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Moin Moin,

Tja ich bin neu hier und bin seit letzten Freitag in psychiatrischer Behandlung.

Ich habe starke Zwangsgedanken und Angstzustände. Diese habe ich schon seit meiner Kindheit, weil meine Schwester mich als 6 Jähriger immer schön mit Horrorfilmen bombadiert hat. Als 6 Jähriger muss man leider zu gucken, wenn das Zimmer mit einem Teenager teilt. Ich muss aber trotzdem sage, dass ich ein selbstbestimmtes Leben führe, ich studiere usw und hatte nie Angst rauszugehen, bei mir ist es genau das Gegenteil, ich fühle mich stark unwohl in meinem eigenem Zimmer! Ich suche hier einige Leute die vielleicht auch die Probleme haben, die ich auch habe und die mir auch vielleicht Mut machen. Meine Zwänge sind vor allem Kontrollzwänge, ich muss gucken ob mein Umfeld "richtig ist", ob nicht was schlimmes passiert - all das, habe ich damals machen müssen, nach dem ich diese schrecklichen Filme sehen musste. Ich habe keine bipolare Störung und auch keine Stimmen im Kopf, jedoch habe ich schreckliche Panik, dass ich wahnsinnig oder schizophren sein könnte. Kleinste Geräusche muss ich überprüfen und hinhorchen. Das schlimmste sind aber, dass ich mit meinen Augen immer überprüfe ob die Wände sich nicht bewegen könnten und das nervt tierisch, denn man schaut sich selber dabei zu, wie mein ein irrationales Verhalten an den Tag legt und man weiß, die Wände bewegen sich nicht, die stehen da wo sie sind und das es physikalisch unmöglich wäre. Aber auch bei anderen Gegenständen habe ich dies, ich habe angst davor, dass Gegenstände sich unnatürlich bewegen - dank dieser ganzen kack Horrorfilme, in der z.B. die Tür sich öffnet von alleine usw. Also eine richtige Manifestation dieser Bilder die mich heute noch begleiten, obwohl ich immer weiß was Realität und was meine Gedanken sind, fühlt es sich doch manchmal so beschissen real an, dass die Zwangsgedanken einfach dir noch den richtigen Push geben und du sozusagen erst recht denkst, jo moin, jetzt hebt das Kartenhaus richtig ab. Ich stelle es mir richtig vor, wie das wäre, wenn es jetzt passiert und das macht mir angst, weil ich noch nie mit betroffenen gesprochen habe, ob die das auch so fühlen und obwohl man weiß die Angst tritt nicht ein, fühlt es sich so an und man stellt es sich richtig vor wie es passiert. Wirklich einfach nur zum Kotzen, dieses Gefühl von, du weißt du tust etwas, was total belanglos ist, du musst die Wände nicht kontrollieren aber du kannst es einfach nicht anders, es ist wie ein Reflex geworden. Ich habe mich jetzt das erste Mal so richtig allen meinen Mitmenschen geöffnet und das witzige ist, dass keiner was gemerkt hat die ganzen Jahre nicht. Weil das alles in meinem Kopf stattgefunden hat und es immer noch in meinem Kopf stattfindet. Ja, ich habe auch andere kleine Zwänge z.B. muss ich mein Kleingeld zählen, ich weiß ich habe 90 Cent aber ich muss mich immer und immer wieder davon überzeugen, dass es auch wirklich 90 Cent sind, bis ich es dann nach dem 4 mal gescheckt habe.

