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Ich bin 29 Jahre alt und leide seit ich 17 Jahre alt bin unter starken Depressionen und Ängsten. Die Ängste begannen schon in der Kindheit in Form von Trennungsangst, Angst vor dem Alleinsein, Versagensangst (mein Vater sagte immer ich sei zu nichts nutze),soziale Phobie (durch Ablehnung durch Gleichaltrige, da ich anders war), starke Prüfungs-, Existenz- und Zukunftsängsten.Um meinen Eltern zu gefallen begann ich 2001 eine Bankausbildung, die ich trotz dem Rat meiner Psychologin besser eine Therapie zu machen auch zu Ende brachte. Ich wurde übernommen und war immer der Ansicht weiter arbeiten zu müssen, obwohl mir egal welche Tätigkeit, ob sie mir Spaß machte oder nicht, jede Energie für meinen Haushalt, Hobbys oder soziale Kontakte nahm und ich nur lebte um zu arbeiten.Erst 2007 war ich für 18 Monate krank und habe mehrere Therapien gemacht sowohl stationär, ambulant und teilstationär, medikamentös ja schon länger ohne jeglichen Erfolg. Die Therapie hat mir NICHTS gebracht. Danach wurde ich nur noch gemobbt bis ich selbst um Kündigung bat. Seit Oktober bin ich wieder krankgeschrieben. Die Krankenkasse will die Zahlung, da diese mich für nicht erwerbsfähig hält und ich eine Zeitrente beantragen soll. Über eine Zeitarbeitsfirma habe ich ab Montag einen neuen Job. Obwohl ich aus ärztlicher Sicht nicht arbeitsfähig bin. Ich habe große Angst zu versagen und einfach nicht in der Lage zu sein ein normales Leben zu führen, indem es nicht nur Arbeiten und Schlafen gibt und eventuell mal Kinder zu haben. Ich habe einfach panische Angst dem normalen Leben nicht gewachsen zu sein und festzustellen, dass ich wirklich nicht in der Lage bin jemals ein Familienleben zu führen. Ich möchte einfach nur in der Lage sein zu arbeiten, Sport zu machen, Freunde zu haben, den Haushalt im Griff haben, sowie die meisten anderen Menschen auch. Ich habe wirklich Angst davor das niemals zu schaffen und dazu kommt noch dass ich riesige angst vor der Angst habe.

25.02.2011 19:02 • 27.02.2011 #1


4 Antworten ↓


Hallo Nadine,

manches von dem, was Du schreibst, ist mir auch vertraut, v.a. das mit Trennungs- und Versagensängsten. Bin in Deinem Alter, es ging bei mir etwas später los, so mit 19, Therapieerfolge gab es zwar, aber geheilt bin ich sicher nicht. Ob ich jemals ein normales (Familien)leben führen kann (bzw. führen will), weiß ich ebenfalls nicht, ich hoffe einfach, dass ich irgendwann rausfinde, ob es definitiv nichts für mich ist. Ich weiß nicht so recht, was ich Dir konkret raten soll, außer vielleicht mehr Rücksicht auf Dich selbst und Deine Bedürfnisse zu nehmen, weil Du sehr darauf bedacht zu sein scheinst, immer funktionieren zu müssen.

Die Stelle am Montag würde ich mit einer "offenen" Einstellung beginnen, es muss nicht der richtige Job für Dich sein, Konsequenzen hin oder her. Einfach probieren.

Grüße

pc

26.02.2011 19:53 • #2



Angst mein Leben niemals in den Griff zu bekommen

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Vielen Dank für Deine Antwort.
Ich muss leider irgendwie lernen normal zu arbeiten und dabei meinen Haushalt und Zeit und Energie für meine Hobbys habe. Das habe ich in zehn Jahren Berufsleben nie geschafft. Der Tag verlief immer gliech, arbeiten, Feierabend und so kaputt, dass ich mich zu nichts mehr aufraffen konnte und obbendrauf noch ständig Sorgen gemacht, wie ich den nächsten Tag übrstehen soll. Meine Ärztin ist der Meinung ich kann nicht mehr arbeiten, ebenso die Krankenkasse, die von mir erwartet eine Zeitrente zu beantragen. Ich kann mich aber irgendwie nicht damit abfinden in meinem Alter schon nichts mehr auf die Kette bekomme.
Vor dem Job morgen habe ich höllische Angst. Selbst, wenn mir mein Freund sagt, dass da nichts passieren würde, leide ich trotzdem unter erheblichen Panikattaken im Moment, Sowohl Versagensängste, soziale Phobie, Angst vor Veränderung und mein mangelndes Selbstwertgefühl sind dabei das Problem. Da bei mir gegen die Panik keine Medikamente wirken habe ich mich gestern zu gesoffen um diese Ängste zu betäuben. Aber das kann ja es ja auch nicht sein. Ich mache mir mein ganzes Leben kaputt.

LG
Nadine

27.02.2011 10:19 • #3


Hallo,Nadine ich muss dir sagen ich finde es ganz toll von dir das trotz all dem was deine Ärztin sagt du nicht auf gibst und arbeiten willst,das zeigt das du stark bist,es ist schon mal sehr gut,wirklich,du bist stark das eizige was du brauchst ein wenig mehr selbst vertrauen.Was machste gerne,oder was wollteste schon immer machen und es nie geschaft oder dich getraut hast zu machen?Mache mit dir kleine liste mit sachen die du machen willst,und erstelle ein plan,so wie ein wochen plan,von wann bis wann du arbeiten musst und in deiner freizeit trage vieleicht als beispiel fitnesstudio,du musst nicht gleich voll dabei sein aber schrit für schrit.auch ein haushalts plan machen so das du aufschreibst was und wann du das machst,es hört sich vieleicht komisch an ,aber warum muss immmer alles so kompliziert sein.Wenn es dir hilft ich hab mit 30 mein ganzes leben umgekrempelt,hab neue arbeit,anderes umfeld,einfach alles,obwoll ich , ja wie soll ich beschreiben,einfach ängstlich war, habe mir nie was zu getraut,war immer der ausenseiter,hab heute auch noch ängste(viel weniger) aber die kommen auch weg,ist mein ziel für zukunft.lg julia

27.02.2011 11:25 • #4


Ich denke, Dein Problem ist einfach, dass Du alles andere der Arbeit unterordnest und Dich dort komplett verausgabst, um bloß keinen Fehler zu machen. Die Ursache dafür hast Du schon selbst genannt. Vielleicht wäre eine Teilzeitstelle etwas für Dich, sollte der Job morgen nichts für Dich sein. Aber erstmal abwarten!

Das Grundproblem besteht bei Teilzeitbeschäftigung zwar weiter, aber vielleicht kannst Du dort leichter lernen, die Arbeit weniger verbissen anzugehen und mehr für Dich selbst zu tun. Ich musste das auch erst lernen und bin nach wie vor "rückfallgefährdet".

Grüße

pc

27.02.2011 15:17 • #5





Mira Weyer