4

enana

Hallo an alle

Ich bin neu hier und falls ich in irgendein Fettnäpfchen trete - schon mal sorry.
Kurz zu mir, ich bin 32 Jahre alt und leide schon seit ich denken kann an Agoraphobie und Emetophobie. Nach schweren Jahre mit vielen vielen Tiefs kamen nun noch Panikattacken und Depressionen dazu. Derzeit bin ich AU und bin froh, wenn ich das nötigste schaffe ohne durchzudrehen. Das Haus zu verlassen und Termine wahr zu nehmen ist sehr schwer. Ich habe mich jetzt dazu entschieden eine Therapie zu machen, da der Leidensdruck einfach zu groß ist. Wartezeit für Therapieplatz 12 Monate! Ich hatte Glück und habe jetzt nach 8 einen bekommen. So nun hat der Therapeut nur alle 2 Wochen Zeit -in den Sommerferien gar nicht. Ich frage mich jetzt, ob das überhaupt Sinn ergibt. Er sagt, er würde immer nur alle 2 Wochen machen. Nun ist es so, dass wir alle 2 Wochen in Wunden rum stochern -und dann gehts mir mies und habe dann zwei Wochen keine Möglichkeit mit jemandem darüber zu sprechen. Ist das denn normal, dass man in der ersten Akutzeit nur alle zwei Wochen Therapie bekommt. Kann das überhaupt helfen? Wie ist das denn bei euch? Ich bin jetzt am überlegen doch noch einen anderen Platz zu suchen. Ehrlich gesagt fühle ich mich zu schlecht um immer zwei Wochen zu warten Oder sollte ich zufrieden sein mit dem was ich habe?

Liebe Grüße von enana

21.06.2017 20:59 • 21.09.2017 #1


50 Antworten ↓


koenig

koenig


1531
75
847
Also in Akutfaellen wäre wöchentlich schon gut.
Ein guter Therapeut stochert auch nicht rum. Und dir geht es dann auch nicht mies, sondern hoffentlich besser.
Den ersten würde ich erst einmal wahrnehmen und dann schauen ob es passt.

21.06.2017 21:09 • #2


Minkalinchen

Minkalinchen


1850
17
311
Ich denke, es ist doch erstmal besser, als gar nix.
Ich würde es mal ausprobieren, vielleicht bekommst später doch jede Woche einen Termin...abwarten.

21.06.2017 21:16 • #3


Mondkatze

Mondkatze


14122
13
11128
mit einem Termin alle 2 Wochen wäre ich super zufrieden gewesen.

Ich habe immer Termine nach 4-6 Wochen bekommen. Wobei 4 Wochen schon "zeitnah" war.
Das war total sch...

21.06.2017 21:44 • #4


Schlaflose

Schlaflose


18754
6
6774
Das hängt davon ab, ob man die Therapie bei einem Psychiater oder einem psychologischen Psychtherapeuten macht. Psychiater sind ja in erster Linie Fachärzte und haben wenig Zeit für Therapien, wenn sie es überhaupt anbieten. Da ist es häufig so, dass die Therapie nur alle paar Wochen stattfindet. Bei psychologischen Therapeuten sollte es eigentlich wöchentlich sein.

22.06.2017 04:12 • #5


Andy3


Bei mir war es anfangs wöchentlich und jetzt 14tägig nach 50 Stunden bei einem Therapeuten. Als Akutfall hatte mich meine Psychiaterin in eine Tagesklinik eingewiesen.

22.06.2017 05:37 • #6


enana


Okay, danke für eure Antworten. Es ist ein psychologischer Psychotherapeut und ich bin einfach davon ausgegangen, dass einmal pro Woche üblich ist, um überhaupt wirklich mal dran bleiben zu können. Aber dann kann ich mich mit 14-tägig ja wohl glücklich schätzen.
Zitat von koenig:
Also in Akutfaellen wäre wöchentlich schon gut.
Ein guter Therapeut stochert auch nicht rum. Und dir geht es dann auch nicht mies, sondern hoffentlich besser.
Den ersten würde ich erst einmal wahrnehmen und dann schauen ob es passt.


