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Kemdiz

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Hey Leute,
zu diesem Thema habe ich schon ein paar Beiträge im Internet gefunden, allerdings stammen diese alle vor vielen vielen Jahren und sind lange nicht mehr aktiv, deswegen dachte ich mir ich mache einen neuen auf.

Wo soll ich nur anfangen. Ich in momentan seelisch glaub ich so belastet wie noch nie. Ich bin männlich 23 Jahre alt.
Vor gut einer Woche habe ich wie aus dem nichts angefangen darüber nachzudenken wie es ist, wenn meine Eltern mal tot sein werden. Ein Thema wie ich schon oft darüber nachgedacht habe. Jedoch hatte ich bis dahin immer denn Gedanken relativ schnell verworfen (und das Erfolgreich) und mir gesagt Stop Stop Stop, das ist viel zu schrecklich, ist ja noch nicht soweit also nicht dran denken. Dann war das Thema dann auch erstmals immer wieder gegessen für mich.

Doch vor einer Woche ist irgendwas passiert. Ich habe wieder darüber nachgedacht und hatte dann .... ich weiß nicht wie man das nennen soll, die Einsicht, die Erleuchtung (im negativen Sinne), dass dieser Tag ja 100% kommen wird. Nur weil ich sage ich will darüber jetzt nicht nachdenken, unangenehmes Thema heißt es ja nicht, dass es also nie passieren wird, das habe ich damals denke ich einfach unterbewusst so wahrgenommen dann.
Aber da wurde mir dann wirklich klar, nein der Tag wird ja kommen so wie der Tag heute, der Moment >Jetzt< da ist, wird dann auch dieser Moment dann da sein. Das hat mich schockiert, hat mich irgendwie richtig richtig krass geschockt und verdammt krass aus der Bahn geworfen.

Ich konnte einfach nicht mehr aufhören daran zu denken, egal wie sehr ich mich versucht hab abzulenken. Diese Gedanken kamen und kommen einfach Zwanghaft von alleine und sind so verdammt kräftig, mächtig und stark dass ich sie nicht vertreiben kann. Dies hatte zufolge, dass ich auch immer weiter in diese Richtung gedacht habe und dann irgendwann die Erkenntnis kam, auch ich werde irgendwann sterben. Mir bringt es nichts zu denken, ja ja dauert noch ewig...so bin ich damals immer mit umgegangen und es klappte auch aber dieses Mal habe ich irgendwie erkannt, dass behebt nicht meine Angst, ich laufe nur davon weg und kommen wird es auch so 100% wie der Tag heute, der Moment jetzt.

Und nun seit über 1 Woche plagen mich diese Gedanken. Es ist nicht mehr zum aushalten. 24/7 durchgehend Herz rasen, extremes Unwohlgefühle im Bauch und Brust, als ob ich einen riesen Knoten manchmal in meiner Brust trage. Nachts ist es besonders schlimm. Ich finde keinen Schlaf mehr das liegen fühlt sich so verdammt unangenehm an weil ich so stark unruhig bin, dass ich am liebsten aufspringen möchte und einfach weglaufen will, hatte vorher auch schon sehr große Schlafstörungen, aber mit diesen neuen Gedanken schlafe ich so gut wie gar nicht mehr, und wenn doch, dann wache ich alle 10-20 Minuten im Takt regelrecht von dieser Unruhe. Wenn ich mal in diesen Schlafmomenten träume, fühlen die sich so stark verfremdet an, dabei sind die Träume an sich vom Inhalt komplett normal und überhaupt nicht fremd eigentlich, dennoch wenn ich dann an sie denke nach dem Aufwachen fühlen die sich so verdammt doll fremd an. Als ob ich die garnicht geträumt hätte, als ob das nicht mein Traum gewesen wär. Heute habe ich das erste mal wieder Schlaf gefunden, nachdem ich wieder eine Panikattacke vor dem Einschlafen hatte wo ich einfach absolut dachte okay, jetzt ist es soweit, ich sterbe, werde Wahnsinnig, werde eingebuchtet in die geschlossene und werde da bis zu Ende verweilen. Ich hasse diese Panikattacken.

