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exosuit
Hallo zusammen,
zunächst ich bin neu hier und auf das Forum gestoßen als ich nach Möglichkeiten gesucht habe mir selbst zu helfen. Ich kann auch leider nicht sagen ob ich zu 100% hier richtig wäre oder nicht ich hab bis dato leider keine Diagnose da ich leider auch noch kein Termin bei einem Psychotherapeuten bekommen konnte. Ich will einfach mal meine Sache los werden und hoff auch Tipps.

Also zu mir ich bin Mitte 30 und fühl mich seit nun mehreren Jahren sehr schlapp und fertig. Ich war sehr viel im Job eingespannt und hab mich leider auch nur von Zeitvertrag zu Zeitvertrag gehangelt (Universitärer Bereich). Ich hab durch diesen Job viel aufgeben müssen nach und nach Freunde verloren, meine Partnerin, Geld und gefühlt den Spaß am leben. Ich hab lange gedacht es wäre eine leichte Depression oder Burnout aus der ich schon raus komme…. Tja bis heute leider ohne Erfolg. Zwar geht es mir Privat in vielen Bereichen besser und auch der Job ist etwas ruhiger geworden (aber immer noch Zeitverträge) dennoch verschlimmert sich alles.

Über die Jahre hab ich bemerkt das ich viel Grübel ich war immer schon ein sehr Kopflastiger Mensch und hab nachgedacht aber eher belanglose Sachen. Über die letzten Jahre hab ich gemerkt das ich mich aber oft in Gedanken rein Steiger und dann regelrecht so sehr zergrübel und stundenlang google das ich teilweise Urlaub nicht genießen kann. Als Beispiel habe ich XY noch vor dem Urlaub gemacht… was passiert wenn nicht, zahlt die Versicherung, les mir Rechtsprechungen durch die ich kaum verstehe, google weiter… und das geht dann über Stunden. Vor einigen Wochen hatte mir ein Bekannter Bild geschickt wo nach dem Motto stand: Menschen die viel Grübeln um 3 Uhr nachts…."Wo ist eigentlich meine Geburtsurkunde ?"…. so lustig das klingt aber genau der Typ bin ich aber mit dem Fall das mir das dann keine Ruhe lassen würde, ich die Nacht wach liege und am nächsten Morgen erstmal alles durchwühle.

Mittlerweile ist das so schlimm geworden das ich oft den ganzen Tag an nix anderes denke und sogar meine Arbeit dadurch vernachlässige bzw. richtig Angstzustände kriegen das ich weg muss…. Leider sind viele meine Ängste mir meiner Wohnung assoziiert so das ich da aber nichtmal zur Ruhe komme, zwar versuche ich auch auszuziehen um Wechsel zu haben dennoch wird es aktuell immer schlimmer und wie eingangs geschrieben versuche ich seit fast 6 Monaten auch an einen Therapieplatz zu kommen.

Des Weiteren muss man sagen es ist eine Eigentumswohnung was auch doof ist, ich glaub durch die fast 2 Jahren ständiges Home-Office sind mir viele Fehler, Probleme etc. aufgefallen und nun hab ich Angst das mir das ganze einfach komplett Boden unter die Füsse weg reißt und mich finanziell ruiniert. Und ganz ehrlich ich will einfach aktuell nur wieder zur Miete wohnen um Ruhe vor all den Sachen zu haben. Als Beispiel hier… ich seh verfärbungen an der Tapete oder kleine Stockflecken … und dann steiger ich mich so darein das ich irgendwann ein Teil der Tapete abreiße um mir die Wand dahinter anzuschauen. Aber bis ich das gemacht habe … komm ich nicht zu Ruhe und gleichzeitig hab ich aber Angst es zu machen weil ich nicht weiß was mich erwartet.

