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Hallo zusammen,

seit einigen Tagen habe ich ein Studium beendet und stehe vor dem Einstieg ins Berufsleben. Dass ich bislang nichts gefunden habe, ist meiner labilen Verfassung geschuldet. Nun suche ich eine Arbeit und habe mich immerhin schon einige Male beworben.

Aber ich habe Angst. Ich werde in einem schnelllebigen Berufsfeld arbeiten, in dem bestimmtes Können und Wissen innerhalb von Jahren veraltet sein kann. Außerdem ist meine Praxiserfahrung bei nahezu 0. Wenn ich irgendwo anfange, muss ich unglaublich viel aufholen. Ich rechne mit sehr viel Stress - über Monate.
Ich habe Angst zu scheitern, es nicht zu schaffen. An die meisten Stellenanzeigen wage ich mich heran, denn die Anforderungen und gewünschten Berufserfahrungen erbringe ich einfach nicht. Ich hadere deswegen die ganze Zeit mit mir, ob ich nicht doch die Berufsrichtung ändere. Aber wofür habe ich dann so lange studiert? Erschwerend kommt noch hinzu, dass ich wohl viel mit anderen Menschen zu tun haben werde. Das bereitet mir aufgrund einer sozialen Phobie zusätzlichen Kummer.

Es klingt absurd. Im Moment bin ich froh, dass ich noch keine Arbeit gefunden habe. Aber ich will ja arbeiten und produktiv sein.

Vielleicht hat ja jemand ähnliche Probleme.

Liebe Grüße
Schneematsch

04.10.2013 16:33 • 01.02.2014 x 1 #1


75 Antworten ↓


Was hast du denn studiert, wenn ich fragen darf? Hast du schon mal ein Praktikum in deinem Arbeitsbereich gemacht?

04.10.2013 18:56 • x 1 #2



Angst vor Berufsleben

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Informatik habe ich studiert.

Ja, ich habe ein Praktikum gemacht, 3 Monate lang. Es war schlimm. Ich kam mit den Mitarbeitern nicht klar.
Sogar das Praktikumszeugnis war schlecht, obwohl ich nichts verdient habe.

04.10.2013 19:18 • #3


geht mir momentan ähnlich wie dir.
Habe nebenher mit Baustelle der Renovierung so viel Stress und so oft dadurch PA´s dass ich glaube momentan ist arbeiten auch schwer für mich. Hab riesige Angst vorm Probearbeiten ab nächsten Mittwoch.....
Weiß gar nicht ob und was ich überhaupt im Moment will.

Bewerbe mich aber auch trotzdem, was will man auch anderes machen.
Vielleicht wird die Einstellung dann anders wenn wir nen Job haben und gutes Geld verdienen, was glaubst du?
Schön wäre der Gedanke jedenfalls. :troest:

Ich würde sagen wir versuchen´s einfach weiter und schlagen uns durch oder?
Es kommen bestimmt auch wieder bessere Zeiten

04.10.2013 19:34 • x 1 #4


Danke für deinen Zuspruch, malory.

Meine Einstellung wird sich nicht durch Geld ändern. Im Gegenteil, ich würde mich schlecht fühlen, wenn ich viel verdienen, aber nichts leisten würde. Ich würde am liebsten ganz klein anfangen. Ich weiß, dass ich nicht in einen Job gehen werde und direkt los legen kann, sondern ich muss erst einmal lernen. Lernen, aufarbeiten und lernen. Das macht mir Angst. Ich weiß nicht, ob ich klug genug dafür bin.

04.10.2013 19:41 • #5


Herzlichen Glückwunsch zu deinem Studienabschluss.

Ich kann dich verstehen. Ich habe 2003 eine Ausbildung abgeschlossen. Wurde nach einem halben Jahr aufgrund meiner Erkrankung arbeitslos und richtig gearbeitet habe ich nur von 2000-2003 und 2005-2010. Danach nur noch halbtags und später aushilfsweise. Nun gar nicht mehr. Ich habe bis 2009 eine Fortbildung gemacht und auch erfolgreich abgeschlossen.
Auf dem Papier bin ich eine Bürovorsteherin. Ich bin leider ein Theorektiker... In der Praxis bin ich keinerlei Streß gewachsen. Es macht mich irre, wenn Chefs was von mir wollen, Mandanten vor mir stehen und Telefone klingeln und man mir sagt, dass es Fristen gibt, die bis dann und dann fertig sein müssen. Dann stehe ich total unter Druck.
Ich habe zwar Fachwissen, aber nur in Teilbereichen. Alles, was mit Zahlen zu tun hat, macht mir Angst und davor drücke ich mich dann auch. Ich traue mir selbst Vieles nicht zu.
Aber an sich bin ich an meinen Arbeitsstellen immer gut klar gekommen.
Ich sehe aber irgendwie so gar keine Perspektive für mich. Ich weiß nicht, wie ich an einen Job kommen soll, der in meiner Nähe ist, den ich ertragen kann usw.
Ich vermisse die schönen Jahre in der vorletzten Kanzlei. Den Spaß mit meinen Kolleginnen, morgens ins Büro zu kommen.
Hab den Mut und setze um, was du gelernt hast. Es wird dir sicher helfen und du wirst auch voran kommen und dazu lernen. Dir stehen ja nun alle Wege noch offen. Ich wünsche dir von Herzen einen tollen Job mit netten Chefs und Kollegen.

