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Hallo, ich bin neu hier im Forum und hoffe auf Antworten und Tips zu meiner Situation.

Zu meiner Person: Ich heiße Dirk und bin 36 Jahre alt.

Es fing alles vor 5 Jahren an. Eines Morgen`s wurde ich wach und hatte Herzrasen, Atemnot, Schwindel, Schweiß, Zittern und einige andere Symptome.
Da ich mit dieser Situation nicht umgehen konnte, rief ich den Notarzt. Wie Ihr euch bestimmt denken könnt, wurde nichts gefunden.
Ich besuchte in der Folgezeit viele Ärzte, die mir aber auch nicht helfen konnten.
Letztendlich wurde mir eine Generalisierte Angststörung diagnostiziert, was ich lange Zeit nicht akzeptieren konnte.
Ich habe dann gelernt damit zu leben, was auch eine ganze Zeit gut funktionierte. Leider ist es seit einem knappen JAhr wieder viel schlimmer geworden, so dass ich mich jetzt diesem Forum anschließe.

Am meisten stört mich dieses Schwindel-,Benommenheitsgefühl. Das habe ich die ganzen 5 Jahre und würde alles dafür geben, dass es endlich weg ist.
Ich kann auch keinen Sport machen, weil mir nach kurzer Zeit schlecht und schwarz vor Augen wird. Also höre ich dann damit wieder auf. Ein sch... Teufelskreis!

Ich renne ständig zum Arzt, weil ich wieder neue Symptome habe. NAtürlich sind sämtliche Untersuchungen ohne Befund.

Wer hat einen Tipp wie ich mein altes Leben wieder bekomme? Gibt es ein Mittel gegen diese Benommenheit?
Ich kann einfach nicht mehr!

Vielen Dank im Voraus!

23.09.2012 21:09 • 26.09.2012 #1


11 Antworten ↓


die faustregel bei mir war: je anstrengender der sport, desto besser fühlte ich mich danach.
Ich konnte nach 2 Stufen Treppe nicht mehr atmen, es war die Hölle als ich mit dem Joggen anfing. Ich hab mich in Bewegung gesetzt, und 10 Meter weiter bin ich schweissüberströmt und hyperventilierend zusammengesunken und hab mich fast übergeben. Ich weiss noch, da war mal eine Oma, die hat mich extrem besorgt mit ihren Einkäufen überholt hat.
Aber ich hab mich durchgekämpft, erst 30 Sek, dann 5 minuten gehen, dann 1 Minute, ect...
Ich sags ehrlich, es war ein extrem harter Kampf, aber gegen die Benommenheit hilft nur bewegung. Wenn du erstmal verzweifelt genug bist über das Wolken-gefühl dann nimmst du auch sport und schmerzen in kauf. mir gings ab da immer besser. Aber ich hab das auch durchgezogen, 3 Stunden Sport täglich über 3 Monate.
Im Nachhinein pure Qual aber dafür bin ich jetzt quasi angstfrei.
versuchs nochmal! setzt dir selber kleine ziele und zieh sie einfach durch!
viel erfolg

24.09.2012 02:53 • #2



Hilfe bei Symptomen

x 3


Vielen Dank für deine Antwort!

Das hört sich nach einem Ausweg an. Bislang habe ich nach 5 min Sport aufgehört,
weil ich einfach Angst hatte, dass ich umfalle.
Kondition habe ich wie ein Stück Brot

Ich werde morgen mal wieder einen Versuch starten und dann berichten.

Liebe Grüße!

24.09.2012 06:33 • #3


HeikoEN
Ich sehe es ähnlich mit dem Sport.

Mit dem, was jetzt ist, also mit der Erkrankung, kann man nicht "normal" handeln.

D.h., einfach aufs Fahrrad setzen und mal 'ne Stunde radeln, überfordert das Nervensystem sowas von heftig, dass es nur noch mit Symptomen reagiert.

Dazu kommt dann die falsche Bewertung dieser Symptome, weil eine etwaige kognitive Therapie nicht oder nur teilweise hilft und schon ist man drin im Studel "Notarzt".

Die Schritte zum Erfolg sind klein, sehr klein.

Und wie "Liv.Lang" schon sagte, weniger ist mehr.

Bedeutet, anfangs wirklich minimal anfangen. 2-3 Minuten einfach nur laufen um den Häuserblock, reicht dann. Das für eine oder zwei sogar Wochen, danach erst steigern. Aber so steigern, dass das verträglich ist. Vielleicht auch alle 2-3 Tage einfach eine Minuten länger laufen.