So das wäre es in "kurzen" Worten… keine Ahnung ich wollt es einfach mal Schildern und hoff auch Tipps, aktuell versuche ich es mit Baldrian und Beruhigungstee und so viel zu Unternehmen wie möglich … Halt mich zwanghaft vom googlen ab (glaub das ist auch echt großes Problem)…bis jetzt merk ich nicht viel und meine Gedanken kreisen immer wieder dahin. Und wenn ich es mal Freunden oder Familie Schilder wird es oft so abgetan ach mach dir keinen Kopf. so schlimm ist alles nicht… das macht dich nur Krank. Ja das weiß ich…. Aber dennoch kann ich es halt nicht abschalten.

Gruß
exo

02.02.2022 06:54 • 03.02.2022 x 1 #1


16 Antworten ↓


TheViper
Irgendwann kommt man im Leben an einem Punkt wo man nicht mehr weiter weiss. Deine überforderung ist völlig normal, jetzt fängt deine psyche an mit dir zuspielen. Wichtig ist das du versuchst anzufangen, wieder was Freude in deinem Leben zurück zubekommen. Mit den medikamten sowas braucht ein bissen Zeug bis sich alles einspielt. Oder manchmal wirkt eins nicht, und man muss ein anderes nehmen. Der erste Schritt den hast du gemacht googeln weg lassen, und der 2 Schritt, du hast mal geschrieben wie es die geht. Sehe das als positiv an

02.02.2022 07:00 • x 1 #2


A


Ständige Angst vor vielem

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Flame
Zitat von TheViper:
wieder was Freude in deinem Leben zurück zubekommen


Das find ich auch sehr wichtig.

Und es ist gut,dass Du @exosuit realisierst,dass Deine Ängste übersteigert sind.

Ich bin auch so ein Mensch,der sich gut in Sachen reinsteigern kann.
Ich hab zum Glück meinen Mann,der mich dann immer wieder auf den Teppich holt und dann haben wir einen schönen gemeinsamen Abend und alles ist gut.

Vielleicht fehlt Dir eine Partnerin,das wär doch auch mal wieder was Schönes zum ansetzen.
Wobei Du Dir eine Beziehung möglicherweise grade am wenigsten zutraust.
Allerdings kann man durchaus auch auf Partnersuche gehen,wenn man sich nicht ganz so stabil fühlt.

Es geht vielen Menschen so wie uns,die verunsichert sind und Zukunftsängste haben.
Die wenigsten trauen sich,darüber zu sprechen,sind aber froh,wenn ein anderer es sich traut und dann ist der Raum für echte Begegnung offen.

02.02.2022 08:36 • x 2 #3


exosuit
Hallo,
erstmal Danke für die Beiträge.

@Flame
Ich muss sagen ich habe wieder eine Partnerin, das kam vielleicht durch den oberen Satz falsch rüber. Meine damalige Partnerin hatte ich durch den Job und die ganze Lage verloren. Hab später dann wieder jemand kennen gelernt und bin nun auch seit einigen Jahren mit ihr zusammen, alles läuft an sich gut. Aber auch da hab ich immer wieder Angst das mein Zustand der ja immer schlimmer wird , irgendwann dazu führt das ich sie auch verliere auch wenn sie jedes mal beteuert das es nicht so wär. Ich glaub ihr an sich auch aber eben auch so der Punkt abschalten kann ich den Gedanken nicht.

Sie hat auch ihre Päckchen zu tragen und oft wünsche ich mir auch mehr für sie da sein zu können, ihr anständig zuzuhören es gibt Tage da klappt es wunderbar und andere da sitz ich… und hör ihr zwar zu , bin aber mit den Gedanken ganz woanders.

Ich versuch auch mehr mit ihr zu machen, schön Ausgehen, tanzen etc… und temporär hilft es aber dann ist halt wieder doofes Wochenende und man hockt in der Bude und schon geht es los. Egal womit ich versuch mich abzulenken es hilft nur für kurze Zeit und dann geht es wieder los.

02.02.2022 09:14 • x 1 #4


moo
Hallo @exosuit (was für tolle Namen es hier gibt ),

willkommen!

