Pfeil rechts

Nun hab ich mich grad angemeldet und mag mal meinen ersten Beitrag posten, versuche auch alles knapp zu halten, denn ich leide seit ca 23 Jahren unter Angst und Panik und somatoformen Schmerzstörungen.
Angefangen hat es alles mit Unruhe und einer Verlassensangst, meine Hausärztin gab mir Baldrian, aber ich bin immer wieder hingerannt, fühlte mich nur vor Ort sicher.. irgendwann gab es Diazepam. Meine Kinder waren klein als ich davon loskommen musste und in der Reha hab ichs geschafft, ab da gab es die verschiedensten Medis.... derzeit nehm ich am Tag 90mg Cymbalta,Amlodipin und Bisoprolol... für den Notfall hab ich noch Durazanil und Prometazin.
In all den Jahren war es mal mehr mal weniger gut, die verschiedensten körperlichen Reaktionen auf meine Angst...aber auszuhalten wie man jetzt sieht. Derzeit bin ich ziemlich am Ende, messe ständig Blutdruck, ich spüre durch Ohrdruck wenn es über 140/85 geht, und mein Ruhepuls lag heut mittag bei 156. Das macht mich wieder fertig, ich weine viel und fühle mich hilflos und alleine. Es ist auch niemand da der mich vielleicht mal trösten könnte oder mit mir alles mal beredet. Bin die meiste Zeit in meinem Schlafzimmer, liege im Bett, der Fernseher läuft leise und mein Läppi auch. Ich hab Angst, davor das mir was passiert, mein Herz könnte versagen, ich könnte durchdrehen und niemand kann helfen. Gehe auch in der letzten Zeit selten raus, wenn ich muss dann ungern. All das erlernte um die Angst zu besiegen ist wirkungslos, sie hat mich wieder fest im Griff. Das einzig gute ist die Aussicht auf eine Reha, aber das kann noch dauern.
So, nun lass ich es erst mal gut sein für heute....
LG
Petra

05.03.2011 23:09 • 14.03.2011 #1


27 Antworten ↓


Hallo,du bist nicht allein,leider hat angst viele symptome die uns fertig machen,wir achten auf alles jede veranderung die in unseren Körper passiert empfinden wir als bedrolich.....hab bei mir früher auch standig blutduck gemessen,manchmal 3 bis 4 mal hinter einander bis ich so fertig war und hab ihn dann weg geschmissen,weil es macht noch mehr angst....nein du wirst nicht durchdrehn es ist nur dein gefühl,es ist nicht echt,so einfach kann mann nicht durch drehen.....lg julia

05.03.2011 23:46 • #2



Angst ohne Ende

x 3


Hallo himmelswesen,

somatoforme Schmerzstörungen hatte ich zum Glück nicht. Dafür aber somatoforme Symptome die ich als sehr quälend empfunden hatte.

Bei mir hat dagegen abwechselnd heiß und kalt duschen geholfen. Dadurch wurden die Symptome immer schwächer und waren irgendwann ganz verschwunden.

05.03.2011 23:54 • #3


GuMo ihr Lieben... wieder eine unruhige Nacht hinter mich gebracht, wieder komm ich mir vor als hätte ich in einer Steckdose geschlafen, alles in mir rappelt, einfach eklig. Ich hab es immernoch dunkel bei mir im Zimmer, Licht kommt nur vom TV und Läppi. Seit über eine Stunde hadere ich mit mir den Blutdruck zu messen, er ist sicher wieder zu hoch, es drückt so in den Ohren. Ich versuche aber auszuhalten und warte darauf dass es weggeht, mal schauen wie lange ich es schaffe.
LG
Petra

06.03.2011 12:05 • #4


liebes himmelswesen

... von vermeiden wird nur die aufregung und die angst nicht weniger. kann sein, je mehr du versuchst, alles ruhig zu halten und nicht durchzudrehen, desto mehr besteht die chance.

deswegen stell dich dem. beweg dich ein bisschen mehr, such dir etwas zu tun für heute und sag dir "ok, falls ich umfallen sollte - das ist einfach so. wenn ich sterbe oder verrückt werde, dann passiert das sowieso und dagegen kann ich auch nix tun, in dem ich nur im bett liege. "

06.03.2011 12:29 • #5


Hallo himmelswesen

dieses "rappelde" Gefühle kenne ich auch.
Bei mir hatte es sich allerdings mehr so angefühlt als wäre meine Haut eingefroren und würde durch einen kalten Wind wie Schneestaub davon geweht werden.

Wie ich schon geschrieben hatte wurde es bei mir durch Kneipp-Anwendungen (abwechselnd heiß und kalt duschen) besser.

Bereits nach wenigen Tagen hatte ich spürbare Besserungen bemerkt. Inzwischen bin ich das Problem zu 99,9% los.

