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Cousupp
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Triggerwarnung: Straftaten













Moin,
erstmal ganz kurz zu mir: Bin 41 Jahre alt, männlich, wohne in Norddeutschland.

Ich bin seit rund zwei Jahren auf der Suche nach einem Therapeuten, aber außer einem Erstgespräch mit Verweis an ein anderes Fachgebiet (dazu später mehr) ist da nicht viel bei rumgekommen.

Das Problem an sich ist Folgendes:
Ich neige zu bestimmten Verhaltensweisen, die mir im Jahr 2003 eine strafrechtliche Verurteilung wegen versuchter Nötigung, Urkundenfälschung, Bedrohung und Störung des öffentlichen Friedens eingebracht haben (war noch nach Jugendrecht; war zur Tatzeit 16/17 Jahre alt). Trotz einer damaligen Therapieauflage und Bewährung, die ich auch erfolgreich absolviert habe, kommt es bei mir immer wieder mal zu Rückfällen.
Vor rund zwei Jahren habe ich mit meinen Handlungen quasi meinen gesamten Freundeskreis zerlegt und einigen Betroffenen schwer geschadet. Gleichwohl stellten meine Handlungen keine Straftat dar. Aber wie das so ist, man kann auch eine riesige Sch. bauen, ohne dass man gegen ein Strafgesetz verstößt.

Vor besagten zwei Jahren hatte ich dann auch Kontakt zum Sozialpsychiatrischen Dienst im hiesigen Landkreis, der mich wiederum an ein Medizinisches Versorgungszentrum mit integrierter Fachpraxis für Psychiatrie verwies. Nach fast einjähriger Wartezeit wurde ich von dort an einen Facharzt für forensische Psychiatrie verwiesen.
Die wenigen Vertreter dieses Spezialgebiets habe ich angeschrieben, woraufhin geantwortet wurde, dass eine Behandlung eine gerichtliche Weisung vorausgesetzt. Eine Rechtsanwältin meinte zu mir, dass sei so nicht ganz richtig, aber die forensischen Behandler würden Patienten mit entsprechenden Weisungen klar priorisieren und damit seien sie schon "überausgelastet".

Ebenso habe ich die zwei spezialisierten psychiatrischen Kliniken im Umkreis angeschrieben, wovon eine sich örtlich nicht für zuständig hält und die andere mich mit meiner Problematik nicht auf "traumatisierte Patient:innen" loslassen will, da laut der Klinik durch meine Inhalte deren Retraumatisierung droht.

Tja.

Ich will hier absolut nicht über die Therapeuten, Kliniken o.ä. meckern. Mir ist völlig bewusst, dass ich kein "Traumpatient" bin, auch wenn die Verurteilung schon über 20 Jahre zurückliegt.
Nur meine Frage ist: Wie komme ich überhaupt an einen Behandlungsplatz? Die Allgemeinpsychiatrie sagt "Gehen Sie zu einem forensischen Psychiater!". Die forensischen Psychiater sagen: "Sie brauchen eine gerichtliche Weisung!"

Tipps? Ideen?

Danke schonmal!

28.01.2026 #1


30 Antworten ↓


B
Zitat von Cousupp:
Wie komme ich überhaupt an einen Behandlungsplatz?

Du hast es bereits selbst geschrieben:
Zitat von Cousupp:
"Sie brauchen eine gerichtliche Weisung!"

Nur ist die Frage, wie kommst du an eine gerichtliche Weisung ohne deine Lage zu verschlimmern?

Viele Ämter sagen einem: Es muss erst etwas passieren, damit sie etwas machen können. Das ist so unglaublich, aber wahr.

Es gibt Leute, die begehen vorsätzlich Straftaten, damit ... Das soll kein Rat an dich sein, aber exakt das solltest du die Leute fragen, die dich abweisen. Und frage sie am besten gleich, welche Straftat am wirkungsvollsten ist. Die kennen sich damit am besten aus. *Sarkasmus*

Ansonsten bleibt dir nur der gewaltfreie Weg - wie für alle - eine PIA aufzusuchen. Aber ob die einen Rat haben?

x 1 #2


A


Reihenweise Absagen - Wie noch Therapie finden?