Hatte ich gestern schon so das Gefühl und das war noch der Probetermin. Ich kann derzeit ganz schlecht raus gehen und er fängt dann damit an, dass ich wieder Arbeiten gehen soll, am besten noch Vollzeit, und hat dann gar nicht mehr aufgegeben - ich bin dann raus und dachte nur man bist du ein totaler Komplettversager, dass du es nicht schaffst arbeiten zu gehen. Ich muss dazu sagen, dass ich immer arbeiten gegangen bin, trotz Ängsten - es waren dann die körperlichen Symptome, die es mir letztendlich unmöglich gemacht haben weiter zu machen....

22.06.2017 08:04 • #7


koenig

koenig


1531
75
847
Ich glaube nicht dass das ein guter Therapeut ist. Finde ich persönlich. Klar ist es wichtig, die taeglichen Dinge zu machen etc., aber jetzt waere es wichtig dich aufzubauen und nicht unter Druck zu setzen.

22.06.2017 09:50 • x 1 #8


Cathy79

Cathy79


1887
17
927
Hallo enana!

Ich habe auch nur alle zwei Wochen Therapie. Und immer nur ne halbe Stunde. Die sind alle so überlaufen da kann man froh sein wenn einen überhaupt noch einer nimmt.

Ich hätte z.B. auch lieber Verhaltenstherapie gemacht weil ich denke die bringt bei Panikattacken mehr aber dafür habe ich keinen Platz gefunden. Mache jetzt "nur" Gesprächstherapie. Aber besser als nichts.

Und es stimmt, grade am Anfang sollte einem der Therapeut keinen Druck machen. Klar irgendwann kommt man an den Punkt wo es unangenehm wird. Aber meiner hat am Anfang nur zugehört. Und er akzeptiert wenn ich sage ich kann nicht mehr arbeiten gehen obwohl ich so jung bin. Ohne ihn hätte ich wahrscheinlich keine Rente bekommen. Ein Therapeut soll ja ein Helfer sein, jemand der mit dir und nicht gegen dich arbeitet.

22.06.2017 09:58 • #9


janosch71


63
2
14
Das wird sich noch ändern, ok dass Ferien sind ist normal und überall so. Du wirst je nach Beurteilung und Abwägungen
auch wöchentlich einen Termin bekommen, kennen lernen und die Problematik besprechen, auch ansprechen und danach
Fragen ist erwünscht und erlaubt. War bei mir auch so, heute bin ich nur noch alle drei Wochen mal da.

22.06.2017 10:05 • #10


Coru

Coru


2799
25
1401
Ich habe auch nur alle zwei Wochen. Ich denke zwar auch manchmal, dass jede Woche gut wäre, aber man muss bedenken, dass sie noch andere Klienten haben und außerdem hat man ja nur eine begrenzte Anzahl von Stunden. So kann man über einen längeren Zeitraum begleitet werden. Da gehe ich lieber seltener aber der Zeitraum ist länger. Weil, wenn es mir mal richtig schlecht geht ist so ein Termin etwas was mich beruhigt, auch wenn ich noch drauf warten muss=). Ich darf aber auch immer dazwischen schreiben. Bekomme zwar selten eine Antwort, denke aus Zeitmangel, aber finde ich trotzdem richtig lieb und hilft i.wie=).

22.06.2017 19:24 • #11


kritisches_Auge

kritisches_Auge


5119
26
2910
Es gibt Therapeuten die ihr Lehrgeld zurückzahlen sollten.
Druck zu machen finde ich unmöglich, am Anfang einer Therapie muß der Patient erst einmal aufgebaut und gestützt werden, einen Therapeuten sollte man sehr sorgfältig auswählen.

Es gibt doch in jeder Stadt psychologische Beratungsstellen die Menschen erst einmal auffangen, danach würde ich mich erkundigen.
Hast du schon einmal an eine Tagesklinik gedacht?