Der Kern dieser Unruhe ist mittlerweile einfach nur noch die Vorstellung von dem Nichts nach dem Tod. Dieses für immer, das Ewige nicht mehr sein.
Ich komme damit nicht klar, ich will nicht für immer "nicht mehr sein". Klar Das erwartet jeden, dass gehört dazu, aber ich finde da nicht so richtig den Trost drin. Ich liebe meine Familie, ich liebe meine Eltern, meine Geschwister. Die einzige Zeit momentan in der ich mich etwas besser fühle ist, wenn ich bei meinem kleinen Bruder im Zimmer sitzen und ich einfach bei ihm bin und wir Zeit miteinander verbringen, ich einfach in seiner nähe bin, sowie jetzt gerade auch. Zu wissen dass das einfach irgendwann nicht mehr ist, er nicht mehr ist, ich nicht mehr bin und das für immer im ewigen Nichts macht mich krank und das jeden Tag stärker. Ich weiß natürlich auch, dass ich dann auch nichts mehr mitkriege und auch nicht leiden werde, aber dennoch ich werde entsprechend auch nie wieder schöne Gefühle verspüren können. Nie wieder. Das bringt mich einfach um den Verstand. Ich versuche es zu akzeptieren, zu sagen Junge, du wirst daran nichts ändern können, also genieße doch deine Zeit anstatt dich damit zu beschäftigen, wo du eh nichts dran ändern kannst, das kann nun mal keiner. Geht nicht. Aber diese Gedanken sagen einfach nein, wir sind da und auch wenn ich mich ablenke bleibt dieses extrem Belastende Unwohlsein als Gefühl und ich weiß diese Themen warten nur 1 Meter gefühlt hinter mir und kommen gleich wieder, sie sind noch da.
Ich muss doch irgendwie damit zurecht kommen müssen oder werde ich mein ganzes Leben jetzt bis zum Tag X dann mit dieser Verzweiflung leben? Und auch wenn Frage ich mich, was an der Tatsache ändern wird es ja auch nichts, also kann es mir im Grunde ja auch egal sein, am Ende weiß ich eh nichts mehr. Dass ich dann schon so denke und einfach immer lustloser und gleichgültiger manchmal anfange zu denken macht mir dann noch zusätzlich panische Angst. Ich fühle mich wie in einem extrem starken sehr sehr bösen Traum, wo ich aber weiß dass ich niemals aufwachen werde. Ich habe eine Wahrheit erkannt, die mich so schockiert oder getroffen hat, dass sie diese ganzen Gefühle in mir ausgelöst haben und dass jetzt mein neues Ich ist. Meine neue Sichtweise. Werde ich jetzt für immer so traurig, verzweifelt und ängstlich leben? Ich wünschte ich hätte eine psychische Krankheit, dann wüsste ich, dass mir geholfen werden kann und ich aus dieser Situation rauskomme. Oder lerne damit so umzugehen, dass es mich nicht mehr belastet, es ist mir eigentlich egal, ich will nur dass es nicht so bleibt wie jetzt. (Und wo ich das gerade schreibe kommt wieder der Gedanke und wenn schon, das Ende bleibt gleich egal wie sehr du versucht was an deiner momentan Situation zu ändern) Im Endeffekt würde ich nur versuchen wieder vor dieser Wahrheit wieder wegzulaufen. weil ändern wird sich daran nichts.