Interessant finde ich auch, dass die Gedanken mich Jahre lang kalt gelassen habe oder ich oft auch sagen konnte ah sch. drauf. Ich habe gelernt damit zu leben, da ich jetzt aber natürlich das erste Mal darüber spreche und mich geöffnet habe, fühlt es sich alles sehr präsent an und die Verunsicherung ist natürlich riesen groß - was ja auch irgendwie verständlich ist. Oft habe ich auch das Gefühl, dass ich z.B. diese bildhaften Zustände, die Angst das etwas bestimmtes passiert und wie es dann wäre, dann genau diesen Kontrollzwang auslöst. Es ist wie als würde der Zwang schon darauf warten, dass ein Bild entsteht oder ein Gefühl um dann entsprechend mit z.B. kontrollierendem Blick oder Handlung darauf zu reagieren. Oft liest man auch von Angstpatienten nur, ja die haben halt Angst, dass dies und jenes passiert aber da ich noch nie mit jemanden gesprochen habe, wie es sich anfühlt, wie es entsteht, bin ich natürlich super verängstigt, dass es nicht doch ne Schizophrenie ist. Aber wenn ich mich sehr anstrenge und diese Nervosität abschalte, dann weiß ich eigentlich auch, dass ich nur Dinge sehe die Normal sind und das mein Verstand mir mit diesen Zwängen und der Angststörung streiche spielt. Da ich auch keine Stimmen oder Bipolare-Störung habe. Wenn man das über 10 Jahre "versteckt" und man darüber offen spricht, merkt man plötzlich eigentlich erst die Verunsicherung, vor allem kann ich zu jeder dieser Bildhaften Ängste auch einen Auslöser nennen oder sogar eine ganze bestimmte Szene aus einem Gruselfilm, obwohl das z.B. über 16 Jahre her ist. Ich muss lernen und verstehen, was meine Erkrankung ist und ich hoffe sehr, auch mal zu hören, ob das andere ähnlich sehen und auch sagen boar so geht's mir auch und man hat total Schiss den Verstand zu verlieren.

10.12.2019 14:15 • 17.12.2020 x 1 #1


22 Antworten ↓


mimi0202
Puh das war schon ganzschön rücksichtslos von deiner Schwester, aber deine Ellis hätten da auch eingreifen müssen !
Das ist jetzt aber vorbei !
Heute entscheidest du selbst ob du dir sowas ansehen möchtest !
Heute weisst du das dass nur Masken und Specialeffects sind !
Diese Erkenntnis für dich ist ganz wichtig.

Auch sehr hilfreich zu wissen ist, daß man es nicht spürt wenn man "verrückt wird, oder durchdreht", und solange du noch so durchdachte und zusammenhängende Texte verfassen kannst, musst du dir diesbezüglich wirklich keinerlei Sorgen machen.

Super das du eine Therapie angefangen hast !
da will ich auch überhaupt nicht viel rein quatschen, da wirst du hilfe bekommen mein lieber

10.12.2019 16:13 • x 1 #2



Zwangsstörung und Bilder im Kopf

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Vielen Dank für die Antwort,
ich war wirklich sozusagen paralysiert von diesen Ängsten, dass ich das niemanden sagen konnte und irgendwie weiß ich auch dass, das alles natürlich nicht echt ist, vor allem wird man einfach erwachsen und denkt so reicht jetzt mal diesen Ängsten aber der Zwang der daraus resultiert, ist halt ein Zwang. Mit den Jahren hab ich es sogar geschafft alleine Zwänge abzulegen aber dieses eine "Urangst-gefühl", das ist noch da und da bin ich dann auch froh, dass ich mir Hilfe hole. Vielen Dank erstmal für die aufbauenden Worte, wenn man ganz alleine da steht und noch nicht weiß wohin mit sich, dann kann das auch überfordernd sein.

10.12.2019 16:41 • x 1 #3


MrsAngst
Du sprichst mir gerade sehr aus der Seele !
Genau so wie dir gehts mir auch. Ich habe zwar nicht die Angst davor, dass sich Dinge oder Wände bewegen aber ich habe aufgrund meiner Kindheit unglaubliche Angst, besessen zu sein oder zu werden.
Ich habe Angst, dass ich anfangen könnte komische Dinge zu sehen oder so gruselige Eigenschaften zu entwickeln, wie Wände hochlaufen oder so einen Müll den man aus dem Fernsehen kennt.

Ich hatte das wirklich seit meiner Kindheit nicht, dann hatte ich einen blöden Alptraum und seit dem haben mich die Gedanken komplett.
Wenn ich mich stark konzentriere merke ich, dass nur Zwangsgedanken sind und fange an mich zu beruhigen.
Dann schwingt der Spaß aber um und ich bekomme irre Angst vielleicht eine Schizophrenie oder Wahnvorstellungen wie bei Psychosen zu entwickeln, weil diese Gedanken mich so irre machen.