04.10.2013 20:29 • x 1 #6


Danke, pumuckl.

Angstgestörte haben es echt schwer. Ich bin auch sehr schnell überfordert. Davor habe ich große Angst. Zum einen muss ich mich in eine soziale Umgebung integrieren und zum anderen muss ich mich beweisen. Eventuell muss ich sogar umziehen. Ob ich das schaffe...

Zitat von pumuckl:
Hab den Mut und setze um, was du gelernt hast.


Ich habe leider nicht viel Praxistaugliches gelernt.

Liebe Grüße
Schneematsch

04.10.2013 21:01 • #7


Zitat von schneematsch:

Ich weiß nicht, ob ich klug genug dafür bin.



Och mösch Schneematsch...
Du musst unbedingt was für dein Selbstwertgefühl tun, langfristig.
Ich kann dich ja auf eine Art verstehen...

04.10.2013 21:09 • x 1 #8


Ich bin Informatker...erzähl mal was du kannst. Wo hast du theoretisches Wissen?

06.10.2013 10:01 • x 1 #9


Hey Guten Morgen Schneematsch,

ich was natürlich wie schnelllebig das Berufsleben heute ist, aber es kann auch interessant und gesundheitsfördernd sin.

Gehe volleicht mit etwas mehr Hartnäckigkeit an die Sache ran und sag dir immer Wieder, ich bin meiner Sache sicher und ich bin keineswegs Dumm !

Wenn Du erst mal angefangen hast, könnte es sein, dass Du in deinen Job aufblühst und weitebilden ist auch kein Problem !

Nach einer Zeit wirst Du dich eingewöhnt haben und deine Kollegen und Kolleginnen werden dich und dein Tun zu schätzen wissen... ganz bestimmt.

Gib nicht auf, denn wenn Du ein bisschen Einsatz mitbringst, ist alles kalter Kaffee....

So kannst Du dann auch was für dich und deine soziale Phobie tun....


Denk mal drüber nach ......

Viele Liebe Grüße
Schinken im Schlafrock

06.10.2013 10:47 • x 1 #10


@Schneematsch

Gratuliere Dir auch zu Deinem Abschluß. Das hast Du ja schonmal ganz allein abgeschlossen.
Was Belastbarkeit angeht, kann ich Dich sehr gut verstehen. Mir geht es wie Dir und fühle also voll mit.
Was den zukünftigen Arbeitsplatz angeht, ist es halt Glück ob Du etwas erwischst, was von den Leuten her und auch sonst mehr oder weniger akzeptabel zu Dir paßt.
Vielleicht ist es wirklich besser für Dich wenn Du Dich beruflich anders ausrichtest, denn im Informatikbereich kann es schon sehr stressig werden, besonders wenn auf Termindruck gearbeitet wird. Kannte jemanden der in der Branche tätig war und er erzählte mir das es in der Branche auch üblich wäre, dass man zum Kunden muß und dort zum Teil arbeitet. Dazu kommt dass die Entfernungen dann auch noch zum Kunden manchmal recht groß sein können. Dazu kommt noch der Druck innerhalb der Branche weil der Beruf angeblich recht überlaufen sein soll.
Vielleicht suchst Du Dir Hilfe bei einem Therapeuten oder in einer Beratung, damit Du Rückendeckung findest, wenn Du Dich weiterhin dafür entscheidest und vielleicht auch in der Berufsneuorientierung. Alles Gute und ein Quentchen Mut schick ich Dir

06.10.2013 11:31 • x 1 #11


Danke für eure Antworten!

@krausix: Ich kann nur das, was ich an der Uni gelernt habe. Ein bisschen hiervon, ein bisschen davon. Aber nichts, das mir beruflich nutzt.