Du kannst Zwänge (und somit auch Zwangsgedanken) ziemlich gut mit Alk. oder Tablettenmissbrauch vergleichen: Immer wenn ein Gedanke oder eine Situation Dir Unbehagen bereitet, reagierst Du mit Konsum der D roge. Im Fall von Gedankenmissbrauch hast Du Dir anstelle von Substanzen eben Gedanken (oder Handlungen) als Reaktion angewöhnt!

Es ist wichtig zu verstehen, dass es sich idR um eine schleichende Entwicklung handelt. Sie durchläuft mehrere Stadien:

1. Hypothetische Gedanken, Fantasien, Wunschgedanken (Was wäre, wenn...?)

2. Wiederholung, Gewöhnung an diese Gedankenreaktion.

3. Adaption (die Gedanken müssen häufiger und intensiver erfolgen, um den beruhigenden Effekt zu erzielen). Ich denke darüber nach/ich fürchte mich davor - also kümmere ich mich darum und komme so meiner Verantwortung nach (!)

4. Kontrollverlust (die Gedanken oder Handlungen werden zum Zwang und erfüllen gleichzeitig nicht mehr ihren Beruhigungszweck).

5. Zwangserkrankung (ein Leben ohne Zwangsreaktionen erscheint unmöglich. Die freie Handlungsfähigkeit ist stark eingeschränkt und die Lebensqualität sinkt merkbar. Depressionen und Angststörungen entwickeln sich).

In der Regel wird einem die Misere erst ab Stadium 4 so richtig bewusst.

a) Könntest Du Dir vorstellen, was Du ursprünglich mit den Zwangsgedanken kompensieren bzw. ausgleichen (umgehen!) wolltest?

b) Könnte Dein damalig umfangreiches Arbeitspensum ebenfalls eine Art Kompensation gewesen sein?

Anhaltspunkte für die Suche: Schuldgefühle (bewusst oder unbewusst), schlechtes Gewissen, latentes Gefühl, das falsche Leben zu leben, Versäumnisangst, Angelegenheiten zerren an mir, etc...

02.02.2022 09:31 • x 2 #5


Flame
Ich denke,es war einfach alles zuviel in den letzten Jahren.

Ist aber schön zu lesen,dass Du eine liebe Partnerin hast!

Ich kenne diese Gedanken auch,dass der Partner/die Partnerin es vielleicht nicht mehr mit einem aushält,weil man mit sich selbst so überfordert ist.

Ich denke aber,Deine Partnerin weiss,was Du durchmachst,vielleicht nicht zuletzt deswegen,dass sie ihr eigenes Päckchen zu tragen hat.
Denke mal,deswegen würdest Du sie sicher auch nicht verlassen,auch wenn es manchmal schwierig ist.

Haltet zueinander,redet miteinander.

Man kann auch ruhig mal sagen: Es geht mir nicht so gut,ich weiss nicht so genau warum aber es hat nichts mit Dir zu tun.

Oder:Ich habe Angst ,Dich zu verlieren,weil ich Sorge habe,dass es Dir mit mir zuviel wird.

Es ist immer gut,die eigene Befindlichkeit mitzuteilen,weil es dem Partner zeigt,dass man ihm vetraut.

Und auch wenn man nicht sofort Lösungen findet,ist es doch sehr entlastend,nicht alles mit sich selbst ausmachen zu müssen.

Ein offener,ehrlicher Umgang miteinander entlastet beide Partner.
Mein Mann sagt auch schonmal zu mir,dass er kaum was davon mitbekommen hat,was ich ihm sage.

Dann frag ich ihn,warum und dann geht die eigentliche Kommunikation los.
Dass sein Kopf voll ist oder er einfach nur müde ist vom Tag...oft sind es ganz einfache Dinge.
Aber einmal ausgesprochen auch schon entschärft.
Und dann traut man sich auch zu sagen,dass man evt. ebenfalls müde ist oder einfach mal nicht so gut drauf.
Das ist ja nicht immer krankhaft.

02.02.2022 09:43 • x 1 #6


exosuit
Hallo
@moo,
der Text beschreibt es wirklich gut. Diese Was wäre wenn Gedanken spielen oft eine Rolle, teilweise ohne Anhaltspunkte und dann steiger ich mich darein.

