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Vor gut einem halben Jahr lag ich im Bett, und plötzlich hatte ich ein inneres Bild vor Augen. Es folgten bis heute sechs Monate absoluter Schlaflosigkeit, nur allabendlich unterbrochen durch 450 mg Seroquel, 400 mg Trimipramin, 250 mg Amitryptilin, zeitweise Zopiclon und Tavor. Absolut wirkungslos, auch in Höchstdosis: Dominal, Prometazin, Taxilan und alle pflanzlichen Mittel. Dieses innere Bild, dass ich immer im Kopf habe ( auch tagsüber aber da ist es mir meistens egal) hat natürlich eine gewisse Bedeutung, es handelt sich um ein Ereignis im Leben einer nahestehenden Verwandten, bereitet mir also seit gut einem halben Jahr absolute Schlaflosigkeit. Ich kann mich innerlich von diesem Bild und dem zugehörigen Ereignis ( es ist nichts schönes, aber solche Dinge passieren eben, und hat mit mir persönlich gar nichts zu tun) distanzieren, aber es kommt einfach immer irgendwie hoch wenn ich im Bett liege. Ich höre dabei immer ruhige Instrumentalmusik, schalte so gut es geht ab, denke an was schönes ( das geht) und doch bricht sich das negative Bild Bahn durch alles andere. Trotz der hohen Dosen an Medikamenten siehe oben komme ich seit einem halben Jahr über 5 Stunden Schlaf nicht hinaus, immer wieder kommen Nächte mit nur 2 Stunden vor, mein Gesamtschlafdefizit seit März dürfte bei 800 Stunden liegen. Ich frange mich: wie ist es möglich, dass ein einzelner Zwangsgedanke alles andere (auch das Schlafbedürfnis) zu 100% absorbiert, sodass der Betroffene zu einem körperlichen Wrack wird? Ich suche mit meiner Symptomatik seit Mai in vielen Foren nach Erkrankten mit ähnlicher Symptomatik, aber ich finde nichts vergleichbares. Sollte mein Körper bzw. mein Gehirn nicht für den Extremfall etwas wie Selbstheilungskräfte haben, also mich irgendwann mit dem Zwangsgedanken in Frieden lassen? Bei finanziellen Sorgen oder üblem Liebeskummer habe ich auch schon vermehrt wach gelelegen, aber nur 2 bis 4 Wochen und dann ließen die Qualen nach. Mein Zwangsgedanke und die absolute Schlaflosigkeit haben mich mittlerweile zu einem Wrack gemacht, meine Körpermuskulatur ist komplett verkümmert, meine Haare sind verfilzt und fallen viel stärker aus, wenn ich Sport mache fühlen sich meine Bein wie taub an. Ich habe Anfang Oktober einen Termin bei einem Verhaltenstherapeuten, und wenn ich an den Termin denke bekomme ich extreme schambezogene Ängste bei dem Gespräch nicht absolut alles über den Zwangsgedanken sagen zu können, weil erstens eine dumme Geschichte dahinter steckt aber vor allem weil der Gedanke so banal ist.

30.09.2016 12:23 • 03.10.2016 x 1 #1


11 Antworten ↓


Hallo Boeslaterne,

gut,dass Deine Verhaltenstherapie bald beginnt und am besten,Du teilst deiner/deinem Therapeutin/Therapeuten als erstes genau diese Angst mit,du könntest nicht ersnt geommen werden und auch alle anderen Bedenken,die Du bezüglich der Therapie hast.

Du sprichst von einer "dummen Geschichte",wenn es dich so stark belastet enthält diese Geschichte einen für Dich heftigen Trigger und dann kannst Du in der Therapie herausfinden,was das "eigentliche" Problem ist,das darunter liegt.

Mensch haben Gefühle nicht ohne Grund,meistens sind unwahre Gedanken der Auslöser für viel emotionles Leid,z.B. Schuldgefühle.

ich hab einen Buchtip für Dich:

"Gefühle verstehen,Probleme bewältigen" von Doris Wolf und Rolf Merkle.

Gute Besserung!

30.09.2016 15:20 • #2



Zwangsgedanke, absolute Schlaflosigkeit seit 6 Monaten

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Icefalki
Wenn es mit dir nichts zu tun hätte, gäb es da ja kein Problem. Also hat es mit dir zu tun.

