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Guten Tag

Ich leide seit ca. 3 Jahren an generalisierter Angst, begleitet mit Depressionen.
Ich sehe meine Zukunft schwarz und, da ich vieles aus Angst nicht anpacke, bin ich sehr eingeschränkt und fühle mich wie in einem Korsett.
Ich war in dieser Zeit auch zweimal in einer Tagesklinik zur Therapie. Das letzte halbe Jahr ging es mir eigentlich ziemlich gut und ich dachte, jetzt hätte ich wohl diese Phase in meinem
Leben überwunden. Dann kamen bei mir körperliche Symptome hinzu, ich machte mir Angst vor Krankheiten und schwubs, waren meine Ängste und auch die Depressionen wieder da.
Ich muss gestehen, ich habe auch nicht mehr so auf meine Gedanken geachtet und lies den
alten Denkmuster wieder freien Lauf.
Nun zu meiner Frage:
- Kann man sich wirklich, wenn man ständig auf die Gedanken achtet, und die negativen Gedanken hinterfragt und durch realistische Gedanken ersetzt eine positive Lebenseinstellung aneignen?
- Ist es noch eine zusätzliche Hilfe, wenn ich mir nicht nur gute Gedanken mache, sondern durch aktives Handeln und verändern sehe, dass ich meine Situation verändern kann?

Ich finde es so wahnsinnig schwer, ständig auf meine Gedanken zu achten, und zu merken, stopp jetzt ist das negative Gedankenkarusell wieder im Gang. Das läuft automatisch ab, wie ein Film.

24.10.2011 08:05 • 28.10.2011 #1


11 Antworten ↓


Kann mir denn jemand berichten, bei dem Verhaltenstherapie geholfen hat?
Ich fühle mich manchmal immer wieder bei null?

25.10.2011 07:47 • #2



Hilft Verhaltenstherapie wirklich?

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hi
verhaltenstherapie ist super!! zumindest mir hat es sehr gut geholfen. du musst dich drauf einlassen, das ist das wichtigste. und glaub mir, mit ein wenig übung hast du die richtigen gedanken automatisch und musst nicht immer drüber nachdenken. meine therapeutin hat mich schon zum zweiten mal aus der fiesesten phase rausgeholt. geh es doch einfach an, kann doch nur besser werden

25.10.2011 11:24 • x 1 #3


beim mir (langjähriger angstpatient, vor allem in beruflichen situationen, hat es bis jetzt nichts geholfen. ich mache derzeit kognitive verhaltenstherapie, aber ergebnis ist gleich null. bin langsam mit meinem latein am ende.

25.10.2011 15:34 • #4


Danke für Eure Antworten

@Katinke
Ich habe eine längere Verhaltenstherapie gemacht, aber ich falle trotzdem immer
wieder in alte Muster zurück, darum bin ich manchmal etwas am zweifeln.
Bei mir habe ich manchmal auch das Gefühl, wenn ich mir etwas positiv einrede, dann kommt gleich der Gedanke "dass schaffst du nicht". Ich muss wohl diesem Gedanken beweisen, dass ich es doch schaffe.
Wie machst du das?

26.10.2011 07:33 • #5


hey,

also ich habe bisher nur eine tiefenpsychologisch orientierte therapie hinter mir.
also eig. hieß es genau "gesprächspsychotherapie", ist sone abgewandte Art davon.

Jedenfalls, habe ich seit kurzem erst 7-8 Sitzungen eine Verhaltenstherapie angefangen.
Ich denke genauso wie du. Ich leide seit 5 Jahren darunter, aber so richtig heftig seit 1,5 jahren.

Also ich bin noch recht jung, 22, meine Therapeutin und ich haben letze Woche darüber gesprochen, dass sie bei mir vermutet, dass ich keine Hoffnung spühre. Ich meine, jeder Mensch ist verschieden, aber sie hat mir quasi "versichert", dass meine GAS und Depression vollkommen verschwinden werden, wenn ich therapiert werde.

Das bringt aufjedenfall Hoffnung... Es liegt noch eine ganze Menge Arbeit vor mir, aber die Chancen würden sehr gut stehen.

Ich selber hoffe natürlich, dass sie recht hat, ansonsten seh ich auch sehr sehr schwarz, was meine Zukunft angeht, ich habe auch das Gefühl ein Korsett anzuhaben, ich nenne es immer "innere Zwangjacke"... wenn du möchtest können wir uns ja mal gern austauschen.

