Hallo Perlmutt,
sicher wirst Du auf diesem Weg nicht verrückt, Du bist wahrscheinlich aber sehr sensibel in der Aufnahme von Informationen und beziehst schnell alles auf Dich.
Wichtig ist, dass Du Dir eins ganz klar machst: das, was Du Dir vorstellst oder denkst, sind immer Produkte Deines eigenen Gehirns - und keinesfalls automatisch Tatsachen. Deshalb hast Du auch die Kontrolle darüber, wenn Du nicht alles gleich als bare Münze nimmst, sondern immer auf seinen realen Sinn überprüfst, also rationaler denken lernst.
Hier empfehle ich Dir für das Vorgehen: Merkle/Wolf, "Gefühle verstehen und bewältigen" aus dem PAL Verlag oder auch von Watzlawik, "Anleitungen zum Unglücklich sein", um die Kraft - negativ und positiv - Deiner inneren Gedanken, Einstellungen und Werte besser einschätzen zu lernen.
Das zweite ist, zu lernen, Deine Aufmerksamkeit bewusster zu lenken. Wenn Du ständig an etwas denkst, das Dir nicht gut tut, dann bist Du dem nicht ausgeliefert ("du musst also nicht so denken", auch wenn es Dir so erscheint). Wenn Du den Inhalt auf Realität überprüft hast und es Unsinn ist, was Du denkst, dann übe Dich darin, immer sofort STOPP zu sagen, wenn Du Deine Aufmerksamkeit erneut darauf lenkst und mache sofort etwas anderes, was Deine Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt - immer wieder - bis die unsinnigen Denkinhalte langsam verschwinden. Das dauert aber meist etwas länger, als Du sie Dir angeeignet hast. Also ist es wichtig, immer weiter zu üben. Du musst Dein Gehirn überzeugen, dass keine Gefahr besteht und es aufhören kann, diese Denkinhalte zu produzieren, denn es will Dich eigentlich nur warnen bzw. schützen, kann aber nicht wissen, ob wirklich eine Gefahr besteht oder diese wie in Deinem Fall nur "erdacht" ist. Das kannst nur Du mit Deinem Verstand klären.
Liebe Grüße
Bernd Remelius