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Hi zusammen,
Ich wollte mal hier einen Thread aufmachen und gerne mit euch in den Austausch zur Dauer eurer Ängste / Zwänge kommen und erfahren wie sehr euch diese im Alltag belasten.

Bei mir selbst haben die Zwänge mittlerweile 22 begonnen und sich schleichend etabliert. Erst mit 26 wurde die richtige Diagnose gestellt und ich wurde stationär behandelt. Dies mit Erfolg. Zwischenzeitlich hatte ich diese Nervensäge im Nacken ganz gut im Griff. Bis allerdings mein Opa verstarb und ich mit 32 extremste Angstzustände und Krankheitsängste bekommen habe. Dies hat 6 Monate akut angedaurt und wurde wieder Stationär behandelt. Allerdings habe ich die Ängste weiterhin noch oft in mir und diese begleiten mich mal mehr mal weniger. Zwischendurch hatte ich immer Medikamente. Diese haben zwar geholfen, aber ich will es ohne versuchen.

Ich frag mich manchmal wie der Körper das so wegstecken kann. Wie ist eure Erfahrung und Meinung?

11.11.2021 21:03 • 12.05.2022 x 1 #1


28 Antworten ↓


Dan1
Ich habe mit Angst und Panik seit 2013 zutun. Das war seit meiner Diabetes Diagnose. Nach der ersten Unterzuckerung in meinem Leben ging es los. Ich war fast 1 Jahr in der Wohnung und konnte nur an einigermaßen guten Tagen raus.
Als vieles abgeklärt wurde ging es langsam wieder.

Seit Januar diesen Jahres ging es wieder los genau wie bei dir nach dem tot meines Großvaters. Seitdem habe ich aber Grund andere Symptome als vorher womit ich nicht klar komme, sie nicht verstehe und auch Therapie und Ablenkung nicht viel bringt. Habe das bis jetzt und keine Besserung in Sicht.

11.11.2021 22:53 • x 1 #2



Wie lange habt ihr eure Zwangsstörung schon?

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Noch jemand?

01.12.2021 19:52 • #3


portugal
Seit ich denken kann, leider …. als ich jünger war dachte ich, das ist einfach so, damals hat man über Angst und Depressionen hinter vorgehaltener Hand gesprochen.
Heute weiß ich, dass diese Bauchschmerzen bzw. Bauch kribbeln Teil der Angsterkrankung ist. Ich hab es selbst bei Freundinnen, wenn die mich besuchen, auch wenn ich weiß, das die mir nur Gutes wollen. Man lernt damit zu leben ….

01.12.2021 20:01 • x 3 #4


Meteora
Ich war schon immer ängstlich, aber so richtig los ging es, als mit 21 die Erinnerungen an meine Kindheit zurückkamen. Da hatte ich zuerst durchgehend diffuse Angst. Später kamen noch nächtliche Panikattacken, Restless Legs und Schlafstörungen dazu und zurzeit auch Hypochondrie. Ich schätze, dass diese mit meinem veränderten Lebenswillen zusammenhängt. Früher wollte ich nie leben, daher war mir mein Körper egal. Jetzt, da ich es will, bin ich viel aufmerksamer geworden, was meine Gesundheit angeht. Vielleicht hat es aber auch mit Corona zu tun.

01.12.2021 20:05 • x 2 #5


Seit ich denken kann. Ich habe selbst aus der kindergartenzeit nur negative Gedanken, ich war anders und immer ängstlich und überfordert. Ich denke daher auf jeden Fall seit 34 Jahren.

02.12.2021 09:16 • x 2 #6


portugal
@Hedwig ja, mir wurde such gesagt, dass ich ein sehr schüchternes ruhiges Mädchen war, stand auch im Zeugnis. Lieber ruhig als Chaot oder?

02.12.2021 13:47 • x 1 #7


Selina1992
Hallo,

seit dem ich 4 Jahre alt bin hab ich Zwangsgedanken und seit ein paar Jahren auch Ängste, ich bin jetzt 29
Es war zwar zwischenzeitlich besser bzw. sogar ganz weg in der Pubertät aber kam dann vor ca. 9 Jahren Jahren mit 20 wieder stark zurück.

Hab dann 4,5 Jahre Tabletten genommen die geholfen haben. (AD (Name weiß ich nicht mehr) und Pregabalin)
War dann 6 Wochen auf Reha und hab dann nach und nach alles abgesetzt.

Nachdem ich abgesetzt habe, hab ich dann richtige Ängste bekommen, angefangen hat alles mit einer Dünndarmfehlbesiedlung, mit der es mir ein dreiviertel Jahr einfach nur schlecht gegangen ist - Diagnose dauerte so lange.

Seitdem bin ich auch wieder in Therapie, mir ist es auch dann wieder einigermaßen gut gegangen.
Leider geht es mir jetzt wieder schlecht, erstens wegen Corona, da ich da ja wieder viel vermieden habe und zweitens hab ich grad neben meiner Vollzeitanstellung eine 2 jährige Ausbildung zum Buchhalter und Bilanzbuchhalter hinter mir.