Ich erinnere mich noch vor 2 Wochen, wie unbeschwert ich da war. Da bin auch auch noch jeden Tag zum Sport wie immer gegangen, was ich jetzt gar nicht mehr tue, weil ich denke, alter 1 Stunde hinfahren, 1-2 Stunden Sport treiben und 1 Stunde wieder zurückfahren, ich will lieber die Zeit bei meiner Familie verbringen solange ich noch kann und nicht sinnlos ins Fitnesstraining stecken. Ich bin heute aus der Dusche gestiegen und habe mich erinnert wie es vor 2 Wochen immer war, wenn ich aus der Dusche gestiegen bin. Ich habe mich so gut gefühlt, so frisch richtig angenehm. Ich habe es genossen und war regelrecht einfach glücklich. Ich war froh mir ging es gut. Ich sehen mich nach diesem Gefühl zurück. Ich kann einfach in keinem Moment im Leben mehr richtig glücklich sein, weil diese Gedanken dauerhaft an mir heften und präsent sind. Ich laufe hier jetzt nicht als Emo rum und heul nur noch den ganzen Tag, rede normal mit meinen Geschwistern, lache, mache Blödsinn, sitze in der Küche, bin in unserem Garten und rede mit meiner Mutter aber alles mit diesen stark unangenehmen inneren neuen Gefühlen. Das macht mich jeden Tag mehr fertig. Ich werde immer verzweifelter und verzweifelter. Ist das jetzt mein neues Dasein?
Wenn ich überlege jetzt mitte/anfang Oktober wieder nach Bayreuth zu fahren (ich bin momentan bei meiner Familie in Kiel ganz im Norden und Bayreuth komplett im weiten Süden), wo ich in mein einsames Apartment wieder gehen werde könnte ich auch verrückt werden und anfangen loszuheulen. Am stärksten sind diese Gedanken wie es glaub ich aber normal ist, wenn ich alleine bin. Und eben Nachts. Mein Cousin ist zwar auch in Bayreuth und hat ein Apartment neben mir, aber er ist leider keine emotionale Stütze, also leider null. Was Emotionale Intelligenz angeht kann er leider absolut nichts tun/ helfen.

Ich habe versucht Trost in einer Religion zu finden, aber irgendwie kann ich das einfach nicht. Die Skepsis ist einfach zu groß ich würde so gern an einen Gott glauben und an einen Himmel. Der Gedanke daran an sowas glauben zu können fühlt sich auch immer ganz kurz angenehm an. Angstnehmend. Aber ich bin einfach zu....keine ahnung Realistisch? zu Skeptisch ich kann da nicht wahrhaftig dran glauben, weil es für mich einfach zu viele Zweifel dem Gegenüber gibt. Oder auch Wiedergeburt. Das kam schon eher für mich in Frage aber dann habe ich weiter Gedacht, ja irgendwann gibt es die Erde ja auch nicht mehr und was ist dann mit der Wiedergeburt? Dann wäre ja auch endgültig schicht im Schacht. Dann werden wir als irgendeine andere Rasse irgendwo im Universum wiedergeboren? Hm. Lässt mich alles auch zu sehr Zweifeln. Ich überleg dann manchmal auch, eigentlich wissen wir alle schon wie es ist "Für immer nicht gewesen zu sein". Wir waren ja alle schon mal unendlich lange nicht Existent vor unserer Geburt. 10 Jahre vor unserer Geburt. 20 Jahre. 2016 Jahre. Bis hin zu 1000000 Jahre zum Urknall oder was da auch immer war und dann ebenfalls nochmal solange was davor war und so weiter (Bei dem Gedanken werde ich auch fast Verrückt) Aber diese Zeit ist ja auch unendlich lange und irgendwie haben wir es ja geschafft, ich sag mal "Lebend aus dem Unendliche Nichts zu kommen", mit unserer Geburt eben. Die Zeit vor uns ist doch genau so unendlich wie die Zeit hinter uns.


Alles in einem weiß ich wie schon erwähnt ja auch, es bringt einfach nichts darüber zu Grübeln. Ich und auch kein anderer wird eine Antwort finden. Ist unmöglich, keine Chance, jeder kann nur sagen was er denkt und damit ist irgendwie nur wenig bis gar nicht geholfen.


Ich will diese Gedanken nicht mehr. Ich will nicht in diesem neuen Zustand sein in dem ich gerade bin, seit 1 Woche jetzt. Ich fühle mich gefangen und es fühlt sich an als ob ich da nie wieder rauskommen werde. Auch wenn sich nichts dadurch ändert und das Problem, mein Problem mit dem Tod bestehen bleibt wenn ich wieder anders darüber denke und Empfinde, ich will trotzdem nicht in meiner neuen jetzigen Gefühlslage stecken. Ich könnte heulen, ich könnte schreien ich will das ich mich wieder anders Fühle, ich habe so angst dass mir nicht geholfen werden kann, weil es im Grunde nichts zu helfen gibt da ich einfach nur etwas Erkannt habe wohl möglich.