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C
Zitat von beside:
Das soll kein Rat an dich sein, aber exakt das solltest du die Leute fragen, die dich abweisen.


Ja, an sowas habe ich auch schon gedacht, aber kommt nicht infrage. "Wilde Sau spielen" auf Knopfdruck funktioniert bei mir nicht, bei mir entstehen die Probleme und Straf- bzw. zumindest sehr grenzwertigen Taten immer aus bestimmten Konstellationen heraus. Wenn ich mich nun in ein Amts- oder Therapeutenzimmer setze und da irgendeine Drohung losließe, käme ich mir selbst lächerlich vor.


Edit: PIA schon versucht. "Versuchen Sie es weiter."

#3


C
Zitat von Cousupp:
Tipps? Ideen?

Wieso kannst Du nicht ein normale Therapie machen, z.B. als Selbstzahler?
Was ist Dein Therapieziel oder warum willst Du überhaupt eine Therapie machen?

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B
Vielleicht würde es funktionieren in eine Klinik zu kommen, indem du den Weg über einen Antrag auf eine medizinische Rehabilitation gehst?

#5


C
Zitat von Cbrastreifen:
Wieso kannst Du nicht ein normale Therapie machen, z.B. als Selbstzahler? Was ist Dein Therapieziel oder warum willst Du überhaupt eine Therapie machen?


Selbstzahler? Dazu müsste ich erstmal ca. 600 Euro pro Monat entbehren können..

Das Therapieziel ist eigentlich einfach definiert: Ich will die genannten problematischen Verhaltensweisen abstellen oder zumindest reduzieren.
Warum? Weil es in erster Linie anderen schadet und ich meine ständig wechselnden sozialen Umfelder nicht weiter auf Jahre traumatisieren will.

x 1 #6


P
Zitat von Cousupp:
Ich will die genannten problematischen Verhaltensweisen abstellen

Da sollte doch aber auch eine normale Verhaltenstherapie schon zumindest teilweise hilfreich sein
Auch hier lernt man Impulse zu kontrollieren bzw das Leben so auszurichten, dass es weniger zu Krisen kommt.

Ob es jetzt um unerwünschtes ängstliches, depressives oder wütendes/aggressives Verhalten geht: Es werden Ursachen und Auslöser angeschaut und Voraussetzungen für "besseres" Verhalten erarbeitet.

x 3 #7


C
Zitat von Cousupp:
Selbstzahler? Dazu müsste ich erstmal ca. 600 Euro pro Monat entbehren können..

Das geht evtl. auch billiger, hängt von der Frequenz der Therapie ab und die davon, was Deine psychische Struktur ist also, ob de Therapie eher aufdeckend oder stützend ist.

Zitat von Cousupp:
Das Therapieziel ist eigentlich einfach definiert: Ich will die genannten problematischen Verhaltensweisen abstellen oder zumindest reduzieren.
Warum? Weil es in erster Linie anderen schadet und ich meine ständig wechselnden sozialen Umfelder nicht weiter auf Jahre traumatisieren will.

Hast Du Dich schon mal mit Psychologie, bzw. -therapie befasst?
Was Du schreibst, klingt zwar gut, hat Dich aber offenbar all de Jahre nicht davon abhalten, Dein Verhalten fortzusetzen. Was ist jetzt anders, dass es Dich motiviert, Dich zu verändern?
Therapeutisch ist es (leider) so, dass je chronischer Dein antisoziales Verhalten ist, um so schwieriger bis aussichtsloser die Therapie wird.
Und die meisten Therapeuten, die sich damit nicht auskennen, würden platzen und die Finger von Dir lassen.

Ich glaube, dass die Finanzierung das nachrangige Problem ist. Therapeutisch ist Selbstzahler zu sein gut, weil man zeigen kann, dass es einem ernst ist.

x 2 #8


Burn
Es ist eine bescheidene Situation….
Und natürlich wäre der „Gold Standard „ forensisch evtl. das beste aber da kommst du ja nicht ran…

Funktioniert evtl. etwas was man dazu „ ummodeln „ könnte?

