzdem tut sich nichts. Es ist so entmutigend und dadurch das ich ständig dran denke verschlimmert es sich sicher noch.

Ich hätte lieber einzelne PA, die würde ich eher verstehen und hätte dazwischen mal Ruhe...aber wünschen hilft auch nicht....

Hast du außer Kaffee (den vertrage ich überhaupt nicht) noch andere Tricks gegen Unruhe die dir helfen ?

Wäre dankbar für alles... Sad

#10


W
Hey Tini,

alles was darkdays geschrieben hat hilft nicht gegen Unruhe, im ersten Moment wird es die Unruhe sogar verstärken, das ist ja auch der Sinn. Ich trinke Kaffe und werde "hibbelig", genau das will ich, dann kommt vllt. die Angst. Und? Dann kommt sie halt, du wirst sie überleben und das ist das wichtigste! Also los, konfrontier dich mit den Situationen vor denen du Angst hast, in denen du besonders angespannt bist usw. ...

Umso mehr Situationen du meisterst und umso häufiger du das tust, umso weniger beängstigend sind die situationen.

#11


D
Was kannst du dir im Moment überhaupt nicht vorstellen zu machen.......
Das ist der Weg, du musst nur aufstehen und ihn gehen.

x 1 #12


M
Ps.schreibe Dir alles auf, was Du am Tag geschafft hast,mache ich auch.
Wenn es dann bei mir ganz schlimm ist und ich das Gefuehl habe, ich schaffe wieder nix, dann lese ich mir das durch.
Mir hilft das sehr.
Hol den Sauger raus,hoer laut Musik und singe mit, Du wirst sehen, dass es besser wird.
Kostet mich auch mega Ueberwindung,aber Du wirst sehen,dass nichts passieren wird.
Wenn ich am Beugeln bin und wieder anfange zu zittern,mache ichs weieter und gehe gedanklich Einkaufen.
Haufe alles nach Buchstaben.. Mit A,B usw.
Versuche die Symtome nicht zu beachten, ich bin gerade dabei zu erlernen:-) und es hilft!

#13


F
Hallo darkdays,

bei mir hilft bei akuter Unruhe -
mich auf der Couch/Bett auf den Rücken legen,
Beine und Arme nach oben und
strampeln und armfuchteln was das Zeug hält,
gut atmen dabei, und so lange, wie ich kann.
Dann auf die linke Seite legen und warten.
An Darmgeräuschen bemerkst Du dann, wie
der Körper aus dem Stresszustand in den
entspannten Zustand übergeht.
Das habe ich aus einem Buch: "Mein Bauch ist klüger als ich"
Beste Grüße!

x 1 #14


F
Ich meinte natürlich
hallo tini74 Smile

#15


Tini74
ok...danke an alle....

werde mal in Ruhe über mich nachdenken und dann machen was mich am meisten streßt...

mit dem Schwindel komme ich ja jetzt auch besser zurecht.... muss nur noch die Unruhe annehmen....es ist schwer aber ich darf die Hoffnung nicht verlieren..

habt ihr es den alle im Griff ?

#16


M
Nein, ich leider nicht.
Aber es ist besser als noch vor paar Wochen, da lag ich noch zitternd auf dem Sofa.. Sad
Jetzt nicht mehr..

#17

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D
Hallo Tini,

Im Griff haben finde ich eine schwierige Bezeichnung, ich denke die Menschen die es wieder im Griff haben, schreiben hier nicht mehr sondern leben wieder glücklich und zufrieden ihr Leben.

Bei mir ist es so, das ich seit einiger Zeit das Gefühl habe die Treppe wieder hoch und nicht mehr runter zu gehen.

#18


Tini74
ja da hast du wahrscheinlich recht...wem es gut geht befasst sich nicht mehr damit....

es gibt eben kein Patentrezept für alle... muss ich akzeptieren...

trotzdem Danke...

