Zitat von Alina2245: Kann ich dich fragen was dir geholfen hat?
Was ich gestern vollkommen vergessen habe. Ich war ziemlich hypochondrisch unterwegs, weil ich meine Ansgststörung zu einer Zeit hatte, als diese noch nicht so bekannt waren, wie das heute der Fall ist. So entwickelte ich eine extreme Herzphobie, nahm ab und zu noch ein paar andere mögliche Erkrankungen, wie Krebs in diversen Organen dazu und irgendwann arbeitete ich im Krankenhaus, erst in einer OP Schleuse, dann über 10 Jahre auf allen Stationen in der Pflege, als Springer.
Also habe ich viel gesehen, auch viel Krankheit, Leid und Tod. In einige Fällen auch sehr junge Menschen, die noch nicht genügend Zeit hatten, um im Leben viel falsch gemacht zu haben, aber dennoch tödlich erkrankt waren.
Das hätte meine Angst maximal triggern können, aber irgendwie passierte das Gegenteil. Ich erinnere mich, dass ich irgendwann die innere Gewissheit hatte, dass diese frühen Tode bedeuten, dass es keinen wirklich Schutz vor dem Tod gibt. Das klingt nun nicht beruhigend, gerade wenn man Angst davor hat, will man hören, dass man mit Sport, Ernährung und Vorsorgeuntersuchungen auf der sicheren Seite ist ... Quatsch.
Statistisch ist da was dran, aber das heißt ja nun auch nicht so viel, gerade Angsterkrankten reicht das bekanntlich nicht, man hält sich - aus Not - gerne für die Ausnahme von der Regel. Mich befreite die Erkenntnis, auch da habe ich mich wohl dem Leben ergeben.
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Zusätzlich gewöhnte ich mich in dieser Zeit, im Fitnessstudio, vor allem auf dem Fahrradergometer Schritt für Schritt an immer größere kardiale Belastungen und merkte, dass ich davon nicht sterbe.
Das, Psychotherapie, die allerdings einen anderen Inhalt hatte und die Anerkennung, die ich im Krankenhaus bekam, waren große Schritte, als ich in den frühen 40ern war.
Was ich gestern schrieb, hatte den durchschlagenderen Erfolg, aber das war irgendwie die Basis dafür.