Sprich: Anlaufstellen für Süchte
Psychologische Ergotherapie ( kann man an fähige Leute kommen und gibt es auf Krankenkasse)

Oder aber grundlegend etwas ganz anderes um andere Impulse zu kriegen… therapeutisches Boxen , allerdings leider nicht ganz billig

Spiritualität

Bitte nicht falsch verstehen. Ich sehe die missliche Lage und möchte dein Problem hiermit nicht klein machen , es ging mir nur darum , evtl kann man auch mit anderen „ Wegen“ Fortschritte erzeugen.

x 1 #9


Greta__
Zitat von Cousupp:
Selbstzahler? Dazu müsste ich erstmal ca. 600 Euro pro Monat entbehren können.. Das Therapieziel ist eigentlich einfach definiert: Ich will die ...

Da wäre eine Psychoanalyse die richtige Art der Therapie für dich. Darüber schon mal schlau gemacht?

x 1 #10


C
Zitat von Greta__:
Da wäre eine Psychoanalyse die richtige Art der Therapie für dich.

Nein.
Ich bin ein großer Fan der Psychoanalyse, aber bei antisozialem Verhalten ist sie nicht die richtige Therapie.
Am ehesten TFP, übertrgungszentrierte Pschotherapie, die hat Elemente der Analyse integriert.

x 3 #11


Greta__
Zitat von Cbrastreifen:
Nein. Ich bin ein großer Fan der Psychoanalyse, aber bei antisozialem Verhalten ist sie nicht die richtige Therapie. Am ehesten TFP, ...

In der Tagesklinik wurde u.a. die Psychoanalyse erklärt. Dort wurde gesagt um sich, seine Prägungen und Verhalten zu verstehen wäre die Psychoanalyse die 1. Wahl der Therapie.

Muss der TE ja für sich selbst entscheiden welchen Weg er geht.

x 2 #12


C
Zitat von Greta__:
In der Tagesklinik wurde u.a. die Psychoanalyse erklärt. Dort wurde gesagt um sich, seine Prägungen und Verhalten zu verstehen wäre die Psychoanalyse die 1. Wahl der Therapie.

Absolut, wenn die psychische Struktur dazu vorhanden ist. Das hat nichts mit Intelligenz zu tun, sondern mit dem Grad der Pathologie. Chronisches antisoziales Verhalten, sei es offen gewalttätig oder stiller, Lügen, Stehlen, Manipulieren, ist ein Indikator für eine schwere Pathologie und das ist es, was der Threaderöffner dargestellt hat.

Wenn eine neurotisch-sexuelle Problematik im Zentrum des Konflikts steht, ist die Psychoanalyse angezeigt und großartig, bis zu leichten Formen der narzisstischen Persönlichkeitsstörung. Ich glaube, dass sehr viel dafür spricht, dass die Pathologie bei unserem Kollegen weitaus gravierender ist, aufgrund des von ihm dargestellten Verhaltens.

Ich hoffe, dass er therapeutisch erreichbar ist und wünsche ihm Glück, denn jeder hat Hilfe verdient.

x 4 #13


C
Zitat von Cbrastreifen:
Absolut, wenn die psychische Struktur dazu vorhanden ist. Das hat nichts mit Intelligenz zu tun, sondern mit dem Grad der Pathologie. Chronisches antisoziales Verhalten, sei es offen gewalttätig oder stiller, Lügen, Stehlen, Manipulieren, ist ein Indikator für eine schwere Pathologie und das ist es, was der ...


Ja, damit beschäftigt habe ich mich auf jeden Fall, aber Psychoanalytiker sind ja noch wesentlich rarer gesät als verhaltenstherapeutisch orientiert arbeitende Psychotherapeuten.

Eine Suchttherapie kommt mangels Sucht (abgesehen von Nikotin) nicht infrage.