Wenn ich mich dann dabei erwische, wie ich mich gedanklich beruhigen muss von etwas so irrationalem, bekomme ich eine heidenangst.

10.12.2019 16:58 • #4


Also man fühlt sich einfach richtig bekloppt kann man es anders nicht sagen und es ist einfach so totaler Schwachsinn. Es ist eine Angst so klein wie ein Krümel aber wenn der Krümel eine Taschenlampe bekommt und sich selber anleuchtet, dann wirkt der Schatten den er wirft einfach so riesengroß. So stell ich mir das vor. Ich habe Angst vor einem Krümel der nicht mal den Redewert ist aber sein Schatten ist einfach unendlich groß und bedrohlich.

10.12.2019 17:09 • #5


MrsAngst
Das beschreibst du sehr gut mit dem Krümel und dem Schatten. Im Prinzip sind es irrationale Ängste die man hat und ein Teil von sich selbst weiß das ja ganz genau, aber trotzdem hat man irgendwo den Gedanken, dass es doch wahr sein könnte, sonst würde man ja zb die Wand nicht ansehen und überprüfen ob sie sich bewegt. Man muss es dann einfach machen obwohl man weiß wie blödsinnig das ist.

Ich muss mir auch immer wieder einreden, dass es nur ein Traum war, nichts schlimmes und dass ich schon viele Alpträume dieser Sorte hatte und alles in Ordnung ist. Obwohl ich das eigentlich weiß aber ohne diesem einreden bekomme ich nach und nach mehr Angst.

Es ist absurd.

11.12.2019 13:38 • #6


Hallo,

Vielleicht ist es Borderline.
Ich habe von einem Bekannten gehört dass er auch Dinge sieht.
Dann wenn er eine Krise hat ,sprich starke innere Anspannung hat

11.12.2019 18:21 • #7


MrsAngst
Bei einer Zwangserkrankung sieht man nichts, sondern man erwartet etwas zu sehen wenn man zb dieses oder jenes nicht macht.

11.12.2019 18:51 • x 1 #8


Also Borderline find ich schon heftig weit hergeholt... Da ich auch nie in meinem leben auffällig war was wutausbrüche angeht oder sonstigen krisen. Ich war irgendwie immer ganz normal wie die anderen nur das ich eben angst vor dingen habe. Und das man sich auch was vorstellt und das halt auch lebhaft wirken kann oder realistisch glaube ich, ist in einer stresssituation auch irgendwie klar, das kann eben eine wahrnehmungsstörung sein, da ich auch sehstörungen wie augenflimmern habe. Wichtig ist bei dem ganzen für mich persönlich, dass man weiß, dass egal was man denkt oder sich einbildet zu sehen (oder auch nicht) dass es am ende nicht so ist. Und wenn ich mich beruhige dann weiß ich auch, dass sich weder was bewegen kann sonst noch irgendwas, das ist einfach meine persönliche angst gepaart mit bildhaften erlebnissen die aber nicht wahnhaft oder halluzimativ sind sondern einfach von dem gefühl der verunsicherung lebt, ob sich die türklinke nicht doch eben um 2 zentimeter nach unten bewegt hat. Witzigerweise habe ich das aber schon als Kind gehabt und das waren die einzigen sachen wo ich das hatte. Ich glaube, dass es einfach ein sinnbild für die angst ist, ich habe so als kind gelernt damit umzugehen, da ich sozusagen mir stark vorgestellt habe, dass ich das mit meinen gedanken dinge bewegen kann. Vielleicht war das die erste strategie der angstverdrängung und wieso ich heute kontrollzwänge habe. Ich denke, dass das in diese richtung geht. Nun bin ich aber erwachsen und brauche diese "verdrängungsstrategie bzw schutzfunktion" nicht mehr und das ist vermutlich der grund warum ich dann angst vor diesen sachen bekomme.

