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Hallo!

Ich bin neu hier im Forum. Möchte nun die Möglichkeit eines Austausches unter Angsthasen nutzen. Bin 42 Jahre alt, verheiratet und zwei Kinder, bin berufstätig und leide so wie es scheint an einer ängstlich vermeidende Persönlichkeitsstörung. Primär belastet mich die negative Beurteilung durch andere. Bin auch in Psychotherapeutischer Behandlung und nehme zur Zeit 20 mg Fluctin.
Mein Umfeld (ausser natürlich meine Frau) weis von meiner Krankheit nichts. Auch wenn ich schon sehr lange damit rumhampel (sicherlich über 10 Jahre, mit mehreren Jahren Unterbrechung), habe ich es bisher immer noch im verborgeben lassen können.

Wie ist das bei Euch: Weis Eurer Arbeitsgeber oder Freundeskreis davon, dass Ihr eine Angststörung habt, und in Therapie seit? Wird man dann als "Verrückter" oder "Beklobter" abgestempelt. Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht.

Ich bin irgendwie an dem Punkt, wo ich es nicht mehr nur mit mir herumtragen möchte.

Auch interessiert mich Eure Erfahrungen mit Angst-Selbsthilfegruppen.

Vielen Dank für Eure Antworten.

mfG
Lufar

26.10.2008 21:19 • 27.10.2008 #1


4 Antworten ↓


Hey Lufar....ich habe mich zunächst keinem getraut es zu sagen,doch dann hab ich einen menschen kennengelernt der auch eine panikstörung usw hat.
er hat mir alles von sich erzählt und mir war es total neu das ich mich endlich mit jemanden darüber unterhalten konnte.....da er die selben probleme hat,versteht er mich voll und ganz,naja und als meine mutter von meiner psychologin erfahren hat,das ich eine panikstörung,zwangsstörung hab,..seitdem hör ich andauernt als wenn du probleme hättest,du doch nicht..usw,sie ist mir keine große hilfe wenns mir schlecht geht....meinen freunden hab ich es erst später gesagt,zuerst meinten sie ich hätte nichts und wollte nur aufmerksamkeit ,hab ich hintenrum erfahren..-.-naja und seitdem überhören die das einfach das ich krank bin:(.......

naja hoffe das ich dir ein wenig helfen konnte
lg

26.10.2008 22:28 • #2



Nach Aussen zur Krankeit stehen?

x 3


Hallo... ich bin eine Kölnerin, 31 Jahre alt und verheiratet.

Ich habe meiner Familie gesagt, dass ich manchmal Panik bekomme, allerdings nur die Situationen genannt, die sie auch nachvollziehen konnten wie z.B. eine große Menschenmenge.

Meine Geschwister verstehen es (glaube ich zumindest) und meine Mutter stempelt mich als verrückt ab, deshalb habe ich auch nicht das genaue Ausmaß erwähnt.

Die Einzige die alles genau weiß und mich auch versteht und unterstützt ist meine Frau. Wenn ich sie nicht hätte, wüsste ich gar nicht was ich machen würde. Man braucht einfach jemanden, bei dem man sich aufgefangen fühlt.

27.10.2008 10:56 • #3


Hi Lufar!

Ich leide unter meinen Ängsten schon seit ich denken kann, aber sie hat sich in den letzten Jahren verstärkt und verändert. Seit ich 30 bin, habe ich Panikattacken - oder sagen wir, mit 30 habe ich die erste PA bekommen, und seitdem hat die ganze Angst nochmal einen anderen Stellenwert. Ich habe es lange Zeit niemandem gesagt. Nicht mal meinem Mann. Bewusst wurde es ihm wohl auch, als er mich nach der ersten PA mitten am Tage vom Doc holen musste. Vorher hatte er es wohl auch ein Stück weit verdrängt. Inzwischen sind viele Personen eingeweiht. Meine Eltern wissen es, reagieren aber - obwohl meine Mama auch eine PA-Patientin war - nicht immer so, wie ich mir da wünsche. also halte ich so manche Information einfach zurück. Ist nicht ideal, aber was will man machen. Meine Mama meint, mir helfen zu können, indem sie meine Ängste runterspielt - bestimmt will sie mir damit nichts böses, und ich denke sogar, dass sie das nur so macht, weil sie selbst nicht mehr daran erinnert werden will, wie übel es ist, aber natürlich bereitet es mir schon manchmal Kopfzerbrechen, wenn sie komisch reagiert. Dafür habe ich gute Freundinnen, mit denen ich wirklich immer reden kann, und denen ich nicht auf die Nerven falle damit. Weißt du, seit ich angefangen habe, drüber zu reden, sind mir so viele Menschen untergekommen, denen es ähnlich geht, dass ich mich nicht mehr so "anders" fühle. Auch in der Arbeit wissen es inzwischen einige, und ich denke, sogar meine Chefin kann es inzwischen einschätzen. Aber nicht, dass man mir was anmerken würde - ich mache halt immer mal so Bemerkungen, und die können sich inzwischen bestimmt 1 und 1 zusammenzählen. Beeinträchtigt bin ich in der Arbeit allerdings NULL. Im Gegenteil - da gehts mir super gut, ich bin abgelenkt und alles klappt reibungslos.

Ich kann euch also nur raten: Rückt raus mit euren Ängsten. Bestimmt findet ihr Menschen, die euch gut zuhören. Und mit Sicherheit findet ihr Menschen, denen es so geht wie euch - dann fühlt man sich noch weniger alleine und verlassen.

Wonnie

27.10.2008 11:30 • #4


Hallo!

Vielen Dank für Eure Rückmeldungen. Auch mir geht es so, dass ich keinerlei Beeinträchtigung bei der Arbeit habe. Auch war ich noch nie Arbeitsunfähig durch die Angst. Obwohl ich schon viele Jahre damit herumhampel. Nur fühle ich mich an einem Wendepunkt angekommen, wo ich vielleicht auch nicht mehr die Kraft habe, immer gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Allein der Gang zum Psychotherapeuten war schon etwas Besonderes. Nur verspreche ich mir mehr davon. Geplant ist von mir nun eine Kur, bei der ich das Thema sehr intensiv angehen möchte. Ich finde, es muss doch einen Weg geben, mit der Angst besser zurecht zu kommen bzw. die auslösenden Faktoren besser zu verstehen. Mittlerweile habe ich ein Stück weit die Illusion abgehackt, komplett davon frei zu kommen.

mfG

Lufar

27.10.2008 12:25 • #5




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