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Hm,

weiß nicht so recht, wie ich hier anfangen soll und weiß auch nicht, ob der Titel "glücklich" gewählt ist. Und zwar geht es um folgendes, ich bin ein ziemlich visuel veranlagter Mensch. Das heißt ich verarbeite viel über meine visuellen Reize. Ich arbeite auch gerne mit Photoshop und co. Jetzt ist es so, dass ich aufgrund meines Unfalls (August 2014, wurde als Fußgängerin vom Auto angefahren), momentan wieder vermehrt Albträume habe. Diese Albträume kommen aber nicht, wenn ich mir brutale/blutrünstige Bilder/Filme/Serien ansehe oder mit Photoshop bastel. Das ist jetzt alles schwer zu erklären, aber es ist so, dass wenn ich mir z.B Gewalt, Leichen, Tod, Blut, Krieg ansehe, dann hab ich keine Albträume. Wieso?

Das macht mich langsam wahnsinnig. Es ist fast schon so, dass ich mir das täglich angucke und selber in Photoshop bastel, weil ich es "brauche". Kann das sein? Kann man sowas wirklich "brauchen"? Ich verstehe nicht, wo das her kommt. Als ich meine Schilddrüsen-OP hatte, konnte ich einige Wochen kein Blut mehr sehen, weil ich fast hopps gegangen wäre, und hab beispielsweise Dexter nicht mehr weitergeguckt. Jetzt ist es plötzlich so, dass ich es unbedingt brauche und sehen MUSS, weil ich WILL und das am besten JEDEN Tag Jeden Tag irgendwie was schreckliches/brutales/blutrünstiges oder oder oder... Boah, ich werd wahnsinnig. Wenn ich das aber nicht sehe, krieg ich Albträume und "träume" von solchem Zeug.

Hat hier irgendjemand ähnliche Erfahrungen? Und nein, das ist kein Witz. Absolut nicht. Ich hab sonst nirgends dazu was gefunden....

Achjah und ich muss noch sagen, dass wenn ich mir das Zeug ansehe, ich danach diesen Effekt habe, wie wenn man Schokolade isst. Ich bin dann völlig entspannt und "glücklich"

18.02.2015 18:56 • 24.03.2015 #1


8 Antworten ↓


Könnte es sein, dass Du das Ganze noch nicht verarbeitet hast und über solche Schlüsselszenen eben beginnst darüber nachzudenken und somit auch zu verarbeiten?

Also, das sagt mir jetzt mein laienhaftes Wissen über solche Themen.

18.02.2015 19:38 • #2



Zwang brutale Bilder/Filme anzusehen

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Icefalki
Liebe Adama,

Ich bin da mal wieder total pragmatisch. Wenn es dir hilft, dann zieh es dir rein.

Wahrscheinlich brauchst du es, um dein Trauma zu verarbeiten. Und jetzt fange nicht an, dir ein schlechtes Gewissen zu machen.

18.02.2015 19:45 • #3


Hotin
Hallo Adama,

Im Traum wird das am Tag erlebte, wie in einem Bildbearbeitungsprogramm
bearbeitet und gespeichert. Jeder Mensch träumt daher jede Nacht.
Nur nach leichten oberflächlichen Schlafphasen kann man sich an Träume ganz oder zum Teil erinnern.
Albträume sind meistens nicht verarbeitete Ängste.
Um nicht so häufig schlimme Träume zu erleben, solltest Du Deinen Tag ausgeglichen und möglichst
positiv für Dich gestalten.

Zitat:
Es ist fast schon so, dass ich mir das täglich angucke und selber in Photoshop bastel, weil ich es "brauche".


Das Du Dir Gewaltfilme anschaust, damit Du keine Albträume bekommst kann ich mir kaum vorstellen.