Was du schreibst mit "Lügen, Manipulieren" kommt bei mir schon hin, stehlen nicht. Auch dienen die Verhaltensweisen nicht dazu, finanzielle oder materielle Vorteile zu erlangen und andere diesbezüglich auszubeuten.
Es ist im Prinzip so: Ich begehe irgendeine zumindest grenzwertige Handlung und versuche dann alles Erdenkliche, um etwaige Anschuldigungen gegen mich ins Leere laufen zu lassen. Das umfasst dann zum Beispiel das Zuschreiben der Schuld auf Dritte, das sehr tiefgreifende Täuschen der eigentlichen Opfer über die Handlungsumstände, sodass zum Beispiel Anzeigen zurückgezogen werden. Oder auch das Reproduzieren der eigentlichen Vorwürfe in extrem zugespitzter und übertriebenen Form unter Nutzung von Scheinidentitäten, damit niemand mehr die ursprüngliche Anschuldigung glaubt.
Mein Verhalten lässt sich am ehesten unter "Weigerung von Verantwortungsübernahme für eigenes Handeln" subsumieren.

Und ja, die forensische Option wäre tatsächlich der Goldstandard, aber siehe oben.
Worüber ich auch schon nachgedacht habe: Eine Selbstanzeige, wodurch wohl auch einige der eingestellten Verfahren in ein neues Licht gerückt würden. Davon hat mir meine Anwältin aber abgeraten, da man dann eventuell schnell bei §63 StGB wäre. Aber ganz ehrlich: Da bin ich zu feige. Ist so. Zumal eine solche Unterbringung sich auch über Jahrzehnte hinziehen kann.
Anwältin meinte auch, es gäbe kein theoretisches Einlassungsverhalten meinerseits, mit dem ich zwar eine Therapieweisung erhalten, aber eine Unterbringung nach §63 StGB sicher ausschließen könnte.

x 1 #14


C
Zitat von Cousupp:
Worüber ich auch schon nachgedacht habe: Eine Selbstanzeige, wodurch wohl auch einige der eingestellten Verfahren in ein neues Licht gerückt würden. Davon hat mir meine Anwältin aber abgeraten, da man dann eventuell schnell bei §63 StGB wäre. Aber ganz ehrlich: Da bin ich zu feige. Ist so. Zumal eine solche Unterbringung sich auch über Jahrzehnte hinziehen kann.

Würde ich Dir auch nicht raten. Ich kann nicht unterscheiden, ob Du da primär antisoziales oder selbstschädigendes Verhalten zeigst, vielleicht auch eine Mischung. Es ist ja allen geholfen, wenn es Dir besser geht, darauf sollte der Fokus liegen.

Hast Du - abgesehen davon, dass Du wissen wirst, was die 'richtige' Antwort ist - ein Empfinden von Reue oder ist Dir das eher fremd? Therapeutisch hast Du einen Fuß in der Tür, wenn Du minimale Empathie aufbringen kannst, also für irgendwen etwas tust oder getan hast, wovon Du keinen direkten oder indirekten Nutzen hattest und sei es ein Haustier.

Wenn Du Dir nur irgendein verrücktes selbstschädigendes Verhalten draufgeschaufelt hast, super, das kann man therapeutisch bearbeiten. Wenn Du keine Empathie aufbringen kannst, vergiss Therapie und guck, wie Du sonst Deine Schwierigkeiten minimieren kannst.

Wenn das ein Treffer werden soll, schau wirklich nach Leuten, die mit antisozialem Verhalten auskennen, sonst ist die Therapie ein Schuss in den Ofen.

Guck mal in dem Umfeld:
https://www.udorauchfleisch.ch/

Wenigstens für Adressen in Deiner Region, vielleicht ergibt sich da was.

x 1 #15


C
Zitat von Cbrastreifen:
Würde ich Dir auch nicht raten. Ich kann nicht unterscheiden, ob Du da primär antisoziales oder selbstschädigendes Verhalten zeigst, vielleicht auch eine Mischung. Es ist ja allen geholfen, wenn es Dir besser geht, darauf sollte der Fokus liegen. Hast Du - abgesehen davon, dass Du wissen wirst, was die 'richtige' ...


Hat man nicht irgendwie von jeder Handlung, auch wenn sie selbstlos erscheint, irgendeinen persönlichen Vorteil? Selbst wenn ich jetzt durch die Straßen ziehen würde und jedem Menschen ganz selbstlos 1.000 Euro in die Hand drücken würde, wäre mein Vorteil doch, dass ich mich gut fühle, weil ich etwas objektiv gesehen Gutes getan habe.