Denn Dein Vertrauen in den eigenen Körper und seinen Funktionen scheint komplett weg zu sein.

DAS musst Du erst neu lernen bzw. fühlen, dass Dein Körper das ALLEINE kann! Den Beweis dafür hast Du ja täglich, denn Du kippst eben NICHT um, hast kein Herzversagen, stribst nicht weg usw., bist also faktisch total gesund.

Als Tipp rate ich Dir folgendes:

http://www.ratgeber-panik.de/downloads/ ... vitaet.pdf

Diesen Zettel hängst Du dir IMMER SICHTBAR auf.

Er verdeutlicht Dir, welchen Erfolg Du hast!

Das mag ein wenig "überzogen" aussehen, aber ich bin sicher, dieser Zettel, den Du stetig im Blick haben solltest, verdeutlicht Dir kognitiv, also mit dem bewussten Verstand, Deine Erfolge.

Der Zettel ist ganz handfest, also NICHTS, was gefühlt ist, er ist sozusagen ein BEWEIS für Deine körperliche Leistungsfähigkeit, auch wenn er am Anfang mit 2-3 Minuten lächerlich aussehen mag, wenn dort in 1-2 Monaten ein 30-40 Minuten täglich drauf stehen, ist das schon eine Leistung im sportlichen Bereich!

Versuche das mal und berichte über Deine Erfahrungen.

24.09.2012 09:19 • #4


Dankeschön,

ich kann den Link leider nicht öffnen. Wahrscheinlich liegt es an meinem Mac.

Ja, das Vertrauen in den Körper ist komplett weg. Jedes kleine Symptom nehme ich als schwere Krankheit war.
Früher bin ich nie zum Arzt gegangen, jetzt aller 2 Monate, mindestens.

Es ist aber schon etwas beruhigend zu wissen, dass man mit dieser Krankheit und ihren vielfältigen Symptomen,
nicht allein ist.

Ich werde morgen mal schwimmen gehen, oder es zumindest versuchen.

24.09.2012 11:19 • #5


HeikoEN
Zitat von Staude667:
Ich kann den Link leider nicht öffnen. Wahrscheinlich liegt es an meinem Mac.

Versuche mal die dazugehörige Webseite zu öffnen:

http://www.ratgeber-panik.de/downloads.php

Zitat von Staude667:
Ja, das Vertrauen in den Körper ist komplett weg. Jedes kleine Symptom nehme ich als schwere Krankheit war.
Früher bin ich nie zum Arzt gegangen, jetzt aller 2 Monate, mindestens.

Bei mir war es in der Endphase alle 2-3 Tage

Anfangs reichte auch noch alle paar Monate, nur die Intervalle wurden immer kürzer.

Zitat von Staude667:
Ich werde morgen mal schwimmen gehen, oder es zumindest versuchen.

Wie gesagt, NICHT übertreiben, da dann genau der Gegeneffekt ja eintritt bzw. wieder bestärkt wird.

Es geht auch überhaupt NICHT um Leistung oder das man meint, der Körper muss doch mal wieder Ausdauer usw. haben.

Es geht in der Tat NUR darum, dass der Verstand begreift, dass man z.B. 5 Minuten Laufen kann. Einfach nur Bewegung, ohne Schweiss und Anspruch.

Ich bin sehr gespannt, was Du uns am morgigen Tag, nach dem Schwimmen bzw. wenn eine Reaktion des Nervensystems eingetreten ist (bei mir war das immer ein paar Stunden später) berichten wirst!

Viel Kraft und Erfolg!

24.09.2012 11:26 • #6


Vielen Dank!

Wie geht es dir jetzt? Hast du den Weg aus der Krankheit geschafft?
Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich mal wieder ohne ein Symptom leben kann

24.09.2012 11:42 • #7


HeikoEN
Mir geht es soweit gut, nach Therapie (vor ca. 2 Jahren) usw.

Heutige "Symptome" deute ich mit Überlastung meines Nervensystems und sorge dann für körperliche Betätigung, Entspannung etc.

Rückblickend betrachtet war der Erfolg bei mir gekrönt davon, die vermittelten Dinge während meiner Therapie annehmen zu können. D.h., mir ging es so schei. damals, ich habe einfach alles gemacht, was "die" von mir wollten.

Also insb. sowas wie Bewegung in Form von Yoga, Tai-Chi, Qi-Gong, Walking, Meditation usw.