11.12.2019 20:13 • #9


Also keine ahnung angst äußert sich auch bei jedem anders und wenn da wirklich ne wahnnehmumgsstörung vorliegt meine güte dann ist das eben so, es kommt auch darauf an wie ich die dinge anschaue, wenn ich nicht daran denke, dann gucke ich auch nicht ob die wände sich nicht etwas bewegt haben oder türklinken, ich muss schon sehr bewusst daran denken und ich kann daran auch jahre nicht denken und vergesse ich das auch. Es kommt darauf an was mir grad angst macht, wenn ich grad angst habe schizo zu werden mit allen symptomen die dazu gehören, stelle ich mir eben vor, dass ich halluzinationen habe obwohl das quatsch ist. Anderer seits, wenn im internet keine symptome zu psychosen stehen würden, dann hätte ich auch keine angst eine zu bekommen. Ich glaube das gehört dazu. Außerdem wenn ich z.b ganz bewusst länger die türklinke anschaue und angst habe, dass sie sich von alleine bewegt, was paasiert denn dann? Der stresspegel steigt, ich bekomm angst dass es passiert und dann kann sowas halt auch lebhaft sein und man "schiebt" eben seinen persönlichen horrorfilm. Aber sobald man sich für nen moment beruhigt sagt man ja auch selber zu sich: alter was war dass den jetzt schon wieder für eine aktion, was ist das den wieder für ein quatsch. Selbst wenn ich das gefühl habe es könnte passieren oder unsicher bin ob es passiert ist, weiß ich das es eben irrational ist. Ich denke das nennt man dann auch reinsteigern, bis menschen eben panikattacken bekommen.

11.12.2019 20:30 • #10


Als ich deinen Bericht las, wurde ich regelrecht sauer auf die Schwester, die ihren jüngeren Bruder dermaßen sadistisch behandelt! Das ist ein schlechtes und bösartiges Verhalten und mit nichts zu entschuldigen. Deine Ängstlichkeit ist verständlich und logisch. Mit Schizophrenie hat das gar nichts zu tun, es ist eine natürliche Reaktion auf die schädlichen Filme. Ich weiß, dass ich damit eher auf weiter Flur alleine stehe, halte aber die ungeheure Masse an Horror-, Splatter-, und Gewaltfilmen für den allerletzten Dreck und ich selbst bereue es, viele solcher Filme, vermeintlich "Unterhaltung", jemals gesehen zu haben. Auch als Erwachsener. Wie könntest du deinen Frieden mit der Welt machen? Frei davon sein? Es geht um das Gefühl, in Sicherheit zu sein und ohne ständige Alarmstellung einfach sein zu können, so richtig selbstverständlich. Du weißt ja intellektuell, dass sich weder Wände verschieben, noch andere Horrorereignisse eintreten. Und wahrscheinlich kannst du mit realen Problemen gut umgehen. Ich könnte mir vorstellen, dass gezielte Entspannungsübungen ohne Störungsmöglichkeiten von außen, vielleicht eine Art Meditation in Ruhe, nach einiger Zeit das innere Sicherheitsgefühl, das letztlich in jedem von uns steckt, hervorkommen lässt. Dann würden die Zwänge (die ja auch Sicherheit geben sollen, dazu aber ungeeignet sind) Schritt für Schritt abnehmen und Vertrauen an ihre Stelle treten. Dein innerer Raum ist deine Sicherheit und deine Wohnung ebenfalls. Ich wünsche dir das Loslassen von den Angstgedanken und -reflexen.
Grüße

13.12.2020 21:00 • x 1 #11


@Hey Fauda danke nochmal für deine Antwort. Mit ganz ganz vielem hast du absolut recht. Wie ich damit klar komme? Einfach locker bleiben das klingt richtig doof aber einfach akzeptieren. Abgenommen haben die gedanken nicht aber sie machen mir keine angst mehr und was einem nicht angst macht,vergisst man langsam. Aber das heilung zu nennen,das würd ich nie. Das bleibt ein lebenlang egal ob man damit klar kommt oder daran zerbricht.

Und womit ich auf deiner seite stehe ist,dass ich glaube, dass horrorfilme keine unterhaltung ist sondern selbstzerstümmelung und selbstverletzung. Was daran toll sein soll sich gezielt angst einzuflößen bleibt mir ein rätsel.