Darüber schon mal nachgedacht?

30.09.2016 15:53 • #3


Hotin
Hallo Boeslaterne,

ein herzliches Hallo an Dich.
Zitat:
Vor gut einem halben Jahr lag ich im Bett, und plötzlich hatte ich ein inneres Bild vor Augen. Es folgten bis heute
sechs Monate absoluter Schlaflosigkeit,
Dieses innere Bild, dass ich immer im Kopf habe . es handelt sich um ein Ereignis im Leben einer nahestehenden Verwandten,


Das muss ich jetzt aber nicht glauben, was Du da schreibst, oder kannst Du das begründen?
Weil es einem anderen Menschen schlecht geht, kannst Du nicht mehr schlafen?
Seid ihr eineiige Zwillinge?
Zitat:
Ich kann mich innerlich von diesem Bild und dem zugehörigen Ereignis ( es ist nichts schönes, aber solche Dinge
passieren eben, und hat mit mir persönlich gar nichts zu tun) distanzieren


Mal ehrlich, was an Deiner Aussage ist nicht vollständig? Bei starker Angst, geht es doch um Dich. Um sonst niemanden.

Zitat:
Sollte mein Körper bzw. mein Gehirn nicht für den Extremfall etwas wie Selbstheilungskräfte haben, also mich
irgendwann mit dem Zwangsgedanken in Frieden lassen?


Du das ist ein wunderbarer Irrtum, das mit den Selbstheilungskräften des Denkens.
Die Zusammenhänge sind da komplett anders.
Zitat:
Ich habe Anfang Oktober einen Termin bei einem Verhaltenstherapeuten, und wenn ich an den Termin denke bekomme
ich extreme schambezogene Ängste bei dem Gespräch nicht absolut alles über den Zwangsgedanken sagen zu können


Sehr gut, dass du den Termin hast. Du musst ja nicht alles sofort erzählen.
Du kannst Deinen Psychologen die Wahrheit ja scheibchenweise rüber schieben.

Habe ich Dich jetzt genug geärgert?

Viele Grüße

Bernhard

30.09.2016 16:47 • #4


petrus57
Ich war vor einigen Wochen in der Psychiatrie. Dort war auch einer mit dem Beschwerdebild. Wo es ganz akut war, wurde er mit 11 mg Tavor ruhiggestellt.

Nun nimmt er Zyprexa als Bedarfsmedikament.

30.09.2016 17:06 • #5


igel
11 mg Lorazepam? Auf einmal?

30.09.2016 17:08 • #6


petrus57
Zitat von igel:
11 mg Lorazepam? Auf einmal?


Er meinte am Tag und das über Wochen.

30.09.2016 17:12 • #7


igel
Die maximale Tageshöchstdosis liegt bei 7,5 mg.....

30.09.2016 17:22 • #8


petrus57
Er hat mir erzählt er braucht eine höhere Dosis, weil bei ihm niedrige Dosen kaum gewirkt haben. Sollte irgendwas mit dem Gehirn zu tun haben. Bin da auch nicht richtig schlau draus geworden.

30.09.2016 17:25 • #9


Zitat von Hotin:
Hallo Boeslaterne,

ein herzliches Hallo an Dich.
Zitat:
Vor gut einem halben Jahr lag ich im Bett, und plötzlich hatte ich ein inneres Bild vor Augen. Es folgten bis heute
sechs Monate absoluter Schlaflosigkeit,
Dieses innere Bild, dass ich immer im Kopf habe . es handelt sich um ein Ereignis im Leben einer nahestehenden Verwandten,


Das muss ich jetzt aber nicht glauben, was Du da schreibst, oder kannst Du das begründen?
Weil es einem anderen Menschen schlecht geht, kannst Du nicht mehr schlafen?
Seid ihr eineiige Zwillinge?
Zitat:
Ich kann mich innerlich von diesem Bild und dem zugehörigen Ereignis ( es ist nichts schönes, aber solche Dinge
passieren eben, und hat mit mir persönlich gar nichts zu tun) distanzieren


Mal ehrlich, was an Deiner Aussage ist nicht vollständig? Bei starker Angst, geht es doch um Dich. Um sonst niemanden.

Zitat:
Sollte mein Körper bzw. mein Gehirn nicht für den Extremfall etwas wie Selbstheilungskräfte haben, also mich
irgendwann mit dem Zwangsgedanken in Frieden lassen?


