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201908.04




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Hallo
Ich wusste leider nicht genau unter welche Gruppe ich meinen Beitrag schreiben setzen sollte, weil nichts so richtig gepasst hat.
Konnte leider bisher weder im Internet noch bei Psychatern/Neurologen/Ärzten wirklich eine Lösung finden für mein Problem, deshalb versuche ich es jetzt hier im Forum, vielleicht gibt es ja jemanden dem es ähnlich geht.

Mein eigentliches Problem über das ich schreiben wollte ist der folgende Absatz, aber dann hab ich glaube ich etwas zu weit ausgeholt und noch einiges über ein anderes Problem geschrieben

Ich habe seit ca einem Jahr das Problem, dass wenn ich mich geistig anstrenge, zB komplexere Literatur lese oder etwas recherchiere, ich schon nach kurzer Zeit von ca 0,5 bis 1 h, eine Benommenheit verspür und nicht mehr klar denken kann. Als wär meine geistige Kapazität komplett erschöpft. Gleichzeitig werde ich dann immer sehr ängstlich, fühle mich beglemmt und bin total soziophob.
Das Ganze hat eigentlich zur Mitte meiner Masterarbeit angefangen und hält bis heute an, obwohl ich schon seit Dezember damit fertig bin. Dadurch bin ich gerade leider auch komplett unfähig meine weitere Zukunft zu planen und beweg mich nur auf der Stelle

Hat zufällig jemand hier mit ähnlichen Problemen?



Der ganze Zustand hat vor einem Jahr begonnen mit Angstattacken nachdem ich Alk. getrunken hatte, also wenn ich an einem Abend zu viel getrunken hab hatte ich am nächsten Tag Panickattacken. Das waren aber nicht normale Panickattacken, wie sie überall beschrieben werden, die nur wenige Minuten andauerten, sondern die im Schnitt drei Tage gingen Der erste Tag, war immer der übelste, ich konnte überhaupt nichts machen, bin nur sehr panisch im Zimmer rumgelaufen, richtig übel...raus gehen war überhaupt nicht drin, weil ich so eine Angst hatte jemandem zu begegnen und in der Wohnung war es die Hölle.
Natürlich hab ich dann einfach versucht keinen Alk. mehr zu trinken, was im Grunde auch funktioniert hat. Man muss dazu sagen, dass ich die drei Jahre davor versucht habe meine leichte Angststörung und Sozialphobie mit Alk. zu lösen, was aber nicht die beste Idee war
Also wie gesagt, habe ich dann auf den Alk. verzichtet, aber nach einer gewissen Zeit kamen die Angstattacken auch so. Und sie hatten im Grunde immer den ähnlichen Ablauf: Der erste Tag war richtig schlimm, jede Minute war die Hölle, am zweiten Tag war es auch noch übel, aber es wurde schwächer und am dritten Tag ist es meist abgeklungen und ich konnt wieder halbwegs klar denken, aber hatte immernoch eine starke Unruhe.

Das hat mir alles eine rießen Angst gemacht, vor allem dieses unkontrollierte Entstehen und die lange Dauer, in der ich nichts machen konnte. Wenn es dabei geblieben wäre, dass es nur nach dem Alk. kommt, hätte ich dies ja einfach umgehen können, aber so ist es überhaupt nicht zu regeln.

Habe dann verschiedene Sachen ausprobiert und mir überlegt, an welchen Rezeptoren es liegen könnte (bin Chemiker/Biochemiker):
Citalopram (Hat überhaupt nichts gebracht, also dachte ich mir an den Serotoninrezeptoren kanns nicht unbedingt liegen, beziehungsweise hier hilft wohl eine Veränderung nicht)
Venlafaxin (das gleiche, wirkt ja auf Serotonin und Noradrenalin)
Dann hab ich mir überlegt, dass sich durch den voran gegangenen Alk. eine erhöhte Anzahl an Glutamatrezeptoren gebildet hat, die zu Angst und Panik führen können. Aber da ich ja seit Monaten abstinent war, hat sich das auch erledigt. Nichts desto trotz hab ich und mein Psychater dann überlegt, welche alternative man noch probieren könnte deswegen haben wir Pregabalin ausprobiert. Davon wurde ich aber benommen, was wieder zu Angstzuständen geführt hat.
Bei einer anderen Ärztin habe ich dann noch Baclofen ausprobiert, was mir von allem am besten geholfen hat, aber die Angstattacken auch nicht wirklich verhindern konnte.
Zusätzlich habe ich noch andere Sachen ausprobiert:
Promethazin (kaum Einfluss auf die Angstattacke)
Diazepam (selbst eine Dosis von 4 mg hat die Angst nicht wirklich wegbekommen, aber immerhin wurde ich dadurch so müde, dass ich die anfängliche schlimme Phase zum Teil verschlafen konnte)
Alprazolam (bis 3 mg haben auch hier zum gleichen Ergebnis geführt, außer dass die Müdigkeit nicht so stark war)

