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Hallo Leute, ich schreibe mal in diese Forum, weil Therapie ja im weitesten Sinne etwas mit Beziehung/ Nähe zu tun hat.
Und zwar bin ich (w) noch am Anfang einer Therapie bei einem Therapeut (m).

Heute brachten wir das Thema zur Sprache Übertragungssituationen/ Verliebtheit in Therapeut/in, aus dem Anlaß, dass mir das vor einigen Jahren schon mal passiert ist.
Ich sagte auch gleich dazu, dass ich das nicht noch einmal erleben will, weil es eh nicht gut ausgeht und nur Schmerzen bringt, die alles schlimmer machen, weil es fast in jedem Falle einseitig ist.
Dazu sagte er, dass, wenn es passieren sollte, dass ich mich verliebe, er es wissen möchte- so weit so gut, dass man es thematisiern sollte ist klar.

Aber dann weiter: dass er dann das Mandat niederlegen müßte/ würde und mich an jemand anderes weiterleiten würde.
Daraufhin warf ich dann noch sowas ein, dass Verliebtheit für jeden etwas anderes bedeutet und fragte ihn, warum thematisieren ihm nicht reicht, sonder er das Mandat gleich ganz niederlegen würde. Weil Verliebtheit zu sehr von der Therapie ablenken würde, sagte er.
Tja, und nun bin ich komplett verwirrt.
Da man mit dem Therapeut ja ganz viel bespricht, baut man zwangsläufig mehr Nähe auf, als zu anderen Leuten. Und diese Themen dominieren auch ziemlich den Alltag, d.h.
man überlegt schon mal unter Dusche, was er oder sie jetzt zu diesem und jenem Thema sagen würde. Bei mir ist es auch so, dass ich dann in gedanklichen Zwiegesprächen lande, was auch andere Personen betrifft, mit denen ich zu tun habe. Sprich: sich in jemanden zu verlieben, der einem wie kein anderer zuhört, geht schneller als man möchte.
Andererseits gehört das Thema unglückliche Liebe oder auch Sexsucht ja zu manchen Krankheitsbildern dazu oder wurzelt in der Kindheit.

Also Leute: bitte sagt mir, wo würde für euch Verliebtheit anfangen, schon bei Idealisierung, oder wenn man sich im Gedanken an sie/ ihn seine Lust befriedigt?

Als ich die Stunde heute erst mal sacken gelassen hatte, kam bei mir aber auch eine Erleichterung, ich wußte, dass mir sexuell nichts passieren kann, und er nun wirklich meine Seele meint, nicht meine Hülle....

ach menno, wer kann mir weiterhelfen?

10.07.2012 19:34 • 11.07.2012 #1


13 Antworten ↓


Ich glaube deine Gedanken sind ganz normal.
Zum Therapeuten hat man halt eine so enge Bindung , weil man irgendwie einen seelenstrip da hin Legt und ihm auf eine Art und weise auch sehr vertraut.
Ich habe zu meinem schon mal gesagt, dass ich Angst habe , dass jemand bei ihm in der Praxis einbricht und meine Akte klaut und an die öffentlichkeit gelangt !
Oder das ich nicht will, dass er abends beim abendessen mit seiner frau ( auch Therapeutin) über mein Seelenheil spricht. Verlieben könnte ich mich nicht, da ich ihn manchmal auch irgendwie als Feind sehe, weil er mich teilweise massregelt oder mich anstrengt , er meinte , er weiß auch, dass ich oft keinen Bock habe zur Therapie zu kommen.
Ich denke, man sollte diese Nähe durch diese gespräche nicht zu sehr überbewerten.
Privat will ich ihm auch nicht über den weg laufen , vielleicht weil ich mich für vieles was ich dem auch Sage, zum Teil bisschen schäme. Und er auch schon mal meinte, ich könne gehen, wenn ich immer alles anzweifel was er sagt bin aber geblieben. Weil ich so Dachte, der hält meine ausraster ja auch aus. Es ist schwer, finde ich, diese Beziehung zum Therapeuten.
Habe mir da schon oft Gedanken drüber gemacht , ob ich will, dass dieser Mensch, auch wenn er sich neutral gibt, alles von mir wissen soll?! Denn irgendwie hat man ja schon Gefühle zu diesem Menschen, und will nicht , dass er das vertrauen missbraucht.

10.07.2012 19:52 • #2



Therapie/ Therapeut

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Du hast da gerade etwas wichtiges gesagt, nämlich dass du ihn manchmal auch als Feind ansiehst.
Und das tue ich auch teilweise, aber je mehr er mich ärgert, umso mehr idealisiere ich ihn,
das ist das, was ich kennengelernt habe: schlechte Behandlung ist das Ideal für mich.
Vll. doch eine Übertragungssituation anderer Art... wahrscheinlich laufe ich weg, wenn er mich gut behandelt... ja sehr wahrscheinlich sogar...