Okay, das geht wahrscheinlich nun zu sehr ins Philosophische. Du willst ja eigentlich auf meine Empathiefähigkeit hinaus.
Beispiel: Eine ehemalige sehr gute Freundin von mir (die auch den Kontakt abgebrochen hat, weil ich sie komplett durch meinen psychopathologischen Fleischwolf gedreht habe) hatte mir während ihrer Reha für fünf Wochen ihre Wohnung anvertraut, wo ich auf ihre beiden Katzen aufpassen sollte. Ich bin einer Katze versehentlich auf die Pfote getreten, was ihr sehr geschmerzt hat. Der Gedanke daran tut mir zum Beispiel bis heute leid, obwohl es wirklich ein Versehen war.
Und auch das, was ich anderen Menschen antue, tut mir im Nachhinein leid.
Nur: Währenddessen blende ich das komplett aus, also Mitgefühl und Empathie.

Ist mein Verhalten selbst- oder fremdschädigend?
Eigentlich ist es fremdschädigend, kaschiert hinter selbstschädigend, aber stets reaktiv.

Ich gebe mal ein Beispiel aus meiner frühen Erwachsenenzeit (alle infrage kommenden Delikte sind verjährt, sodass ich davon auch öffentlich schreiben kann):
Ich lerne gleichaltrige Frau in einer Bar kennen. Wir schlafen miteinander. Hinterher stellt sich raus: Frau hat eigentlich einen Freund. Freund und zwei Kumpels vom Freund packen mich einige Wochen später, verpassen mir eine. Polizei kommt. Freund der Frau behauptet, ich hätte seine Freundin sexuell belästigt. Freundin (also "meine" Affäre) sagt, das stimmt ja gar nicht.
Soweit nichts Besonderes.
Aber: Nun fange ich an, gegen den Freund, also die Person, die gegen mich eine Körperverletzung begangen hat, ins Feld zu ziehen. Nicht mal primär deshalb, um mich zu rächen, sondern um seine Anschuldigung bis ins letzte Atom zu zerlegen. Dazu erstelle ich dann beispielsweise Fake-Identitäten im Internet, die seine (durch die Freundin eigentlich widerlegte) Anschuldigung grotesk übersteigert wiederholen. Oder, ganz bizarr, ich fälsche komplette Gerichtsurteile, denen nach die Person wegen Verleumdung verurteilt wurde.
Es ist nicht mal Rachsucht, sondern wie ein innerer Zwang, jede anrüchige Behauptung über meine Person aufzulösen und damit auch die Person, die eine entsprechende Behauptung in den Raum gestellt hat.

Dieses Beispiel liegt zwar lange zurück, aber kennzeichnet ganz gut die Dynamik meiner dysfunktionalen Verhaltensweisen.

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C
Zitat von Cousupp:

Hat man nicht irgendwie von jeder Handlung, auch wenn sie selbstlos erscheint, irgendeinen persönlichen Vorteil? Selbst wenn ich jetzt durch die Straßen ziehen würde und jedem Menschen ganz selbstlos 1.000 Euro in die Hand drücken würde, wäre mein Vorteil doch, dass ich mich gut fühle, weil ich etwas objektiv gesehen Gutes getan habe.

Es gibt echten Altruismus.

Zitat von Cousupp:
Ich bin einer Katze versehentlich auf die Pfote getreten, was ihr sehr geschmerzt hat. Der Gedanke daran tut mir zum Beispiel bis heute leid, obwohl es wirklich ein Versehen war.
Und auch das, was ich anderen Menschen antue, tut mir im Nachhinein leid.

Das klingt gut.

Zitat von Cousupp:
Es ist nicht mal Rachsucht, sondern wie ein innerer Zwang, jede anrüchige Behauptung über meine Person aufzulösen und damit auch die Person, die eine entsprechende Behauptung in den Raum gestellt hat.

Dieses Beispiel liegt zwar lange zurück, aber kennzeichnet ganz gut die Dynamik meiner dysfunktionalen Verhaltensweisen.

Ja, das kann wirklich irgendein seltsamer Zwang sein, also gemischt mit anderem, klingt so seltsam, wie es vermutlich ist, aber übern dicken Daumen in jedem Fall einen therapeutischen Versuch wert.

