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Hallo erstmal.

Nachdem ich wochenlang Tag für Tag mehrere Stunden nach entsprechenden Foren googlete, denke ich, dass ich hier richtig bin, darum meldete ich mich soeben hier an. Leider gab es kein Thema, dass meine Angst beschreibt, darum bitte ich Euch, mir in diesem neuen Thema behilflich zu sein.

Erst einmal zu meiner Person:
Ich bin 26 Jahre alt und habe Koch gelernt. Parallel dazu habe ich eine Ausbildung zum Betriebsassistent im Handwerk und anschließend meinen Betriebswirt gemacht. Irgendwann machte mir der Kochberuf keinen Spaß mehr und da man in meiner Heimat keine Anstellung bekommt, wo man eine Weiterbildung zum Betriebswirt benötigt, beschloss ich Lebensmittelchemie zu studieren. Aus privaten Gründen sah ich mich gezwungen das Studium zu beenden.

Nun bin ich seit einem halben Jahr in die Zeitarbeit geraten und arbeite wieder als Koch. Trotz ständiger Bewerbungen für Anstellungen außerhalb des Lebensmittelbereichs finde ich keine andere Anstellung. In meinem Freundeskreis bin ich hoch angesehen, ich lästere niemals über andere Personen, arbeite nebenbei ehrenamtlich, habe in meinen Vereinen Positionen angenommen und habe mit unserem Bürgermeister schon über diverse Verbesserungsvorschläge gesprochen. Ich helfe in meiner Nachbarschaft und in meinem Freundeskreis wo ich nur kann.

Vor einigen Wochen wollte sprach mich ein Freund beim Zelten an, er würde gerne mit mir unter vier Augen reden. Er hatte das Gefühl, dass etwas mit mir nicht stimmen würde. Es sei so, dass ich ständig unter Druck leiden würde, ich zittere. Das ist auch schon meiner Familie in der letzten Zeit verstärkt aufgefallen.

Ich dachte in der letzten Zeit verstärkt darüber nach. Ich habe ständig Kopfschmerzen, kann nachts nicht schlafen und habe keine Angst - zumindest bis mir klar wurde, dass ich Angst habe in Vergessenheit zu geraten. Das wenn ich sterbe sich niemand mehr an meinen Namen erinnert. Das ist komplett irrsinnig! Ich bin 26 und alles, was mir seitdem durch den Kopf geht ist das. Ich habe schon versucht einen Strich in meinem Berufsleben zu ziehen, doch seit der Aufgabe meines Studiums denke ich, dass ich gar nichts mehr wert bin. Auf der Arbeit werde ich gemobbt, mir werden Dinge in die Schuhe geschoben, die ich gar nicht tat, mir wird nicht gegrüßt oder mich nach meiner Krankmeldung gefragt, wie es mir geht. Auch Sprüche wie: Das muss selbst ein Lehrling im ersten Lehrjahr wissen, Wie blöd bist du eigentlich?, Sei nicht so beschissen freundlich oder Deine Familie ist bestimmt sehr stolz auf jemanden wie dich (sarkastisch gemeint).

Dann vor einigen Tagen brach ich bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung, wo ich aktiv bei einer Wette zur Spende an ein Kinderdorf zusammen. Mein Hausarzt überwies mich zum gründlichen Check ins Krankenhaus, wo allerdings nichts festgestellt werden konnte.

Ich hatte versucht mit meinem Studium irgendwann etwas großes zu erreichen, ich hatte versucht als Koch irgendwann groß durchzustarten, meine Familie setzt mich unter Druck: In deinem Alter hatte ich schon ein eigenes Haus; Wann schenkst du mir endlich Enkel?; Schau deinen Cousin an!; Warum hast du noch keine feste Freundin? usw.

Es kommt mir so vor, als hätte ich noch nichts erreicht. Nachts wandere ich alleine durch den Wald, damit ich mit meinen Gedanken alleine bin und mir vorstelle, wie mein Leben aussehe, wenn ich einige Dinge anders angepackt hätte. Und immer diese eine Angst: Was wenn ich im Leben nichts zustande bringe, an das man sich zurückerinnert.

Ich wäre Euch sehr dankbar, wenn Ihr mir einige Tipps geben könntet, wie ich mit dieser Angst umgehen sollte. Mein Freundeskreis kam zu dem Entschluss, dass ich eine 180 Grad Kehrtwende in meinem beruflichen Leben machen sollte. Was meint Ihr?

Mit freundlichen Grüßen, SeSa

23.09.2013 17:42 • 23.09.2013 #1


2 Antworten ↓


@ serenaya,
herzlich willkommen bei uns....

Es ist kein Wunder,dass du zusammengeklappt bist,denn so wie ich es lese,
stellst du enorme Anforderungen an dich selber.
Du willst überall der Beste, der Beliebteste sein,willst in deiner
Arbeit ganz groß durchstarten,in deiner Freizeit widmest du dich auch noch
der Wohltätigkeit.....
ein bißchen viel,findest du nicht?

Woher rührt denn dieser Druck,kommt das aus deinem Elternhaus?
Du musst mal einige Gänge zurück schalten,
auch wenn du bist,wie du bist, werden dich die Leute mögen und akzeptieren,
du musst kein Übermensch sein!

23.09.2013 17:49 • #2


Vom Elternhaus werde ich nur bedingt unter Stress/Druck gesetzt, mit den oben genannten Kommentaren, die beiläufig fallen. Eher mehr stresst mich die Arbeit, vor allem, da mir zu Beginn gesagt wurde der Weg ist egal, doch das Ziel muss stimmen. Doch mit meinen Arbeitsweisen ist mein Chef ganz und gar nicht begeistert, obwohl meine Gerichte immer sehr gut sind und ich nur Lob von den Gästen erhalte. Ich benutze halt keine grammgenauen Rezepte, sondern mache alles Pi mal Daumen. Naja - der Arbeitsvertrag läuft nur noch bis zu diesem Mittwoch, insofern können mir die Kommentare seitens meines Chefs jetzt egal sein. Eine Anschlussstelle habe ich leider noch nicht...

Ich mache all diese Dinge nicht, um der Beste oder der Beliebteste zu sein, sondern wie ein Freund meinte, um mich bei anderen zu verewigen. Ich habe ja auch schon den Gedanken gefasst einige Gänge zurückzuschalten, allerdings ist meine Befürchtung, dass dies meine Angst in Vergessenheit zu geraten, noch weiter verstärken würde.

23.09.2013 19:01 • #3




Mira Weyer