Und siehe da, nach 14 Tagen war der Spuck vorbei und nach weiteren wenigen Wochen konnte ich völlig normal wieder leben. Ich habe u.a. auch für knapp 10 oder 12 Monate ein Antidepressivum (Cipralex) genommen. Hier auch, rückblickend gesagt, eine gute Sache. Denn die Ängste gingen schnell zurück und wir davon überzeugt, dass das der richtige Weg ist!

24.09.2012 13:16 • #8


Hallo Staude667,


warst du in Therapie?
Nimmst Du Medikamente?


Was meine Vorschreiber alle sagen, dem kann ich nur zustimmen.
Probiers mit Sport.

Ich habe angefangen, vor dem Fernseher zu "joggen". Hab mich einfach nicht getraut, draußen zu rennen. Ich könnte ja ohmmächtig werden....
Ich habe angefangen mit 10 min- danach war ich fertig und geschwitzt wie Sau
Das habe ich paar mal gemacht.

Seit ein paar Wochen jogge ich mit meiner Nachbarin im Freien. Alleine kann ich es noch nicht.
Aber es ist ein tolles Gefühl. Wir rennen 30 min am Stück und sind danach gut ausgepowert.
Ab und zu bekomme ich auch Angst dabei, aber es wird besser und weniger. Und ich auch nicht immer.

Man bekommt einfach ein neues Körpergefühl und weiß, man kann nicht krank sein, denn sonst könnte man diese sportliche Belastung ja nicht überleben

Kannst Du arbeiten gehen? Wie meisterst Du den Alltag?

Erzähl mal bissel mehr....

24.09.2012 14:42 • #9


Hallo Angsthasser

Also, momentan kann ich ganz gut arbeiten gehen. Die Symptome sind zwar da, aber ertragbar.
Ich muss dazu sagen, ich habe zur Zeit einen lockeren Job. Das macht die Sache einfacher.

In Therapie war ich knapp 2 Jahre. Das hat mir am Anfang geholfen, aber irgendwie bin ich nicht weiter gekommen.
Mein Hausarzt hat mir letztens Opipramol gegeben, welche ich aber nicht nehme- hab Angst davor.

Was am meisten nervt, ein Symptom weg, schon kommt das nächste. Schwindel, Benommenheit und Müdigkeit sind immer da, seit 5 Jahren.
Dann habe ich krasse Unterleibsschmerzen, natürlich ohne Befund.... usw usw usw.

Sicherlich kennst du das alles. Ich wünschte es wäre wie früher. Das Leben ist schon sehr eingeschränkt.

Wie ist es bei dir?

24.09.2012 21:02 • #10


Hallo Dirk,

ich heisse auch Dirk, bin 3 Jahre älter und habe genau Deine Symptome seit gut 2 Jahren. Neben dem üblichen Tinnitus, Herzrhythmusanomalien und Magen Darmgeschichten ist die Benommenheit das Grundsysmptom, das mich am meisten fertigmacht.

Ich habe vor rund 2 Monaten mit regelmässigem Sport (Radfahren) angefangen aber wahrschienlich die Ziele (mal wieder) viel zu hoch gesteckt. Klar tut es mir gut, aber ich muss es in meinen vollen Alltag integrieren, so dass es bei mir teilweise mehr Stress auslöst als Entspannung schafft.
Trotzdem kann ich es durchweg empfehlen, solange man mit den empfohlenen kleinen Schritten anfängt.

Bei mir hingegen wirkt es eher untertützend, ist aber nicht die alleinige "Lösung". Ich bin derzeit mit mir schwer am ringen, ob ich es mit einer weiteren Therapie versuche.

Gruss
Dirk

25.09.2012 08:00 • #11


Ich glaube eine Therapie ist unumgänglich. Man sollte nur darauf achten, dass es die richtige Therapie ist.
Ich habe knapp 2 Jahre eine Gesprächstherapie gemacht in der sehr tief in meiner Vergangenheit gewühlt wurde.
Das Ende vom Lied war, ich habe mir noch mehr Sorgen und Gedanken gemacht.

Gestern war ich schwimmen. Als ich wieder zu Hause war ging es mir nicht so gut, aber nach 2-3 Std hab ich mich super gefühlt. Vielleicht halte ich es jetzt mal länger durch.

Als nächstes mache ich mich wieder auf die Suche nach einem guten Therapeuten. Das scheint ja wirklich schwierig zu sein.
Die Wartezeiten sind hier bis zu 6 Monaten.

26.09.2012 10:37 • #12



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