26.09.2016 13:42 • 05.04.2019 #1


18 Antworten ↓


Luna70

Luna70


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Erstmal herzlich willkommen bei uns. Ich hoffe, du wirst hier Rat und Hilfe finden.

Ist denn in der letzten Zeit irgend etwas Besonderes passiert, ein Todesfall in deinem Umfeld, ein Unfall oder sonst etwas, was ein Auslöser gewesen sein könnte?

26.09.2016 14:11 • #2


Heibaco


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Lieber Kemdiz
das Thema scheint dich ja echt fertig zu machen.
Der Tod gehört zum Leben ( so sagt man ). Und wir kennen nur das Leben.
Ich sage dazu gern mal : Wenn du wissen willst, wie es ist tot zu sein, dann stell dir vor, wie es war, bevor du gezeugt worden bist. Natürlich kannst du dir das nicht vorstellen, aber so in der Art könnte es sein.
Du wirst nicht durchs Dunkle fliegen. Du wirst nicht wissen, dass du tot bist und daß es eine Welt mit Menschen gibt.
Aber ich glaube, da dich dieses Thema so mitnimmt, solltest du mal mit einem Psychologen sprechen. Dein Problem ist ,glaube ich, nicht nur der Tod, sondern was du damit verbindest. Vielleicht die Angst, was du durch den Tod verlierst oder ob es schmerzhaft passiert.
Aber da hat ein Psychologe mehr Erfahrung und Ideen.

26.09.2016 14:24 • x 1 #3


Kemdiz


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@Luna70
Es gab eigentlich kein direkten Auslöser. Ich denke ich war schon immer sehr sehr ängstlich, extremst Familienbezogen und innerlich Labil. Ich glaube ich habe einmal zu viel und dann auch zu tief über dieses Thema nachgedacht und werde jetzt Verrückt, oder bin es vielleicht schon.
Ich hatte schon immer starke Probleme Eigenständig zu werden, mich von meiner Familie zu "lösen" und ein eigenes Leben aufzubauen, ich hänge glaube ich zu extrem an ihr, aber kann es irgendwie nicht ändern, weil ich meine Eltern und Geschwister einfach so unglaublich stark liebe und auch zu allen eine sehr gute Beziehung habe.

Klar irgendwann mal eine eigene Familie haben stelle ich mir auch sehr schön vor, aber wenn ich dann bedenke meine Eltern und Geschwister dann nur noch ganz selten sehen zu können und irgendwie 70% meines Lebens ohne die Leben werde und nur noch ab und zu sehe, dann wird mir auch echt schwindelig.


@Heibaco Das der Tod wie vor der Geburt ist versuche ich mir oft vorzustellen, aber da wo ich dann Gedanklich versuche hinzudenken ist ja Nichts. Einfach leere. Und so stelle ich mir dann auch den Tod vor und das finde ich auch so schrecklich eben.

Ich kann mir vorstellen dass meine starke Bindung zur Familie und Verlustängste vielleicht was damit zu tun haben? Ich weiß es nicht genau

26.09.2016 14:47 • #4


Heibaco


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Lieber Kemdiz,
Du beschreibst den Zustand vor deiner Geburt oder dem Tod mit dem " Nichts". Das macht dir Angst. Aber das " Nichts" ist etwas, was du nicht spürst. Du wirst nicht wissen, dass du im " Nichts " bist. Vielleicht waren wir ja vor unserem Sein mal an einem anderen Ort und dahin kehren wir zurück. So stelle ich mir das vor.
Aber hab keine Angst. Wenn du schläfst in der Nacht und nichts träumst und am anderen Morgen wieder aufwachst, dann warst du praktisch für diese Zeit, wo du geschlafen hast in deinem " Nichts ". Und war das denn beängstigend ?