@Schinkencroissant: Danke. Vielleicht klappt das ja, wenn man sich dauernd positiv zuredet. Leider kann ich mir die SP nicht wegreden. Sie wird immer mein Problem sein, weil sie da ist.

06.10.2013 13:53 • #12


Ne zähl mal auf, was du kannst.

Wie ist es mit Java? Java EE? Datenbanken? Was waren so deine Schwerpunkte? Erzähl mal ein bisschen, dann erzähl ich dir was dazu...

06.10.2013 13:54 • x 1 #13


@Prisma: Kundenkontakt sollte mir keine Probleme bereiten. Ich habe nur dort Probleme, wo ich mich unterlegen und unsicher fühle. Wenn ich mit Leuten zusammenarbeiten würde, die merkbar weniger wissen als ich, ist das für mich kein Problem. Aber wenn jemand intelligenter, sicherer, eifriger oder sonst irgendwie besser ist als ich, komme ich nicht zurecht. Da spielen wohl Minderwertigkeitskomplexe eine Rolle. Der berufliche Stress bereitet mir zusätzlichen Kummer. Mit Druck von außen komme ich auch nicht gut zurecht

06.10.2013 13:57 • #14


Kannst du dich parallel zur Jobsuche nicht verstärkt um ein Praktikum kümmern?
Da bekommst du Routine in der Sache, im Umgang mit Menschen und Vitamin B.
Und wenn es schief geht, dann hast du Tagesstruktur gehabt, was gelernt und was die von dir denken kann dir sche** egal sein.
Ich würds machen....Mädchen für alles braucht jedes Unternehmen...

06.10.2013 18:29 • x 1 #15


Es gibt doch einfachere und schwierigere Stellen. Schau doch bitte aufmerksam, welche Stellenanzeige zu dir passt und wo du dich gewachsen fühlst. Achte bei einem eventuellen Vorstellungsgespräch unbedingt auf das Betriebsklima. (Sind die Vorgesetzten/Kollegen zumindest etwas sympathisch?) Ich empfehle dir auch das Buch "111 Arbeitgeberfragen im Vorstellungsgespräch".
Sei guten Mutes. Ich drück dir die Daumen.
Herzlichen Glückwunsch zu deinem Abschluss.

06.10.2013 19:00 • x 1 #16


Danke für eure Antworten!

Ein Praktikum wird leider nicht bezahlt. Die Arbeitsagentur würde Praktika zwar zulassen, aber nur in begrenzten Zeitrahmen.

Vom Betriebsklima bekomme ich in einem ersten Vorstellungsgespräch leider nicht mit. Und selbst wenn mir jemand sympathisch ist, ist das kein Indiz dafür, dass es klappt. Ich bin mittlerweile so weit, dass ich in ersten Gesprächen nicht mehr so hypernervös bin wie früher. Aber bei weiterem Zusammensein kommt die soziale Phobie dann doch durch und ich schaffe es nicht, mich zu integrieren. Und dann stehe ich wieder da, als Außenseiter, der mit niemanden Kontakt hat.

Morgen habe ich aber erst einmal mein zweites Vorstellungsgespräch. Mal sehen, wie das läuft.

06.10.2013 20:46 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Oh Mann, schneematsch, ich fühle mit dir.. Vielleicht gibt es ja da jemand, der auch "etwas anders" ist im eventuell neuen Kollegenkreis mit dem ein guter Kontakt zustande kommt. Alles Gute für morgen.

06.10.2013 21:06 • x 1 #18


Zitat von schneematsch:
Ein Praktikum wird leider nicht bezahlt. Die Arbeitsagentur würde Praktika zwar zulassen, aber nur in begrenzten Zeitrahmen.



Ja, Praktika werden nicht bezahlt. Aber was bedeutet Geld, wenn es um die Chancenverbesserung und das Finden eigener Sicherheit geht...

06.10.2013 21:58 • x 1 #19


Danke!

Natürlich bedeutet ein Praktikum Chancenverbesserung. Darum würde ich das auch gerne machen. Aber was nutzt mir das, wenn ich zeitgleich auf der Straße lebe, weil ich Lebensunterhalt und Miete nicht zahlen kann - überspitzt gesagt. Das Jobcenter möchte ja auch nicht kostenloses Arbeitspersonal stellen.

Aber erst einmal abwarten, was morgen passiert. Vielleicht ist das Unternehmen ja risikofreudig und nimmt mich.

06.10.2013 22:13 • #20



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