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Vielleicht kannst Du ja mit ihr besprechen, wie ihr mit dem Plan umgehen wollt.
Klar denke ich auch, dass ein therapeutischer Plan echt wichtig ist, um den roten Faden nicht aus den Augen zu verlieren.
In der DBT gilt z.B.: aktuelle Probleme, die Auswirkungen auf die therapeutische Beziehung haben, haben Vorrang vor inhaltlicher Arbeit und müssen in einer Stunde evtl. vorgezogen werden.
Also zum einen (wie in jeder anderer Therapieform auch): Ist aktuell (im "normalen" Leben) etwas passiert, das vordringlich besprochen werden muss (weil es den Patienten gedanklich so beschäftigt, dass er /sie sich eh auf nichts anderes konzentrieren kann)?
Und zum anderen (eher DBT spezifisch (wenn auch nicht exklusiv)): Gab/Gibt es innere Unsicherheiten beim Patienten in Bezug auf die therapeutische Beziehung, wurde etwas gesagt/ wurde im Nachgang einer Sitzung etwas schwierig verarbeitet?
Diese Dinge gehen in der Hierarchie der zu bearbeitenden Themen dann vor, weil beide dazu führen würden, dass der Patient sich nicht richtig auf die inhaltliche Arbeit konzentrieren könnte.
Die Abwägung ist nicht immer leicht. Persönlichkeitsgestörte Patienten haben ja viele zwischenmenschlich/interaktionelle Probleme. Die Frage, ob man deswegen von der inhaltlichen Planung abweicht und das vordringlich bespricht, ist immer schwierig.
Einerseits bringt es nichts, inhaltliche Arbeit durchziehen zu wollen, wenn der Patient unbewusst gerade zu verunsichert/misstrauisch ist, andererseits schafft man inhaltlich gar nichts, wenn man jedes zwischenmenschliche Problem thematisiert.
Es ist Abwägungssache, aber meistens spielt sich das mit der Zeit ein, wenn sich Therapeut und Patient besser kennengelernt haben.