26.09.2016 15:09 • #5


Luna70

Luna70


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Du schreibst, dass du keinen Schlaf mehr findest. Wie ist das denn genau, wie lange schläfst du am Stück und über wie viele Tage geht das schon so? Ein andauernder Schlafentzug kann sehr belastend sein, vielleicht ist das die Erklärung für deinen aktuellen Ausnahmezustand.

26.09.2016 15:10 • #6


Schlaflose

Schlaflose


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Ich hatte mir auch schon als Teenager oft vorgestellt, dass meine Eltern irgendwann sterben und wie schlimm das für mich sein wird. Ich konnte den Gedanken aber zum Glück immer wieder verdrängen.
Und als es dann tatsächlich so weit war, war es bei weitem nicht so schlimm wie in meinen Gedanken. Mein Vater starb vor 33 Jahren, als ich 21 war, meine Mutter erst im letzten Januar. Ich habe das alles sehr viel besser verkraftet als ich es in meinen Vorstellungen ausgemalt habe, und das obwohl ich selbst keine eigene Familie habe und jetzt allein bin.
So wie man selbst älter und erwachsen wird und sein eigenes Leben führt umso mehr kann man sich ein Leben ohne seine Eltern vorstellen und es dann auch führen, wenn es so weit ist.

Sich mit dem Gedanken an den eigenen Tod auseinander zu setzen, gehört ebenfalls zum Erwachsenwerden dazu. Und auch da ändert sich die Einstellung im Laufe des Älterwerdens. Wenn man schon viel erlebt und ausgestanden hat, kommt einem der Gedanke an den Tod automatisch nicht mehr als erschreckend sondern eher als tröstlich vor.

26.09.2016 15:22 • x 1 #7


Heibaco


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Zitat von Schlaflose:
Ich hatte mir auch schon als Teenager oft vorgestellt, dass meine Eltern irgendwann sterben und wie schlimm das für mich sein wird. Ich konnte den Gedanken aber zum Glück immer wieder verdrängen.
Und als es dann tatsächlich so weit war, war es bei weitem nicht so schlimm wie in meinen Gedanken. Mein Vater starb vor 33 Jahren, als ich 21 war, meine Mutter erst im letzten Januar. Ich habe das alles sehr viel besser verkraftet als ich es in meinen Vorstellungen ausgemalt habe, und das obwohl ich selbst keine eigene Familie habe und jetzt allein bin.
So wie man selbst älter und erwachsen wird und sein eigenes Leben führt umso mehr kann man sich ein Leben ohne seine Eltern vorstellen und es dann auch führen, wenn es so weit ist.

Sich mit dem Gedanken an den eigenen Tod auseinander zu setzen, gehört ebenfalls zum Erwachsenwerden dazu. Und auch da ändert sich die Einstellung im Laufe des Älterwerdens. Wenn man schon viel erlebt und ausgestanden hat, kommt einem der Gedanke an den Tod automatisch nicht mehr als erschreckend sondern eher als tröstlich vor.


Ich habe krampfhaft überlegt, wie ich dem jungen Mann die Angst nehmen kann und der Beitrag von Schlaflose trifft genau meine Gedanken.
Kemdiz ist noch sehr jung und da hat man inder Regel noch jede Menge vor, hat Träume und noch die Lieben.
Ein alter Mensch, der im Laufe seines Lebens Freunde und Familie nach und nach gehen sieht und wenn man im Alter krank ist und die Welt sich um ihn so verändert hat, dass er sie nicht mehr so recht versteht, dann ist der Tod nichts, was Angst macht, vielmehr finden solche Menschen den Gedanken daran eher tröstlich.