Was die Arbeit angeht muss ich sagen war es früher an sich gut. Tolles Klima und super Kollegen. Der wechsel kam erst später mit neuem Chef, cholerischen Mitarbeitern und vieles mehr. Heute ist im Grunde keiner der alten Kollegen mehr da außer eben mir. Gleichzeitig wurde mir in den Jahren mehr und mehr verantwortung gegeben und das gleichzeitig ohne das ich mehr davon hatte. Immer war ich der Meinung irgendwann lohnt es sich... resultat schleichender prozess in dem ich meine Hobbies nicht mehr nachgekommen bin (Sport) , soziale Kontakte aufgrund von Zeitmangel gekürzt habe etc...

Wie ich mittlerweile zu 100% weiß vermutlich der Anfang von all meinen Problemen, deswegen bin ich auch erst von einem Burnout ausgegangen vielleicht ist es das auch und die Angst nur ein zusätzliches Symptom. Wie gesagt ich kann es leider nicht beurteilen dafür fehlt mir die Expertise. Wenn man online diverse Texte durchliest oder sog. Test macht hat man gefühlt ehh immer alles.

Fakt ist wie ich ebenfalls heute weiß um damit auch auf deine Anhaltspunkte einzugehen das sich die ganzen Sachen nicht gelohnt haben, meine Zeit an der Universität läuft ab zwar hab ich aktuell endlich mal ein längeren Zeitvertrag aber danach wird vermutlich Schluss sein und im Grunde waren all die Opfer umsonst.

Ich glaub aber ein gewisser Zwang wurde mir schon im Kindesalter mitgegeben.
Bei meiner Familie oder viel mehr meinem Vater war es total normal alle Stecker zu ziehen, Herd x-mal zu kontrollieren etc.
Das schlimme... heute mach ich es ganz genauso , wie oft ich wieder zurück gehe um zu kontrollieren ob abgeschlossen ist oder Herd wirklich aus ist... das ist definitiv Zwang. Auch wurden Probleme meiner Eltern oft sehr offen in der Familie besprochen, so dass wir als Kinder immer alles mitbekommen haben und involviert waren. Ich denk das all die Sachen heute noch Einfluss auf meine Psyche haben.

Um es kurz zu sagen ich denke es gibt durchaus diverse Gründe die mich letztendlich zu dem Punkt gebracht haben, welcher es genau war oder ob alle zusammen keine Ahnung.


@Flame
Ich bin auch echt froh sie zu haben, glaub ohne sie wäre ich definitiv total durch. Aber sie merkt es oft wenn ich wieder woanders bin... meistens wartet sie aber bis ich es ihr erzähle. Sie weiß wenn sie mich drauf anspricht geb ich es meistens eh nicht zu.

02.02.2022 10:17 • x 2 #7


Flame
Zitat von exosuit:
Ich bin auch echt froh sie zu haben,


Und bestimmt freut sie sich,wenn Du ihr das genau so sagst,was Du vermutlich längst getan hast....
Ihr seid ein starkes Team!

02.02.2022 10:21 • #8


Flame
Zitat von exosuit:
Um es kurz zu sagen ich denke es gibt durchaus diverse Gründe die mich letztendlich zu dem Punkt gebracht haben, welcher es genau war oder ob alle zusammen keine Ahnung.



Hast die Auslöser ja schon sehr gut benannt und es ist gut zu wissen,wo es herkommt.
Und ab jetzt lebst Du ein anderes Leben,eins,das Dich erfüllt,auch wenn Du noch nicht so genau weisst,wie das sein wird.

Ich selbst habe mich (übermässig lange) mit der Ursachensuche beschäftigt.
Weil ich dachte,dass ich die Lösung habe,wenn ich die Ursache kenne aber Pustekuchen.

Finde es schon wichtig,im Grossen und Ganzen zu verstehen,was abgelaufen ist,dann aber auch zügig in die Lösungsebene kommen,sonst läuft man Gefahr,zu lange in der Vergangenheit hängen zu bleiben und darüber das Hier und Jetzt zu verpassen.