06.03.2011 12:31 • #6


Stimme euch zu, vermeiden ist meine Spezialität, denn wenn ich nun loslege und mich z:B. an die Luft begebe und ein bissle Sonne tanke kommt sicherlich wieder noch etwas anderes dazu. Aber es ist auch der innere Schweinehund der mich hält.
Aber ich werd es nun machen, Schlappen an und vor die Tür, nehm meine Ziggis mit und versuche mir irgendetwas schönzureden. Oft steht man sich doch selber im Weg.

06.03.2011 12:49 • #7


viel erfolg...

und auch wenn jetzt was neues kommt: das geht vorbei, es passiert nichts schlimmes, es ist nur die ANGST, die versucht uns vom leben fernzuhalten.

und jedes mal wenn du eine angst durch hast, speichert das doch auch dein unterbewusstsein - und weiß für die zukunft, dass dich so leicht nix umbringt.

06.03.2011 12:52 • #8


jadi
du solltest echt das messen sein lassen es bringt dir garnix...ausser noch mehr angst...es ist die erwartungsangst sobald du das ding um hast geht der BD und puls schon automatisch hoch,.....ich kenn das...messe bitte nicht mehr....und dann überlege dir mal eine ambulante therapie zumachen...du warst zwar schon mal in deine reha aber das ist bestimmt schon jahre her.nutze alle möglichkeiten aus....ich meine du rennst seit 23 jahren damit rum...du wünscht dir doch sicherlich auch das es mal ein ende hat und willst nicht immer nur medis nehmen...du musst auch selber mitarbeiten..nur so wirst du die kacke los........ich wünsche dir viel glück

06.03.2011 14:35 • #9


Bin grad n bissi stolz auf mich selber, ich war draussen und hab ein wenig Sonne getankt. Nun lieg ich wieder im Bett, hab n Brötchen gemacht und n Cappu und werd n bissi fern schauen. Meine Ohren rauschen noch immer und nu hab ich auch Kopfweh bekommen, aber es ist auszuhalten. Ich würde so gern mal wieder mal unternehmen, aber ich traue mich nicht. Ich würde gern mal mit jemandem reden der das alles kennt, meine Freundin ist mittlerweile genervt von mir und dem Thema und ich mag sie nimmer darauf ansprechen, aber jeder braucht doch den Austausch, oder?
Achja, ich hatte noch nicht erwähnt das ich schon ein Jahr lang zur Thera gehe, aber gebracht hat sie nichts, ausser das ich alle zwei Wochen mich mal für 50 Min. erleichtern kann. Hab aber schon etliche andere Therapeuten kennengelernt, sowie vor zwei Jahren eine Tagesklinik. Die brachte kurzfristige Besserung.
Allerdings muss ich auch dazu sagen das mein Privatleben von Sorgen und Stress geprägt wird und das wird auch in Zukunft so sein (mein an MS erkrankter Exmann, meine Kinder bei denen nicht alles ok ist) und das sind so ziemlich alle meine sozialen Kontakte. Ich kann mich nicht auf andere einlassen, nur sporadisch, denn wenn ich mit anderen zusammensitze wird es mir schnell zu laut und zu viel und ich ziehe mich wieder in mein Schneckenhaus zurück. Ich finde es sehr peinlich wenn ich vor anderen weinen muss was fast täglich passiert, innerlich möchte man schreien, aber es kommt kein Ton heraus. Ich beneide diejenigen unter euch die es schaffen sich aufzuraffen und ihr Leben umkrempeln. Wenn die Angst nur kommen würde wenn man sich aufregt, oder in blöden Situationen ist, aber nein, aus heiterem Himmel bei eigentlich tollen Dingen kommt sie wie eine Keule, und schwupps, schluss mit lustig.

06.03.2011 14:43 • #10


jadi
ja klar deine family kannst du leider nicht ändern...aber du kannst trotzdem versuchen dir selber was gutes zu tun...und nicht die angst nch zu fördern..wie z.b mit messen....legs weg und du merkst es setzt dich net mehr unterdruck...dann musst du vielleicht auch mal lernen nein zusagen....therapie ist vielleicht die falsche?was machst du für eine?

06.03.2011 14:48 • #11


Ich hab heut noch nicht gemessen und versuche auch es nicht zu tun. Meine Thera besteht ausschliesslich aus Gesprächen, wo ich den ein oder anderen Rat bekomme, aber das wars auch schon, weiss net wie sie sich schimpft.

06.03.2011 14:51 • #12


jadi
hmm...hast du auch eine verhaltenstherapie gemacht?

06.03.2011 14:59 • #13


Nein, die wurde mir auch nicht angeboten. Weiss jemand ob es für Angsthasen Hypnose gibt?

06.03.2011 15:01 • #14


jadi
ja gibt es wohl auch...