Eine Frage solltest Du Dir selbst stellen und diese unbedingt auch beantworten.
Warum schaust Du Dir Filme mit Gewaltszenen an? Ich habe eine Vermutung.
Das macht aber wenig Sinn diese aufzuschreiben, denn. Die Antwort weißt Du selbst.
Es ist nicht deswegen, weniger Albträume zu bekommen. Was ist es also dann?

Viele Grüße

Hotin

18.02.2015 20:02 • #4


Hallo ihr Lieben,

danke für eure Antworten


Zitat von holger014:
Könnte es sein, dass Du das Ganze noch nicht verarbeitet hast und über solche Schlüsselszenen eben beginnst darüber nachzudenken und somit auch zu verarbeiten?

Das könnte schon sein, aber irgendwie fehlt das "drüber nachdenken". Im Prinzip konsumiere ich es einfach und gut ist. Wie bei Fast Food, schnell rein, schnell durch, der nächste Hunger ist da


Zitat von Icefalki:
Wahrscheinlich brauchst du es, um dein Trauma zu verarbeiten. Und jetzt fange nicht an, dir ein schlechtes Gewissen zu machen.

Dank Hab mir wirklich schon Gedanken gemacht, ob ich jetzt völlig bescheuert bin.


Zitat von Hotin:
Albträume sind meistens nicht verarbeitete Ängste.

Da gebe ich dir Recht und habe das für mich auch schon akzeptiert. Und ich hab vor einem Jahr oder so erfolgreich einen "Verfolgungstraum" besiegt, indem ich den Verfolger im Traum gestellt und aktiv gesucht habe. Und danach ging es mir echt gut und seitdem habe ich keine Verfolgungsträume mehr. Nur diesmal sind die Albträume einfach "auswegslos", es passiert etwas und ich muss damit klar kommen. Ich finde den Weg nicht, den Albtraum zu besiegen. Was soll ich denn noch machen, wenn vor meinen Augen jemand überfahren wird?

Zitat:
Das Du Dir Gewaltfilme anschaust, damit Du keine Albträume bekommst kann ich mir kaum vorstellen.
Warum schaust Du Dir Filme mit Gewaltszenen an?

Das ist aber tatsächlich so. Und es geht nicht mal primär um Gewalt an sich. Wie schon geschrieben, kann auch eines der anderen Elemente "gehäuft" vorkommen ohne gewalttätige Elemente zu beeinhalten. Oder was mir zum Beispiel auch gut getan hat, war Narben von anderen Kreuzband-Oplern anzugucken oder oder oder. Wie gesagt, es ist nicht einfach, dass ich mir einen Gewaltfilm nach dem anderen reinziehe, sondern ... jah ich kanns nicht beschreiben. Danach schlafe ich aber wirklich gut und träume tatsächlich nicht von solchen Sachen. Nehmen wir gestern. Gestern war eigentlich ein ziemlich ruhiger Tag. Ich hab, nachdem ich die Angst ums Fädenziehen und das Ziehen selbst überlebt habe, mir einen wirklich schönen Rest-Tag gemacht, ohne entsprechende Bilder/Filme/Serien. Und was ist? Heute Nacht wieder ein Albträum nach dem anderen, bis ich irgendwann um 3 Uhr einfach nicht mehr schlafen konnte. Es ging partout nichts.

Ich hab vor einiger Zeit mal angefangen mir eine gruselige Tv-Serie anzugucken, weil ich so unfassbar ängstlich war Tag und Nacht (hatte ich mal in meinem Tagebuch erwähnt). Kaum hab ich die angeschaut, war ich nachts völlig entspannt und habe auch nichts schlimmes geträumt. Und ich hasse Grusel und Horror, weil ich sowas vor dem Unfall partout nicht gucken konnte. Als ich einen Grusel-Film mit meinem Freund zusammen angeguckt habe, hat "er" meine Hand gehalten und ihn hat's immer wieder voll erschreckt. Mich hat's gar nicht erschreckt, geschlafen habe ich danach super. Ich.. bilde ich mir das ernsthaft ein?