Grüße
yash

27.10.2011 00:38 • #6


RainerSkeptiker
Hallo,
Verhaltenstherapie hat etwas religiöses. Entweder der Mensch glaubt daran, dann kann sie auch etwas bewirken.
Fehlt aber der richtige Prediger, Guru, Psychologe, welcher die reine Lehre verkündet, sondern nur die Angst vor der Angst ist das Motiv, also die Höllenqualen sollen durch zahreiches Beten und Buße tun vermieden werden, nämlich durch Entspannung und Glauben an die Richtigkeit der "Therapie", dann ist alles Bemühen umsonst.
Gruß
Rainer

27.10.2011 02:06 • #7


Christina
Zitat von chris74:
- Kann man sich wirklich, wenn man ständig auf die Gedanken achtet, und die negativen Gedanken hinterfragt und durch realistische Gedanken ersetzt eine positive Lebenseinstellung aneignen?
Wenn man ständig auf seine Gedanken achtet, hat das etwas Zwanghaftes und bringt sicher nicht mehr Lebensqualität. Aber: Wenn man in so eine angst- und depressionsauslösende Gedankenspirale gerät, dann sollte man unbedingt die negativen Gedanken hinterfragen etc.

Zitat von chris74:
- Ist es noch eine zusätzliche Hilfe, wenn ich mir nicht nur gute Gedanken mache, sondern durch aktives Handeln und verändern sehe, dass ich meine Situation verändern kann?
Das ist nicht nur eine zusätzliche Hilfe, sondern das Eigentliche, um das es in der Therapie geht. Erkenntnis ohne Erfahrung ist so gut wie nichts wert, psychische Probleme lassen sich definitiv nicht durch "Kopfarbeit" alleine lösen. Das muss umgesetzt werden.

Wenn du immer wieder in alte Muster zurückfällst, solltest du mal schauen, ob das Leben mit den neuen Mustern für dich wirklich erstrebenswert ist oder ob es sog. Krankheitsgewinne gibt.

Zitat von chris74:
Ich finde es so wahnsinnig schwer, ständig auf meine Gedanken zu achten, und zu merken, stopp jetzt ist das negative Gedankenkarusell wieder im Gang. Das läuft automatisch ab, wie ein Film.
Schreib' deine typischen Gedankengänge auf Zettel und die rationale Korrektur dazu. Und dann häng' dir diese Spickzettel z.B. an den Spiegel im Bad, an die Kühlschranktür, an den Fernseher etc. Mit solchen Signalen fällt es leichter, das Gelernte umzusetzen.

Liebe Grüße
Christina

27.10.2011 11:45 • #8


Hallo und danke für Eure Antworten

@Christina
Du hast recht, mit nur Gedanken "büffeln" hat man wohl nur beschränkte Erfolge. Es bringt mehr Erfolg, wenn ich einen Beweis habe für das positive Denken.

27.10.2011 15:16 • #9


he chris...
hm, ich WILL einfach wieder rausgehen, spass haben und mein leben genießen können. jeden negativen gedanken schalte ich ab. wenn panik aufkommt versuche ich mir klarzumachen, dass sie auch gleich wieder weg ist. es ist verdammt anstrengend, und ich selber habe einige jahre gebraucht, um das so hinzubekommen. und manchmal klappt es trotzdem nicht. ich bin auch zwischendurch am verzweifeln, aber dann mache ich übungen, die mit was schönem verbunden sind. ich gehe z.b. raus obwohl es mir nicht gut geht, habe aber das ziel vor augen, mir leckere mandarinchen zu kaufen. wenn ich daheim bin darf ich natürlich nicht vergessen mich zu loben. lobst du dich, liebst du dich? bei mir war das ein ganz entscheidender faktor. kam mir am anfang es blöd vor, mich über jeden schei. zu freuen und mich zu loben, aber es hat geholfen.

28.10.2011 14:08 • #10


Hallo Katinka

Ja mit dem habe ich meine liebe Mühe. Ich mache mich eigentlich ständig klein, und wenn
ich mich mal z.b. am Nachmittag hinlege, dann denke ich gleich, warum legst du dich jetzt hin, kein normaler Mensch liegt am Nachmittag im Bett. Obwohl meine Kollegen das oft auch machen. Ich bin einfach sehr streng mit mir. Ich bin im Moment schon dran wirklich auf meine Gedanken zu achten, aber das ist sehr schwer. Ich falle oft wieder zurück.

Vielleicht sollte ich etwas liebevoller mit mir umgehen und mir nicht jeden Sch.... schlecht reden.

28.10.2011 15:46 • #11


du gehst nicht gut mit dir um. es ist aber unheimlich wichtig! mittagsschlaf, das kenne ich nur zu gut

28.10.2011 19:39 • #12



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