Du das ist ein wunderbarer Irrtum, das mit den Selbstheilungskräften des Denkens.
Die Zusammenhänge sind da komplett anders.
Zitat:
Ich habe Anfang Oktober einen Termin bei einem Verhaltenstherapeuten, und wenn ich an den Termin denke bekomme
ich extreme schambezogene Ängste bei dem Gespräch nicht absolut alles über den Zwangsgedanken sagen zu können


Sehr gut, dass du den Termin hast. Du musst ja nicht alles sofort erzählen.
Du kannst Deinen Psychologen die Wahrheit ja scheibchenweise rüber schieben.

Habe ich Dich jetzt genug geärgert?

Viele Grüße

Bernhard
Zitat von petrus57:
Ich war vor einigen Wochen in der Psychiatrie. Dort war auch einer mit dem Beschwerdebild. Wo es ganz akut war, wurde er mit 11 mg Tavor ruhiggestellt.

Nun nimmt er Zyprexa als Bedarfsmedikament.


Danke für eure Reaktionen!
Hallo Bernhard, es ist so, dass mein Gehirn das Problem oder eben das Ereignis oder Schicksal zu meinem gemacht hat aber auf übertriebene und ungesunden Art. Sowas gibt es mit Sicherheit nicht oft in diesem erschreckenden Ausmaß. Nehme jetzt Melperon, das wirkt gar nicht habe eine Woche Bromazepam zusätzlich zu den anderen Sachen genommen und fühle mich nach 4 Nächten mit weniger als 4 Stunden Schlaf immer mehr wie ein Sterbenskrankher habe ja ein halbes Jahr kaum geschlafen. Es geht bei der Geschichte nicht um mich, es ist einfach von vorn bis hinten sinnlos aber beschäftigt mich unentwegt. Es ist so extrem dass ich das GEfühl habe es bringt mich ganz langsam um, weil es mir einfach ganz langsam mein Gehirn wegbrät. Das mit den Selbstheilung kam von einem Freund, der noch nie psychische Probelme irgendeiner Art hatte. Ich will mit solchen Leuten sagen dass ich nicht mehr kann, und dann kommen eben solche Bemerkungen, dass diese Leute sicher nur mein BEstes wollen ist evident, aber da sie solche seelischen Abgründe nie kennen gelernt haben bzw. werden haben sie nur diesen banalen Heilsgedanken im Kopf. Wie es weitergeht hängt nun wirklich von meinem Therapeutengespräch ab. Aus Angst mich nicht öffnen zu können werde ich alles aufschreiben müssen und ihm zum legen dalassen wenn das erste Gespräch rum ist. Ich spüre jeden Tag stärker dass mein Körper den qualvollen unerträglichen Schlafmangel und das Gesamtdefizit nicht mehr lang aushalten wird.

.
Zitat von petrus57:
Ich war vor einigen Wochen in der Psychiatrie. Dort war auch einer mit dem Beschwerdebild. Wo es ganz akut war, wurde er mit 11 mg Tavor ruhiggestellt.

Nun nimmt er Zyprexa als Bedarfsmedikament.


Ich habe Tavor 1 mg zeitlang mit den anderen medis unterstützend angewendet. Womöglich muss ich in absehbarer Zeit auch wieder stationär. Nehme nun seit 4 Nächten Melperon, schlafe kaum, tagsüber kitzeln die Beine mir ist bei jedem Aufstehen schwarz vor Augen. Es ist die absolute Hölle. Olanzapin (als Bedarf?) oder Clozapin würde ich trotz der Gefahren und nebenwirkungen nehmen.

02.10.2016 13:50 • x 1 #10


Hotin
Hallo Boeslaterne,

vielen Dank für Deine Antwort.
Zitat:
es ist so, dass mein Gehirn das Problem oder eben das Ereignis oder Schicksal zu meinem gemacht hat


Ok. dann akzeptiere ich das , wenn Du das sagt.
Wenn Du einverstanden bist, werde ich mich zu dem Ereignis dann nicht weiter
äußern und es auch nicht hinterfragen.

Was läßt Dich eigentlich nicht schlafen? Es werden irgendwelche Gefühle sein.
Sind es Schuldgefühle?
Zitat:
Schlaf immer mehr wie ein Sterbenskrankher habe ja ein halbes Jahr kaum geschlafen.


