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SomeDragon
Hallo,
Wenn sich etwas in meinem Sichtfeld verändert, sich zb ein Objekt bewegt oder eine Lampe angeht, verspüre ich den Zwang, das durch eine Gegenbewegung auszugleichen. Dazu bewege ich manchmal meine Augen oder meine Hände vor meinen Augen. Wenn ich auf meinem Handy scrolle, muss ich ab und zu wieder zurück scrollen und beim Schreiben dieses Textes hab ich sehr häufig wieder ein paar Zeichen gelöscht, um zumindest einen Teil der „Bewegung“ auszugleichen.

Das ganze betrifft nicht nur meine Augen. Wenn ich meinen Finger über den Tisch ziehe, muss ich auch das wieder ausgleichen. Das gilt nicht nur für meinen Finger, sondern für jede Stelle meines Körpers, und auch bei sehr sehr kleinen Bewegungen.

In der Regel ist es nur etwas nervig, wird aber schlimmer wenn ich müde bin und ich habe auch das Gefühl, dass es im Winter schlimmer ist.
Die letzten Stunden war es sehr stark, so sehr hat mich das glaube ich noch nie gestört. Ich kann mich kaum auf anderes konzentrieren weil ich die ganze Zeit von dieser Störung abgelenkt werde.

Ein weiterer Punkt, der vielleicht etwas damit zutun hat: ich sehe doppelt, wenn ich mich nicht konzentriere. Meine Augen sind eigentlich ganz gut, aber wenn ich nicht bewusst fokussiere, sehe ich alles doppelt.

Ich habe keine Ahnung, was die Ursache dafür ist. Ich habe mit fast niemanden darüber gesprochen. Ich habe erst vor relativ kurzer Zeit begriffen, dass das ungewöhnlich ist, weil ich so sehr dran gewöhnt bin, besonders beim doppelt sehen.

Ich hoffe, jemand kann mir mehr zur Ursache davon sagen. Vielen Dank!

25.02.2024 00:50 • 25.04.2024 x 1 #1


6 Antworten ↓


moo
Willkommen,

wie bewusst bist Du Dir über diese Angewohnheit? So richtig zwanghaft finde ich das ehrlich gesagt nicht - zumindest nicht anhand Deiner Beschreibung.

Das Doppeltsehen könnte m. E. sehr wohl damit zusammenhängen. Ich würde es ursprünglich eher als körperlich eingelernten Tic bezeichnen als einen handfesten (meist bewusst geistig) entwickelten Zwang.

Zitat von SomeDragon:
Ich habe erst vor relativ kurzer Zeit begriffen, dass das ungewöhnlich ist, weil ich so sehr dran gewöhnt bin, besonders beim doppelt sehen.


Die Sache mit dem Finger bzw. die anderen Ausgleichsbewegungen könnten auch eher eine Folge des ursprünglich optischen Tics sein, quasi eine strukturelle Generalisierung. Um es besser zu veranschaulichen, hier die eventuelle Chronologie:

1. Fokussierungsproblem
2. Augenbewegungsausgleich (ursprünglich unbewusst)
3. Adaption anderer Ausgleiche durch Körper
4. Realisierung des Tics (Bewusstwerdung)
5. Geistige Fokussierung auf den Tic
6. Bedenken, dass es sich um einen Zwang handeln könnte
7. Evtl. Verdopplung der inzwischen als Zwang empfundenen Handlung (Ausgleich durch Ausgleich)
8. Realisation des Kontrollverlustes

So ungefähr...

Vom höheren Prinzip her (wenn man auch das mal überdenken möchte), kann man hier eine Ausgleichsnatur als Bewusstseinsanteil erahnen: Alles bedarf eines Ausgleichs, weil es als unausgeglichen empfunden bzw. erlebt wird.

25.02.2024 09:29 • x 2 #2


A


Zwang Bewegung auszugleichen

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SomeDragon
Danke für die Antwort!
Zwang ist vielleicht das falsche Wort. Ich fühle mich sehr… unwohl? Ich weiß nicht wie ich es beschreiben kann, wenn Ich das nicht ausgleiche. Das ganze ist auch relativ automatisiert, vor allem Bewegungen mit den Augen passieren meist eher unbewusst. Andere Bewegungen kann ich besser kontrollieren, aber ich hab immer ein komisches Gefühl an Stellen wo ich etwas berührt habe, bis ich das ausgeglichen habe.