02.02.2022 10:25 • #9


Flame
De Verhaltenstherapie hat eben diesen Ansatz,die Vergangenheit (notwendigerweise) mit einzubeziehen aber vom Schwerpunkt her lösungsorientiert zu arbeiten.

Lösungsorientiert: was hilft mir im Hier und Jetzt,was tut mir gut,welche Bedürfnisse habe ich,was kann ich konkret tun,um mein Wohlbefinden zu verbessern.
Das kann man in einem therapeutischen Setting gut heraus finden.

02.02.2022 10:40 • #10


exosuit
@Flame
ich will auf keinen Fall das noch länger mit mir rumtragen. Ich wünsch mir ja auch weiter im leben zu kommen und vielleicht auch irgendwann eine kleine Familie zu haben. Momentan fühl ich mich dazu aber wenig in der Lage von daher ich muss es definitiv angehen. Auch gesundheitlich muss sich was tun... seit dem das alles begonnen hab hab ich z.B. auch fast das doppelte meines Ursprungsgewichts. Darum auch hier das Forum und das schreiben... allein diese Sache es mal runter zu schreiben und Verständnis zu kriegen finde ich gerade schon echt erleichternd.

Man muss sagen ich versuch es ja meiner Partnerin zu schildern oder auch der Familie, aber ich glaub wenn man es nicht mal selbst erlebt hat ist es schwer nachzuvollziehen das der Kopf einfach so überquillt mit Gedanken und Horrorszenarien bis man am Ende einfach nur noch im Raum sitzt und alles an einem vorbeizieht. Wie oft ich mit meiner Partnerin z.B. Film schauen und ich wie man salopp sagt im Grunde 180 Minuten lang mir mein eigenen Film schiebe.

Und die Theraphie wie gesagt ich bin dran aber seitdem ich den ersten richtigen Zusammenbruch hatte und bis jetzt wo es gerade wieder etwas darauf hinausläuft hat sich da nix getan. Steh auf Wartelisten oder ruf ständig zur besagten kurzen Telefonzeit an um ein Termin zu ergattern aber bis ich dann durchkomme sind alle wieder weg. Denke aber mal das Problem kennen viele.

02.02.2022 10:50 • x 1 #11


Flame
Du sagst es,das Problem kennen leider wirklich viele und bei mir war es auch nicht anders,als es mir mies ging.
Habe kaum die Kraft aufgebracht,den Therapeuten auf die AB´s zu sprechen und mein Mann musste arbeiten denn von irgendwas mussten wir auch leben...

Ich hab manchmal monatelang auf einen Termin bei einem ambulatnten Therapeuten hingefiebert und entweder ,ich wurde dann doch nicht genommen (ja,kam vor) oder mir wurde gesagt,das sei ambulant nicht zu lösen,ich bräuchte einen Klinikaufenthalt,woraufhin erneut das Warten losging...

Natürlich kann die Partnerin kaum nachvollziehen,welchen Film man gerade fährt (guter Vergleich),dennoch ist es gut,es zu beschreiben und raus zu lassen.

Auch Dein Gewicht und alles andere hängt ja damit zusammen.
Du begibst Dich grade auf den Weg und das ist das Beste,was Du tun kannst.

Ich bin mir sicher,dass es Dir in einigen Monaten deutlich besser gehen wird,momentan erstmal noch durchhalten,abwarten aber auch Hoffnung schöpfen.

02.02.2022 11:06 • x 1 #12


moo
@exosuit

Danke für Deine Rückmeldung. Zwänge in jungen Jahren prädisponieren schon in gewisser Weise für Depressionen in mittlerem Alter. Das war bei mir so und auch meine damalige Therapeutin hat das bestätigt. Jedoch bin ich überzeugt, dass Zwänge nicht die alleinige Ursache sind, wenn es um spätere Erkrankungen geht. Zwänge ihrerseits haben jedoch definitiv auffindbare Ursachen (die o. g. Kompensationsabsicht).