Ich hab mich komplett vernachlässigt und nur mehr gelernt und gearbeitet jetzt hab ich das Schlamassel seit einem halben Jahr, 3 Tage nach der Prüfung kam der Einbruch.
Hab wieder extreme Zwangsgedanken (hatte ich das letzte Mal vor der AD Einnahme mit 20) und Ängste, das Gefühl ich bin mir fremd (ganz neu), ganz eklige Gefühle..

Ich hatte komischerweise einen echt guten Oktober, aber seit November läufts wieder gar nicht rund.

Momentan nehm ich keine Medikamente, möchte ich eigentlich auch nicht mehr, außer es wird in den nächsten Wochen/Monaten wirklich gar nicht besser..es ist einfach so anstrengend
Ich nehme momentan nur CBD-Tropfen 20% und Rhodea Rosea sowie Vitamin B, die beiden letzteren aber erst seit einer Woche.

Ich hoffe, dass das ganze bald mal ein Ende nimmt bzw. erträglicher wird.

02.12.2021 13:59 • #8


@Selina1992
Bei mir ist es auch gerade schlechter. Ängste und Panik jeden Tag und dann noch dieses ständige kribbeln am ganzen Körper. Im Grunde sind die Nerven einfach nur durch. Hab mich auch entschieden wieder ADs zu nehmen, da es aktuell schon sehr belastend ist.

Meine Sorge ist immer, dass die vielen Jahre Angst das Herz so schädigen, dass es einen iwann einfach umhaut. Und da ist dann auch schon die herzangstneurose :/

19.01.2022 17:51 • #9


Gibt es hier noch andere die ihre Geschichte berichten wollen? Auch wenn es echt hart zu lesen ist habe ich das Gefühl, dass uns der Austausch hilft, da wir nicht alleine sind und alle zu kämpfen haben und das auch über lange Zeiträume

19.01.2022 17:53 • x 1 #10


Rick
Ich leide zeitlebens unter Depressionen, Ängsten und Zwängen, denen ich immer noch auf die Schliche kommen möchte.

Die Zwänge (Handlungen und Gedanken) habe ich ganz gut im Griff seit ein paar Jahren. Eine depressive Grundstimmung und Ängste sind aber immer noch da. Die Ängste, bei denen es sich früher um Krankheitsängste handelte, habe ich auch im Griff. Nun haben sich Ängste vor der Arbeit, Konflikten, Kontakt zu anderen etc. manifestiert.

19.01.2022 17:54 • x 1 #11


ChrissyHrt
Ich habe es seit Mitte Oktober... von heut auf Morgen bekommen, einfach so.
Wobei ich mittlerweile denke, das ich weiß, woher das kommt. Aber dazu bräuchte ich einen Therapeuten, um darüber zu sprechen und damit abzuschließen.
Der Tod von meinem Vater 2018 und als eine 81 Jährige Dame von einem Baustellen Fahrzeug überrollt worden ist (im Juni passiert), als ich zum Bus laufen wollte. Ich habe alles gesehen... die Leiche, die Polizei, alles. Dieser Anblick war so schlimm, das ich oft danach noch darüber nachgedacht habe und es hat mich fertig gemacht.

19.01.2022 18:04 • #12


@Rick so ähnlich ist es bei mir auch. Darf ich fragen wie alt du bist? Ich dachte immer mit der Zeit kommt die Erfahrung und die Ruhe. Aber die Angst findet immer einen Weg. :/

19.01.2022 21:28 • #13


@ChrissyHrt Lass das möglichst zeitnah psychologisch behandeln. Je früher desto besser, da du dadurch den Umgang mit den Gedanken besser erlernen kannst Wende dich an deine Krankenkasse die sind verpflichtet dir innerhalb von 14 Tagen einen Termin zu organisieren. Auf eigene Faust dauert das ewig

19.01.2022 21:31 • #14


Gaulin
Wissentlich kam meine 1. Panikattacke mit 21. Ängste und ich denke auch Paniken hatte ich als Kind schon. Durch Tagesklinik, Reha und ambulante Therapien wurde es besser. Mit meist größerer Veränderung im Leben. Sertralin/Zoloft war mein Hilfsmittel damals und Laif900 (pflanzlich).
Ich war im letzten Halbjahr meiner Ausbildung und die Prüfungen standen an. Zu meinen Eltern hatte ich keinen Kontakt. Finanziell sah es mies aus, mein damaliger Freund musste mich beruflich plötzlich alleine lassen. Ich denke, das alles zusammen hat meine Panikattacken und schlimmen Ängste ausgelöst. Der 1. Arzt verschrieb mir direkt Betablocker. Es dauerte ca ein halbes Jahr bis zur Diagnose und Einleitung der Behandlung. Betablocker waren natürlich Quatsch und musste sie langsam wieder absetzen. Ich dachte an Herzkrankheit, war es natürlich nicht!
Komischerweise habe ich seitdem nie wieder Herzängste gehabt. Dafür unzählig andere.
Mir ging es jahrelang gut bis zur nächsten Episode (Schwangerschaft/Entbindung).
Dann wieder Tagesklinik, Reha und Therapie. Wieder jahrelang Ruhe.
Seit 2 Jahren stecke ich nun wieder drin nach einer Trennung, einem Verlust, Wohnungswechsel und beruflicher Veränderung.
Leider bin ich noch nicht raus aus dieser Episode, aber es ist schon besser.
Nun steht ein erneuter Wohnungswechsel bevor und der Abschluss meines Kindes..