25.02.2024 10:30 • x 1 #3


moo
Danke für Deine Rückmeldung,
Zitat von SomeDragon:
Zwang ist vielleicht das falsche Wort. Ich fühle mich sehr… unwohl? Ich weiß nicht wie ich es beschreiben kann, wenn ich das nicht ausgleiche.

Zitat von SomeDragon:
Andere Bewegungen kann ich besser kontrollieren, aber ich hab immer ein komisches Gefühl an Stellen wo ich etwas berührt habe, bis ich das ausgeglichen habe.

OK, gut beschrieben. Daher meine Frage, wie bewusst Dir das Ganze ist. Hört sich jetzt auch eher nach Zwang an. Bzgl. der Therapie stellt sich m. E. halt die Frage, ob die Ursache tatsächlich nach der o. g. Entwicklungskaskade auf das doppelt Sehen zurückzuführen ist. Mit absoluter Sicherheit kann das wohl kein Facharzt sagen.

Von daher denke ich, kannst Du einfach mal pragmatisch vorgehen und den Ist-Zustand durchleuchten. Ignoriere hierzu einfach mal die eventuelle Genese sondern schau Dir den Zwangshandlungsablauf (der eigentlich ein Kreislauf ist) genauer an. Du kannst es auch Zwangsstruktur nennen.

Hierzu könntest Du Dich mal grundsätzlich hier ein wenig einlesen und Dich fragen, ob Du da irgendwo Parallelen zu Dir findest:
agoraphobie-panikattacken-f4/drang-sich-selbst-an-koerperstellen-anfasse-zu-muessen-t124868-10.html#p3187939

angst-vor-krankheiten-f65/angst-vor-depressionen-und-symptome-t124184-10.html#p3145928

zwaenge-tics-f133/zwangsstoerung-escitalopram-t122604.html#p3056814

spezifische-phobien-f55/zwang-auto-zu-fahren-t111880.html

Ein fest etablierter Zwang ist nicht so leicht abzulegen aber nach meiner eigenen Erfahrung ist alleine das Verständnis von Sinn und Ablauf des Zwangs schon sehr hilfreich, weil dadurch der Mythos seiner Funktion stark entkräftet wird.

Einem Zwang bewusst zu widerstehen ist anfangs (!) ungefähr so schwer wie für einen Süchtigen die völlige Abstinenz. Bei Zwangsgedanken kommt erschwerend hinzu, dass Gedanken ja nicht so einfach unterlassbar sind.

Beim Unterlassen von Zwangshandlungen zäumt man das Pferd quasi von hinten auf, d. h. man entzieht dem eigentlich davor liegenden Zwangsgedanken den Nährstoff, indem man ihm durch das Unterlassen der Handlung keinen (so empfundenen) Benefit mehr liefert. Genau hier wird der Zwangskreislauf unterbrochen und genau hier solltest Du auch irgendwann das Potenzial der Befreiung aus dem Zwang erkennen bzw. erleben.

Also: Heilung entsteht aus a) dem Verständnis und b) aus dem Unterlassen bzw. Widerstehen.

25.02.2024 11:52 • x 1 #4


B
Zitat von SomeDragon:
ich sehe doppelt, wenn ich mich nicht konzentriere

Das ist bei mir genauso. Ich finde es sehr lästig und kann es aber dennoch nicht abstellen. Das passiert unbewusst. Ob das aber mit deinen Zwängen zu tun hat, glaube ich nicht. Ich weiß auch nicht, in wieweit das nicht sogar normal ist, wenn sich die Augen entspannen, dass man dann doppelt sieht.
Trägst du ne Brille?

25.02.2024 14:37 • x 1 #5


SomeDragon
@Becky2024 Nein, ich trage keine Brille. Mich stört das eigentlich auch nicht wirklich, bin sehr dran gewöhnt

25.02.2024 14:41 • x 1 #6


KiraStuttgart26
Ich habe das auch öfter … ich starre viel für vor mich hin und dann entgleitet mir der Blick regelrecht und ich bekomme diese doppelbilder.

25.04.2024 13:40 • #7





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