Diese, ich nenne es mal Grundursachen, sollten m. E. also schon eruiert werden, bevor man verhaltenstherapeutisch aktiv wird. Hinzu kommt, dass viele Menschen der Verhaltenstherapie gerade deswegen skeptisch gegenüber stehen, weil sie nicht oder nur sehr unzureichend nach den Ursachen sucht. Gerade der Zwängler ist ja ein Korinthenkacker, der alles ganz genau wissen muss, bevor er sich auf etwas einlässt. Diese Suche kannst Du m. E. schon selber erledigen, ganz ohne einen Therapeuten. Da sie sich mitunter länger hinziehen kann, ist schon ordentlich Eigenengagement gefragt, aber der gesamte Aufwand alleine lohnt sich schon (aus meiner Sicht mindestens so sehr wie ein hoher Schulabschluss .

Gerade wenn keine sehr präzise und v. a. verlässliche Diagnose gestellt werden kann, empfiehlt sich akut, an mehreren Punkten parallel anzusetzen. Eine schöne und motivierende Übersicht hat Mitglied la2la2 mal hier zusammengestellt: erfolgserlebnisse-f59/la2la2-s-medizinschrank-diverse-themen-t93207.html

Ich finde seinen Thread einen guten Einstieg. Wichtig ist pauschal, dass Du ab sofort ins Tun kommst und nicht zuviel nach hinten schaust. Nimm Dir regelmäßig ein paar Atemzüge für Dich und achte auf Deinen Körper etc. Außerdem rate ich Dir, wieder - zumindest moderat - Sport zu machen. Ist zwar eine Binsenweisheit, aber Bewegung ist halt mal eines der Top 3 in Sachen Depressions- und Angstmanagement. Dürfte auch die Zwänge ein wenig in Schach halten.

Das Forum hier nenne ich gerne mein tägliches Lagerfeuer, wo ich mit anderen Mind Warrior´s zusammen komme und auch mal Quatsch reden kann. Vielleicht ist es ebenso hilfreich für Dich. Ich wünsche es Dir jedenfalls .

Salve!

02.02.2022 11:09 • x 2 #13


Icefalki
Zitat von exosuit:
Man muss sagen ich versuch es ja meiner Partnerin zu schildern oder auch der Familie, aber ich glaub wenn man es nicht mal selbst erlebt hat ist es schwer nachzuvollziehen


Verstehst man doch selbst nicht, insofern können das andere auch nicht. Kannst den psychologischen Trick mit dem Wort Burnout anwenden, wirst sehen, diese Wort ist gesellschaftsfähig und darauf wird nicht so blöd reagiert.

Gleichzeitig atme mal tief durch und gestatte dir den Gedanken, dass du in einer Phase bist, die eigentlich jeder intelligente Mensch heutzutage durchleben wird, wenn er in Richtung Sicherheit und Kontrolle geht.

Dass es das nicht wirklich gibt, kann man zwar verstandesmäßig verstehen, allerdings hört das bei Stress auf. Und dann kommen Ängste, ob man das Leben bewältigen wird.

Gute Nachricht, ja kann man trotzdem, schlechte Nachricht: dafür muss man etwas tun. Und etwas tun heisst, dass man begreift, was einen so stresst. Und hier hast du dann echte Arbeit vor dir.

Ich frage mich immer nach dem Warum. Warum grübel ich gerade, warum fühle ich mich so negativ, .........

Wenn du damit beginnst, hast du was anderes zum grübeln. Besser, als über Stockflecken nachgedacht und dich gedanklich im Obdachlosenasyl wiederfindend. Wobei, warum wäre Obdachlosigkeit jetzt so schlimm?

Dann darüber nachdenken, was bist du für ein Mensch, welche Wünsche hast du, und was tust du dafür? Bitte alles selbstkritisch hinterfragen, schummeln gilt nicht.

Bei Angst heisst es aktiv zu werden. Mein Vorschlag ist nur eine Seite, ich bin fasziniert von Ursache und Wirkung. Andere mögen andere Richtungen, alles ist erlaubt. Nur man sollte ins Tun kommen, sich aktiv im Hier und Jetzt befinden, passt gut zu Grübeleien, die schnell in Katastrophenhedanken enden, dabei ist noch gar nix wirklich geschehen.