22.06.2017 19:36 • #12


enana


Zitat von Feigina:
Es gibt Therapeuten die ihr Lehrgeld zurückzahlen sollten.
Druck zu machen finde ich unmöglich, am Anfang einer Therapie muß der Patient erst einmal aufgebaut und gestützt werden, einen Therapeuten sollte man sehr sorgfältig auswählen.

Es gibt doch in jeder Stadt psychologische Beratungsstellen die Menschen erst einmal auffangen, danach würde ich mich erkundigen.
Hast du schon einmal an eine Tagesklinik gedacht?


Ja, ich hätte von mir auch rein gar nichts gegen Tagesklinik. Scheinbar ist das wohl eine Hilfsform, die nur anderen zusteht. Mir gehts ja angeblich so gut, dass ich am besten morgen früh wieder Vollzeit auf Arbeit stehen kann Ich schäme mich jetzt noch mehr krank geschrieben zu sein. Ich habe schon selbst das Gefühl, dass es schlicht und ergreifend an meinem eigenen Unvermögen liegt mich einfach zusammen zu reißen Mir kam da echt so vor als würde er mich als Sozialschmarotzer sehen, der diese Lage selbst und gerne verursacht hat. Da reden wir über schwere Depressionen, Phobien, Panikattacken und Zwänge und im zweiten Satz soll ich mir Gedanken machen und eine Lösung parat haben, wie es denn beruflich weiter gehen soll. Mein Arzt könnte mich ja nicht ewig krank schreiben.

Zitat von Coru:
Ich habe auch nur alle zwei Wochen. Ich denke zwar auch manchmal, dass jede Woche gut wäre, aber man muss bedenken, dass sie noch andere Klienten haben und außerdem hat man ja nur eine begrenzte Anzahl von Stunden. So kann man über einen längeren Zeitraum begleitet werden. Da gehe ich lieber seltener aber der Zeitraum ist länger. Weil, wenn es mir mal richtig schlecht geht ist so ein Termin etwas was mich beruhigt, auch wenn ich noch drauf warten muss=). Ich darf aber auch immer dazwischen schreiben. Bekomme zwar selten eine Antwort, denke aus Zeitmangel, aber finde ich trotzdem richtig lieb und hilft i.wie=).


So habe ich das bis jetzt gar nicht gesehen. Eigentlich ja etwas wahres dran!

22.06.2017 20:42 • #13


kritisches_Auge

kritisches_Auge


5119
26
2910
enana, wer hat dich krankgeschrieben?

22.06.2017 22:24 • #14


Coru

Coru


2799
25
1401
@enana Ich habe es auch zuerst so gesehen wie du und hätte gerne öfters, aber so ist es auch ok. Ich finde allerdings schon, dass dein Therapeut mehr Verständnis hätte zeigen müssen. Wenn es so leicht für dich wäre Vollzeit zu arbeiten und alles zu bewältigen, würdest du da ja nicht sitzen.

Ist zwar eine andere Situation, aber ich hatte als Jugendliche von Probleme mit Panikattacken und bin deshalb nicht mehr zur Schule gegangen. Wir haben das dann langsam gesteigert. Erst zwei Stunden, dann vier und am Ende sechs. Ich glaube anders hätte ich das auch nicht geschafft.

Was ich bei mir nicht verstehe, ist, dass ich schreiben kann, wenn was ist, aber ich bekomme nie eine Antwort. Ich sollte was machen und habe es dann auch versuchen wollen und hatte davor so Angst, dass ich geschrieben habe. Mich in die Situation zu begeben, war extrem schwierig für mich. Ich kann das gut verstehen, dass keine Zeit für eine Antwort ist, aber ich glaube ich schreibe in Zukunft nicht mehr, sonst komm ich mir i.wie blöd dabei vor. Ob ich mich nochmal traue, mich in die Situation zu begeben, weiß ich nicht.

23.06.2017 06:02 • #15


enana


Zitat von Feigina:
enana, wer hat dich krankgeschrieben?

Bis jetzt der Hausarzt.

