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Hallo ihr Lieben!

Ich habe seit zwei Wochen, nach einer schweren Masernerkrankung, wieder mit massiven Panikattacken, schwankender Stimmung bis hin zu Depressionen zu tun. Nebenher habe ich seitdem auch Kopfschmerzen und einen beidseitigen Tinnitus. Ich habe morgen meinen ersten Termin bei einer Psychologin.

Jede Form von schon normalem Stress wirft mich grad aus der Bahn. Da ich berufstätig bin, würde ich gern wissen, wie ihr das unter einen Hut bekommt oder ob man dann tatsächlich langfristig krankgeschrieben wird. Selbst der Weg zur Arbeit wäre mir im Moment kaum möglich. Zwei Tage konnte ich jetzt gar nicht vor die Tür, Sport und Atemübungen haben es auch noch schlimmer gemacht.

Ich würde gern wissen, wie man mit einer ambulanten Therapie zu Rande kommt. Dreist wenn ich in der glücklichen Lage wäre, einmal in der Woche einen Termin zu bekommen, so sehe ich für mich grad nicht, wie mir das auch nur mittelfristig ein normales Leben wieder möglich sein soll. Auch ein Therapeut kann ja nicht zaubern.

Wie sind eure Erfahrungen mit stationären Therapien? Sind sie in Fällen, wo man wie ich grad ganztägig beeinträchtigt ist, von größerem Nutzen?

Ich habe jetzt zwei Tage kaum die Wohnung verlassen und hatte etwas mehr Ruhe vor meiner Psyche. Heute Abend jedoch kam die Angst wieder und ich merke, dass da ein riesen Stück Arbeit vor mir liegt. Im Moment bin ich irgendwie nur noch verzweifelt....

Habt ihr noch Tipps für mich? Dinge die ich beachten / fragen sollte? Habt ihr gute Erfahrungen mit Selbsthilfegruppen gemacht?

Wie sieht es mit medikamentöser Therapie aus? 3x1 Tablette Rudotel schlägt bei mir nicht an und ich möchte auch nichts nehmen, das abhängig macht.

Ich greife im Moment wirklich grad nach jedem Strohhalm, danke schon mal für eure Hilfe.

Liebe Grüße,

Janine

24.11.2009 02:00 • 27.11.2009 #1


5 Antworten ↓


Hallo,

also ich bin bestimmt kein Vorbild wenn es darum geht, wie man Angststörungen und Beruf vereinbaren kann, deshalb hab ich auch überlegt, nichts zu schreiben, obwohl mir ja aufgefallen ist, dass Du auch mal jemand aus der Hauptstadt bist .
Ich kann auch leider nichts zu stationiären Therapien sagen, außer, klar, dass die halt intensiver und möglicherweise schneller sind.
Medikamente gibt es alle möglichen, aber auch da bin ich wohl kein sehr neutraler Ratgeber... Viele Ärzte verordnen Antidepressiva, die wohl manchen auch helfen, aber die brauchen eine Zeit bis sie anschlagen, haben anfangs oft starke Nebenwirkungen und nicht jedem helfen sie wirklich weiter - süchtig machen sie offiziell nicht, aber es soll Leute geben, die Schwierigkeiten haben sie abzusetzen...

Mmh, Du siehst, ich hab leider keine wirkliche Lösung, vielleicht kann Dir ja die Psychologin einen guten Rat geben...

Ich denke mal, Deine schlimme Phase wird wohl vielleicht bald wieder vorbeigehen, dass hat ja vielleicht nur mit Deiner Infektion zu tun gehabt... Vielleicht geht es Dir in ein paar Tagen besser und wenn Du dann wieder raus gehst, kannst Du es ja vielleicht auch bald schaffen, wieder zu Arbeit zu gehen...

Ich find es aber halt schade, wenn manche Fragen nicht beantwortet werden, deshalb nun meine Antwort, aber ich fürchte, sie war nicht hilfreich oder ?