Und Gedankenstopp ist auch gut. Kommt ein blöder Gedanke, bei mir passiert das nachts, dann stell dir ein Stoppschild vor, das du zwischen dich und den Gedanken schiebst. Funktioniert .

Letztendlich geht es darum, sich deutlich weniger hilflos und ausgeliefert zu fühlen und dafür lohnt sich die Nachdenkarbeit. Den ganzen Mist bekommt man nicht, wenn alles in Ordnung mit einem wäre. Fragt man sich doch, Warum ist das so?

02.02.2022 11:18 • x 1 #14


exosuit
@moo
Danke für die Tipps. Ja ich denke ich werde definitiv immer wieder hier mal reinschauen und mir mal Tipps etc. anschauen. Ich sag es mal ganz ehrlich ich hab das Forum gestern Abend noch gefunden und dann erstmal überlegt und heute gepostet.
Ich habe mich nicht viel Umgeschaut nur so ganz grob ob es passt… den Rest werde ich jetzt nach und nach angehen. Hab mir auch Bücher bestellt zum Thema die werde ich mir anschauen, lesen entspannt ja auch immer ganz gut. Und ansonsten werde ich es mal in Angriff nehmen nach den Ursachen zu forschen

@Icefalki
Ist viel wahres dran. Ich versuch oft sehr logisch an die Probleme ran zugehen und zu schauen machen meine Gedanken überhaupt Sinn. Oft merk ich selbst das es eben keinen Sinn macht und manchmal geht es mir dann auch wieder gut. Mal das eine, dann wiederum das andere.

02.02.2022 11:46 • x 2 #15


Icefalki
Zitat von exosuit:
Ich versuch oft sehr logisch an die Probleme ran zugehen und zu schauen machen meine Gedanken überhaupt Sinn. Oft merk ich selbst das es eben keinen Sinn macht und manchmal geht es mir dann auch wieder gut. Mal das eine, dann wiederum das andere.


Eben, und nun fragt man sich doch, warum denkt man so negativ, dass es einen so belastet. Muss doch einen Grund dafür geben.

Ich persönlich bin auch sehr analytisch unterwegs. Ich weiss, warum ich kein Vertrauen habe, und deshalb alles kontrollieren möchte. Auch einfach Sicherheit brauche, da ich innere Sicherheit nicht wirklich kenne.

Das zu wissen ist ja schon mal die 1. Hürde. Die weiteren Hürden sind dann die Prozesse, die dazu dienen sollen, dass man lernen soll/kann, dass man durchaus Vertrauen zu sich haben kann.

Letztendlich sind solche psychische Probleme auch ein Gewinn, da man eine 2. Chance erhält, sein Leben anders zu gestalten, oder zu betrachten. Oder allgemein gesagt, andere Betrachtugnsweisen lernen darf. Nicht alles ist nur Mist.

02.02.2022 12:08 • x 1 #16


exosuit
Gestern Abend ist mal wieder das passiert was sich die letzten Tage angekündigt hatte. Hab an sich echt gut vermieden die letzten Tage mich wieder in meine Gedanken reinzusteigern und nur ein kurzer Satz am Telefon "es könnte sein ja…" hatte gereicht und schon ging es los….

Einzige "Lichtblick" aktuell als ich mich wieder etwas gefangen hatte habe ich ein Anruf aus der Praxis bekommen und für nächste Woche mein Ersttermin. Erste Buch habe ich auch schon durch ich weiß nicht inwieweit ihr diverse Bücher empfehlen könnt in dem Fall war es "Wenn sorgen Krank machen" von Clara A. May (Pseudonym)…. Ob die Tipps helfen, kann ich nicht sagen aber zumindest aufschlussreich paar Sachen zu lesen.

Naja wollt es einfach jetzt noch los werden…

03.02.2022 05:59 • x 1 #17


A


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