Nebenbei habe ich noch einen Kurs zur progressiven Muskelentspannung nach Jacobsen belegt und angefangen zu meditieren, hat aber beides kaum geholfen und während einer Attacke war es unmöglich dies anzuwenden.

Habe also eine Reihe von Sachen ausprobiert, die mich aus diesen fürchterlichen Angstattacken heraus holen sollten. Da aber alles nicht funktioniert hat, habe ich ab der dritten Attacke angefangen zu versuchen die Zeit so schnell wie möglich abzuwarten. Das ging am besten im Schlaf, deswegen hab ich versucht zwei Tage nahezu durchzuschlafen, natürlich mit kurzem Austehen und so. Also hab ich einfach Schlaftabletten, Neuroleptika und manchmal Benzodiazepine genommen, damit ich zumindest den ersten Tag schlafen konnte. Das hört sich jetzt wahrscheinlich verrückt an, aber das war bzw ist bisher die beste Lösung für mich.
So eine 24 h Panickattake ist einfach unerträglich, am liebsten hätte ich mich während der Zeit einfach irgendwo runter gestürzt, wenn ich nicht so eine rießige Angst gehabt hätte. Vor allem folgen dann noch zwei Tage einer abgeschwächten Version.


Also die Angstattacken treten mittlerweile seltener auf, jedoch immer noch unkontrolliert. Hat hier jemand ebenfalls lang anhaltende Panikattacken?

Sorry wenn alles ein bisschen wirr ist.

Würde mich sehr über eine Rückmeldung freuen
11.04.2019

Auf das Thema antworten


  08.04.2019 19:12  
unimaginative hat geschrieben:
Also die Angstattacken treten mittlerweile seltener auf, jedoch immer noch unkontrolliert. Hat hier jemand ebenfalls lang anhaltende Panikattacken?

Ich will nicht für alle sprechen, aber ich denke, dass es dir Regel ist.
Man hat nicht nur 100%-0% Panikattacken, sondern es gibt dazwischen einen Graubereich und der nennt sich "Angststörung".
Die akuten Panikattacken sind dabei die Spitzen. Hat man gerade keine Panikattacken, steckt man idR trotzdem in einer erhöhten Nervosität/Angststörung.

Ich fürchte deine Erwartungen an die Medikamente sind zu hoch.
Durch die Medikamente verschwindet die Problematik nicht vollständig, aber sie nehmen dem Geschehen die Spitzen, so dass es erträglicher wird.

Weil du bisher so schwach auf die Medikamente reagiert hast, hab ich noch einmal überlegt, ob das wirklich Panikattacken sein können, aber ich denke schon, dass sie es sein könnten bzw. Fachärzte das beurteilen sollten.

Die Medikamente wirken umso schwächer, je schlechter es einem geht.
Bei extremen Panikattacken merkt man selbst von Benzos nur bedingt was. Die Müdigkeit und Nachholen von Schlaf beruhigt einen idR dann doch etwas.

Deine Panikattacken lesen sich wirklich schlimm, da kamen gerade Erinnerungen hoch. Du bist nicht der Einzige. Kopf hoch.



13681
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BaWü
10186
  08.04.2019 19:19  
Was befürchtest du denn, wenn die Angst kommt? Oder kommt die Angst, weil eine Neuerung ansteht?



219
3
NRW BN
105
  11.04.2019 07:37  
Ich hab ein überaktives Nervensystem und schaffe es nicht , überhaupt mal in Ruhe Literatur zu sammeln . Naja bin seit 10j auch vom Studium beurlaubt und meine Ärztin gibt mir nur den Rat, Gehirn trainieren mir 5min und dann steigern . Leider wenn ich mich für die Diplomarbeit anmelde, kann ich mich nur 4wo krank schreiben lassen. Dennoch wage ich im Herbst nochmals den Schritt. Wohlwollend dass ich bisdahin meine angststörung im Griff hab und zur Ruhe komme ..ich setze auf Vit b und mache nun nochmal einen serotonintest.auch der Blutwert gibt Schonmal eine Tendenz .



Mira Weyer

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