Viele Grüße Berliner

25.11.2009 00:29 • #2



Therapiemöglichkeiten / Berufsleben

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Christina
Zitat von Spooky:
Wie sind eure Erfahrungen mit stationären Therapien? Sind sie in Fällen, wo man wie ich grad ganztägig beeinträchtigt ist, von größerem Nutzen?
Absolut, v.a. wenn es eine verhaltenstherapeutisch arbeitende Klinik ist. Problem: Psychosomatische Kliniken sind i.d.R. keine Akutkrankenhäuser, es kann lange dauern, bis man aufgenommen wird. Und psychiatrische Kliniken arbeiten u.U. nicht so toll therapeutisch. Aber: Du kommst ja aus Berlin, und da gibt es die Charité mit ihrer Angstambulanz, und da kann man meines Wissens auch mal schnell stationär aufgenommen werden und eine adäquate verhaltenstherapeutische Angstbehandlung bekommen...

Zitat von Spooky:
Wie sieht es mit medikamentöser Therapie aus? 3x1 Tablette Rudotel schlägt bei mir nicht an und ich möchte auch nichts nehmen, das abhängig macht.
Opipramol oder Promethazin wirken beruhigend, können im Bedarfsfall eingenommen werden und machen nicht abhängig. Ansonsten könntest du dich auch mittel- bis langfristig auf ein Antidepressivum einstellen lassen. Da dauert es aber ca. drei Wochen, bis es wirkt.

Liebe Grüße
Christina

25.11.2009 14:11 • #3


Hallo ihr beiden und danke für eure Antworten!

Ich hatte diese Woche meinen ersten Termin und die Psychologin ist top. Sie hat auch schon gesagt, dass bei mir vermutlich steter Tropfen den Stein gehöhlt hat und es genauso viel Arbeit bedarf, es wieder auszuräumen. Habe jetzt also jede Woche ein Date wie´s aussieht.

Mir ging es einige Tage auch nicht schlecht. Seit gestern Abend könnte ich aber wieder die Wände hochgehen. Bin total nervös und fahrig und kann mich egal womit nicht beruhigen. Endete nachts dann auch wieder in einem einstündigen Weinkrampf. Echt zum...

Nachher bin ich wieder bei der Allgemeinärztin. Meine Blutwerte und die Organsonos waren in Ordnung, das weiß ich aber schon mal. Später dann noch HNO wegen des Tinnitus.

Meint ihr es macht Sinn, auch mal die hormontechnische Seite abklären zu lassen beim Gyn? Ich bin zwar erst 31, aber meine Haut sieht seit drei Wochen aus als sei ich 13.

Die Psychologin sagte außerdem, ich sollte mich bei einem Neurologen vorstellen, weil die Krankenkassen da sonst bei langfristiger Krankschreibung durch den Hausarzt Stress machen würden?

Liebe Grüße,

Janine

26.11.2009 11:25 • #4


Christina
Meint ihr es macht Sinn, auch mal die hormontechnische Seite abklären zu lassen beim Gyn? Ich bin zwar erst 31, aber meine Haut sieht seit drei Wochen aus als sei ich 13. Ja! Vielleicht gehst du sogar besser gleich zum Endokrinologen. Wenn die Schilddrüse irgendwie rumspinnt oder rumgesponnen hat, kommt man nicht immer so drauf, was da los ist. Ich habe z.B. Hashimoto, das hat mal mit einer Überfunktion angefangen und war damals allgemeinärztlich so nicht zu diagnostizieren. Dazu musste ich zum Nuklearmediziner. Inzwischen hat sich meine Schilddrüse weitestgehend selbst zerstört und ich habe eine Unterfunktion. Hier findest du spezialisierte Ärzte.

Die Psychologin sagte außerdem, ich sollte mich bei einem Neurologen vorstellen, weil die Krankenkassen da sonst bei langfristiger Krankschreibung durch den Hausarzt Stress machen würden?Wie es mit der Krankschreibung aussieht, weiß ich nicht. Aber schon wegen einer möglichen Medikation solltest du einen Facharzt bzw. Nervenarzt (Neurologe und Psychiater) aufsuchen.

Liebe Grüße
Christina

26.11.2009 12:30 • #5


Hallo Christina!

Schilddrüse wurde bei mir sowohl durch Sono als im im Blutbild abgeklärt. Alle Werte im Normbereich. HNO war heut auch i.O., der Tinnitus könnte wohl vom Stress kommen oder aber die Masern haben Nerven geschädigt. Also muss ich auch zum Neurologen. Finde ich aber ganz gut, so wird wenigstens alles abgeklärt. Machen kann man dann eh nichts, aber dann habe ich wenigstens Gewissheit, ob etwas vorliegt und ob der Tinnitus behandelbar ist.

27.11.2009 01:22 • #6




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