13.12.2020 21:07 • x 1 #12


Hallo Student,

Jetzt ist dein thread ein Jahr alt ,,wie Die Zeit doch schnell vergangen ist.
Damals stand ich neben mir und habe auf Grund dessen einfach mal Borderline geschrieben ,sorry

Was ist in dieser Zeit mit dir geschehen ,hast du für dich dein Seele Frieden gefunden ?

14.12.2020 18:13 • x 1 #13


hallöchen tuffie tatsächlich habe ich ihn gefunden. Turbulente Zeiten hinterlassen spuren, die sich nicht verbergen lassen aber ich glaube das können sie ruhig, damit man immer zurückdenkt und sich daran zurückerinnert, wenn es vielleicht mal nicht so läuft wie man gerne möchte. Vieles erklärt sich, wenn man sich selber findet oder dinge einfach beim namen nennt. für vieles in meiner situation hatte ich keinen namen, vieles war sehr schwammig und vieles konnte ich nicht verstehen. Aber wo schatten ist, ist auch licht. eine heilung werde ich dennoch nie haben, es ist der umgang den man mit einer psychischen erkrankung wie zwangsgedanken erlernt aber es bringt einen dazu sich so zu akzeptieren wie man eben ist und das muss nicht perfekt sein. jeder bringt sein individuelles päckchen mit, man muss nur bereit sein es zu tragen - das war ich ab einem gewissen punkt nicht mehr. Ich wollte diese gedanken los werden und habe diese auch als fremdartig empfunden. Heute weiß ich, das sind meine gedanken und die tun niemanden was und kein gedanker dieser welt steuert mein verhalten. das hat ziemlich viel ruhe reingebracht, hat aber sehr viel zeit in meditation und selbstreflektion gekostet. Ohne medikamente, ohne therapeut. Ansonsten ist in dieser zeit mein bauch gewachsen und ich habe ziemlich viel genascht lol und das leben einfach nicht mehr so ernst genommen.

Ich hoffe dir geht es auch gut und dass dein jahr auch sehr bewegend war und du neue erkenntnisse gewonnen hast, so wie ich sie habe

liebe grüße an dich

14.12.2020 18:36 • x 2 #14


Hallo Student,

Danke für die lieben Grüße sie tun gut.

Ich finde es erstaunlich wie du dich selbst reflektieren kannst.
Es gab Zeiten da konnte ich es bei mir auch aber dann war mein Kopf zu voll mit Gedanken, da verliert sich jeder Mensch aus den Augen und verliert das Gleichgewicht.

Gedanken sind nur Gedanken mehr nicht.
Wir alle erschrecken uns vor viele Gedanken daraus entstehen Gefühle, die meisten von uns haben aber wie du eine Moral und gehen den Gedanken nicht nach .
Bei großer Anspannung kann es dauern führen das wir unser Gleichgewicht verlieren da vermischt sich alles und durcheinander wie ein Strudel.
Wir können dann nicht mehr klar denken.
Du hast vieles schon sehr gut erkannt und wenn das Gleichgewicht doch mal wieder wackelt dann hast du ja Werkzeug e auf die du immer dein lebenslang zu greifen kannst.

Wirklich verrückte Menschen die haben keine Moral und sie denken sich nichts dabei wenn sie verrückt handeln, stellen es nicht in Frage wie du es getan hast ,,dass ist der u Unterschied.
Von jemanden der aus dem seelischen Gleichgewicht durch zi viel Stress geraten ist und dem tatsächlich verrückt ist.

Und was sein Bauch betrifft , ist doch süß , und wenn er dich doch mal stören sollte , sport a er das weiß du auch selber .

Liebe Grüße zurück

15.12.2020 13:42 • x 1 #15


zWo3
Hallo an alle !

Das was ihr da anspricht kenne ich sehr gut, ich leide schon seit der Kindheit an Ängsten. Als Kind schon .. und ich hatte "tolle" Onkel und Cousins die meinten schau dir mal diesen Film an oder diesen und als kleines Kind bist du halt einfach Kopfmäßig noch nicht so entwickelt um das zu verkraften.