Ich weiß, dass ich einen ziemlichen Zorn in mir habe, den ich gerne mal irgendwo ablassen würde und ich mir dementsprechend gerne mal Sachen angucke, wo man sich auf die Zwölf haut. Aber das mit dem Blut etc. das ist irgendwie anders. Ich denke, wenn ich irgendwann mal einen Psycho-Termin bekomme, dass ich das dort mal ansprechen werde.

Aber was ich absolut, rein überhaupt, aboslut gar nicht, never ever angucken kann, ist wenn in den Filmen jemanden "angefahren", "überfahren", "vor einem Auto stehend gerettet wird" oder "vor einem Auto liegt und das mit quietschenden Reifen" anhält. Dann gehe ich die Wände hoch, dann ist 180, Tabularasa! Das geht überhaupt nicht. Never ever. Man glaubt gar nicht, wie oft sowas vorkommt. Herzrasen, Anspannung pur, schei., das volle Programm. Und DAVON träume ich dann. Das ist doch völlig absurd.

19.02.2015 12:48 • #5


Na ja, das verarbeiten geschieht halt zumeist unbewusst bzw. im Unterbewusstsein. Ich verarbeite Dinge generell nachts in Träumen.

19.02.2015 14:38 • #6


Black Sheep
Hallo Adama

ich persönlich denke das du eine Menge Wut mit dir rumträgst, Wut auf dein Schicksal, Wut auf das Leben das dir im Moment aufgezwungen ist, Wut auf die Schmerzen die du hast, Wut auf diesen Moment in dem der Unfall passierte, Wut auf dich, das du in diesem Moment nicht woanders warst, Wut auf alle Menschen denen es gut geht, und die gar nicht nachvollziehen können wie schlecht es dir geht.

Ich denke das dein Unterbewusstsein einen Weg gefunden hat diese Wut zu verarbeiten, indem du dir krasses brutales Zeug ansiehst, tust du das nicht, wird diese Wut in deinen Träumen verarbeitet, ich denke das sich diese Wut, durch deine Gedanken jeden Tag neu in dir aufbaut, und sie einfach raus muss, ich würde mir keine Gedanken machen das es so ist, sondern mich eher freuen das du einen Weg gefunden es loszuwerden.

Je mehr sich deine körperliche Verfassung bessert desto weniger Wut wirst du haben, und das "Problem" wird sich von allein erledigen, bis dahin lass es einfach geschehen.

21.02.2015 13:42 • x 2 #7


Danke Black Sheep,

hab jetzt eine Weile "mich selbst beobachtet" und ich muss sagen, ihr habt absolut Recht. Wollte das gar nicht wahrhaben mit der Wut. Aber es stimmt. Die kocht und brodelt jeden Tag aufs Neue. Und was du geschrieben hast, trifft es eigentlich genau.

Danke!

26.02.2015 13:23 • #8


Ich hab das auch, mit dem Sammeln diverser Gewaltbilder, blutigem horrormässigem Zeugs, in der Gesellschaft auch gerne verwendetem Wort: Ich sammel ,,gewaltverherrlichendes" Material. Ich hab mir daraus auch sämtliche Collagen gebastelt, die in meiner Wohnung hängen und interessiere mich da auch vermehrt für. Ich brauche das- ich kanns also nachvollziehen. Damals hab ich die Zeit damit verbracht, jeden Tag drei Stunden vorm PC die Taten irgendwelcher Serienkiller durchzulesen und auf mich wirken zu lassen.

Wenn ich das mal einen Tag nicht tat, musste ich ständig dran und drüber nachgrübeln und denken- bis heute.

Bei mir hat das sehr viel mit meinem damaligen Missbrauch durch andere Menschen und mit damaligem sexuellen Missbrauch zu tun- ich verarbeite das auf diese Art und Weise.

24.03.2015 14:58 • #9




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