Zitat von Coru:
I

Was ich bei mir nicht verstehe, ist, dass ich schreiben kann, wenn was ist, aber ich bekomme nie eine Antwort. Ich sollte was machen und habe es dann auch versuchen wollen und hatte davor so Angst, dass ich geschrieben habe. Mich in die Situation zu begeben, war extrem schwierig für mich. Ich kann das gut verstehen, dass keine Zeit für eine Antwort ist, aber ich glaube ich schreibe in Zukunft nicht mehr, sonst komm ich mir i.wie blöd dabei vor. Ob ich mich nochmal traue, mich in die Situation zu begeben, weiß ich nicht.


So etwas irritiert mich auch immer total! War neulich in einer ähnlichen Situation. Da fühlt man sich total unwichtig, bescheuert und bereut dass man überhaupt geschrieben hat, vor allem wenn das Schreiben große Überwindung gekostet hat. Bei mir geht da dann immer Kopfkino an.

23.06.2017 07:51 • x 1 #16


Coru

Coru


2799
25
1401
@ enana Ganz genauso fühle ich mich auch! Schön zu hören, dass ich mich nicht allein wie ein Depp fühle und mich schäme geschrieben zu haben. Kopfkino bekomme ich dann auch.

23.06.2017 07:56 • #17


enana


Zitat von Coru:
@ enana Ganz genauso fühle ich mich auch! Schön zu hören, dass ich mich nicht allein wie ein Depp fühle und mich schäme geschrieben zu haben. Kopfkino bekomme ich dann auch.


Das ist der Grund warum ich mittlerweile eigentlich fast mit gar niemandem mehr großartig rede.

23.06.2017 11:08 • #18


enana


Ich fühle mich heute mal wieder so schrecklich Seit so vielen Jahre das Gleiche und keiner hilft mir. Ich fühle mich so gefangen und habe schon keine Ahnung mehr, wie ich mir selbst helfen kann. Jeder Tag ist ein Kampf und dieses warten auf die 14-tägige Therapie, die beim letzten Mal so frustrierend geendet hat, ist schrecklich.
Ich bin den ganzen Tag müde und traurig. Es erscheint alles so dermaßen sinnlos. Ich habe mehrmals Panikattacken, kann nicht schlafen, ich fühle mich so unendlich einsam. Nachts liege ich im Bett und habe das Gefühl daran zu zerbrechen. Die Probleme mit dem Essen werden auch immer größer und keiner hilft mir. Niemand scheint es ernst zu nehmen. Letztes Jahr hatte ich endlich nach langer Zeit einen BMI von 19 - mittlerweile bin ich wieder bei 16 angekommen. Ich fühle mich müde und schlapp, durch die Atemnot, MÜdigkeit, den Schwindel und die ständige Übelkeit habe ich vor jeder Mahlzeit Panik Jetzt kommt noch die Panik dazu, dass ich wieder Arbeiten gehen soll. Wie soll ich das denn schaffen? Ich habe auch niemanden mit dem ich darüber sprechen kann.

25.06.2017 12:54 • #19


Mimimausi

Mimimausi


335
163
Hallo, ich bin auch Neuling was Therapie angeht. Ich wusste garnicht was auf mich zukommt und hatte auch kaum Erwartungen, nur die Hoffnung, dass es hilft. Ich darf einmal die Woche kommen. Irgendwann wird der Abstand vergrößert. Aber da es so schwierig ist einen Platz zu bekommen, würde ich mich auch erstmal mit weniger zufrieden geben. Sollte das nicht reichen gibt es doch jetzt auch so notfallstellen / Ambulanzen, hat mir meine Kasse gesagt.
Ich würde erstmal jeden Strohhalm nehmen und wenn der Therapeut es vlt schlimmer macht, weil du nicht mit ihm klar kommst oder es dir nicht reicht, schau dich parallel dazu um einen anderen zu finden oder gleich mal in eine Klinik gehen!
Denn so wie das klingt steckst du voll in einer Depression. Die Panikattacken häufen sich natürlich, weil du dich verrückt machst ( verständlicher Weise) und zuviel über das versagen nachdenkst.

25.06.2017 13:14 • #20




Univ.-Prof. Dr. Jürgen Margraf

Auch interessant

Hits

Antworten

Letzter Beitrag