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201824.01




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Rheinland-Pfalz
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Hallo zusammen!

Alle Jahre wieder im Winter geht es mir besonders schlecht. Die Dunkelheit, die vielen Wolken am Himmel, der Regen, der Wind, das alles triggert meine latenten Ängste. Ich wohne auf dem Lande. An manchen Tagen ist es hier, als wenn man auf dem Friedhof wohnen würde. Die Strassen alle menschenleer, gruselig.

Meist zieht es mich dann wieder in dieses Forum. Es gibt leider so wenig Ansprechstellen für Menschen, die psychisch sehr belastet sind. Schön, dass es dieses Forum gibt.

Ich habe das Gefühl, es wird von Jahr zu Jahr immer schlimmer. Ich bin langsam wirklich von allem im Leben überfordert. Egal ob ich einen Arzttermin habe, ob mit meinen Blutwerten etwas nicht stimmt, ob ich irgendein Gespräch beim Jobcenter habe etc. Ich komme damit einfach nicht mehr klar. Es ist wie wenn alles seine Kratzer auf meiner Seele hinterlässt und meine Seele mittlerweile völlig wund ist.

Neuestes Beispiel ist meine berufliche Situation. Ich bin schon lange arbeitslos. Niemand will mich. Jetzt hat sich nach langer Zeit mal wieder eine Firma zurückgemeldet und will ein telefonisches Interview. Sobald ich die Mail gelesen hatte, war in meinem Körper Alarm. Ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll. Wenn das Gespräch erfolgreich verläuft, habe ich Angst vor dem beruflichen Wiedereinstieg nach der langen Zeit, wenn es wieder nix wird habe ich Angst vor einer erneuten Niederlage...für mich ist beides erstmal Grund zur Panik.

Ich muss mit allem selbst fertig werden, ich habe keine Freunde, keinen Partner, niemanden, mit dem ich mal sprechen könnte. :seufzen

Es gibt Tage, da wache ich auf und bin kurz vor einem Heulkrampf. Direkt nach dem Aufwachen. Weil ich einfach mit meiner Situation und meinen Zukunftsängsten nicht mehr klar komme. Albträume sind mittlerweile an der Tagesordnung. Ich wache oft mitten in der Nacht auf und muss mich erst mal beruhigen, weil ich total panisch und verkrampft bin.

Ich habe zwei kranke Elternteile direkt neben mir wohnen, denen es auch von Monat zu Monat schlechter geht.

Meine Wohnung ist winzig klein, wenn ich hier mal umkippe findet mich hier niemand.

Mein ganzes Leben ist düster und leer.

Was soll ich nur tun?

Auf das Thema antworten
Danke2xDanke


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  24.01.2018 22:32  
Du solltest unbedingt in eine psychosomatische Klinik gehen. Du musst raus aus dem Alltag.

Alles Gute für dich

Danke1xDanke


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Wien
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  24.01.2018 22:56  
Das hört sich für mich ganz massiv auch nach einer Depression an.
Nimmst du Medikamente und/oder machst du eine Therapie?





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Rheinland-Pfalz
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  25.01.2018 00:06  
In der Zeit, als ich auch noch Panikattacken hatte, habe ich mal Opipramol genommen. Als die Angst vor den Nebenwirkungen dann größer wurde, als die minimale Wirkung habe ich das dann abgesetzt...

Antidepressiva hab ich auch mal ein paar Wochen genommen. Allerdings gab es da gefühlt gar keine Wirkung. Ist ja auch kein Wunder. Meine schwierige Lebenssituation ist ja sehr real, was soll da ein Medikament ausrichten? Die Probleme bleiben, ob mit oder ohne Medikament. Die Einsamkeit, die Arbeitslosigkeit, und und und...



688
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Wien
329
  25.01.2018 23:17  
ADs sind natürlich kein Muss, aber wie schaut es mit Psychotherapie aus?
Was unternimmst du, um aus der Krise rauszukommen?





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Rheinland-Pfalz
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  26.01.2018 00:05  
Ich bekomme es irgendwie nicht über das Herz mich irgendwo zu einer Therapie anzumelden. Für mich ist das irgendwie ein Eingeständnis, komplett gescheitert zu sein mit allem. Auch wenn ich natürlich weiß, das das nicht ganz falsch ist...

Und sich einem wildfremden Menschen zu öffnen, der sich die eigenen Probleme auch nur gegen Bezahlung anhört, ist für mich auch eine schwierige Vorstellung.

Ich weiß nicht, ob das jemand nachvollziehen kann...

Danke4xDanke


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Hannover
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  26.01.2018 00:24  
Ich kann es sehr gut nachvollziehen, dass der erste Schritt in Richtung Therapie wirklich schwer fallen kann, aber ich kann dich nur dazu ermutigen, es zu versuchen.. natürlich werden die Therapeuten dafür bezahlt, aber das haben die bei ihrer Arbeit auch echt verdient! Ich habe in meiner Therapie allergrößte Hilfe bekommen..
Ich habe dann auch irgendwann Medis genommen, musste viele verschiedene ausprobieren, bis ich bei einem angelangt war, das mir wirklich 1 a geholfen hat aus meinen Ängsten rauszukommen! Ich möchte dich wirklich dazu ermutigen, dir Hilfe zu holen, es kann nur bergauf gehen..
Alles Gute für dich!=

Danke1xDanke


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  26.01.2018 00:33  
Was ist mit Selbsthilfegruppen, gibt es da in deiner Nähe etwas oder kannst du dich deinem Hausarzt anvertrauen? Vieles was du geschrieben hast kann ich sehr gut nachvollziehen, weil es mir genau so geht. Allein ist es aber sehr schwer die Ängste in den Griff zu bekommen.

Danke1xDanke




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Rheinland-Pfalz
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  26.01.2018 00:40  
Ich glaube nicht dass es sowas wie eine Selbsthilfegruppe hier gibt...und ich habe auch Angst einfach irgendwo zu fremden Menschen zu gehen. Ich bin auch ziemlich empathisch, ich glaube ich würde da mit den Problemen der anderen Menschen nach Hause gehen...

Meine Hausärztin weiss bescheid, hat aber leider wenig Ahnung von psychischen Erkrankungen. Für sie sind Menschen mit psychischen Erkrankungen quasi sowas wie "besonders wehleidige Patienten".

Ich danke Euch für Eure guten Wünsche.



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  26.01.2018 00:58  
dasomen hat geschrieben:
Ich bekomme es irgendwie nicht über das Herz mich irgendwo zu einer Therapie anzumelden. Für mich ist das irgendwie ein Eingeständnis, komplett gescheitert zu sein mit allem. Auch wenn ich natürlich weiß, das das nicht ganz falsch ist...

Und sich einem wildfremden Menschen zu öffnen, der sich die eigenen Probleme auch nur gegen Bezahlung anhört, ist für mich auch eine schwierige Vorstellung.

Ich weiß nicht, ob das jemand nachvollziehen kann...


Ich finde es schlimmer, wenn man nichts tut und bis an sein Lebensende in seinem Elend sitzt.

Danke1xDanke

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