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 Betreff des Beitrags: Re: Burnout - welche Therapie, was hilft?
BeitragVerfasst: 05.Jan.2012, 15:17 
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Registriert: 31.Mai.2008, 17:13
Beiträge: 304
Wohnort: Niedersachsen
Hallo,

@ Strand: Erstmal Danke für Deine Antwort. Weißt Du, mein Problem ist momentan ( auch :roll: ), dass ich mich einfach nicht entscheiden kann. Und nicht weiß, was ich will... Also, feststeht, dass ich mir einen Psychiater suche. Ich habe bereits einen Termin, allerdings erst in 14 Tagen. Und hoffe, dass dieses Mal die Chemie stimmt. Sonst suche ich weiter.

Dann gehe ich (bis dahin) die "Baustelle" Therapeut an: Bleibe ich bei ihm oder nicht? Gestern war wieder Sitzung. Ich berichtete ihm, was mir seit Weihnachten widerfahren ist UND dass ich Bedenken wegen unserer Therapie habe. Ich sagte ihm ganz deutlich, dass ich den Eindruck habe, dass wir nicht vorankommen und die Problematik, die seiner Meinung nach Ursache ist für die jetzige Erkrankung, bereits bekannt sei und wir schon lange dieses Problem "beackern" (ohne Erfolg)... und dass mir 1 x wöchentlich ein Gespräch nicht ausreiche. Dass ich grübele, in eine Klinik zu gehen (welche? wie ist das Verfahren dazu? wer kümmert sich um mein Haustier?) oder in eine Tagesklinik (wie komme ich dahin?),... er ist inhaltlich NICHT auf eine meiner Fragen und Bedenken eingegangen. Stattdessen ratterte er biestig, hastig atmend, aber ausdrucksloser Gesichtsausdruck - gruselig war das :evil: - irgendwelche Fragen runter, die ich mir täglich stellen müsse: "Sie wissen doch, wie man eine Depression behandelt? Nicht? Nämlich müssen Sie sich täglich diese Fragen stellen: Wann und wie möchte ich mich meinen Problemen stellen? Was nehme ich mir heute vor?..." (auch mal schön, dass er mir das nach 6 Wochen sagt! :twisted: )

Sprach ich etwas aus meinem privaten Umfeld an, das mich beschäftigt, lachte er und schaute mich ungläubig an (was ich echt unverschämt fand) und überging dieses Thema einfach. An dem Thema "Arbeit" biss er sich regelrecht fest, obwohl er zu Beginn der Sitzung Bedenken äußerte, ich sei dazu momentan noch nicht in der Lage...

Warum macht er das? Ist es ein therapeutisches Mittel, seiner alten Patientin nicht zuzuhören, nicht auf sie einzugehen und sie massiv unter Druck zu setzen, sich mit einem Thema auseinanderzusetzen, für das sie keine Kraft hat momentan? Wenn ja, was will er damit bezwecken? Soll ich mich weiter auf ihn einlassen in der Hoffnung, er wisse schon, was er da tut? (Seine Aufgabe bezeichnete er aber so ganz nebenbei als verständnisvolles Zuhören und Nicken) ... Der Mann ist etwas älter als ich (also Mitte, Ende 30) und wenn ich mich nicht ganz arg täusche, sehe ich ganz oft einen ratlosen Ausdruck in seinem Gesicht!

Ich fühle mich einfach nur schrecklich und frage mich mehr denn je, was ich tun soll... für nächste Woche hat er mich wieder einbestellt. Ansonsten habe ich keine Termine bis dahin und könnte mich nur wegen eines (teil-)stationären Aufenthalts irgendwo erkundigen... ob Krankenhaus, Rehaeinrichtung, weiß der Geier wo...

Lieben Gruß von Isi


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 Betreff des Beitrags: Re: Burnout - welche Therapie, was hilft?
BeitragVerfasst: 11.Jan.2012, 01:50 
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Registriert: 22.Jan.2010, 23:49
Beiträge: 3308
Wohnort: Berlin (Spandau/Staaken)
Zitat:
bzw. Angststörung und Erschöpfungsdepression hiess das dann.
Ja, so muss es auch heißen, weil Burnout als medizinische Diagnose gibt es nicht. Man kann nicht krankgeschrieben werden, in eine Klinik mit Diagnose etc. wegen Burnout, weil es das in dem Sinne nicht gibt.

Ich hab gerade vorhin einen neuen Artikel darüber in meiner Barmer Zeitung von 1/2012 gelesen, über Burnout. Der Professor dort schreibt, Burnout wird nur so genannt, weil es scheinbar gesellschaftlich besser klingt, als Depression, denn das ist es, eine Depression.

Und auch stand dort, so wie oft getan wird, es sei eine Art "ausgebrannt" und kommt am meisten in stressiger Berufswelt vor, stimmt auch nicht. Es gibt zwar genug Fälle aus dem Bereich, aber die Masse legt bei Rentnern, Studenten, Leuten ohne Job etc.

Ich hab es auch nur so gelesen, schon häufiger, aber scheinbar gibt man hier einer Sammlung von Erkrankungen (Depression, Angststörung, Panikstörung etc.) einen wohl klingenden Namen (Burnout) und stellt es alles etwas falsch dar, weniger negativ.

Und die Frage nach der Therapie? So wie der Prof. schrieb, eben NICHT ausspannen, Urlaub etc., sondern genau das (nämlich das Gegenteil), was man bei Depression macht. Therapie Burnaot = Therapie Depression (und eventuell Angststörung u.a.).

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 Betreff des Beitrags: Re: Burnout - welche Therapie, was hilft?
BeitragVerfasst: 17.Jan.2012, 14:19 
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Registriert: 17.Jan.2012, 12:59
Beiträge: 3
Wohnort: Hamburg
Eine Freundin hat mir letztes Jahr das Enke Buch geschenkt und ich war sehr erschrocken, weil ich mich beim Lesen zum Teil darin wieder erkannt habe. Ich habe keinen Sinn mehr in meiner Arbeit gesehen, wurde von einigen Kollegen gemobbt und dann innerhalb kurzer Zeit auch noch zwei liebe Menschen durch Krebs verloren. Das war einfach alles zu viel.

Mein Arzt meinte, ich stünde kurz vor einem Burnout und sollte dringend etwas tun. Mit Hilfe von Persönlichkeitsarbeit und Entspannungsübungen habe ich dann gelernt, meine Grenzen zu erkennen und wieder neue Kraft zu schöfpen.
Dank des Coaching Hamburg geht es mir nun besser.


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 Betreff des Beitrags: Re: Burnout - welche Therapie, was hilft?
BeitragVerfasst: 17.Jan.2012, 15:03 
Offline

Registriert: 22.Jan.2010, 23:49
Beiträge: 3308
Wohnort: Berlin (Spandau/Staaken)
Burnout ist eine Form von Depression, als Diagnose gibt es Burnout nicht. Da war neulich erst ein großer Artikel in der Barmer Zeitung und da schrieb ein Professor, Burnout ist nur ein wohlklingender, aber letztlich Depression, meist mit Angst/Panikstörung zusammen. Und laut dem Professor kommt Burnout am häufigsten bei Studenten, Arbeitslosen oder Rentnern vor, also nicht in der gestressten Arbeitswelt. Kurioserweise haben Manager und andere, die 12-14 Stunden Tage haben, seltener Burnout, als andere.

Barmer Zeitschrift 1/12.

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