Zitat von Satine222000:Hallo ihr Lieben, ich hoffe, ihr könnt mich wieder etwas aufmuntern. Das habt ihr ja schon so oft getan. Ich habe immer noch Angst alleine zu sein. ...
Liebe Satine,
ich kenne deine genaue Situation nicht und ich weiß auch nicht, was bei dir zu diesen Angstzuständen geführt hat.
Ich kann daher nur von meiner Situation schreiben und was mir geholfen bzw. nicht geholfen hat:
Bei mir wurde Ende 2020 mitten im Lockdown eine Tumorerkrankung diagnostiziert. Ich habe wahnsinnige Angst vor Operationen und ärztliche Eingriffe und hatte wahnsinnige Angst, aus der Narkose nach der OP, die für Anfang 2021 angesetzt war, nicht mehr aufzuwachen. Oder auch, an dem Tumor zu versterben. Dummerweise ist ein Kollege zwei Monate vorher bei einer routinemäßigen Blinddarm-OP an einer Lungenembolie verstorben und dann kam das eine zum anderen.
Leider war Lockdown und ich saß im Home-Office in meiner Wohnung fest. Regelmäßig kamen Angst- und Panikschübe mit Schüttelfrost, starken Weinkrämpfen, Atemaussetzern usw. auf. Diese Symptome kennst du vielleicht auch selbst.
Mir hat es da ein bisschen geholfen, draußen spazieren zu gehen. Auch wenn es nicht viel geholfen hat. Mir hätte Sport in der Mannschaft usw. gut getan. Aber das ging ja nicht wegen Lockdown. Zum Glück hatte mein Hausarzt großes Verständnis, als ich völlig aufgelöst und verheult bei ihm in der Praxis war und hat mich dann 2 1/2 Monate bis zur OP krankgeschrieben, sodass ich nicht mehr den ganzen Tag im Home-Office alleine in der Wohnung, sondern zumindest draußen joggen gehen, Fahrradfahren konnte usw. Es hat zwar nicht sehr geholfen, aber währenddessen kamen zumindest nicht die ganz schlimmen Symptome durch.
Viele Tipps hast du schon bekommen. Du hast das Glück, anders als ich, das nicht alleine durchstehen zu müssen. Ziehe dein Kind schön warm an. Wie alt ist das Kind? Kann es schon sprechen? Was macht es gerne?
Vielleicht könnte es dir helfen, mit deinem Kind rauszugehen. Ist es gerne im Zoo? Gibt es ein Café, in dem es gerne ist? Mach dann genau das mit dem Kind. Ich könnte mir vorstellen, dass es dich entspannen könnte, es glücklich zu sehen.
Das im Trigger wird dir wahrscheinlich nicht helfen. Mir hat es aber sehr geholfen.
Trigger
Mir hat es auch sehr geholfen, Hass-E-Mails an die Politiker zu senden. Besonders an die, die mit den Maßnahmen dazu beigetragen haben, dass ich in dieser schweren Zeit keinen Ausgleich hatte Mannschaftssport, Selbsthilfegruppen usw. .
Nichts, was strafbar wäre, was sie aber sehr verletzt haben könnte. Genugtuung hatte es mir verschafft, dass zwei Politiker Strafanzeigen gegen mich gestellt haben, die durch die Staatsanwaltschaft wegen fehlender Strafbarkeit eingestellt wurden.
Unter anderem war das der Bürgermeister der Gemeinde, in der ich lebe. Der hatte für Selbsthilfegruppen die Bildungsstätte geschlossen, obwohl professionell abgeleitete Selbsthilfegruppen bei mir im Bundesland in Präsenz erlaubt gewesen wären.
Getroffene Hunde bellen halt.