Können Dr.og.en, Alk. oder andere Mittel Deinen Zustand begünstigt haben?
Zitat:
Es geht bei der Geschichte nicht um mich, es ist einfach von vorn bis hinten sinnlos aber beschäftigt mich unentwegt.


So etwas gibt es natürlich. Jedoch ziehst Du in Deinem Kopf irgendwelche logischen oder auch unlogischen Vergleiche.
Zitat:
Das mit den Selbstheilung kam von einem Freund, der noch nie psychische Probleme irgendeiner Art hatte.
Ich will mit solchen Leuten sagen dass ich nicht mehr kann, und dann kommen eben solche Bemerkungen

Dann vergiss diesen Blödsinn einfach und konzentriere Dich auf das was Du möchtest, und das, was
bei Dir funktioniert.

Ach übrigens "möchte". Wo willst Du eigentlich hin im Leben? Welche Ziele
hast Du Dir gesteckt? Und wie nah bist Du Deinen Zielen schon gekommen?
Zitat:
Wie es weitergeht hängt nun wirklich von meinem Therapeutengespräch ab.


Das kannst Du so sehen. Ich sehe das aber anders. Ein Therapeut ist so etwas wie ein "Menschlicher Spiegel".
Nur was Du an Worten und Gedanken Deinem Spiegel zeigst, kann er Dir zurück spiegeln. Deshalb ist in Therapeutengesprächen
extrem viel Ehrlichkeit notwendig.
Letztlich hängt es also wieder von Dir ab, ob eine Therapie funktioniert.
Zitat:
Aus Angst mich nicht öffnen zu können werde ich alles aufschreiben müssen


Wenn Du das meinst, dann mache das.
Zitat:
Ich spüre jeden Tag stärker dass mein Körper den qualvollen unerträglichen Schlafmangel und das
Gesamtdefizit nicht mehr lang aushalten wird.


Ja, ja, ohne Schlaf ist alles Mist.

Viele Grüße

Bernhard

02.10.2016 17:57 • x 1 #11


Was läßt Dich eigentlich nicht schlafen? Es werden irgendwelche Gefühle sein.
Sind es Schuldgefühle?

Es sind viele Gefühle auf einmal. Ich liege im Bett und spüre jetzt kommt es wieder und verdränge es, aber dazu muss ich mich konzentrieren, so liege ich dann stundenlang da und denke: Weil ich an was anderes denken muss muss ich mich anstrengen aber unterschwellig ist es da. Oft denke ich dann noch: Es hält mich wach weil ich seit März an nichts anderes denken kann, es ist so stark dass ich seit März keine Müdigkeit verspüren kann. Ich wälze mich dabei hin und her. Aber um welches Gefühl handelt es sich? naja irgendwie Ekel , Abscheu, Angst...? Aber warum, das habe ich mich im Bett liegend schon oft gefragt. Es ist vor allem die Angst dass ich es nie werde abstellen können, es ist viel Trauer dabei, weil ich immer zurückdenke an Dinge vor 5 Jahren, 3 Jahren, etc. und immer wieder die Frage: Warum, was tue ich hier, hätte es verhindert werden können....mein Herz klopft auch immer sehr heftig. Eine Portion Wut auf verständnislose Mitmenschen oder die meine Situation bagatellisieren ist auch immer dabei. Und weil es eben schon so lange Geht ist die Angst vor dem kommenden Tag und all den Nächten und Tagen schon mit drin. Und extreme Fassungslosigkeit in kurzen Momenten, wenn ich denke: das kann eigentlich nicht sein, ich denke über schlimme Dinge nach, die einem Menschen so passieren können, und denke dann an meine Krankheit und den Ursprung und fühle eine Ohnmacht und Verzweiflung die stärker ist als alle anderen menschlichen Gefühle. Ich denke dann auch oft an Suizid, dann denke ich nein ich will doch lieber Leben, dann nein es wird mich eh umbringen irgendwann muss ich es tun, aber dann stelle ich mir vor von einer Brücke hier im Ort zu springen oder mich überfahren zu lassen und dann spüre ich dass ich dazu nicht die Eier habe und denke an meine Eltern, und so dreht sich das Karussell den größten Teil der Nacht.

03.10.2016 17:39 • #12



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