26.09.2016 15:34 • #8


Kemdiz


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@Heibaco Ich weiß worauf die Abzielst und versuche mich auch darauf einzulassen die letzten Tage. Wie es ist wenn man schläft und sich nicht mehr fühlt kann ich nicht so gut nachempfinden, denn ich träume so gut wie jede Nacht wenn ich schlafe oder auch nur sehr kurz Einnicke habe ich mindestens irgendein Kopfkino immer. Deswegen bekomme ich mich wenn ich Schlafe eigentlich immer irgendwie mit. Ich weiß nicht wie es sich anfühlt zu schlafen und sich nicht zu fühlen, weil ich halt immer durch diese Träume und Kopfkino immer ein Bewusstseinsgefühl habe.
Ich versuche mir ja vorszustellen wie es vor meine Geburt war. Aber da war ja eben nichts. Vielleicht kann sich der Kopf, der Mensch nichts einfach nicht vorstellen, weil es einfach nicht geht und deswegen drehe ich momentan so durch?
Dass ich mich an dieses Nichts nicht erinnern kann macht mir ja so angst. Klar in diesem Zustand werde ich nicht leiden dann, keine angst haben, keine negativen Gefühle haben, weil da dann ja nichts mehr ist, wenn da wirklich einfach nur nichts ist. (Langsam krieg ich schon eine Abneigung von diesem Wort "Nichts")

Aber Freude, Glück und Liebe, zu Menschen die man Liebt und allgemein sind dann ja auch nicht da einfach absoluter Nullpunkt. Dass fühlt sich einfach JETZT gerade im Leben so schrecklich an weils einfach so....Neutral ist so...ja haha Tod eben.

@Luna70 ich habe gestern, also heute das erste mal wieder etwas normalerer geschlafen. Bin so um 2-3 Uhr in der Nacht schon eingeschlafen diesmal und glaube ich das erste mal bewusst so um 8-9 Uhr aufgewacht durch Unruhe Herzrasen und Nervösität wieder.

Ich finde es erstaunlich dass ich noch stehen kann, mein Körper ist einfach dauer angespannt, das kann doch gar nicht Gesund sein.


Gibt es Medikamente, also AD oder was andere die einem dieses Gefühl von " Ich stecke in einem tiefen tiefen dunkeln Alptraum und komme da nie wieder raus, starke Sinnlosigkeitsgefühle sowie Angst und Traurigkeit" entgegenwirkt? Ich will mich nicht einfach nur Sinnlos betäuben jetzt für den Rest, aber ich würde so gern mal langsam wieder Urlaub von meiner Gefühlslage haben es ist so unglaublich anstregend und verzweifelnd sich dauerhaft so zu fühlen.
Vielleicht Medis in Verbindung einer Therapie? Oder vielleicht sollte ich viel Schokolade essen, dass soll doch Glücksgefühle auslösen oder? Hilfe

26.09.2016 15:35 • #9


Icefalki

Icefalki


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Kemdiz, ich denke, es ist mehr deine Problematik mit der Ablösung von deiner Familie. Aus der Ablösung machst du eine Auflösung des Seins.

Ängste, unsere Ängste sind Übertreibungen, beinhalten meistens den Kern der Problematik.

Bei dir scheint es, dieses Loslassens deiner Familie, deiner Sicherheit zu sein. Das stürzt dich eben in dieses allumfassende Thema von Tod und Dem danach.

Versuch ein bissle das Umdenken. Dein Thema ist weg von der Familie, Einsamkeit, Verlust von Sicherheit. Heimweh.

Für dich Fühlt sich das an wie Sterben. Daher auch dein Gedankenkarusell.

Angst zeigt uns übertrieben auf, was wir fürchten.

Und wenn du leidest, Therapie schadet nie. Im Gegenteil.

26.09.2016 15:54 • x 1 #10


Luna70

Luna70


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Ich bin gar nicht sicher, ob es gut für dich ist, mit dir das Thema Tod in allen Facetten zu diskutieren. Vielleicht so viel dazu: Menschen die viel mit dem Thema zu tun haben, wie Hospizhelfer, Palliativmediziner haben überhaupt keine Angst davor. Wenn man einen sterbenden Menschen auf diesem Weg begleitet, merkt man dass es ganz oft ein sanfter Übergang ist, ein Pendeln zwischen den Welten, mal hier und mal schon auf einer anderen Ebene. Meine persönliche Erfahrung mit dem Thema ist, dass man keine Angst davor haben muss. Genauer will ich dir das gar nicht unbedingt erklären.