Mit 20 Jahren hab ich dann leider erfahren das mein Vater nicht mein leiblicher ist. Das war 2004 das hat mir ganz schön zugesetzt, das ganze Jahr war ziemlich "bescheiden". Mein Opa war an Krebs erkrankt leider Unheilbar verstarb am 31.12.2004 , meine damalige Beziehung ( erste richtig ernsthafte ) ging leider auch in die Brüche. Ich war damals noch in der Berufsausbildung und da hab ich ausgelernt und wurde nicht übernommen. ( Obwohl gute Leistungen und 1er Zeugnis ) und dann kam das mit meinen Vater.

Meine Mutter hatte es mir einfach mal so im August/September 2004 erzählt beim Kaffeetrinken. Leider sehr unsensibel von ihr , Sie hat es so rübergebracht wie ob ich es schon immer gewusst hätte. Im Sinne von ( Du weist ja das dein Vater nicht dein richtiger ist ). Ich fragte Sie ob das ein Witz ist oder Sie es ernst meint, Sie hat mir daraufhin die Geburtsurkunde gezeigt.

Da war erstmal Leere in meinem Kopf.. mir kamen die Tränen und ich wusste nicht was ich noch Denken sollte. Ich war schwer getroffen. Mein Stiefvater hatte sich nie getraut es mir zu sagen weil er Angst hatte ich könnte ihn als "Vater" ablehnen. Ich sagte dann auch wieso sollte ich ihn Ablehnen? Ich kenne nur Ihn als Vater er ist mein Vater.

Wir hatten uns dann etwas ausgesprochen und ich dachte das Thema wäre erledigt. Ca 2 Monate Später damals leider Arbeitslos nach der Ausbildung machte ich vom Arbeitsamt eine Umschulung die hieß "Start". Um wieder relativ schnell eine Arbeitsstelle zu finden.

In dieser Zeit hatte ich auch wieder eine neue Beziehung die ich dachte ganz gut läuft.. aber das war wohl nur Oberflächlich der fall, ich hatte mich nach meiner ersten großen Liebe relativ schnell wieder nach Nähe gesehnt. Wollte wohl nicht allein sein.

Im Oktober 2004 kam es dann zum Supergau. Es war der 21.10.2004 mir ging es eigentlich ganz gut und Abends haben wir dann noch bisschen Spaß gehabt und alle haben sehr gelacht. Ich konnte nicht mehr zum Lachen aufhören, richtige "Lach Flashs" egal was ich gemacht habe ich konnte die blanke Weiße Wand ansehen und ich musste Lachen.

Dann 22.10.2004 gegen Mittag hatte ich gemerkt ich fühle mich etwas "Schlapp" hab zu meiner Mutter gesagt könnte sein das ich eine Erkältung bekomme. Ich fühlte mich immer schwächer und schwächer von Stunde zu Stunde, gegen 6 Uhr Abends habe ich meine Schwester damals von ihrer Arbeit abgeholt mit dem Auto. Und während ich auf Sie gewartet habe merkte ich in mir drin schon eine etwas "leichte" Unruhe. (Hatte als Jugendlicher schonmal Panikattacken für ca 3 Jahre ) ich kannte das Gefühl aber dachte mir alles ist gut wird schon wieder. Dachte einfach das kommt von der "Erkältung", darauifhin hab ich dann Aspirin Complex genommen und mich Schlafen gelegt.

Am nächsten Morgen bin ich zu meiner damaligen Freundin gefahren aber die "Unruhe" ging nicht weg war wie eine Daueranspannung, nach ein Paar Stunden fuhr ich wieder Nachhause. Hab was gegessen Geduscht und mich ins Bett gelegt, nun kommt die parallele zu dir Student. Ich hab ein wenig TV geschaut und hab so durchgezappt weil nicht wirklich gutes lief. Dann bin ich auf einem Film aufmerksam geworden den ich schonmal als Kind gesehen hatte so ein wenig, aber wohl verdrängt.