#19


E
hallo,
dann melde ich mich auch noch zu Wort. Viele gute Antworten hast du ja schon bekommen,
von denen besonders die von Darkdays die Grundlage für meine weiteren Ausführungen bilden.
Als Erstes: Solange du 24 Stunden am tag darauf wartest, wann das ganze Elend vorbei ist, solange
wird es bleiben! Unbefriedigend, aber wahr. Trotzdem möchte ich dich dazu beglückwünschen, dass
du die Antidepressiva abgesetzt hast.Hervorragend, eine sehr gute und wichtige Entscheidung.
Auch wenn andere das anders sehen werden. IOrgendwann müsstest du sie ja doch absetzen und
dich dann deinen Ängsten stellen, der Zeitpunkt wäre also nur verschoben. Jetzt habe ich ein paar
wichtige Punkte für dich, die du dir notieren oder sonstwie verinnerlichen kannst:
1. Gefühle ändern sich, Angst kommt und geht. Du wirst es schon festgestellt haben, dass sich die
Angst niemals über den ganzen Tag in der gleichen Stärke hält. Ab und an ist sie sogar eine Weile
ganz weg. Diese Momente werden mehr und sie werden dein Selbstbewusstsein stärken. Aber:
Sie kommen von selber, also warte nicht zu gebannt darauf, dabei verkrampfst du nur
2. Gedanken kann man nicht verdrängen, das kostet nur unnötig Kraft, verursacht Unruhe und
Kopfschmerzen. Egal, welcher Gedanke dich quält, du wirst es mit der Zeit erkennen, dass du
ihn zulassen kannst, ohne auf ihn einzugehen. Du musst keine Antwort auf all deine Fragen
haben. Und sage dir auch nicht, dass du keine Angst haben musst, oder dass deine Angst
unbegründet oder übertrieben wäre, das bringt nichts. Sage dir: Ja, ich habe gerade Angst,
aber es gibt nichts, was ich jetzt dagegen tun muss, ich lasse es einfach zu. Irgendwann geht sie
selber weg. Und auch wenn mich die Angst mitten unter Menschen ereilt, so schaffe ich das bald
schon, so geduldig über mich ergehen zu lassen, dass es kein anderer mitbekommt. Du wirst
eine Attacke im Kino, in der Arbeit und überall sonst überstehen, es anderen vielleicht sogar mal
erzählen und stolz in dich reingrinsen, wenn du siehst, wie ihnen die Kinnlade runterfällt, weil sie
sagen, das hätten sie nie vermutet, oder weil sie dir erst gar nicht glauben
3. Sport ist das beste Antidepressiva. Darf auch so etwas eintöniges wie Joggen oder Schwimmen
sein. Hauptsache, du lässt dich nicht auf Grübeleien ein. Deine Gedanken werde schweifen und das
dürfen sie auch, aber widerstehe der Versuchung darauf einzugehen, lass sie wie Wolken über dich
hinweg und durch dein Hirn ziehen, egal wie sehr sie dich vorrübergehend aufwühlen und dir Angst
machen. Wenn du einfach nur spazieren gehst, genau das selbe: Lass die Gedanken kommen und
gehen. Konzentriere dich auf das was du siehst, was du hörst, was du riechst. Nimm die Sonne
( sofern sie da ist ) wahr, fühle sie auf der Haut und stelle immer wieder fest: Egal wie oft die Angst
kommt, sie bleibt nie für immer . Aber sie kann evtl. immer wieder kommen. Und glaube mir:
Du wirst feststellen, dass man es lernen kann mit der Angst zu leben. Sie wird dich irgendwann
nicht mehr so sehr belasten. Auch wenn es natürlich ein Stück weit von deiner Tagesform abhängt
4. Kommen wir noch zu meiner persönlichen Parade- Disziplin, den Schlafstörungen. Diese machen mir
seit nun schon einem Jahr zu schaffen, mal mehr, mal weniger. Ich hatte mich zeitweise in eine richtige
Angst vor Schlaflosigkeit gesteigert und dadurch auch so manche Stunde an Schlaf eingebüßt.
Nun weiß ich von Schlafmedizinern, Allgemeinärzten und Psychologen ( du siehst also: Meine Angst
hat auch mich dazu getrieben, mich nicht nur mit einer Antwort zufrieden zu geben ), dass sich
der Körper selber holt, was er braucht. Wenn ich nicht einschlafen kann, oder in der Nacht mit Panik
aufwache, ist das kein Problem. In einer der nächsten Nächte schlafe ich dafür garantiert 10 Stunden
durch. Hände weg von Tabletten! Die Müdigkeit ist nach einer schlecht geschlafenen Nacht meistens gar
nicht so gravierend, wie man das vermuten würde, wenn man sich entsprechend verhält. Was aber tun,
wenn man nicht schlafen kann? Ich halte das so: Zunächst mal schaffe ich eine angenehme und
gemütliche Atmosphäre im Schlafzimmer. Egal, was kommt: Wenn ich müde werde, freue ich mich
aufs Bett. Ich lege mich hin, um mich auszuruhen, lasse ganz leise Meditationsmusik laufen, oder,
wenn der Kopf noch nicht zur Ruhe kommt, ein Hörbuch. Kommt etwas stärkere Angst auf, so knipse
ich meinen auf der Kommode neben dem Bett stehenden Globus an und gucke auf die beleuchteten
Kontinente und Länder dieser Erde. Dabei stelle ich mir vor, wieviele MILLIONEN Menschen gerade
in diesem Moment auch nicht schlafen können, z. T. auch, weil sie Angst haben. Und viele davon
leider sogar völlig begründet, weil um sie herum Kriege oder sonstige Katastrophen toben. Meine
Angst dagegen wird mich nicht umbringen, und ich werde in einer anderen Nacht zwangsläufig auch
wieder mehr schlafen.
So, das wäre es nun erst mal. Mit diesen ersten Sofortmassnahmen kannst du mal beginnen zu üben.
Ganz aufhören wird die Angst sarkastischerweise erst dann, wenn es dir im Grunde genommen egal ist,
ob sie nun kommt oder nicht. Bis dieser Punkt mal erreicht ist, muss man viele Male erlebt haben, dass
tatsächlich nichts passieren kann und dieses Gefühl, so wie jedes andere immer wieder von selber geht.
DU MUSST EIGENTLICH GAR NICHTS TUN; NUR SO WEITERLEBEN, ALS WÄRE ALLES NORMAL

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