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201806.03




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Hallo, das ist mein erster Beitrag im Forum. Ich bin männlich, 36 und leide schon seit etwa 12 Jahren mal mehr, mal weniger stark an Panikattacken und einer Angststörung. Dazu gesellt sich eine massive hypochondrische Störung und dadurch bedingt depressive Phasen. Folgendes Problem:

Ich war gestern bei einem Psychiater. Dort musste ich einen Patientenfragebogen ausfüllen, da ich das erste Mal dort war. So ehrlich, wie ich bin, trug ich ein, dass ich von 2009 bis 2017 bei einem anderen Psychiater in Behandlung war. Ich war aber nicht mehr zufrieden mit diesem Arzt, das Vertrauensverhältnis war gestört und ich hatte das Gefühl, er könne mir nicht mehr viel weiterhelfen, darum wollte ich wechseln, da meine Psychologin diesen Arzt empfahl. Der andere Psychiater sagte mir dann gestern, als er las, dass ich einige Jahre bei einem Psychiater in Behandlung war, dass mich der andere Arzt doch schon so lange kennen würde und er selber müsste sich erst mal einarbeiten, wenn er mich als Patient aufnimmt. Daraufhin schickte er mich weg und sagte mir, ich könne wiederkommen, falls es mit meinem bisherigen Arzt doch nicht mehr klappen sollte, aber ich solle ihm noch mal eine Chance geben.

Für mich wäre eine Einarbeitungszeit kein Problem. Aber so, wie er sich geäußert hat, scheint das eher für ihn ein Problem zu sein. Ich habe richtig gemerkt, wie er mich abwimmeln wollte, nachdem er gelesen hat, dass ich schon bzw. noch bei einem anderen Psychiater Patient bin. Dabei hatte ich, was ungewöhnlich ist, ganz kurzfristig einen Termin bekommen (Ende letzter Woche dort angerufen).

Da bin ich extra eine Stunde hin und zurück gefahren, nur um mit leeren Händen dazustehen. Hätte ich hartnäckiger sein müssen? Jetzt wäre das Vertrauensverhältnis in meinen Augen eh schon angeschlagen. Wenn ich gelogen hätte und nicht aufgeschrieben hätte, dass ich von dann bis dann bei einem anderen Psychiater in Behandlung war, hätte er mich wohl aufgenommen.
Ich bräuchte halt dringend Medikamente. Ich habe ihm erzählt, dass ich dies und das bei meinem bisherigen Arzt nicht mehr gut finde und er meinte nur ganz lapidar "Ich mache dasselbe wie er, nichts anderes!".

Außerdem hat er gelesen, welche Probleme ich habe und hätte da viel feinfühliger sein müssen. Es gab ja nicht mal ein ausführlich Erstgespräch, sondern er hat nur den Bogen überflogen und ist dann kurz zu mir ins Wartezimmer rein, nachdem er einen anderen Patienten zu sich ins Behandlungszimmer rief. Ich fand das irgendwie verletzend, auch wenn es für viele andere Menschen nichts wäre. Für mich war es wie ein Gefühl der Ablehnung und das muss man doch als Psychiater wissen, was so was scheinbar Harmloses im Kopf eines Kranken anrichten kann. Ich habe mich richtig schlecht und runtergezogen gefühlt, als ich langsam das Gebäude verließ. Wisst ihr, wie hilflos und nicht ernst genommen man sich in so einer Lage fühlt?

Auf das Thema antworten


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  06.03.2018 10:51  
Das ist ja mal ein dicker Hund, das höre ich auch zum ersten mal das sowas vorkommt.



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  06.03.2018 10:56  
Tja da lann man leider nur sagen dass es bei dem neuen sicher erstrecht keine basis für ein vertrauensverhältnis gibt. Tut mir sehr leid. Was für ein ...Pieps...
Habt ihr noch einen in der Gegend?





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  06.03.2018 11:02  
kopfloseshuhn hat geschrieben:
Tja da lann man leider nur sagen dass es bei dem neuen sicher erstrecht keine basis für ein vertrauensverhältnis gibt. Tut mir sehr leid. Was für ein ...Pieps...
Habt ihr noch einen in der Gegend?


Es gibt mehrere, aber viele sind hoffnungslos belegt, da ist nichts zu machen. Wenn welche frei sind, sind das Ärzte, die bei Jameda nicht gut wegkommen. Vor ein paar Wochen rief ich in einer Praxis an, die nur Bestbewertungen erhielt, aber dort sagte man mir, man könne mir keinen Platz anbieten und wenn überhaupt, dann vielleicht in zwei Jahren, wenn dann was frei sein sollte. Der Arzt gestern wirkte zuerst auch total freundlich, aber sobald er las, dass ich schon in Behandlung war/bin, änderte sich sein Tonfall und er wimmelte mich ab. Setzte sich kurz zu mir ins Wartezimmer und sprach und saß da in einer Art, wie bei einem Vorstellungsgespräch. Das war so was von unangenehm und verletzend!



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  06.03.2018 11:08  
Das schlimme ist ja, das es solche Ärzte sich leisten können so zu reagieren. Sie wissen genau das ihre Praxis immer voll ist....traurig aber wahr.