Ich könnte mir tatsächlich vorstellen, dass der Schlafentzug eine Rolle spielt. Als erste Maßnahme wäre vielleicht wirklich ein Medikament angebracht, das dich mal zur Ruhe bringt. Es gibt schlafanstoßende Antidepressiva oder vielleicht wäre sogar ausnahmsweise sowas wie Tavor nötig. Das muss alles von einem Arzt verschrieben werden.

Du solltest nicht verzweifeln, du bist nicht der Einzige dem es so schlecht geht und es gibt auch Möglichkeiten dir zu helfen. Akut und auch auf lange Sicht.

Hast du mal darüber nachgedacht, dass Heimweh ein Teil deines Problems ist. Klar, du bist erwachsen, aber manche Menschen sind eben sehr familienverbunden, ist ja nichts Schlimmes dabei.

26.09.2016 15:56 • #11


Stella220793

Stella220793


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Ich kenne das Gefühl! Bei mir kommt es aber nur selten vor. Ich versuche mich dann sofort abzulenken und an was anderes zu denken. Vllt kannst du mal mit jemandem darüber sprechen? !
Ich denke dass jeder vor diesem nichts angst hat. Du könntest vllt auch mal mit jemandem sprechen der gläubig ist. Vielleicht hilft dir auch diese Ansicht.

27.09.2016 12:04 • #12


Isi87

Isi87


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Hallo kemdiz...
Mir geht es im Moment genau wie dir
Geht es dir mittlerweile besser?

26.02.2017 20:46 • x 1 #13


Blueberry86


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Hallo Kemdiz,
wie geht es dir mittlerweile?

Ich bin zufällig zu deinem Beitrag gekommen. Ich kenne deine beschriebenen Gefühle nur zu gut- mir geht es komplett gleich
Bei mir sind es immer wieder so Phasen (meistens 6 Monate lang), die dann wieder von alleine verschwinden- momentan stecke ich zum dritten Mal in meinem Leben in solch einer Phase

Zum ersten Mal war es mit 14, dann mit 23 und nun mit 30... der Ablauf ist jedes Mal der selbe- Gedanken, die aus dem Nichts kommen und mich dann 24 Stunden am Tag "begleiten" und sämtliche Freude nehmen- dabei würde ich mich sonst als komplett lebenslustigen Menschen beschreiben...

Vielleicht möchtest du ja kurz erzählen, wie es dir mit deinen Gefühlen geht?
LG Blueberry

19.10.2017 20:44 • #14


ichbeideundsie


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Hallo!

Es ist leider mit das Gemeinste am Leben, dass der Mensch mit dem Faktum klar kommen muss, dass er am Ende immer draufgeht. Kein anderes Lebewesen dieser Welt muss sich mit solchen Abgründen auseinandersetzen. Das hat auch viele Intellektuelle in der Menschheitsgeschichte umgetrieben, mir fällt da gerade Schopenhauer ein (alles wird nur erschaffen, damit es zugrunde gehen kann - sinngemäß)...

Allerdings muss man sehen, dass es dieser Todesangst-Aspekt ist, der die Menschen zu sozialem Verhalten "zwingt". Oder überhaupt erst Motivation erzeugt, sich vor Gefahren aller Art zu schützen. Wenn die Angst vor dem Sterben und dem Tod nicht wäre, würden sich viel mehr Menschen wohl auch lieber das Leben nehmen und nicht versuchen, konstruktiv aus einer misslichen Lage herauszukommen. Es ist wie eine Art "Trick" der Evolution, den Menschen zu einem bestimmten Verhalten zu verleiten. Ohne Todes-Respekt würde der Mensch ständig sein Leben aufs Spiel setzen und das wäre ganz und gar nicht im Sinne des Fortbestehens unserer Spezies.

Wenn man das berücksichtigt, dass es quasi einen Zweck erfüllt und dass jeder Mensch davon betroffen ist, kann man damit vielleicht etwas besser umgehen. Aber es wäre natürlich schöner gewesen, die Natur hätte einen anderen Weg gefunden, ohne diese unangenehmen "Nebenwirkungen".