06.03.2011 15:06 • #15


ich hab auch ein wenig gesprächstherapie hinter mir und es hat mir null gebracht. es war halt aussprechen gegen bezahlung, aber im endeffekt könnt ich das ja überall machen.

ich hab jetzt ne verhaltenstherapie und setz da viel hoffnung rein...

vielleicht wärs für dich auch ein hoffnungsschimmer?

angeboten wurde mir gar nix (außer sport machen und beruhigungsmittel schlucken^^) aber man muss sich halt nehmen, was man will.

06.03.2011 16:02 • #16


Zitat von neko:
angeboten wurde mir gar nix (außer sport machen und beruhigungsmittel schlucken^^) aber man muss sich halt nehmen, was man will.


Sport bringt definitiv sehr viel. Vor allem deshalb weil Sport genau da ansetzt wo Angststörungen entstehen bzw. ablaufen: im Vegetativem Nervensystem.

Der Sympatikus wird dadurch desensibilisiert während der Parasympatikus darauf trainiert wird schneller für Beruhigung zu sorgen. (ähnliches bewirken auch Kneipp-Anwendungen und Sauna)


Allerdings sollte die Haupttherapie dennoch auf einer Verhaltenstherapie basieren (um auch die Denk- und Verhaltensmuster umzustrukturieren).

06.03.2011 20:00 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

ja, mr.froussard, nach 100xigem posten von dir ist die message angekommen. und stell dir vor: ich nehms noch immer nicht ernst.

eine psychische störung räumt man in der psyche auf.

viel glück, dass du mit deiner sauna und deinen kalten duschen gesund wirst. aber pudel dich nicht auf, wenns nicht klappt.

06.03.2011 22:21 • #18


Sport kann ich leider nicht machen, hatte angefangen zu walken, aber nach spätestens 10Min kann ich vor Schmerzen nimmer laufen, freu mich schon immer wenn ich einen kleinen Spaziergang schmerzfrei überstehe, im Sommer allerdings geh ich schwimmen einmal die Woche.
Hatte bei meiner Ärtzin nach Rehasport gefragt, der wurde aber von der Kasse abgelehnt.
Ich schau grad auf die Uhr, bald Schlafenszeit, aber ich bin hellwach und es rappelt in mir fürchterlich,selbst das ruhige Schnurren meiner Mieze die neben mir liegt scheint das übernervöse noch zu steigern. Alles grosser Mist...

06.03.2011 22:23 • #19


Zitat von neko:
ja, mr.froussard, nach 100xigem posten von dir ist die message angekommen. und stell dir vor: ich nehms noch immer nicht ernst.

eine psychische störung räumt man in der psyche auf.


Genau an dem Punkt liegt der Denkfehler. Man kann zwar über veränderte Denkmuster einiges an der Psyche bearbeiten. Aber auch nur zu einem gewissen Grad, da das vegetative Nervensystem nur begrenzt willentlich beeinflusst werden kann.

Wenn man hingegen direkt am vegetativem Nervensystem arbeitet. Z.B. über Desensibilisierung gegenüber angstauslösenden Reizen. (Beispiel Höhenangst) kann man bedeutend mehr bewirken.

Daher setzt die Verhaltenstherapie auch stärker an dem Punkt an das Vegetative Nervensystem nicht nur über veränderte Denkmuster sondern auch veränderte Verhaltensmuster zu bearbeiten.

Ausdauersport, Kneipp-Anwendungen und Sauna gehen dabei noch einen Schritt weiter indem der Sympatikus durch schwache Stress-Reize (Stress ist genau genommen nur eine schwächere Form von Angst) desensibilisiert wird. Während gleichzeitig der Parasympatikus dazu trainiert wird schneller für Entspannung sorgen zu können.

Zitat von neko:
viel glück, dass du mit deiner sauna und deinen kalten duschen gesund wirst. aber pudel dich nicht auf, wenns nicht klappt.


Dazu wird es nicht kommen. In den letzten 3 Wochen habe ich Fortschritte erreicht von denen ich zuvor nicht mal zu träumen gewagt hätte.

In dieser Therapieform steckt weitaus mehr Potential als es auf den ersten Blick erscheint.

Wobei das meiner Einschätzung nach nur noch deshalb nicht all zu bekannt ist weil es sich viele einfach nicht vorstellen können, dass man psychische Störungen eben nicht in der Psyche sondern über den Körper am besten aufräumen kann.

Zudem kann man mit dem Ratschlag sich heiß und kalt abzuduschen kein Geld verdienen. Mit Antidepressiva, Gesprächs- und Verhaltenstherapien hingegen um so mehr.

06.03.2011 23:50 • #20



x 4


Pfeil rechts


Auch interessant

Hits

Antworten

Letzter Beitrag


Dr. Hans Morschitzky