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Liebe Mitglieder,

seit Corona so aktiv is, nutze ich die viele Freizeit (kurzarbeitsbedingt) auch selber viel zu reflektieren. Ein Thema, dass ich grad sehr genau beobachte, ist der Zusammenhang zwischen Puls und Panik.

Ein hoher Puls ist ja ein Symptom einer Panikattacke, was oftmals dazu führt, dass der hohe Puls wiederum zu Panikattacken führen kann - das Unterbewusstsein hat abgespeichert, dass diese körperliche Reaktion in Zusammenhang mit Gefahr steht, was ja ziemlicher Unsinn ist.

Nun wollte ich mal fragen, wie ihr damit umgehd und wie ihr meinen Puls auch mal einschätzt. Zu meiner Position: Ich bin 36 Jahre alt, Normalgewicht (vllt. n bissl zuviel bei 86kg auf 175cm, wobei ich sehr breit gebaut bin und durch Krafttraining das ganze ganz passabel verteilt ist). Ich habe einen Bürojob und komme leider aktuell kaum mehr zu sportlichen Aktivitäten (für Radeln zu kalt, für Joggen zuviel Schnee, Fitness hat zu, mir bleiben nur Spaziergänge).

Ich habe in der Regel einen Ruhepuls von 70 bpm, nachts geht der auf 45 bpm runter, tagsüber bei normaler Aktivität (gehen und arbeiten zwischen 80 und 90 bpm). Wenn ich aktuell zügig am Spazieren bin, kann der Puls mal auf 120-130 bpm hochgehen - und da fange ich schon an nervös zu werden, zu denken "Uff, ist das zuviel? Bin ich außer Atem? Vllt. hab ich Corona?" - typische Gedanken eines Panikpatienten.

Vor knapp 2 Wochen war ich immer regelmäßig 3 mal die Woche joggen (frisch wieder angefangen) und auch da habe ich Pulswerte gehabt zwischen 140 und 160 bpm - auch hier komme ich schnell in eine Gedankenspirale und frage mich "Stimmt was nicht? Ist das zuviel?"

Hier würde mich generell mal eure Einschätzung interessieren. Ich war früher lange Zeit Fußballer, als ich noch panikfrei war und hatte nie damit Probleme. Ich habe meinem Körper einfach vertraut. Seit ich Panikattacken habe, fehlt mir dieses Vertrauen und anstatt "einfach zu machen" geht der Blick auf die Pulsuhr und ich kontrolliere, ob alles noch im grünen Bereich ist.

Freue mich auf euer Feedback,
viele Grüße,
Darki

07.12.2020 13:53 • 10.12.2020 #1


4 Antworten ↓


Icefalki
Schmeiss die Pulsuhr weg und denke lieber, Gottseidank, dass sich mein Herz grösserer Belastung anpassen kann. Andersrum wäre es viel schlimmer, wenn Belastungen nicht damit ausgeglichen würden, dem Körper ausreichend Sauerstoff, etc. zur Verfügung zu stellen.

Bissle Wissen um Abläufe im Körper, der nur einen guten Job macht, hilft viel.

07.12.2020 14:05 • x 1 #2



Zusammenhang mit Puls und Panik

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Calima
Deine Werte sind doch optimal. Dass beim Herz-Kreislauf-Training der Puls nach oben geht, ist ja Sinn der Sache. Bliebe er unten, gäbe es keinen Trainingseffekt.

Ich bin deutlich älter als du und mache mich beim Joggen auch mit Pulsspitzen von 180 nicht verrückt. Ich nehme dann halt einen Gang - oder auch zwei oder drei - raus, bis ich mich wieder im 130-150-er Bereich einpendle.

07.12.2020 15:11 • x 1 #3


Also danke erstmal euch beiden für eure Antwort, das tut gut zu hören und gibt einem auch wieder etwas Sicherheit. Ich hab mal bewusst nicht Google um Rat gefragt, da lande ich sonst nur wieder bei Krebs und Tod.
Zitat:
Bissle Wissen um Abläufe im Körper, der nur einen guten Job macht, hilft viel.

Das is richtig, aber das Wissen fehlt mir manchmal bzw. es is genau das Problem, dass man in gewisser Art und Weise das Vertrauen in den eigenen Körper verliert. Du joggst, du hast hoch Puls, du machst dir Gedanken, Muskeln verspannen sich, du hast Schmerzen im Rücken und in der Brust und auf einmal wurde aus "hohem Puls" "Herzinfarkt" - absoluter Unsinn.

Ich für mich hab einfach entdeckt, dass ich mit hohem Puls und schneller Atmung sofort in einen gewissen Panikmodus komme (sind halt typische Symptome einer Panikattacke, weshalb man relativ schnell unglückliche Assoziationen verbindet). Mein Plan ist daher aktuell, Ausdauersport zu treiben um mich wieder an genau das zu gewöhnen.

Doof nur: Draußen bei uns liegen 30 cm Schnee, draußen joggen is nicht und die Gyms haben auch zu. Wad nu? Und ist das die richtige Herangehensweise von mir, einfach zu sagen "Auf gehts Körper, das is normal und ich führ dich wieder ran, dass du dich dran gewöhnst"?

10.12.2020 10:52 • #4


Schlaflose
Zitat von DarkTemplar:
Doof nur: Draußen bei uns liegen 30 cm Schnee, draußen joggen is nicht


Der Schnee wird erfahrungsgemäß auf den Hauptwegen durch Spaziergänger festgetreten. Dann macht Joggen im Schnee einen wahnsinnigen Spaß.

10.12.2020 14:09 • x 1 #5




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