Und ich schaute so und dann kamen in dem Film "Bewegliche Skelette vor mit roten Augen. Die eigentlich sogar "Lustig" dagestellt worden sind. Der Film hieß Armee der Finsternis. Auf einmal überkam mich ein Ekel den ich bis dato noch nie verspürt hatte.

Dachte mir bäh sieht ja echt eklig aus. Hab weggeschaltet und dann relativ bald ausgemacht und geschlafen.

Sonntag verlief ohne weitere Probleme Unruhe war etwas da aber nicht so schlimm wie davor.

Montag 25.10.2004

Ich wachte auf und was soll ich sagen? Alles war wie weggeblasen ich hatte eine extrem gute Laune und fühlte mich einfach Normal. Der Tag verlief daraufhin auch ganz normal und ohne Probleme.

Dienstag 26.10.2004

In der früh war noch alles relativ ok, Mittags bekam ich eine kleine Unlust aber nicht weiter schlimm. Abends war ich noch kurz bei meinem Cousin ( R.I.P ) der hatte damals probleme mit seiner Freundin und ich hab ihn etwas beigestanden. Meine Tante sagte dann zu mir Sie zeigt mir nun mal ein Foto von meinem "leiblichen" Vater.

Ich schaute das Foto an und ich hatte extremst Herzklopfen und mir wurde echt etwas "anders". Kurze Zeit später rief meine Mutter bei meiner Tante an ich solle bitte nach hause kommen das Essen wäre fertig. ( Meine Tante Wohnt damals in der Straße meiner Eltern ).

Ich hab mich verabschiedet und bin nach Hause, es gab an diesem Abend "Gulasch mit Kartoffeln". Verlief soweit ohne Probleme.

Ich wollte dann noch etwas TV schauen hockte so ganz gemütlich in dem alten Ledersessel meiner Eltern, es war so ca 19:40 oder so. Ganz genau weiß ich e snicht mehr.

Auf einmal überkam mich eine Angst die ich noch nie verspürt hatte, es fing unten in den Füßen an wanderte hoch in meine Arme das Herz klopfte wie verrückt , Schweißausbrüche, danach ein extrem Schmerzhafter Druck im Kopf ( Wie ob man mit beiden händen den Kopf zusammendrückt ) und dann machte es "Klick". Und ich meinem Kopf war der Gedanke und Bilder wir bestehen alle aus Knochen und sind Skelette und Knochen und das ist "Schlimm". Der Zwangsgedanke / Bilder waren geschaffen.. mein Gehirn konnte nicht akzeptieren das wir aus sowas bestehen und ich empfand richtig Ekel davor. Die Geschichte geht dann noch weiter.. beim nächsten mal falls gewünscht

Aufjedenfall bist du nicht alleine. Kopfhoch und was ich gelernt habe auf 16 Jahre als betroffener es geht immer weiter auch wenn man denkt nun ist es vorbei das kann man nicht überleben.

Liebe Grüße und viel Gesundheit .

zWo3 // Daniel

15.12.2020 17:23 • x 1 #16


Vielen Dank für deine Teilnahme,erzähl ruhig deine Geschichte zu ende, ich glaube viele wollen mehr erfahren.

Lg

15.12.2020 21:29 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Acipulbiber
Ja bitte , erzähl gerne weiter

15.12.2020 21:52 • #18


Hoffnungsblick
Ja, erzähl deine Geschichte.

Hab mal gehört, dass man die eigene Lebensgeschichte umschreiben kann, gewissermaßen therapeutisch.
Man kann dann Situationen, die einem geschadet haben, positiv umschreiben. Das wirkt sich dann auf das Unterbewusstsein so aus, als sei es real.

Die Gruselgeschichten aus der Kindheit bieten sich vielleicht auch als "Material" zum Umschreiben an. Vielleicht hilft auch Theaterspielen oder - bessere!- Filme machen.

16.12.2020 22:45 • x 2 #19


@Hoffnungsblick finde das wirklich einen interessanten ansatz! glaube dass das auch anderen, die in solch einer situation stecken, helfen kann. ach bin schon froh, dass es gute menschen auf diesem planeten gibt

16.12.2020 23:17 • x 2 #20



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