10.07.2012 20:20 • #3


Hallo psydo,

habe deinem Beitrag gerade gelesen.kann es sein,dass du histrionische persönlichkeitsstörungsanteile hast?


LG!

10.07.2012 20:26 • #4


was ist das? ach ich kann ja auch kurz mal googeln

10.07.2012 20:31 • #5


Achso .. Ok ich verstehe .. In dem Verhaltensmuster war ich auch lange und manchmal frage ich mich, ob ich es nicht immer noch bin?
Dann verstehe ich dich. Aber zum Glück verliebt man sich ja nicht in jeden, der einem weh tut?! Weiß ja nicht, ob du ihn körperlich oder vom Charakter her anziehend findest ? Wenn, suche dir doch lieber eine Frau als Therapeutin.

Lieben Gruß

10.07.2012 20:37 • #6


Hast du es gegoogelt?Was dabei raus kommt hört sich nämlich ziemlich fies an,entspricht aber nicht dem, worauf ich hinaus wollte.Das Schema,welches hinter der Störung steckt ist Wichtigkeit, Solidarität, Verlässlichkeit usw. deshalb verlieben sich viele Betroffene in ihre Therapeuten,da die benötigten Beziehungsmotive in der Therapeuten Beziehung befriedigt werden

10.07.2012 20:38 • #7


Hallo Hoffnungsschimmer, ja habe es gegoogelt. Aber ich muß sagen, in einem Großteil finde ich micht tatsächlich wieder, nicht in allem.
Wie bist du darauf bei mir gekommen? Und woher kommt so etwas?

10.07.2012 20:43 • #8


Ich habe selber eine kombinierte persönlichkeitsstörung mit histrionischen und Borderline Anteilen. Ich lese zur zeit ein Buch über die histrionische Störung und dort stand das mit dem verlieben in Therapeuten. Die Störung wird durch die Kindheit ausgelöst.

10.07.2012 21:01 • #9


bei mir wurde auch mal Borderline diagnostiziert, habe mich gerade durch sämtliche
Persönlichkeitsstörungen gegoogelt.
Das Komische sind dann diese DP's und Dissoziationen und die kommen lt. Google auch bei bei der histrionischen PS vor, sowie auch Hypochondrie, die im Moment gar nicht da ist.
Aber wirkliche Hysterie? Schlucke eigentlich eher immer alles runter. Aber durch Äußerlichkeiten im Mittelpunkt stehen wollen, das tue ich auch, das geht so weit, dass ich mich bevor ich in Ohnmacht falle, noch schminken muss

10.07.2012 22:00 • #10


Bei mir ist es auch so,dass ich nicht zu theatralischem oder dramatischen verhalten neige.Muss auch nicht immer im Mittelpunkt stehen -im Gegenteil, manchmal ist mir das sogar unangenehm. Aber es muss ja auch nicht alles zutreffen .reicht ja auch schon so dissoziationen habe ich auch sowie die Neigung zur hypochondrie.
scheint so,als hätten wir da einige Gemeinsamkeiten wie alt bist du denn?

10.07.2012 22:11 • #11


Ich bin 43. Ich hatte heute einen Termin bei meiner Psychiaterin und habe sie mal auf diese Persönlichkeitsstörung angesprochen.
Sie meinte, dass sie eine ausgesprochene Storung in der Art bei mir nicht feststellen könnte.
Oft sei es aber so, dass viele Menschen von verschiedenen Pers.störungen mehrere oder einige Anteile haben. Sie nannte dazu noch ein Beispiel, das ich aber i.M. nicht zusammenkriege.
Was bei mir auch auffällt, ist die leichte Beeinflussbarkeit und dass das, was andere sagen/ tun ich mir gleich anziehe, auch wenn es nicht böse gemeint ist oder gegen mich gerichtet.
Habe da eine übermäßige Empfindlichkeit.
Wie alt / jung bist du Hoffnungsschimmer?
Lg psydo

11.07.2012 11:44 • #12


Wenn du schon von dir weißt, dass es die Möglichkeit gibt dich in den Therapeuten zu verleben, warum hast du nicht einen weiblichen gesucht um dies auszuschließen und die Therapie nicht zu gefährden?

11.07.2012 15:46 • #13


Weil sich jemand anderes darum gekümmert hat, dass ich einen Therapieplatz bekomme
und das der einzig freie gerade war.
Hätte sonst die zweijährige Sperre bis September gehabt.

11.07.2012 17:34 • #14



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Univ.-Prof. Dr. Jürgen Margraf