19.01.2022 22:02 • x 3 #15


Rick
Zitat von Wumpi:
@Rick so ähnlich ist es bei mir auch. Darf ich fragen wie alt du bist? Ich dachte immer mit der Zeit kommt die Erfahrung und die Ruhe. Aber die Angst findet immer einen Weg. :/

@Wumpi

Ich bin inzwischen 38 und ich bin schon etwas ruhiger geworden, aber die Angst und Anspannung hat mich weiter fest im Griff.

19.01.2022 23:52 • x 1 #16


schmetterlingg
Hallo, bei mir hat das im Sommer 2019 angefangen im Urlaub. Ich war mit Menschen im Urlaub die mir nicht gut getan haben. Alles fing an mit Herzrasen was später zu Angst vor Krankheiten geführt hat. Danach ging es bergab, ZG, Angststörung, Derealisation und noch vieles mehr. Ich dachte ehrlich eine Zeitlang das ich irre geworden bin. Leider hat meine Therapeutin irgendwie alles schlimmer gemacht ich bin niewieder der selbe Mensch wie vor Sommer 2019 geworden, aber ich habe gelernt damit leben zu müssen

20.01.2022 00:00 • x 1 #17

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psychomum
Hallo,

ich war auch ein ängstliches Kind bzw. sensibel, aber auch aktiv und emotional instabil.... so wie heute.... meine 1. Panikattacke hatte ich mit 6 oder so. Was ich aber komisch finde, es war wie heute, also mal hatte ich Hochphasen und alles war okay, dann wieder Angstphasen usw...dann Depressionen. Irgendwie fühlt sich es an an wäre ich als Kind manisch depressiv. Also die Ängste waren oft völlig weg...und ich kam immer selbstbewusst rüber.

Ich kann aber auch immer Zusammenhänge mit aktuellen Lebenssituationen feststellen.
Früher funktionierte ich aber immer gut und hatte Freude am Leben, momentan nicht.....

Also kurz gesagt, ich hatte schon immer Einschränkungen und Ängste aber seit 5 Jahren lähmen sie mich.

viele Grüße

20.01.2022 00:04 • #18


zWo3
Ich wollte hier auch mal kurz schildern wie es bei mir gewesen ist, ich erkenne mich bei vielen wieder, ich war schon immer ein sehr ängstliches Kind, was auch meine Mutter bestätigt hat. Früher hatte ich immer so Bauchweh oder so ein Druck im Unterbauch ich konnte das damals nicht deuten als kleines Kind nun weiß ich das es die Angst / innere Unruhe gewesen ist. Diese hatte ich leider sehr oft z. B. jedes Mal, wenn Sonntag auf Nacht gewesen ist und ich wusste morgen ist wieder Schule hatte ich dieses komische Gefühl, wenn dann Montag gewesen ist wahr das nicht mehr so. Und wenn Ferien oder Wochenende waren auch nicht total komisch.

Enttäuschenderweise muss ich sagen waren meine Eltern nicht die gefühlvollsten sonst wäre wohl vieles nicht so gekommen, ich wollte oft als Kleinkind in das Bett meiner Eltern aber mein Stiefvater hat mich immer rausgescheucht oder mir Schläge angedroht so dass ich allein in mein Bett ging und versuchte die Angst auszuhalten. Das hat sich eigentlich durchgezogen bis ich 15 gewesen bin, da war es zwar mit dem Schlafen etc. besser in der Pubertät bis zum letzten Ferientag der 8. Klasse 13.9.1999, da haben meine Eltern gesagt ich soll noch kurz Duschen, weil morgen ja die Schule wieder anfängt. Na ja um es kurz zu sagen unter der Dusche hab ich dann meine erste richtige Panikattacke bekommen + Derealisierung was ich aber zu dem Zeitpunkt nicht wusste von da an fing mein Leidensweg an ....2004 kam dann durch viel Stress und erfahren das mein Vater nicht mein leiblicher Vater ist eine Zwangsstörung dazu bzw. Zwangsgedanken Thema ( Warum haben wir Knochen ) von da an geht es Up and Down momentan ist es wieder extrem Unten aber ich hoffe das diese Phase aber wieder schwindet .

Gebt nicht auf ... Life is Precious

Wenn wer mehr erfahren mag einfach melden

20.01.2022 11:04 • x 4 #19


schmetterlingg
Zitat von zWo3:
Enttäuschenderweise muss ich sagen waren meine Eltern nicht die gefühlvollsten

Das tut mir so leid. Eltern spielen da so eine wichtige Rolle.. ich hab auch gelesen, dass man Angst vererben kann, somit könnte ich mir diese Angst im jungen Alter erklären.

20.01.2022 15:53 • x 2 #20



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