20.10.2017 11:25 • x 2 #15


Ferkel


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Mir geht es gerade genauso wie dem Thread-Eröffner. Vielleicht noch jemandem?

10.01.2019 13:05 • #16


Thersn7


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Hallo, mir geht es genauso, mich machen diese Gedanken komplett verrückt, habt ihr Hilfe gefunden? LG

18.03.2019 01:19 • #17


Minka2012

Minka2012


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hi, ich kann mich den vorherigen Kommentaren nur anschließen. Ich habe genau solche Gedanken wie Kemdiz sie schildert. Bei mir fing das schon mit ca. 9 Jahren an, als ich mir über die Unendlichkeit des Alls Gedanken gemacht habe und dann auch über die Unendlichkeit des Todes. Sehr früh als Kind. Seitdem bin ich auch schon depressiv. Ich versuche zu ergründen, ob es ein Leben nach dem Tod gibt, um da einen Trost zu finden und schaue mir alles Mögliche an, sei es Nahtoderfahrungen, übersinnliche Phänomene, Begegnungen mit Geisterscheinungen. Ich finde es zwar schwer zu glauben, aber trotzdem gibt mir das einen Funken Hoffnung, dass da doch was dran sein könnte. Sicher habe ich mich auch mit der Bibel beschäftigt und bin dort auf die Wiederauferstehung nach dem Jüngsten Tag gestoßen. Momentan überprüfe ich aber, ob die Bibel wirklich von einem Gott sein kann oder nicht einfach so geschrieben wurde, von Menschen halt. Wenn sie wirklich von einem Gott stammt, dann muss man der Auferstehung auch glauben. Denn das würde heißen, dass er uns liebt und wenn man jemanden liebt, den will man auch nicht sterben lassen. Aber das Ganze ist nun mal ein schwieriges Thema.

24.03.2019 10:05 • #18


Hobbit2k


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Ich habe diese Phasen alle paar Jahre und die halten meist mehrere Wochen an. Das Gefühl der blanken Ohnmacht von morgens bis Abends ohne auch nur eine Sekunde der Entspannung.. Schon früh in der Kindheit und Jugend. Immer alleine durchgestanden. Von 2010 bis 2018 hatte ich Ruhe. Anfang 2018 kam es wieder... da hab ich beschlossen mir Hilfe zu suchen und war mehrere Wochen in einer Klinik was mir sehr gut tat. Leider kam es Ende 2018 wieder über Weihnachten... ich weiß nicht warum auf einmal der Abstand so kurz war. Wieder bin ich in eine Klinik und es ging mir danach besser... Die letzten Tage merke ich aber das es sich wieder zu zieht.. Kämpfe aber weiter dagegen an und versuche was ich in den Aufenthalte gelernt habe weiter durch zuziehen. Mir hat es sehr geholfen meinen Tag zu strukturieren und viel in Aktivitäten zu gehen zb zu spazieren. Auch wenn sich das in dem Moment total sinnlos anfühlt aber wenn ich erst mal eine halbe Stunde spaziere geht es mir schon besser und ich spazieren dann noch eine halbe Stunde weiter oder länger. Da muss aber jeder für sich was finden, wichtig ist nur wenn man merkt es geht nicht mehr sich Hilfe zu suchen.
Zum Thema Glauben:
Natürlich kann man alles sehr skeptisch betrachten, egal ob Nahtod, Gott oder Wiedergeburt. Kann im Zweifel auch nicht schaden. Wichtig ist nur das man nicht versuchen sollte andere zu missionieren egal ob zu einem glauben oder zu keinem Glauben. Wichtig ist nur das du für dich was findest. Vielleicht ist im Endeffekt dein Glauben eine Mischung aus unterschiedlichen Religionen und dann ist es auch egal was andere davon denken. Es muss nur für dich passen.
Meine Bezugspflege gab mir damals den Rat; das man den Platz der Hoffnung für sich selbst baut und es ist egal wie der für jeden einzelnen aussieht.

05.04.2019 22:46 • #19



Mira Weyer


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