Vereinbar doch mal ein paar Erstgespräche, oft lässt sich dann ein Modus finden.

x 1 #17

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B
@Cousupp , da wäre wohl neben dissozial auch histrionisch mit in Betracht zu ziehen.

Wir alle hier sind auf irgendeine Art und Weise empfindlicher als der Durchschnitt. Bei dir würde die Empflindlichkeit den Umstand betreffen, dass du dich zu vollkommen überzogenen Handlungen hinreißen lässt. Es wären also nicht deine Handlungen das Therapiethema, sondern die Schwelle zur Entscheidung zur Handlung und Tat. Ist diese einmal überschritten, sind deiner Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Würdest du dein Verhalten / deine Handlungen als Privatberatung, ähnlich einem Privatdektetiv, anbieten, die Anwälte würden arbeitslos werden. Was nichts am kriminellen Charakter daran ändert.

Du kannst dich auch mal belesen bei Impulskontrollstörung und vorauseilender Gehorsam. Die Grenze hin zu Krankheit und Kriminalität ist fließend.

Allerdings stellt sich bei dir die Frage, was dein Anlass ist, dir eine Therapie nicht auf deine "kriminelle" Art zu erschleichen? Da könntest du deine Fähigkeiten einmal sinnvoll nutzen. Wenn es eine Notsituation für dich ist: Notlügen sind erlaubt. Lerne was erlaubt ist, was also geduldet ist, also toleriert wird, und was nicht. Denn den ersten Schritt hast du schon getan, nur stehen dir da jede Menge Hürden im Weg. Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung.

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C
Zitat von beside:
@Cousupp , da wäre wohl neben dissozial auch histrionisch mit in Betracht zu ziehen. Wir alle hier sind auf irgendeine Art und Weise empfindlicher als der Durchschnitt. Bei dir würde die Empflindlichkeit den Umstand betreffen, dass du dich zu vollkommen überzogenen Handlungen hinreißen lässt. Es wären also nicht ...


Der Anlass ist eigentlich ganz einfach:
Ich habe mich inzwischen freiwillig komplett isoliert. Also wirklich komplett. Seitdem laufe ich "sauber". Aber ein Leben kann man das nicht nennen. Gleichzeitig weiß ich aber, dass, würde ich wieder Kontakte aufbauen, ich über kurz oder lang wieder in die gleichen Verhaltensweisen zurückfallen würde. Den Vorsatz, es "nächstes Mal anders zu machen" habe ich schon zu oft getroffen, um selbst daran zu glauben.

#19


B
@Cousupp , wenn es denn eine Persönlichkeitsstörung ist - und das kannst im Moment nur du für dich entscheiden - dann solltest du wissen:

- es gibt auch kombinierte Persönlichkeitsstörungen.
- es handelt sich um deine selbstpersönliche Persönlichkeit.
- nicht jede Person ist in der Lage ihre Persönlichkeit zu verändern.
- Persönlichkeitsveränderungen dürfen in der westlichen Welt nur von der Person selbst durchgeführt werden, mit fachlicher Unterstützung.

Es gibt also nix, wo du hingehen kannst, und da wird das repariert. Dir wird nur dabei geholfen, dich selbst zu reparieren. Manche sind dazu nicht in der Lage. Dann geht es um Abmilderung.

Stell dir vor, du hättest eine "gesunde" Persönlichkeit und Teile davon wären gesellschaftlich verboten. Du würdest sie unterdrücken. Aber dieser Druck erzeugt Gegendruck. Also bringt es nichts, wenn du sie nur unterdrückst um gesellschaftlich anerkannt zu sein. Du müsstest es schaffen sie tatsächlich abzuschaffen. Aber dann wärst du nicht mehr du. Oder du wölltest mit deiner bisherigen Person nichts mehr zu tun haben. Du müsstest sie entfremden, also von "eigen" zu "fremd" machen. Ob auch zu "feindlich", musst du entscheiden. Du darfst sie hassen. Allerdings sollte das für dich insgesamt gesund sein.

Denke immer daran, dass du scheitern könntest. Du kannst zwar andere austricken, aber dich selbst?

#20


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Prof. Dr. med. Thomas Hillemacher
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