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Hallo!

Ich leide seit meiner Jugendzeit besonders im Berufsleben darunter, dass ich eine knallrote Birne bekomme, wenn ich mit fremden Leuten zusammentreffe.
Sobald die Aufmerksamkeit auf mich geht, laufe ich an.
Viele können damit gar nicht umgehen, obwohl ich normal weiterrede, eben nur rot werde, scheuen sie sich irgendwie mit mir weiterzureden.
Alles total peinlich.
Woran liegt das?

28.03.2013 09:05 • 21.04.2013 #1


8 Antworten ↓


HeikoEN
Das könnte eine soziale Phobie sein, wie Du wahrscheinlich schon richtig vermutest?

Du hast in den Situationen Angst vor einer Bewertung des Gegenübers. Wie Du auch schon sagst, tritt sowas oft bereits in der Jugendzeit auf.

Hier z.B. gibt es eine Webseite, da wird ein Fallbeispiel zum rot anlaufen geschildert:

http://ratgeber-angst.info/angst-und-ih ... 16f1121901

und hier ein Selbsttest zur sozialen Phobie:

http://ratgeber-angst.info/downloads/se ... phobie.pdf

Vielleicht kennst Du noch mehr Symptome an Dir?

Helfen können Konfrontation mit genau dieser Situation (also das, was Du schon die ganze Zeit auch machst im Berufsleben) oder auch Übungen, um den Erregungsimpuls des Körpers abzuschwächen. D.h., Du wirst dann nicht so rot. Zuletzt könnte auch eine Therapie helfen, aber meiner Erfahrung nach ist diese langwierig und verfolgt größtenteils auch "nur" den verhaltenstherapeutischen Ansatz wie o.g.

28.03.2013 09:12 • #2



Roter Kopf im Berufsleben

x 3


Hallo Heiko!
Danke für die schnelle Antwort.
Ja, ganz gut das Arbeitsblatt und ich kenne auch noch einige andere symptome bei mir. Bei mir geht es auch schon so weit das ich vor genau solchen Situationen Angst habe noch bevor sie überhaupt passieren. Ich liege schon Nächte vorher im Bett und denke an einen kommenden Termin.
Es ist wirklich zum heulen.

28.03.2013 12:58 • #3


HeikoEN
Ok, konkrete Tipps wären:

Wenn Du eine Situation schon VORHER durchdenkst, dann lasse die Angst in Dir zu und überlege, was genau Dir Angst macht. Danach überlege Dir eine alternative Denkweise, vielleicht sowas wie:

"Ich habe Angst vor dem morgigen Geschäftstermin, weil ich den Abteilungsleiter der anderen Firma nicht kenne und er bestimmt mehr Wissen über das Thema hat als ich."

Alternative:

"Ich werde ihn freundlich begrüssen und kennenlernen. Danach schaue ich mal, wohin das Gespräch laufen wird und falls ich eine Frage nicht beantworten kann, frage ich meinen Kollegen bzw. werde meinem Gegenüber einfach mitteilen, dass ich ihn nochmal anrufe, um die Detailfrage zu klären."

28.03.2013 13:57 • #4


Ich kenne das ist bei mir nicht anders
in der Situation denke ich mir was guckst den so bescheuert noch einmal und es passiert was OK
das hilft mir immer ein wenig

21.04.2013 08:54 • #5


HeikoEN
Zitat von Angsthasen:
Ich kenne das ist bei mir nicht anders
in der Situation denke ich mir was guckst den so bescheuert noch einmal und es passiert was OK
das hilft mir immer ein wenig


Ich finde, wenn man so "kraftvoll" versucht dagegen zu steuern, hält man es nur fest, also die Situation, das Gefühl, die Abwehrreaktion usw.

Es geht leichter, wenn man es einfach zulässt. Das hinter der Reaktion (roter Kopf) stehende Gefühl, kann damit schneller kommen und wieder gehen. Denn so ist das ja mit den Gefühlen, sie kommen und gehen wieder, dafür sind sie da.

Auch so ein Ausdruck von Selbstvorwurf macht es nur schlimmer. Es klingt ein wenig "weich" vielleicht, aber liebevolle Annahme seiner eigenen Person in diesen Momenten, also sich so nehmen, wie man halt ist, gibt Sicherheit (!) weil man in dem Moment zu sich selber steht.

21.04.2013 09:09 • #6


Ok vielleicht hast du recht das mit den selbstvorwurf damit wird es nicht besser sondern eher schlimmer
ich halte mich wahrscheinlich zu sehr für nenn harten Kern

21.04.2013 09:37 • #7


Kannst du die Röte nicht einfach ignorieren und dich auf das Thema konzentrieren? Ich bin im Berufsalltag auch oft errötet - manchmal auch krass, aber das Rot sein ist mir egal. Der Grund für das Rot sein liegt bei mir an Hunger, Müdigkeit, Überanstrengung und wenig trinken.
Wenn mich einer auf die Röte anspricht, was selten passiert, sage ich, dass ich mal was essen und trinken muss. Zur Pause gehe ich dann an die frische Luft, trinke und esse etwas und plauder mit jemanden am Telefon. So eine Pause bekomme ich auch mal nicht. Dann lebt ich mit dem Rot sein - bleibt mir eh nichts anderes übrig. Bin ich halt rot - ist doch voll egal!

21.04.2013 10:51 • #8


Hallo Gina68,
das ist schön wenn es dir so wenig ausmacht rot zu werden.

Ich denke es ist etwas andres ob jemand aus Angst vor dem sich blossgestellt fühlen, rot wird oder aus rein physischen .Physich kann ich sehr wohl ganz blass sein ,meine Haut war immer dünn und zart und da ist ein jähes erröten besonders sichtbar.
Am schlechtesten ist es wohl wenn ich dann die Zähne zusammenbeisse und dagegen ankämpfe.
Ich finde es ist sehr hart das Erröten zuzulassen,richtig schmerzhaft.
Bei meiner letzten Übung hatte ich nach dem ich den Kampf aufgegeben hatte ein Gefühl von grosser Traurigkeit und dann kamen die Gedanken ganz von selbst: die Leute werden mich nicht umbringen,ich werde nicht daran sterben und auch niemand sonst. Und dann stellte sich ein Gefühl von Geborgenheit bei mir ein.

ich halte es für sinnvoller über die Gefühle zu gehen und nicht über den Kopf.

Gefühle die unterdrückt werden produzieren ,glaube ich ,immer Sympthome

21.04.2013 13:11 • #9




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