Danke1xDanke




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  06.03.2018 11:14  
toscout hat geschrieben:
Das schlimme ist ja, das es solche Ärzte sich leisten können so zu reagieren. Sie wissen genau das ihre Praxis immer voll ist....traurig aber wahr.


Dazu kommt, dass meine Psychologin ihn empfahl und sie sogar meinte, dass er ein guter Arzt sei. Durch das Erlebnis gestern zweifle ich aber an "guter Arzt". Psychiater sind nahezu alle voll und das durchgehend. Wenn alle Stricke reißen, muss man dann sogar zu den Ärzten gehen, die nur schlechte Bewertungen erhalten und die Patienten durch ihr Verhalten noch kranker machen, als sie ohnehin schon sind. Ich habe gestern extra 15 Minuten den Fragebogen ausgefüllt und eine Kurztest gemacht, um meine momentane Stimmung in einer Skala darzustellen. Alles für die Katz! Jeder andere wäre wohl in so einem Moment aus der Haut gefahren, aber ich war einfach nur baff, als er mir sein Märchen erzählte. Ich war so verzweifelt, dass ich noch beim Treppenabstieg zur Eingangstür meinen bisherigen Psychiater angerufen habe, um einen Termin zu bekommen. Bis jetzt habe ich noch keinen erhalten, der lässt sich immer Zeit, obwohl er weiß, dass es akut ist. Auch andere Patienten haben sich schon über meinen jetzigen Arzt beschwert, dass er nicht zur Stelle wäre, wenn man akut Hilfe benötigt.



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  06.03.2018 11:19  
Das du verärgert bist kann ich verstehen. In einem Land wo die psychischen Probleme immer mehr werden ist es traurig das nicht mehr Ärzte für eine Stadt zugelassen werden.





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  06.03.2018 12:57  
toscout hat geschrieben:
Das du verärgert bist kann ich verstehen. In einem Land wo die psychischen Probleme immer mehr werden ist es traurig das nicht mehr Ärzte für eine Stadt zugelassen werden.


In meinem Ort gibt es sicher an die 25 bis 40 Psychiater, aber davon bestimmt 10 Privatärzte, also fallen die schon mal weg. Und die anderen sind hoffnungslos überrannt. Es herrscht doch eigentlich freie Arztwahl in Deutschland. Darum verstehe ich nicht, dass er mich wieder weggeschickt hat, nur weil ich eine ehrliche Antwort gegeben habe. Lügen hätte auch nichts gebracht, denn über kurz oder lang wäre das sowieso während der Behandlung aufgefallen. Komischwerweise wusste ich gleich, noch bevor er darauf zu sprechen kam, als ich das so hinschrieb, dass der Arzt gleich zu mir kommen und mich darauf aufmerksam machen würde. Die selbsterfüllende Prophezeiung. Jetzt würde es so oder so keinen Sinn mehr machen, jemals wieder zu ihm zu gehen, weil mein Vertrauensverhältnis wurde binnen 2 Minuten komplett zerstört. Mich ärgert das maßlos und macht mich zugleich tieftraurig.



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  06.03.2018 13:03  
Hallo,

Ich weiss nicht ob der Arzt dich einfach so wegschicken darf . Du kannst dich doch weiter um einen anderen umschauen der dich viellecht besser versteht. Gib nicht auf ,sei Mutig und gehe deinen Weg weiter denn du solange für dich gegangen bist . Manchmal wenn das Ende einer Therapie kommt dann kommt die Angst mit voller Wucht nochmal rein ,lass dich nicht von deinem Kritiker nicht täuschen ,du schaffst es vielelcht auch schon ohne Unterstützung .





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  06.03.2018 13:11  
tuffie 01 hat geschrieben:
Hallo,

Ich weiss nicht ob der Arzt dich einfach so wegschicken darf . Du kannst dich doch weiter um einen anderen umschauen der dich viellecht besser versteht. Gib nicht auf ,sei Mutig und gehe deinen Weg weiter denn du solange für dich gegangen bist . Manchmal wenn das Ende einer Therapie kommt dann kommt die Angst mit voller Wucht nochmal rein ,lass dich nicht von deinem Kritiker nicht täuschen ,du schaffst es vielelcht auch schon ohne Unterstützung .


Ich bin schon heilfroh, dass ich jetzt, nach Ewigkeiten und durch einen glücklichen Zufall, eine Psychologin gefunden habe und wohl wieder eine psychologische Therapie beginnen werde. Diesmal ist es Tiefenpsychologie. Von 2019 bis 2012 machte ich eine Verhaltenstherapie, aber die brachte mir nicht viel und am Ende der Therapie bzw. als das Ende absehbar war, fühlte ich mich hilflos und allein gelassen. Was mir in der Vergangenheit immer mal wieder auffiel, ist, dass es einige Psychiater gibt, denen das Wort Empathie wohl nicht so viel zu sagen scheint. Ich habe schon Fachärzte ganz anderer Richtungen erlebt, die das deutlich besser beherrschten, als viele Fachärzte aus dem psychologischen Bereich.

Danke1xDanke

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